Sonntag, 14. Juni 2009

Fünf Fragen, die sich jede Transsexuelle vor der OP stellen sollte

geschlechtsangleichende Operation OPFür die meisten Transsexuellen ist die Geschlechtsangleichende Operation, kurz GAOP, der heilige Gral ihrer Entwicklung. Dieses Ziel gilt es möglichst schnell und in Rekordzeit zu erreichen. Aber ist das auch wirklich immer der richtige Weg?

In vielen Gesprächen mit Transsexuellen habe ich den Eindruck gewonnen, dass einige wichtige Fragen vor der Operation gar nicht gestellt worden sind. Doch leider sind Gespräche mit Betroffenen extrem schwierig. Dazu muß man wissen, dass die OP an sich unantastbar ist. Einer Transsexuellen, die kritische Fragen zur OP stellt, wird sehr schnell unterstellt, sie sei eben nur ein Transvestit und meine es wohl nicht wirklich ernst mit ihrer Transsexualität. Nur wer bereits operiert ist, oder zumindest schon Vorgespräche in diese Richtung geführt hat, wird in Transgender Kreisen für voll genommen.

Ich halte diesen Denkansatz für falsch, denn nicht in jedem Fall muß die Entwicklung einer Transsexuellen mit der geschlechtsangleichenden Operation abgeschlossen werden. Inzwischen reift sogar unter Medizinern und selbst unter Juristen die Erkenntnis, dass auch transsexuell sein kann, wer nicht bereit ist, sich operieren zu lassen. Diese Erkenntnis wird sich hoffentlich auch in einem geänderten TSG (Transsexuellengesetz) wiederspiegeln.

Die überwiegende Zahl operierter Transsexueller, die ich kenne, ist sehr glücklich mit ihrer Entscheidung. Für sie war die OP genau das Richtige und sie leben ein glückliches Leben ohne medizinische oder soziale Komplikationen. Doch leider kenne ich auch ein paar Unglückliche, die mit ihrer Entscheidung zur OP nicht das große Los gezogen haben. Zwei von ihnen wurden bei der OP versehentlich schwer verletzt. Dazu muß man wissen, dass die Operation in unmittelbarer Nähe des Darms und auch in der Nähe wichtiger Nervenbahnen zu den Beinen durchgeführt wird. Eine meiner Bekannten wird nie wieder ohne Gehhilfen laufen können, während die andere einen künstlichen Darmausgang erhielt.

Eine andere Bekannte bemerkte ihren Irrtum noch rechtzeitig vor der OP und machte im letzten Moment eine volle Kehrtwende. Sie ließ sich die neu gewachsenen Brüste entfernen und lebt heute wieder als Mann. Das ist umso tragischer, als das sie noch heute stets für eine hübsche junge Frau gehalten wird, denn die "Erfolge" der weiblichen Hormontherapie sind in weiten Zügen irreversibel.

Die Geschlechtsangleichende Operation ist unumkehrbar und dennoch ist sie für viele Transsexuelle in gewisser Weise noch immer ein Tabuthema. Sie sprechen zwar endlos über medizinische Details und Behandlungsmethoden, sie kennen die verschiedenen Methoden sämtlicher Operateure und können dazu trefflich streiten über die beste deutsche Klinik. Und dennoch, sowie es um die wirklich wichtigen Fragen geht, um die Seele, um Gefühle, um Partnerschaft und um Sex, dann verstummt das Gespräch.

Ich ziehe die OP nicht grundsätzlich in Zweifel, aber ich möchte fünf Fragen in den Raum stellen, die sich jeder Transgender schon lange vor der Operation stellen und beantworten muß.

Will ich, oder will ich nicht, dass jemals ein Mann in meine neue Vagina eindringt?


Mit wem möchte ich zukünftig Sex haben und auf welche Weise soll das geschehen?


Erwarte ich, dass sich durch die Operation auch mein Passing als Frau im Alltag verbessern wird? Dass die Operation mich gewissermaßen auch für andere erkennbar endlich zu einer richtigen Frau machen wird, was mir bisher durch Frisur, MakeUp und Kleidung vielleicht nie so richtig gelungen ist?

Bin ich mir über die medizinischen Risiken dieses Eingriffs im Klaren und bin ich bereit dazu, diese einzugehen im Tausch für das, was ich mir dadurch erhoffe?

Bin ich mir im Klaren darüber, dass die OP ein fataler Irrtum sein wird, falls bei meiner Entscheidung fetishistisch sexuelle Überlegungen eine Rolle gespielt haben? Denn dieser Kick wäre nach dem Verlust von Penis und Hoden für immer verloren.

Über eine angeregte und anregende Diskussion zum Thema würde ich mich sehr freuen. Gerne dürfen auch Unbeteiligte, nicht Transgender ihre Gedanken einbringen, ich bin auf deren Ansichten und Anregungen gespannt. Bitte benutzt die Kommentarfunktion. Zugleich bitte ich aber gerade wegen des sensiblen und höchst brisanten Themas um einen vernünftigen Umgangston miteinander.

61 Kommentare:

Bea hat gesagt…

Meine Gedanken zu den 5 Fragen:

zu 1:
Ich kenne einige Bio-Frauen, die trotzdem niemals wollen würden, dass ein Mann in ihre Vagina eindringt. Aus dieser Richtung betrachtet hat der Wunsch nach einer Vagina nicht zwangsläufig etwas mit Penetration zu tun.

zu 2:
Vorlieben können sich ändern. Ich glaube, niemand kann sich davon freisprechen, dass er oder sie sich in der Zukunft öglicherweise "umorientiert". Ich kenne Leute (Männer UND Frauen), die teilweise in bereits weit fortgeschrittenem Alter erkennen, dass ihre bisher gelebte sexuelle Orientierung nicht ihre tatsächliche war und sie wirkliche Erfüllung in einer ganz anderen Richtung finden.

zu 3:
Diese Frage kann doch niemand ernsthaft mit "Ja" beantworten, oder? Es sei denn, frau beabsichtigt nach der OP im Alltag nur noch im Mini-Slip und ohne was drüber durch die Gegend zu laufen. DAS allerdings würde vermutlich den Rest der Bevölkerung zu der Frage veranlassen, was mit dieser Frau wohl nicht in Ordnung ist.

zu 4:
Sollte diese Hoffnung etwas mit Sexualität in Partnerschaft zu tun haben, sagt mir mein Bauchgefühl, dass spätestens in dem Moment in dem "künstlicher Darmausgang" zum Thema wird, sicherlich nahezu die meisten erhofften Sexualpartner das Weite suchen. Von daher finde ich die Beantwortung dieser Frage extrem wichtig!

zu 5:
DAS wünsche ich niemandem bzw. ich wünsche jeder/m, dass er oder sie sich darüber im Klaren ist. Leider wird das aus verschiedenen Gründen wohl oftmals nicht der Fall sein ... Mädels (und Jungs) bitte: denkt mit dem KOPF!

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Bea: leider ist Frage 3 eine häufige Irrung, aus der heraus sich Menschen zur OP entschließen. Sie bedenken dabei nicht, dass sie angezogen kein bisschen weiblicher aussehen, als zuvor. Daher auch meine Serie zum Thema Passing.

Anonym hat gesagt…

Hinzu kommt außerdem, dass "mit dem Kopf denken" doch sehr relativ ist.

Diana hat gesagt…

Liebe Svenja
Diese Frage beschäftigt mich sehr und ich bin grad dieser Tage definitiv zum Schluss gekommen, dass ich eine GaOp machen werde. Ich teile aber Deine Bedenken, man muss sich sehr sehr sicher sein, keine falschen Erwartungen haben und bereit sein, den Preis dafür zu bezahlen. Nun zu Deinen Fragen:

1. Die Frage einer möglichen Penetration ist für mich zweitrangig, wichtiger ist mir, dass ich mich nackt ausziehen kann ohne dass ich mir dabei chimärenhaft vorkomme, egal ob jemand anwesend ist oder nicht. Ich fühle mich als Frau und möchte einigermassen so aussehen, mit so einem Ding zwischen den Beinen geht das für mich nicht.

2. Hier habe ich mich nicht festgelegt, ich kann mir beides vorstellen, aber auch das ist für mich nicht wesentlich in dieser Frage, denn dank Androcur wird eine Penetration eh nicht mehr möglich sein, ich kann also nur etwas gewinnen.

3. Das Passing wird nur insofern vielleicht etwas besser, weil der Testosteronpegel definitiv unten ist. Dabei freue ich mich aber mehr darüber, dass ich das Androcur reduzieren oder gar absetzen kann. Aber ich freue mich sehr darauf, dass ich mir nicht mehr bei jedem Jupe überlegen muss, ob ich den wirklich tragen kann. So gesehen erleichtert oder bereichert es zumindest den Alltag. Doch das alleine würde keine GaOp rechtfertigen.

4. Aus diesem Grund habe ich mich nicht von Anfang an festgelegt. Ich habe eine höllische Angst vor möglichen Komplikationen und sagte mir zu Beginn meiner "Metamorphose", dass ich jetzt erst mal die Hormontherapie mache und dann entscheide, ob dieser risikoreiche letzte Schritt wirklich notwendig ist. Nach rund 5 Monaten bin ich mir nun sicher, dass ich dieses Risiko eingehen will und muss.

5. Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass mein Wunsch nach einer Transformation nicht sexuell motiviert ist, ich will einfach als ganz "normale Frau" leben. Ich habe 20 Jahre lang dagegen angekämpft, habe jahrelang versucht diesen Wunsch therapeutisch loszuwerden, es geht einfach nicht.

6. Nach diesen 5 Monaten kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass nichts und niemand mich je dazu bringen wird, wieder in meiner alten Rolle als Mann zu leben. Ich bin seit 5 Monaten glücklicher als ich es je war, obwohl gerade die Anfangszeit wirklich hart war. Ich zahle einen hohen Preis für meine "Selbstwerdung", aber das Glück das ich heute erlebe ist mir jeden Preis wert, wirklich jeden.

Und zuguterletzt an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, ich lese seit geraumer Zeit Dein Blog und bin froh um Deine wirklich guten Ratschläge...... und es tut gut, dass Du mir immer mal wieder ein Schmunzeln entlockst.

Clarissa-next-Door hat gesagt…

@svenja
die sache mit der frage 3 ist echt nicht abweggig. ich hab oft genug leider lesen müssen dass soeinige Mädels so denken, und immer dass totschlagsargument Bikini oder super enge Jeans bringen müssen. Dabei kenn ich auch fälle wo Mädels immernoch Pre Op status haben und im Badeanzug und co nix zusehen ist. Aber es ist auch so dass dieser nervige begleiter einen immer vor sich selbst nicht passen lässt, und man vielleicht sich selbst besser akzeptieren kann nach der op.

ich selbst mach mir jetzt schon obwohl ich noch ganz am anfang stehe sehr viele gedanken. und da ich auch noch ne medizinische ausbildung hab bin ich eh immer sehr vorsichtig bei allem was OP´s angeht. aber im moment denke ich schon die OP machen zulassen, aber ob sich da nicht noch was ändert kann ich nicht sagen, dass wird die zeit erst zeigen. Aber ich glaube es ist schon vollkommen richtig so dass ich mir jetzt schon gedanken mach und jedes für und wieder vor augen führe damit ich später wen ich die möglichkeit habe zur OP ich sagen kann "ja/nein ich hab mir reiflich gedanken gemacht"

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@anonym: mit dem Kopf zu denken ist neuerdings relativ?
@Diana: 5 Monate sind sicher nicht zu lang. Die Frage ist, wie beurteilst frau die OP, wenn das Passing so gut ist, dass man außer Sauna alles unternehmen kann?
@Clarissa: Ich denke wirklich, dass viele TS der irrigen Ansicht sind, dass sich durch die OP ihr Passing per se verbessern wird. Das ist ein Irrtum.

Diana hat gesagt…

@Svenja: Keine Zeit ist zu lang, man kann sich schliesslich nie 100% sicher sein. Für mich ist einfach der Punkt gekommen, an dem ich mir meinen Weg ohne GaOp nicht mehr vorstellen kann, aber das ist nicht in Stein gemeisselt, ich werde mich weiter schlau machen und wer weiss, vielleicht doch anders entscheiden wenn es soweit ist.

Wenn das Passing so gut ist, dass man ausserhalb der Sauna nicht eingeschränkt ist, dann ist das toll und beneidenswert. Für mich ist aber auch das nicht entscheidend, weil ich mich weiterhin sehe und ich mir einfach nicht wohl bin in meiner Haut, solange da noch was ist. Aber wohlgemerkt, das ist meine persönliche Empfindung und nicht allgemeingültig. Ich wünschte mir wirklich, dass ich irgendwann doch damit leben und mir die Op ersparen kann.

istschonzeit hat gesagt…

Seine eigene Identität zu finden ist immer mit Schwierigkeiten verbunden. Da ist natürlich aber die Frage eine Geschlechtsangleichung die radikalste aller Formen. Ich denke auch, dass für ein Passing eine solche Angleichung eher weniger wichtig ist, außer natürlich vom eigenen selbstbewusstsein her und damit der eigenen Ausstrahlung. Dann muss man sich aber wirklich sicher sein, dass man wie schon von dir erwähnt hat in Zukunft kein "Mit Glied" mehr sein möchte.

Mich persönlich würden die möglichen Folgen dabei sehr abschrecken. Natürlich will man einen Partner in Guten wie in schlechten Zeiten glücklich machen können, aber die Gefahr, dass es nur noch schlechte Zeiten gäbe ist nunmal gegeben. Vielleicht ist der Preis zu hoch dafür.

Ich selbst kann das aber ja auch nur von aussen betrachten und muss mich fragen, ob ein Penis so viel Identität ausmacht.

Und um jetzt mal auf dich einzugehen:
Und grad in Beziehungen ist es schwierig. Will man in Zukunft mit einer Frau zusammenleben, die einen so liebt wie man ist, so muss man das in Zukunft rausfinden. Möchte man mit einer heterosexuellen Frau zusammensein, die einen als Frau mit Penis akzeptiert oder will man eine Frau, die auch nur auf Frauen steht.

Genauso ergäbe sich das bei Männern ja auch. Will man einen schwulen Mann oder einen heterosexuellen aufgeschlossenen Partner.

Ob man den Wunschpartner dann findet steht noch auf einem ganz anderen Blatt Papier, aber mir scheint es wichtig zu wissen, als was einen der Partner sehen soll, damit man sich selbst authentisch fühlt.

istschonzeit hat gesagt…

beim nochmaligen Lesen sah mein Kommentar irgendwie komisch aus. Ich gehe immer irgendwie auf die Gefühle anderer ein und möchte nochmal betonen, dass man selbst sich natürlich in seiner Haut so wohl fühlen soll wie irgend möglich, doch dass grad in Bezug auf Partnerschaft dieses Wohl von aussen kommt.

Anonym hat gesagt…

Meine Meinung nach sollte jede im klaren sein dass das Murphy'sch Gesetz (Alles was schief gehen kann..........) gilt genauso im OP-Saal wie außerhalb.Dank das Internet gibt es nun genug T-Foren wo Frau sich über schief gelaufenen GRS sich informieren kann/soll/muß.
Ich habe für mich eine Art 'Kosten-Nutzen' Rechnung aufgestellt-Alter,allgemeine Gesundheitszustand,Lebensstil usw usw gegen eine mögliche OP-Tisch 'Abo'- und habe mich danach eher gegen GRS entschieden.Schließlich handelt es sich ja um meine Leben und ich weiss was,aus meine Sicht, für mich Wichtig ist und was nicht.
Es gibt auch die Möglichkeit eine reine kosmetische GRS durchführen zu lassen-also ohne Neo-Vagina aufbau-dass wäre vielleicht denkbar für alle die jegliche Art Penetration entschieden ablehnen.Außerlich einwandfrei(also FKK/Sauna tauglich) und ohne die ganze Strapaze beim Bougieren und sonstige Nachsorge.
Aber,wie Du es sagst-jeder muß in sich gehen,sich die Fragen stellen,und dahh entscheiden.

Grüße,Lynn

zoee hat gesagt…

was ich mich frage, seitdem ich hier regelmässig mitlese und was mich beschäftigt ist, dass ich vieles einfach nicht verstehe und natürlich nicht verstehen kann, weil ich diese erfahrung nicht mache und auch nicht machen werde.

wahrscheinlich ist das jetzt eine total überflüssige und doofe frage, aber mich bewegt es und ich möchte es trotzdem loswerden: was ist mit der eigenen identität? verändert man sich denn innerlich, wenn man diese veränderungen durchlebt? denkt man plötzlich anders oder fühlt anders? und wie sieht es denn nach der operation aus? ist man plötzlich der "andere" mensch, der man sein wollte oder möchte? wobei ich schon begriffen habe, dass es nicht darum geht, innerlich anders zu sein, sondern äusserlich - aber eben damit auch innerlich.

was ich hier so lese ist, dass es sich im leben eines menschen, der transgender ist (ich hoffe, ich habe das richtig ausgedrückt) vor der operation, bzw. der entscheidung zur "umwandlung" sehr viel um genau dieses dreht. und nach der operation, bzw. entscheidung, wird es nicht leichter, sondern ganz im gegenteil wird es immer aufwendiger und intensiver. und man muss sich auch an das neue gesellschaftliche leben sehr stark gewöhnen.

ich drücke mich vielleicht etwas unglücklich aus, aber: bleibt da überhaupt noch zeit, sich um etwas anderes zu kümmern als um sich selbst? es ist doch so ein tiefer einschnitt und es ist doch sehr, sehr schwierig, das umfeld mit einzubinden, das auch nicht immer tolerant oder verständnisvoll ist.

nur, weil man ein anderes geschlechtsteil hat, ist doch das gefühl oder die identität nicht anders - man hat doch schliesslich die ganzen jahre vorher als das gelebt, was man ist. mann oder frau, geschlechtsunabhängig.

aber ich kann mich natürlich auch täuschen. und mit sicherheit habe ich keine ahnung.

dieses posting, svenja, hat mich sehr verwirrt, weil es so konkret war.
ich hoffe, mein kommentar ist nicht so verwirrt, wie ich mich gerade fühle!

vor allem haben auch die kommentare einiges dazu beigetragen.

egal. du hast ja gesagt, dass jeder hier mitkommentieren und nicht beleidigend sein darf. ich sage also nicht, dass ich gerade frische rote beete in den müll geworfen habe, weil ich alle rezepte, die ich diesbezüglich gefunden habe, absolut eklig finde!!!! :)

Diana hat gesagt…

@Zoee: Bei einer Geschlechtsangleichung, egal ob mit GaOp oder ohne geht es nicht darum, das Innere zu verändern sondern das Äussere dem Inneren anzugleichen. Ich beispielsweise habe ich seit der Kindheit als weiblich empfunden und verstanden. Was ich nun mache ist, dass ich mein Äusseres Geschlecht der inneren Geschlechtsidentität angleiche und die soziale Rolle einnehme, die meinem Inneren entspricht. Aber ich persönlich gehe nicht davon aus, dass ich mich innerlich verändere und ich wünsche mir das auch nicht. In mir ist alles weiblich genug ;-)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Diana: ein gutes Passing kann den Wunsch nach der OP in den Hintergrund treten lassen. Bei mir war das so.
@istschonzeit: du sprichst genau die richtigen Fragen und Probleme an. Genau darum geht es. Besonders das Thema Partnerschaft kommt bei den Überlegungen zu einer OP fast immer zu kurz. Ich kenne Transsexuelle, die sich durch die OP aus ihrer eigenen Partnerschaft ausgeschlossen haben. Man kann das durchaus machen, aber dann sollte man vorher auch wirklich darüber nachgedacht haben.
@Lynn: die rein kosmetische Operation interessiert mich schon seit längerem. Sie ist optisch perfekt und mit einem relativ kleinen Eingriff machbar. Ich habe sie einmal unter dem Begriff "Nullification" gefunden, dann aber leider keine weiteren Informationen dazu gefunden. Hast du Näheres?
@Zoee: Genau aus diesen Gründen stelle ich die OP auch zur Diskussion. Dein Beitrag passt perfekt dazu. Es ändert sich eben NICHTS durch die OP, außer man möchte mit dem neuen Organ Penetrationssex haben. Scheußliches Wort, oder? Oder man ist der Sauna und FKK Freak und will darauf nicht verzichten. Ich bin der Ansicht, dass eine gute Kosmetikerin und ein guter Friseur mehr für das weibliche Passing und vor allem für die soziale Akzeptanz einer TS tun können, als ein Chirurg es je könnte. Ich finde es toll, dass du dich so sehr versuchst hineinzufühlen und sofort auch die richtigen Probleme erkennen kannst.
@Diana: So habe ich auch zwei Jahre lang gedacht. Als mein Passing dann so war, dass ich ganz normal als Frau leben konnte, war ich überglücklich, diese schwere OP nicht machen lassen zu müssen.

zoee hat gesagt…

@diana: natürlich veränderst du vieles innerlich, wenn du äusserlich etwas veränderst.

Diana hat gesagt…

@Svenja: Ich kann mir gut vorstellen, dass bei perfektem Passing die GaOp weniger wichtig wird. Mir persönlich geht es dabei aber wie bereits gesagt nicht ums Passing sondern eher darum, wie ich mich sehe und erlebe. Das "Ding" stört mich weil es da ist wo es nach meiner Empfindung nicht hingehört und nicht weil andere das wahrnehmen könnten. Es ist auch so, dass für mich die GaOp nicht das Mass aller Dinge ist. Was ich in den letzten Monaten erlebt habe ist, dass der Wechsel der sozialen Rolle wichtiger und schöner ist als alles andere. Die Wirkung der Hormone sind das Zweitwichtigste, jede klitzekleine Veränderung meines Körpers macht mich glücklich, das gibt mir sehr viel. Deshalb schliesse ich auch nicht aus, dass der Tag kommt, an dem die GaOp nicht mehr nötig ist resp die Kosten-Nutzen Rechnung dagegen spricht. Aber im Moment sehe ich meinen persönlichen Weg so.

@Zoee: Als beispielsweise das Brustwachstum einsetzte, veränderte ich mich insofern, dass ich unbeschreiblich glücklich war. Aber es machte mich innerlich nicht weiblicher, es war nur eine unglaubliche Befriedigung, dass mein Körper anfängt so auszusehen,, wie ich mich selbst immer wahr!-genommen habe. Aber das Innere verändert sich wesentlich durch äussere Veränderungen, sosnt würde jeder der eine Tätowierung macht oder die Frisur ändert zu einem neuen Menschen. Und das will ich wie gesagt nicht, das einzige was sich in meinem Inneren durch die Transformation ändert ist, dass ich glücklicher bin. Das das ist wie soeben gesagt weniger eine Frage der GaOp als des Rollenwechsels und der öffentlich gelebten weiblichen Identität.

Frau Echse hat gesagt…

ich bin ja auch total auseinstehend und kann mit sicherheit nicht 100%ig nachvollziehen wie ts fühlen. ich bin allerdings in meinem job 1-2 mal mit der problematik konfrontiert worden. zb habe ich eine frau kennengelernt, die ihren noch vorhandenen penis regelrecht gehasst hat, sicherlich auch wegen schlimmer erlebnisse in ihrem leben. da waren dann nüchterne überlegungen, genaues abwägen kaum noch möglich. ich halte es deshalb für sehr wichtig, vor einem so lebensverändernden schritt mit einer neutralen psychologisch geschulten person des vertrauens alle seiten genau zu beleuchten und abzuwägen.
und die fragen, die du oben aufgeführt hast sind genau die entscheidenden... die jeder mensch, der vor dieser entscheidung steht, sich sehr genau und vielleicht auch über einen längeren zeitraum stellen sollte.

(die frau, die ich kennenlernte hat leider fast 1 jahr mit sehr starken schmerzen nach der op in kliniken verbracht und ihre suche nach der identität ist noch lange nicht abgeschlossen, insgesamt sehr traurig)

Diana hat gesagt…

@Svenja+Lynn: ich hab soeben nach dieser "Nullification" gegoogelt, es ist mir neu dass es auch diese Möglichkeit gibt. Wenn die Risiken deutlich niedriger sind, finde ich diese Option wirklich bedenkenswert. Wär schön wenn jemand mehr Informationen darüber hat

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Frau Echse: Du hast Recht. Und TS müssen ja auch zwei unabhängige psychiatrische Gutachten erbringen PLUS sie müssen mindestens ein Jahr lang in begleitender therapeutischer Behandlung sein. So einfach "auf Zuruf" bekommt man die Operation nicht. Und das letzte Wort hat immer der Operateur, den man ebenfalls von der Ernsthaftigkeit des Wunsches überzeugen muß. Da sind schon einige Hürden eingebaut.

Anonym hat gesagt…

Hi!

Ich habe leider keine Info bezüglich 'Nullification'-ich weiss nur dass,als ich vor lange,lange Zeit in Stuttgart wohnte,es gab in die Selbsthilfegruppe die ich damals besuchte eine ältere T-Frau die so operiert geworden war.

Ciao,Lynn

Anonym hat gesagt…

Ja, mit dem Kopf denken ist relatv in diesem Kontext, da es sehr viele körpereigene und körperfremde Stoffe gibt, die das Denken beeinflussen. ;)

Anonym hat gesagt…

Hallo Svenja,
vielen Dank für diese sehr wichtigen Denkanstösse , die Du vor allem in den Fragen sehr schön zusammengefasst hast. Die Diskussion ist auch sehr faszinierend.
Vielen Dank.
Tina

Anonym hat gesagt…

Hallöchen zusammen ...

... nun möchte ich auch meine gedanken dazu mal schreiben ...

... ich lebe seit 3 Jahren ausschliesslich als Frau und habe am Anfang auch gedacht ich bin ts , eben weil ich es für mich damals nicht besser wusste ... aber mit der Zeit spürte ich , das ich eben ganz anders empfinde wie die meisten TS-Frauen ... und bin dann auch erstmal wieder in ein Loch gefallen und dachte nun Hilfe ich bin nicht ts was bin ich denn nun ? Darf ich überhaupt die Op noch machen oder nicht? *smile* ... Nach einer längeren Phase des mich Hinterfragens , habe ich für mich fest gestellt , das ich doch auf dem richtigen , aber meinem persönlichem Weg war und feststellen konnte das doch alles passt ... heute sehe ich mich als eine Frau die nur "normal anders" ist und trotz dessen das ich nicht ts bin die op machen werde ... ich weiss das mag etwas verrückt klingen für Euch ... aber mein ganzes Denken , Fühlen und Handeln war halt schon immer weiblich(Gehirn) ... denn viele TS leiden an einer Identitätsstörung , aber ich als Frau leide an einem körperlichem Störung(Geburtsfehler) ... die meisten TS leiden unter ihrem Penis den sie loswerden wollen ... ich als Frau leide darunter das ich keine Vulva habe ... mir iss halt klar geworden worin mein Leidensdruck besteht und bin aus Geldmangel gezwungen , den offiziellen weg einer TS zu gehen ... egal wie Ihr Euch in Zukunft bezeichnet oder sehen werdet ... letztenendes sind wie doch alle davon betroffen Frau zu sein ... wie auch immer das dann persönlich gelebt wird ... tv , ts , cd oder wie auch immer mit oder ohne OP ... alles ist für jeden selbst legitim und hilft der Seele den Leidensdruck zu mindern ...

Diana hat gesagt…

@Anonym: ich schätze Deine offenen Worte und respektiere Deinen Weg und Dein Selbstverständnis, aber wenn Du behauptest, dass viele Transsexuelle eine Identätsstörung haben, dann hast Du Dich meines Erachtens nicht ernsthaft damit beschäftigt, was Transsexualitätist. Eine Trans-Frau leidet nicht unter ihrem Penis, das ist bestenfalls ein Symmptomm. Sie leidet darunter, dass sie sich von klein an als weiblich empfunden hat und einen nicht der Geschlechtsidentität entsprechenden Körper leben muss. Wenn Du "viele TS" als gestört hinstellst, dann beleidigst und verletzt Du all diese Leute und vorallem widersprichst Du der offiziellen Lehrmeinung.

Anonym hat gesagt…

@ Diana ...
... ich wieder spreche gern der öffentlichen Lehrmeinung der Sogenannten Nixperten ... denn diese sind es die uns das Leben so schwer machen ... aber du hast es ja schon gesagt ... im falschen Körper leben zu müssen , ist keine Identitätsstörung , sonder eine Körperliche Missbildung und sollte auch als solche angesehen und behandelt werden ...

... noch was zum Thema künstlicher Darmausgang , so weit ich von mehreren Operateuren aufgeklärt wurde , ist das , wenn denn der Fall einer Darmverletzung eintritt , auch nur eine vorübergehende geschichte und nix von Dauer ...

und OP überhaupt ... sollte sich Frau denn vorher im Klaren sein , das es auch net so gut laufen kann und man kein optimales Ergebniß hat und dann bereit sein muss damit zu leben ...

... meiner Meinung nach haben Frage 1 und 2 keine Bedutung für die OP und sollten auch net auschlagebend sein ...

... Frage 3 sage ich klipp und klar nein ...
... und Frage 5 ist für die Leute interessant , die ein männliches Gehrin haben und unter kastrationsangst leiden ...

... ich glaube ich habe schon wieder der offiziellen Lehrmeinung wiedersprochen ;-) ...

Diana hat gesagt…

@Anonymus, nichts dagegen, der offiziellen Lehrmeinung zu widersprechen, aber wenn man schon eine ganze Gruppe von Menschen als persönlichkeitsgestört tituliert, sollter man dieses Urteil wenigstens fachlich begründen.

Eike hat gesagt…

So. Nun ist es passiert. Statt immer nur Mopedgeschichtenleser bin ich nun Eike. Und dabei bleibts. Ich lese schon lange keine Mopedgeschichten mehr, sondern die Abenteuer der SVENJA. Ganz toll geschrieben von einem ganz tollen Menschen.

zum Thema:

zu 1.) Ich meine, zumindest herausgelesen zu haben, dass Du das in Zukunft nicht willst, Dich weiterhin zu Bio-Frauen hingezogen fühlst. Durch die OP würdest Du also vom Heteromann zur Lesbe? Kann man das so sagen? Ich drücke mich so ungeschickt aus, denn ersteres bist Du ja jetzt auch nicht mehr. Also für den SEX brauchst Du in Zukunft schonmal keine Vagina. Wozu dann? Eine Frage sei mir noch gestattet: Wie wahrscheinlich ist, dass man nach der OP noch etwas spürt, also Orgasmen haben kann? Falls gering, würde ich für alle Transgender noch die Frage 1b) hinzufügen: Wie wichtig waren/sind mir Orgasmen im Leben?

zu 2.)Von allen Möglichkeiten, Varianten und Speilarten fällt nach der OP gerade einmal eine weg. Ist das dramatisch?

zu 3.) Das kann ich mir NICHT vorstellen. Wer (wie zB SVENJA) ein nahezu perfektes Passing hat, gewinnt im Alltag nichts hinzu.

Als Biomann kann ich versichern: Ich habe zB beim kennenlernen noch KEINER Frau in den Schritt geschaut. Augen, Mund, Haare, Brust, Beine Po sind wohl die Klassiker.

zu 4.) und 5.) bin ich als Heteromann nicht kompetent genug, etwas sinnvolles zu äußern. DAS SIND ABER DIE WICHTIGSTEN FRAGEN ÜBERHAUPT:

Sollte 5.) nicht eigentlich an erster Stelle stehen?

Der sensible Kollege mit den Schnittblumen würde vermutlich noch eine Frage hinzufügen:

6.) Bin ich mir darüber im klaren, vermutlich meine Fähigkeiten im Rückwärts einparken zu verlieren ;-) ?

Liebe Grüße


Eike

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Eike: Danke für den ausführlichen comment und endlich mal von einem BioMann :-)
Rückwärts einparken ist auch so ein Thema, über das ich mal was schreiben könnte...

Anonym hat gesagt…

Hallo Svenja.
ich möchte Dir meine persönlichen Antworten, auf Deine fünf Fragen geben.

zu 1 und 2: Für mich hatte Sex noch nie eine besondere Bedeutung, -ich fühle mich eher "Geschlechtsneutral", was mich nichteinmal belastet. Sollte sich das nach der geschlechtsangleichenden OP ändern, dann würde ich mich nicht ärgern, wenn ich dadurch vielleicht neue Erfahrungen machen kann.
Mit der OP, verbinde ich keine Hoffnungen auf "besseren" Sex.

zu 3: Das Passing -in eindeutiger Frauenkleidung- ist mir relativ unwichtig. Sollte mein späteres Aussehen es zulassen, dass ich eindeutige Frauenkleidung tragen kann, dann werde ich sie vielleicht auch tragen.
Ich würde mich jedenfalls nicht operieren lassen, nur weil mir dann die Kleider besser stehen würden.

zu 4: Für mich ist es wichtig, endlich -auch äußerlich- das zu werden, was ich "innerlich" bin. Die Risiken der OP können für mich nicht mehr so belastend sein, wie mein vergangener Leidensdruck.

zu 5: Ich habe zu lange versucht, mich meiner wahren Identität zu wehren, -deshalb bin ich mir völlig im Klaren, was ich wirklich will.

>>> ich finde Deine Fragen sehr gut, -und hoffe, dass sie Jede/r, der/die eine geschlechtsangleichende OP, an sich vornehmen lassen möchte, sie ernshaft für sich beantwortet.
Soeine OP ist eine ernsthafte Entscheidung, die nicht wirklich rückgängig zu machen ist, -es ist eine Entscheidung, die das Leben zwar positiv-, aber auch negativ beeinflussen kann. <<<

viele Grüße,
von: Ilona

Sissy Sisco hat gesagt…

Also ich als "Themenfremdling" stelle mir auch die Frage, ob es bei der OP möglich ist, ein echtes Gefühl in das modellierte Geschlechtsorgan zu transferieren?
Ich denke, dass Sex, der ja doch auch wichtig ist, nicht so viel Spaß macht, wenn man nichts fühlt, oder Schmerzen hat.
Natürlich habe ich keine Ahnung von der Problematik und ich hoffe ich habe jetzt niemanden brüskiert!
Seeeehr schwierige Sache...

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Sissy Sisco: Das ist ein schwieriges Thema. Man sagt, es funktioniere alles genaus so wie es soll, weil die alten erogenen Zonen erhalten bleiben und nur umgestaltet werden. Das muss Jede für sich selbst feststellen, nur dass es eben kein Zurück mehr gibt.

Tigi hat gesagt…

Hallo Svenja

Ich bin selber ein T-Girl

Wenn ich auch eine vagina hätte möchte ich nicht das ein mann eindringt denn ich finde männer weder erotisch noch sexy!

Nur mit frauen und da gibt es ja genug möglichkeiten spass zu haben.

Passing ist für mich gar kein thema! Erstens ist mein körper und vor allem mein gesicht sehr maskulin und zweitens ist es mir nur wichtig das ich weiss das ich eine frau bin. Ich käme mir geschminkt mit langen haaren irgendwie komisch vor.

Die risiken sind mir sehr wohl bewusst und das lässt mich auch klar sagen nein ich lasse es bleiben.
Es macht für mich keinen sinn für etwas brust und eine vagina meine gesundheit aufs spiel zu setzen.
Ich bin trotz meiner gut 49 jährchen kerngesund und sehe den arzt nur einmal im jahr zur kontrolle.

Mein penis ist für mich zu meiner klitoris geworden also ein organ das einzig und alleine nur der lust dient. Da lust eine sehr grosse rolle für mich spielt ist es mir wichtig das es funktioniert und zweitrangig wie es aussieht.

Tigi hat gesagt…

@Sissy Sisco

Das immer alles so klappt davon bin ich überhaupt nicht überzeugt!

Darum lieber den spatz in der hand als die taube auf dem dach.

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrte Svenja,
ich habe Ihnen gestern eine Mail geschrieben, bin leider sehr spät auf Ihren Blog aufmerksam geworden. Wenn ich könnte und dürfte würde ich sofort eine GAOp bei mir vornehmen lassen. Mit allen Risiken und Gefahren. Denn diese sind nichts gegen fast 50 Jahre Leidensdruck. Dann würde mir ein Outing und vor meiner Familie und in der Öffentlichkeit viel leichter fallen. Ich bin mir voll bewußt, dass ich, seit dem ich denken kann eine Mädchen bzw. eine Frau bin. Klar stehe auch ich trotzt meiner TS auf Frauen und würde mit diesen auch als Frau gern Sex haben wollen.Ob ich einen Mann dann in mich eindringen lassen würde? Das käme vieleicht auf einen Versuch an, leider kenne ich dieses Gefühl nicht mit einem Mann Sex zu haben und habe als "Mann" dafür auch überhaupt keine Neigung. Weiß nicht was dann die Östrogen dazu sagen? Es muss wunderschön sein im Frauenland. Gern würde ich Media Markt und AutoUnger Geschäfte gegen Douglas, H&M, Pimki und Deichmann Geschäfte eintauschen. Voller Neid stehe ich abseits wenn meine Frau schicke Schuhe und Sachen einkaufen geht. Dann möchte ich am liebsten aus meinem Körper fahren und in den meiner Frau schlüpfen können. Hormontherapie und GAOp würde ich auch ohne jedes Vorgeplänkel sofortangehen, nur um endlich und so schnell wie möglich auch in Deinem Frauenland anzukommen.
Sei herzlichst gegrüßt

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Anonym: Anfangs habe ich das ähnlich gesehen, aber heute weiß ich, dass die OP für das Passing als Frau und für das Ankommen in Frauenland weniger wichtig ist, als ein gutes MakeUp und gute Klamotten.
Was unterm Rock ist, das sieht man nicht, aber Bartschatten, Transvestiten-Outfit und kerliges Gehabe, das sieht man sofort.
Einen Schritt nach dem anderen und wenn dann die OP für dich richtig ist, dann ist das gut so.

Tamila hat gesagt…

Hallo Svenja,
danke das man in Deinem Blog seine Gedanken und Gefühle so frei mitteilen kann. Das tut unwahrscheinlich gut. Ich möchte mich einigen Mitstreitern in diesem Blog anschließen. Mit einer GAOp möchte ich meiner endlos geschundenen Seele endlich das zurückgeben was ich ihr jahrelang vorenthalten habe, nämlich die Frau im Manne. Dann fallen sicher Tonnelasten von ihr ab und die zerissene Seele kann dann Stück für Stück wieder heilen. Man kann mit dem Auto oder Motorrad verunglücken, im Rollstuhl landen oder einen Herzinfarkt erleiden mit Lähmungen, Kathetern und künstlichen Darmausgängen ein Leben lang versehen. Da sind doch die Risiken einer Op eher kalkulierbarer! Wenn alles gut geht winkt das Glück des Lebens endlich Frau sein endlich Frau leben in Seele und Körper.

S

Anonym hat gesagt…
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Tamila hat gesagt…

Hallo Svenja,
bitte wer ist Anonym? Was bedeutet haloo. musy pusyy? Muss ich mich veralbert fühlen oder darf ich getrost darüber lachen? Zumindest sind meine hier dargelegten Gedanken und Gefühle echt!
Gruß Tamila

Svenja-and-the-City hat gesagt…

Hallo Tamila,
deine Geschichte hat mich sehr berührt. Ich weiß nicht, wer Anonym ist. Er ist anonym. Ich habe ihn gelöscht. Einfach nur irgendein Blödmann ohne Schulbildung.

Anonym hat gesagt…

Liebe Leute,
ich habe hier nicht alles mitgelesen, und weiss deshalb nicht, ob ein Transmann auch schon seinen Senf dazugegeben hat, aber ich wollte meinen Senf auf jeden Fall zu diesem Thema loswerden :-)
Bin Transmann und habe mir an meinem Genital nicht rumschnibbeln lassen und werde das wohl auch nie tun. Der Preis ist mir zu hoch.
Ich kenne diese Diskussionen von vielen TMs und sie argumentieren genauso: endlich ankommen, fertig werden blabla...
Fertig werden womit frage ich mich. Ich bin Mann seit meiner Geburt. Auch wenn der Körper kleine Makel hat(te). Und was ich den Männern immer wieder sage: Kerl bin ich hier drin (und zeige auf meine Brust), dort im Herzen oder im Kopf, da bin ich Kerl, nicht in der Hose.
Und das faszinierendste daran ist, sie versprechen sich soviel davon: endlich eine Freundin zu bekommen, endlich erfolgreich im Beruf zu sein, endlich dies und jenes.... aber irgendwie ändert sich hinterher gar nix.
Seltsamerweise hab ich alles, nur keinen Schniedel :-)
Gruss
Herby

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Herby: Danke, Herby. Das gibt genau das wieder, was ich hier ausdrücken wollte. Wer es braucht, ok, super, in Ordnung. Aber wer es nicht braucht, verzichtet auch auf nichts.

Anonym hat gesagt…

Naja, ein bisschen Verzicht bedeutet es schon. Ich wünsche mir auch hin und wieder morgens aufzuwachen und mir ist endlich mein kleiner Lümmel gewachsen. Aber jemandem, dem ein Arm amputiert wurde wächst auch kein neuer, trotzdem ist er ein Mensch.
Ich verzichte auf einiges, aber ich mache meine Glückseligkeit nicht davon abhängig. Ein Stück Fleisch ändert nichts an meiner Person.... wunderbares Thema zum stundenlang drüber auslassen :-)
Herby

Anonym hat gesagt…

Hi
Ich hatte vor genau 10 Monaten meine OP, und ja mir gab die OP ein Neues Glückliches Lebensgefühl als Frau, und ich konnte nun meinen Freund Heiraten, durch Perso änderung und ich bin nun gesetzlich eine Frau und ja eine Vagina gehört zu einer Frau und kein Penis sorry so sehe ich das, ich kann sehr gut unterscheiden was an einer Frau gehört und was nicht.
Und sicher ist ein Penis nicht das Geschlechtsteil was zu einer Frau dazu gehört.
Finde es merkwürdig was andere für eine Vorstellung haben, die Vorstellung mit penis zu leben wäre für mich ein Horror.
Wenn sich ein Mensch als Frau fühlt ( und die dazu noch gesund ist) dan gibt es kein Grund keine OP machen zu lassen.
Und alles andere akzeptiere ich nicht als Entschuldigung, und ja diese Personen sind für mich dan auch keine Frauen sorry auch das Gesetz sieht es genau so wie ich.
Deswegen gilt eine Mann zu Frau Transsexuelle gesetztlich als Frau wenn die OP gemacht worden ist.
Und ja das ist auch gut so.

Diana hat gesagt…

@Anonym: na Du bist mir ja vielleicht schräg drauf? Du akzeptierst keine andere Entschuldigung? Wofür? Bist Du die letzte Instanz oder das höchste Gericht, das entscheidet, wer eine Frau ist? Ist man Dir Rechenschaft schuldig?

Ob jemand eine Frau ist, ist eine Frage der Wesensart und nicht eine Frage operativer Massnahmen, oder sind wir einfach Genitalien mit ein bisschen Mensch dran?

Ich selbst will die Op, weil das für mich stimmt, aber es gibt auch transsexuelle Menschen, die eine Op entweder nicht wollen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist. Auch die haben das Anrecht, dass man ihr Wesen respektiert.

Solange Gerichte oder Leute wie Du das Frausein an einer Genitaloperation festmachen, haben sie nicht begriffen, was "Geschlechtsidentität" wirklich bedeutet.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Herby: das hast du perfekt ausgedrückt. Prima.

@Anonym: Du vertrittst damit aber eine ganz alte Ansicht, die inzwischen auch nicht mehr von Medizinern geteilt wird. Die OP ist ganz sicher kein MUSS, um als transsexuell zu gelten. In einigen Ländern ist für die Personenstandsänderung bereits keine OP mehr nötig und so wird es im nächsten TSG hoffentlich auch verankert werden.
Aber ich freue mich sehr, dass du für dich die richtige Entscheidung getroffen hast.

@Diana: Ich habe mich auch sehr über diese reichlich veraltete Ansicht aufgeregt. Nur zur Erklärung: Für mich war die OP auch immer das wichtigste Ziel auf meinem Weg. OP lieber heute als morgen. Aber dann, im Laufe der Monate und Jahre, als ich immer überzeugender als Frau lebte, war der Leidensdruck OP weg. Ich bin ja eine Frau und fühle mich auch so. Die Einrichtung des Kellergeschosses ist für mein Gefühl nicht entscheidend. Und deshalb bin ich sehr glücklich so, wie ich bin.
Dir wünsche ich, dass die OP für dich genau die richtige Entscheidung ist. Ich finde es toll, wie du deinen Weg gehst.

Diana hat gesagt…

@Svenja: Niemand von uns muss rechtfertigen, weshalb man sich für oder gegen die Op entscheidet. Entscheidend ist, ob man eine Frau ist oder nicht, egal was zwischen den Beinen los ist.

Das Verrückte ist ja, dass wir trotz männlicher Genitalien weiblich sind, eine weibliche Hirnstruktur haben, so denken, fühlen und handeln. Wären die Genitalien geschlechtsbestimmend, gäbe es keine Transsexualität.

Deshalb schockiert es mich schon, dass es transsexuelle Menschen gibt, die sich selbst auf diese kleine Körperstelle reduzieren.

Bei mir war nicht von Anfang an 100% klar, ob ich die Op machen werde. Fürs Erste war mir vorallem wichtig, dass ich endlich als Ich selbst leben kann. Irgendwie hoffte ich sogar, dass ich schlussendlich ohne diesen letzten Schritt klar komme. Erst mit der Zeit stellte sich heraus, dass ich ohne diesen Schritt nicht klar komme. Aber es war nie und wird nie der entscheidende Punkt sein, ob ich Frau bin. Frau war ich ein Leben lang, als Frau lebe ich seit eineinhalb Jahren, alles Andere sind Details in einer lebenswichtigen Entwicklung.

zi p hat gesagt…

nun möchte ich mich mal zu wort melden, obwohl ich umgangssprachlich ganz normal bin(was ist schon normal^^) ich bin ein kerl von geburt an und das mit freuden, und bin hetero, das zu mir^^
ich bin über svenjas reiseberichte hierhergekommen, ich muss gestehen ich hab mich nie mit diesem thema beschäftigt, obwohl ich ein lernfreudiger mensch bin, ich hab hier soviel gelesen, soviel kennengelernt über eure probleme, mit passing, eure gefühlswelten, eure gedanken, ängste, träume usw.
werte damen, ich bewundere euren mut, eure entschlossenheit, eure kraft, eure leidenschaften, ganz ehrlich.
ihr habt meinen allerhöchsten respekt.
zu dem zu stehen wie man wirklich ist, im inneren, das dann auszuleben und in die öffentlichkeit zu tragen trotz rückschlägen und intoleranten und entwürdigenden äußerungen einiger mitglieder des umfelds. also ihr habt echt mut und kraft. wenn nur viele menschen ein wenig davon hätten, im normalen leben, dann wäre die welt sicher besser.
wenn ich lese, wie ihr mit allem klarkommt, ihr versucht euer innerstes auch nach aussen darzustellen nötig das meine hochachtung ab.
wenn ich dann noch bedenke das ihr dann solch operationen durchführen lasst, die ja unumkehrbar sind.. ui
svenja hat sicher echt das frau(ob geboren oder nicht^^) sich bei jeder op über die möglichen folgen im klaren sein muss. hinterfragt eure intension gründlich, aber wenn ihr sicher seid dann lasst euch darauf ein und geniesst das frausein in allen formen^^ ich kann mir schon vorstellen das dies gewisse etwas eine frau stört wenn es zwischen den beinen herumbaumelt hihi
wenn ihr nur so zur inneren stabilität und zufriedenheit gelangt dann schnipp^^ hihi

denkt auch dran in vielen kulturen hatten tg einen sehr hohen gesellschaftlichen stellenwert, sogar als moralische instanz, oder wurden zb von hindus oder griechen als göttinnen verehrt.

ich find das was ihr seid, ganz normale frauen, echt klasse, und das sag ich als frauenliebhaber hihi (viele von euch sehen besser aus als die geborenen, in deren einheitsbrei) hihi, ihr beweist auf jeden fall die individualität des menschen.

das wars auch schon bb, und lasst euch nich verbiegen oder ärgern, lebt und geniesst das leben, es ist kurz genug..

Daniela hat gesagt…

Guten Tag

ich habe meine Operation vor rund 8 Jahren gehabt. Der Weg dazu hat über mehr als 5 Fragen geführt. Es war ein Weg der über 20 Jahre dauerte.

Bereits im Alter von 13 Jahren formulierte ich den Wunsch als Frau zu leben, bzw. damals zur Schule zu gehen. Der Psychiater ohne Fachwissen schob es auf die Pubertät ab und so war für meine Mutter das Thema erledigt. Angefangen hat es in meinem Bewusstsein bereits im Kindergarten, und hat mich nie mehr losgelassen. Mit 21 Jahren und von dahause ausgezogen habe ich mich wieder an die Arbeit gemacht. Langsam und testend immer wieder einen Schritt weiter. Jahrelang. Mit 36 Jahren und Hormonen war der letzte Versuch als Mann weiter zu leben. Ich bekam Testosteron. Dies war für mich verherend. Da wusste ich, es kann nur noch eine Richtung geben.

Ich bereue die Entscheidung nicht. Das Einzige was ich bereue ist den Schritt nicht früher gemacht zu haben. Aber man ist erst später klug.....

Liebe Grüsse

Daniela

daniela.hailer@hotmail.ch

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@ZIP: Ich danke dir für diesen warmherzigen Kommentar. Du zeigst großes Einfühlungsvermögen, obwohl trans gar nicht „dein“ Problem ist. Danke schön, ich hab mich darüber gefreut.

@Daniela: Ja, das stimmt. Es sind weit mehr als fünf Fragen, die man für sich selbst klären muss. Ich selbst habe übrigens auch mit 13 Jahren meiner Mutter erzählt, dass ich trans sei und sie hat es ebenfalls auf die Pubertät geschoben. Schon mit 6 oder 7 Jahren wusste ich, dass ich ein Mädchen bin und irgendwas schrecklich schief gelaufen ist.
Wie schön, dass du für dich die richtige Entscheidung getroffen hast. Ich freue mich für dich. Herzliche Grüße, Svenja.

Anonym hat gesagt…

ihr seid doch alle behindert!!

Anonym hat gesagt…

Danke.

Dein Blog zeigt, mir, dass man seinen Weg selbst finden kann, und dass das heutzutege doch erheblich besser funktionieren kann als dass man sich das manchmal Vorstellt.

Ich selbst habe meine Persönlichkeit leider noch nicht gefunden.
Herzlichen Glückwunsch dazu, dass du deinen Weg kennst. Ich beneide dich dafür.

Und bitte, wenn Anonymus hier was sagt, denkt an das alte Sprichwort:
do not feed the trolls

Respekt an alle die ihren weg finden, und danke für deine Hilfe dabei, Svenja

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Anonym: ups... Sind wir?

@Anonym: Ich sehe das wirklich so. Wir leben in einem sehr freien und liberalen Land. Dazu gibt es im TSG einen rechtlichen Rahmen für die Wandlung, der zwar nicht perfekt ist, aber der hinreichend gut funktioniert und uns Rechtssicherheit gibt.
Mein Doc hat damals gesagt: "Leben Sie es, dann wissen Sie wie es weitergeht. Ohne es zu leben, kann es keine Entwicklung geben."
Ich wünsche dir viel Glück und Stärke auf deinem Weg.
Herzliche Grüße, Svenja

Anonym hat gesagt…

Also ich hab nun nicht alle Kommentare gelesen,aber ich hab die op hinter mir und das war das einzig Richtige für mich.Ich hätte nie zweigeschlechtlich leben können.Aber auch ich hab mir alle diese Fragen gestellt.Nun,ich hab es für mich eindeutig klären können-wenn man ehrlich zu sich selber ist,dann geht das auch.Auch ich finde,das nicht eine OP zwingend nötig sein muss.Es gibt ja Menschen,die sich gerade mit dieser Zweigeschlechtlichkeit wohl fühlen.Warum also das beschneiden,was für den Einzelnen der Himmel auf Erden ist?

Aber auch ich finde es sehr schade,das selbst Transgender untereinander kaum über das Wesentliche reden.

Eure Rita

rgumpert@web.de

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Rita: Es ist gut, dass die Entscheidung für die Operation für dich die richtige war. Für mich ist sie es nicht. Du solltest das nicht als Zweigeschlechtlichkeit abqualifizieren, denn so empfinde ich das überhaupt nicht.

Anonym hat gesagt…

Hallo Svenja,
obwohl ich mich noch in einer "Selbstfindungsphase" befinde habe ich mir auch Gedanken über OP und deren Folgen gemacht.

Es gibt z.B. eine sehr interessante Dokumentation vom Schweizer Fernsehen "Wie Christian zu Nadja wurde", die mich sehr bewegt und auch nachdenklich gemacht hat. Zumal dort auch die psychischen Folgen einer OP ersichtlich wurden.

Selbstfindungsphase bedeute bei mir, ich bin kein Transvestit, kein Crossdresser und nicht Homosexuell auch ist es kein Fetisch (was ich lange gedacht habe). Ich habe nur schon seit langem den Wunsch eine ganz normale Frau zu sein so wie z.B. die Nachbarin von nebenan.

1. Mich stört etwas das "Will", ich kann es mir durchaus vorstellen, aber ob oder ob nicht ist denke ich eine Frage der persönlichen Entwicklung auf dem Weg zur Frau.

2. Da ich mir bisher keinen gleichgeschlechtlichen Sex vorstellen konnte wird das auch in Zukunft so sein.

Meiner Meinung nach sollten die beiden ersten Fragen niemals die Motivation für eine OP sein.

3. Ein eindeutiges "Nein" ! Allerdings räume ich ein das es bei der einen oder anderen durchaus zur Steigerung des Selbstbewußtseins beitragen kann und damit indirekt das Passing verbessern könnte.

4.Das kann ich in meiner derzeitigen Phase noch nicht beantworten.

5. Ja. Wer sich darüber nicht 200%tig klar ist sollte die Finger von einer OP lassen.

Soweit meine Antworten zu Deinen 5 Fragen.
Alerdings glaube ich das der Fragenkatalog noch um die eine oder andere Frage ergänzt weden könnte^^.

Liebe Grüße Janine

janine_69@gmx.de

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Janine: Es ist gut, dass du dir genaue Gedanken vorher machst. Und die fünf Fragen können sicher nicht schaden, auch wenn es geschätzt noch hundert weitere geben kann.

Anonym hat gesagt…

Danke für das aufschlußreiche Forum. (Ich bin aber nicht der Anonymus im Forum.)

Anonym hat gesagt…

Wer eine GA-OP machen will, sollte sich genau überlegen, ob er eine Scheide später auch wirklich braucht. Diese ist ein zusätzliches OP-Risiko und braucht viel Pflege. Auch der Brustaufbau mit Silikon ist nicht unproblematisch. Meist wächst durch die Hormonbehandlung der Busen, man muß nur Zeit haben und der ist dann aber auch wirklich passend und natürlich. Ich war zur GA-OP in einer Berliner Klinik und hatte eine Mitpatientin im Zimmer, die gerade den Brustaufbau mit Silikon hat machen lassen. Sie jammerte die ganze Nacht und sagte nur, das nächste mal werde ich ein Schmetterling. Die Schwestern meinten nur, "Sie haben es doch so gewollt". Für mich war es damit vorbei und ich lies mich am nächsten Tag entlassen. Ein halbes Jahr später habe ich mich dann in einer Münchner Doppelarzt-Praxis operieren lassen, ohne Scheide und ohne Brustaufbau und es nicht bereut. Die OP ist im Grunde genommen eine Kastration mit plastischer Angleichung. Bei den Hormonen sollte man sehr vorsichtig sein, die Nebenwirkungen stehen nicht umsonst auf dem Packzettel. Niedrige Dosierung ist meist kein Fehler. Lg Claudia

Simone hat gesagt…

Hallo Svenja,
Ich habe mich bis hier vorgearbeitet,nun das Thema GA-OP.Es stimmt,das will sehr gut Überlegt sein.
Punkt1;muß ich unbedingt Sex haben?hatte ich seit meinem outing doch auch nicht und ich habe es auch nicht vermisst.
Nur wei ich jetzt Brüste und eine Vagina habe mus ich mit einem Kerl ins Bett gehen,warum?
Punkt2 Ohne GA-OP sitze ich zwischen den Stühlen,bin nichts halbes und nichts ganzes.
Was bin ich dann überhaupt?Obwohl,duch die Hormone sehr geschrumpft erinnert mich das Teil immer an mein anderes vorheriges Leben und mit dem habe ich lange abgeschlossen,ist aus meinen
Erinnerungen gelöscht.Deshalb nenke ich auch nurnoch positiv und habe jeden Tag gute Laune
worüber mich viele beneiden,warum das so ist?
weil mein Leben als Frau mich nur noch glücklich macht auch ohne Sex.Deshalb möchte ich auch eine GA-OP.
Ich habe sehr viel und lange Überlegt und nach der 1.Ablehnung viel geweint.
Jetzt habe ich eine sehr gute Anwältin eigeschaltet,siehe da,mit kleinen Schritten gehts voran

ganz lieben Gruss SIMONE

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Simone: So findet jede von uns ihren eigenen Weg und ich freue mich, dass du Deinen gefunden hast. Hauptsache, wir werden am Ende alle glücklich und ich kann sagen, dass ich es geworden bin. Ob mit, oder ohne OP.
Herzliche Grüße und alles Gute,
Svenja

beate hat gesagt…

zu punkt3: ich kann nur bestätigen, daß eine Ga-OP für das passing als Frau nichts bringt, wenn nicht alles andere, das Aussehen, an und für sich stimmt - ich hatte selbst eine Ga - OP und während das passing vor der OP mir noch einigermaßen möglich war, verschlechterte es sich zusehends nach der OP bis es mir nach 3 Jahren praktisch nicht mehr möglich war - wohl auch durch eine hormonellen Umstieg bedingt, da das von mir bisher verwendete Depotpräparat nicht mehr erhältlich war und ich ein orales Präparat verwenden musste, das bei mir nicht richtig wirkte - mein Aussehen veränderte sich drastisch. ich habe innerlich völlig aufgegeben und laufe nur mehr in alten Lumpen herum. - Viele liebe Grüße, Beate

Beate hat gesagt…

Addendum: Sehr empfehlenswert zum Lesen über die GaOP ist das Papier : "Transsexualität und Geschlechtsidentitätsstörung" von Sophinette Becker (über Google aufzufinden und herunterzuladen).

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