Freitag, 6. Juni 2008

Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz

In dieser Nacht waren wir aufgebrochen, um das Geheimins zu lüften um Die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz. Der Name sagte mir anfangs überhaupt nichts, aber Claudia versicherte mir, wir müssten die Ordensschwestern unbedingt kennenlernen. Es würde sich lohnen. Sie seien allerdings nur diesen einen Abend in der Stadt als Vorbereitung auf den Kieler CSD am nächsten Morgen.

Wir hatten keine Ahnung, wo wir die Schwestern an diesem Abend treffen würden, aber wir kannten einige Plätze in Kiel, wo sie im Laufe der Nacht ganz sicher auftauchen würden. Während wir mit Claudias kleinem Renault Twingo durch die Nacht fahren, lerne ich endlich, was es mit den Schwestern auf sich hat. Der Orden The Sisters of Perpetual Indulgence wurde 1979 in San Francisco gegründet und sammelt seit jeher Spenden für sozial schwache Angehörige der Queer Community. In erster Linie werden Spenden für AIDS-Kranke gesammelt und Gratis Kondome verteilt. Aber vor allem machen die Schwestern eine Super Show in ihren tollen Ordenskostümen und werben nicht nur für Toleranz, sondern auch für andauernde Lebensfreude und ewige Ausschweifungen.

Svenja and The Sisters of Perpetual Indulgence

Wir haben das große Glück, den Stadtführer der Nonnen an diesem Abend zu kennen. Es ist Heiko, der direkt dem Film Harold and Maude entsprungen zu sein scheint. Und so haben wir ein gutes Gespür dafür, wo wir in dieser Nacht suchen müssen.

Irgendwann lange nach Mitternacht haben wir Glück und treffen die Schwestern im Harlekin in der Kirchhofallee, wo sie eine außerordentliche Ordensversammlung direkt am Tresen abhalten. Die Ordenstrachten sind ein Knaller und ich überlege ernsthaft, einen Kieler Unterorden zu gründen, nur um solche tollen Klamotten und MakeUp als Dienstkleidung tragen zu können :-)

Claudia und die Schwestern vom Orden der Perpetuellen Indulgenz

Als wir uns gegen Morgen von den Nonnen verabschieden, habe ich eine ganze Menge dazugelernt und bin schwer beeindruckt von den Schwestern. Bei aller Fröhlichkeit darf man das große persönliche Engagement der Schwestern im Kampf gegen AIDS nicht verkennen. Für mich sind die Girls eine queere und fröhliche Ausführung der Heilsarmee. Nur viel hübscher :-)

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