Ich muß mich beeilen. Jeden Moment kommen meine beiden Claudias, um mich zum Transgender Stammtisch abzuholen und ich stehe noch in BH und Strumpfhosen ohne einen Schimmer, was ich anziehen soll. Schließlich entscheide ich mich für die Longbluse von S.Oliver. Mit etwas Fantasie kann ich sie auch als Minikleid tragen.
Eine halbe Stunde später sind wir zu Fuß unterwegs in Richtung Selbsthilfegruppe. Wir treffen uns am 1. Samstag jedes Monats im Club 68 in der Kieler Ringstraße. Viele kennen die Kneipe noch aus den Werner Büchern und tatsächlich ist Holgi auch heute noch der Inhaber der "Wernerkneipe". Ich liebe diesen Laden. Er ist urgemütlich, viele nette Leute, reichlich Getränke und gutes Essen.
Von meiner Wohnung aus gehen wir zu dritt in Richtung Ringstraße. Ich trag Ballerinas und verschwinde erst kurz vorm Club in einer Toreinfahrt, um mir meine neuen ESPRIT Stiefel anzuziehen. Die letzten Meter stöckel ich um 9 cm größer zum Club.
Nach und nach treffen die anderen Girls ein. Moment, nein: Christian ist ja jetzt ein Boy und hat ganz andere Probleme. Wir T-Girls sind stolz auf jeden Zentimeter Brustwachstum und Christian überlegt, wie er seine Brüste am besten wegbinden kann. Während wir uns den Bartschatten weglasern lassen, freut Christian sich auf sein erstes Testosteron, damit endlich der Bart wächst und vielleicht sogar echte Kotletten. Diese Ironie der Natur lässt mich jedes Mal innerlich schmunzeln.
Schließlich sind wir 14 Leute im bunten Mix aus MzF und FzM Transgendern und natürlich Anja, einer BioFrau. Anja ist die Ehefrau von Sandra und begleitet sie/ihn zu jedem Transgender Treffen. Wow, ich find das klasse, wie die beiden das zusammen leben und beneide Sandra ein wenig. Allerdings war ich früher selbst mit meiner Partnerin bei den Transgender Treffen in der HaKi. Aber das ist lange her.
Wir sind alle völlig verschieden und haben wenig gemeinsam außer dem Gefühl, im falschen Körper geboren zu sein. Und genau deshalb sind diese Treffen so wichtig. Niemand erwartet hier die ganz großen, das Leben verändernden Ratschläge, nein, es ist einfach schön in der Gesellschaft von Menschen zu sein, denen man nichts erklären muß. Die einfach wissen, wie es ist, trans zu sein. Menschen, die einen nicht hinterfragen, für schwul oder pervers halten und die auch liebevoll darüber hinwegsehen, wenn der Bartschatten auf kantigem Kinn langsam durch das MakeUp wächst, wenn die Schultern zu breit und die Hände zu groß sind.
Bei diesen Treffen hole ich mir ein wenig von der Kraft, die ich brauche, um meinen Alltag zu meistern. Ich gehe als Frau zum Dienst, ich mache meine Einkäufe, bewältige den Alltag und lebe mein Leben als Frau, so gut es eben geht. Dabei trage ich einen unsichtbaren Schutzpanzer, der mich abschirmt gegen abschätzige Blicke und dumme Bemerkungen.
Aber einmal jeden Monat muß ich meine Schutzschilde neu aufladen. Dann treffe ich mich mit anderen Transgendern im Club68 und hole mir einen Teil der Kraft zurück, die ich jeden Tag brauche.
Du bist auch Transsexuell? Dann komm doch bitte zum nächsten Treffen am 7. März. Wir brauchen dich.
Eine halbe Stunde später sind wir zu Fuß unterwegs in Richtung Selbsthilfegruppe. Wir treffen uns am 1. Samstag jedes Monats im Club 68 in der Kieler Ringstraße. Viele kennen die Kneipe noch aus den Werner Büchern und tatsächlich ist Holgi auch heute noch der Inhaber der "Wernerkneipe". Ich liebe diesen Laden. Er ist urgemütlich, viele nette Leute, reichlich Getränke und gutes Essen.
Von meiner Wohnung aus gehen wir zu dritt in Richtung Ringstraße. Ich trag Ballerinas und verschwinde erst kurz vorm Club in einer Toreinfahrt, um mir meine neuen ESPRIT Stiefel anzuziehen. Die letzten Meter stöckel ich um 9 cm größer zum Club.
Nach und nach treffen die anderen Girls ein. Moment, nein: Christian ist ja jetzt ein Boy und hat ganz andere Probleme. Wir T-Girls sind stolz auf jeden Zentimeter Brustwachstum und Christian überlegt, wie er seine Brüste am besten wegbinden kann. Während wir uns den Bartschatten weglasern lassen, freut Christian sich auf sein erstes Testosteron, damit endlich der Bart wächst und vielleicht sogar echte Kotletten. Diese Ironie der Natur lässt mich jedes Mal innerlich schmunzeln.
Schließlich sind wir 14 Leute im bunten Mix aus MzF und FzM Transgendern und natürlich Anja, einer BioFrau. Anja ist die Ehefrau von Sandra und begleitet sie/ihn zu jedem Transgender Treffen. Wow, ich find das klasse, wie die beiden das zusammen leben und beneide Sandra ein wenig. Allerdings war ich früher selbst mit meiner Partnerin bei den Transgender Treffen in der HaKi. Aber das ist lange her.
Wir sind alle völlig verschieden und haben wenig gemeinsam außer dem Gefühl, im falschen Körper geboren zu sein. Und genau deshalb sind diese Treffen so wichtig. Niemand erwartet hier die ganz großen, das Leben verändernden Ratschläge, nein, es ist einfach schön in der Gesellschaft von Menschen zu sein, denen man nichts erklären muß. Die einfach wissen, wie es ist, trans zu sein. Menschen, die einen nicht hinterfragen, für schwul oder pervers halten und die auch liebevoll darüber hinwegsehen, wenn der Bartschatten auf kantigem Kinn langsam durch das MakeUp wächst, wenn die Schultern zu breit und die Hände zu groß sind.
Bei diesen Treffen hole ich mir ein wenig von der Kraft, die ich brauche, um meinen Alltag zu meistern. Ich gehe als Frau zum Dienst, ich mache meine Einkäufe, bewältige den Alltag und lebe mein Leben als Frau, so gut es eben geht. Dabei trage ich einen unsichtbaren Schutzpanzer, der mich abschirmt gegen abschätzige Blicke und dumme Bemerkungen.
Aber einmal jeden Monat muß ich meine Schutzschilde neu aufladen. Dann treffe ich mich mit anderen Transgendern im Club68 und hole mir einen Teil der Kraft zurück, die ich jeden Tag brauche.
Du bist auch Transsexuell? Dann komm doch bitte zum nächsten Treffen am 7. März. Wir brauchen dich.
4 Kommentare:
Hey ich bin Rouven, ich bin keine Transe aber bin sehr neugierig auf so ein treffen, da ich auch ( wenn man das so sagen darf ) meine Sexuelle Neigung noch nicht gefunden habe. Kurz zu mir, ich bin Wirtschaftsing. und Musiker, 1,82 groß, 78kg, sportlich, blond, blaue Augen und ich hoffe sehr witzig.
Lieben Gruß
@Rouven: Transsexualität ist eben KEINE sexuelle Neigung. Darum geht es bei den Treffen ganz sicher nicht.
Hy Svenja, ich bin über die Website einer Internetbekannten bei dir gelandet und find deinen Blog spitze. Aber was ich mal nach diesem Post mal fragen wollte, ist: Kann man auch zu so einem Treffen gehen, wenn man sich noch nicht einmal sicher ist, ob das, was man fühlt wirklich Transsexualität ist... Das was ich bis jetzt bei meinen Recherchen gefunden habe entmutigt mich insofern, das anscheinend jede/r Transgender schon immmer wusste: Ich bin kein Mann/Frau. Ich bin da devinitiv sehr viel unsicherer. Kannst du mir da vielleicht weiterhelfen? Auch wenn die frage vielleicht doof ist?
Liebe Grüße und Respekt zu deinem Weg,
Neomani.
@Neomani: Danke für deinen Kommentar. Aber selbstverständlich kannst du zu so einem Treffen gehen, um dich zu orientieren und um dich auszutauschen. Ich bin seit über einem Jahr zu keinem Treffen mehr gewesen, aber ich weiß, dass die noch stattfinden.
Bitte informiere dich auf der Website der Kieler Transgender unter:
http://tg-stammtisch-kiel.npage.de/stammtisch_68757971.html
Viel Erfolg und freundliche Grüße,
Svenja
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