Mittwoch, 9. November 2005

Alltagstest - Ständig als Frau leben

Inzwischen lebe ich seit genau vier Wochen 24/7 als Svenja und bin mehr als glücklich dabei. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben allmählich zurück ins Gleichgewicht kommt.

Obwohl ich noch immer unverkennbar männlich aussehe, macht es mir absolut nichts aus in diesem Outfit durch die Stadt zum Einkaufen zu stöckeln. So what!?

Zur Zeit schreibe ich gerade meinen Antrag auf Vornamensänderung. Den Antrag muss ich beim Amtsgericht in Kiel einreichen und mit etwas Glück und zwei Gutachten steht in wenigen Monaten "Svenja" in all meinen Dokumenten, ätsch! Ich kann es kaum erwarten.

Ich muß darlegen, dass ich seit mindestens drei Jahren den Drang verspüre, lieber als Frau leben zu wollen. Pah! Drei Jahre? Meine früheste Erinnerung daran geht in meine Kindheit zurück, als ich ungefähr 8 Jahre alt war. Seitdem hat mich dieses Gefühl, eine Svenja und kein Sven zu sein, nie wieder losgelassen.

Was habe ich nicht alles getan, um dieses Gefühl zu unterdrücken. Mehrmals alle meine Frauensachen in die Altkleidersammlung geschmissen und geschworen: Das machst du nie wieder. Zwecklos. Völlig zwecklos. Dieses Gefühl ist in mir drin und gehört zu mir, so wie meine braunen Augen zu mir gehören und nicht nur eine schlechte Angewohnheit sind. Ich bin schon immer Svenja und vermutlich wurde ich sogar so geboren. Jetzt will ich endlich auch auf dem Papier Svenja werden. Den Antrag auf Namensänderung habe ich schon geschrieben.

1 Kommentar:

Pat hat gesagt…

Witziger Weise habe ich mal gedacht, dass ich ein Junge werden sollte. Das würde bei mir besser passen, bis ich dann gemerkt habe, dass lesbisch sein noch besser ist. Aber der Gedanke belustigt mich noch heute, weise ich doch ziemlich viele männliche Eigenschaften auf.

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