Posts mit dem Label Dienstliches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dienstliches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 17. März 2017

POLIZEI: BITTE FOLGEN!


Am Sonntag wird mein Chef umgelegt! Zwar nicht in echt, sondern bloß im Fernsehen, aber der nächste Kieler Tatort spielt bei uns im LKA und der Dezernatsleiter Cybercrime wird ermordet. 

Während Borowski versucht, den Mörder zu schnappen, probiert die richtige Polizei etwas Neues: Wir werden den Tatort live auf Twitter begleiten und wann immer es passt, unseren polizeilichen Senf dazugeben: Was ist real? Was ist Kintopp? Wo übertreiben die Fernsehfritzen und wo kommen sie der Realität bereits gefährlich nahe? 

Für sämtliche Tweets um Cybercrime und IT-Forensik bin ich zuständig, schon weil das mein Gebiet ist, aber vielleicht auch, weil sie sonst einfach keinen gefunden haben, der Sonntagabend auf der Dienststelle sitzen und twittern will.

Natürlich darf ich nicht verraten, was wir alles können, wie wir das genau machen und welche Technik wir einsetzen, aber ein paar allgemeine Tipps und Hinweise wird es geben. Wusstet ihr zum Beispiel, dass "MAMA" kein sicheres Passwort ist?

Warum wir das machen? Weil Twitter für die Polizei ein wichtiger Informationskanal ist. Damit kommen wir direkt auf eurem Smartphone an: Keine Fake News, kein Stille-Post-Effekt, sondern pure Info direkt aus dem Lagezentrum der Polizei. Wenn einmal wirklich die Kacke am Dampfen ist, ein schweres Unglück geschieht, ein Terroranschlag, Amoklauf, ein Kind wird vermisst, oder einfach bloß eine wichtige Ampel ausgefallen ist, dann erreichen wir euch nirgends schneller, direkter und persönlicher, als über Twitter. 

Mit der Aktion #Tatort machen wir unseren Kanal bekannter und hoffen auf neue Follower, um im Fall der Fälle möglichst viele Menschen zu erreichen.

Ich freu mich auf den Sonntag, darauf im Medienraum zu sitzen, Tatort zu gucken, zu twittern, Pizza zu essen, kein Bier zu trinken und natürlich auf eure Fragen und Kommentare. Aber keine Frechheiten: Ich weiß, wo euer Computer wohnt! 


FAQ zum #tatort Twitter 

F: Sehe ich das im Fernsehen? 
A: Nein, in der Sendung selbst ist davon nichts zu sehen. 

F: Wo kann ich es dann lesen und live verfolgen? 
A: Im Internet auf dem Twitterkanal der Polizei SH, oder auf Twitter ganz allgemein unter dem Hashtag #tatort. 

F: Brauche ich dazu einen Twitteraccount? 
A: Nein, man kann den Kanal ohne Zugangsdaten direkt über seine Internetadresse aufrufen: https://twitter.com/sh_polizei?lang=de 
Wenn ihr aber mitmachen wollt, Fragen stellen, euch einbringen, oder einfach mal ein Herzchen verteilen wollt für find ich gut, dann müsst ihr angemeldet sein. Und warum auch nicht? Der große Blonde im weißen Haus tut es, Svenja tut es und die Polizei tut es auch. Keine Angst, für Twitter braucht man keine Ausbildung, es ist wie plastische Chirurgie, das kann jeder. 

F: Was soll ich tun? 
A: Folge uns auf Twitter! Klicke auf unseren Kanal und dann auf Folgen. Wir freuen uns über Follower, denn natürlich haben wir auch unseren Ehrgeiz. Die Polizei Hamburg hat 73,4 Tsd. Follower, wir erst 1750. Das können wir nicht auf uns sitzen lassen! 

Diesmal ist euer Feedback besonders wichtig: 
  • Wie kommt die Verbindung aus #tatort und Polizeitwitter bei euch an? Findet ihr das doof, oder ist es cool? 
  • War die Anzahl der Tweets ok? Sollten es mehr oder weniger sein? 
  • Waren wir im Ton zu nüchtern, zu locker, oder gerade recht? 
  • Darf Polizei auch mal einen lockeren Spruch bringen, oder fühlt ihr euch dann verkaspert? 

PS: Es läuft übrigens gerade eine Stellenausschreibung für unseren Bereich. Wenn ihr also gegen Cybercrime mitkämpfen und im coolsten Bereich überhaupt an Pieps und meiner Seite im LKA arbeiten wollt, dann könnt ihr euch bewerben. Aber schnell: Die Ausschreibung läuft nur noch bis zum 20. März. Wer die Stellenanzeige nicht findet, ist ohnehin falsch bei uns, aber zur Sicherheit twittern wir den Link am Sonntagabend in der Sendung.


PPS: Meinen persönlichen Twitterkanal findet ihr unter https://twitter.com/Svendura. Ich hab' allerdings bloß 90 Follower. Hmpff...

Mittwoch, 1. August 2012

30 Jahre bei der Polizei

Die Stubentür fliegt auf. Mein Zugführer und zwei Gruppenführer treten ein. Ich springe auf, knalle die Hacken zusammen und brülle mit hochrotem Kopf: "Stube 333 mit vier Beamten vollständig zur Stu­ben­durch­sicht angetreten."

"Rührt euch", brüllt der Zugführer. "SCHRÄNKE AUUUF....!" und zieht dabei das U in die Länge, damit es noch eindrucksvoller wirkt.

Freitags ist Stubendurchgang und erst danach werden wir ins Wochenende entlassen. Das heißt, natürlich nur, wenn keine schweren Verfehlungen festgestellt werden.

Wie das eine Mal, als eine Flasche Punica einen klebrigen Ring in meinem Spind hinter­lassen hatte. Oder als eine Patronenhülse in den Sohlen meiner Stiefel steckte, die ich mir wohl auf dem Schießplatz eingetreten hatte.

Ist das wirklich schon 30 Jahre her? Die Tinte auf meinem Abizeugnis ist noch nicht ganz trocken, da stehe ich am 1. August 1982 vor dem großen Tor der Polizeikaserne in Eutin. Es ist Sonntag. In der Rechten eine Tasche mit Klamotten, in der Linken das Schreiben der Polizei, dass ich angenommen bin und mich ab sofort KKA nennen darf, Kriminalkommissarsanwärter.

Die nächsten Monate lernen wir viel Praktisches, einiges Überlebenswichtige und manches eher Unnütze. Endloses Marschieren durch die Wälder um Eutin, Einsatztraining, Geländeläufe, Selbstverteidigung, Polizeikette, Wasserwerferausbildung, Waffenkunde, Schießausbildung, Einsatztaktik, Kartenkunde, eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer, Orientierung mit dem Kompass im Gelände, Erste Hilfe, ein Schreibmaschinenkursus und dazwischen immer wieder Sport und Waldläufe. Außerdem lerne ich wie man ein Bett richtig macht, Parkett spänt und bohnert, Toiletten schrubbt und Hemden auf DIN A4 zusammenlegt. Mein Vater, selbst Offizier der Bundeswehr, nannte das ironisch: Den Prozess der Menschwerdung einleiten.

Nach der Grundausbildung dann mein Studium an der Verwaltungsfachhochschule in Kiel Altenholz. Damals bin ich zum ersten Mal nach Kiel gekommen, in die große Stadt, und habe mich sofort in sie verliebt. Hier möchte ich leben und arbeiten.

Drei Jahre dauert das Studium in Kriminalistik, Kriminologie, Spurensicherung, Strafrecht, Bürgerlichem Recht, Verwaltungsrecht, Einsatzlehre, Staats- und Verfassungsrecht, Verkehrsrecht, Berufsethik, Soziologie, Psychologie und einigen anderen Fächern. Die beste Zeit des Studiums waren die Praktika bei verschiedenen Kripo­dienststellen, denn von Anfang an bin ich gut mit den Kollegen und auch mit dem polizeilichen Gegenüber klargekommen.

Heute bin ich genau 30 Jahre bei der Kripo und ich bin noch immer gerne Polizistin. Es ist ein guter Beruf und ich mag die Tätigkeit, die oft abwechselungsreich und interessant ist, aber immer viel mit Menschen zu tun hat. Und ich genieße die Fürsorge, die ich von meinem Land erhalte, die Unterstützung, das "Zu seinen Beamten halten".

Zweimal habe ich das am eigenen Leib erfahren, zuerst nach meinem schweren Dienstunfall 1993, als ich mir das Genick gebrochen habe und dann bei meinem Switch von Sven zu Svenja. Beide Male hat man mich nicht im Stich gelassen, sondern mit der ganzen Kraft einer großen Behörde unterstützt.

Dafür lasse ich meine Polizei auch niemals hängen: Acht Monate nach dem Unfall war ich zumindest stundenweise wieder im Büro und für diese Sven-zu-Svenja-Sache bin ich dem Dienst keinen einzigen Tag ferngeblieben. Wie sagte mein Vater immer, wenn etwas Unangenehmes bevorstand: Da kneift man die Arschbacken zusammen, dass ein Fünfmarkstück die Prägung verliert und geht da hin!

Manchmal geht mir das Konservative so einer Behörde total auf den Geist. Das Umständliche, der Dienstweg, das Unbewegliche, dann geht mir manches nicht schnell genug. Die Welt verändert sich und wir als Polizei verändern uns mit, aber das können wir leider nicht in Echtzeit, so dass es manchmal eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis eine neue Entwicklung bei uns angekommen ist. Aber gerade diese Beständigkeit und Verlässlichkeit ist zugleich auch unsere Stärke.

Neun Innenminister habe ich in den vergangenen 30 Jahren verschlissen, der erste war Uwe Barschel, mein Innenminister während ich noch in der dritten Hundertschaft in Eutin war. Inzwischen habe ich den zehnten am Wickel, Andreas Breitner, der zwei Jahre nachdem ich in Altenholz fertig war, dort angefangen hat. Zehn Jahre lang war unser neuer Innenminister selbst Polizist in Schleswig-Holstein. Ein Kollege also.

Fazit: Zehn Jahre noch, dann werde ich selbst außer Dienst gestellt. Über 40 Jahre werde ich dann gedient haben. Bin jeden Tag aufgestanden, habe mich presentable gemacht und bin fit und ausgeruht, gewaschen und gekämmt zum Dienst erschienen. Habe Aufregendes getan, Bürokram erledigt, habe mich gehauen, mich gelangweilt, bin verletzt worden, habe mich über Innerdienstliches geärgert, über Kollegen aufgeregt, mit ihnen gefeiert und gelacht und bin immer anständig bezahlt worden. Freue ich mich auf meine Pensionierung? Nein, das sicher nicht, aber meine Pension, die habe ich mir dann verdient.

Sonntag, 29. Januar 2012

Das Outing - 75 Monate danach

"Einen Moment Ruhe bitte, ihr Lieben.", rufe ich in die Runde und klopfe ener­gisch an mein Glas. Unter vielen "Psst!" und "Svenja will eine Rede halten." kehrt allmählich Ruhe ein.

"Sechs Jahre und drei Monate ist es her, dass ich euch am Ende der Frühbe­sprechung darum bat, noch einen Moment sitzen zu bleiben, weil ich eine Kleinigkeit anzusagen hatte." 

Ich nehme das Portraitfoto eines Mannes mit Dreitagebart aus meiner Mappe und halte es den Kollegen entgegen. 

"Kennt ihr diesen hier noch? Das war Sven. Seit meinem Outing ist eine Menge passiert und ich denke, ihr erinnert euch noch gut an das gruselige erste Jahr, als ich bei der Klamottenwahl ein paarmal ziemlich daneben gelegen habe, oder?!" Erleichtertes Gelächter, ich merke, wie das Eis bricht. Für die anderen ist das Thema vermutlich schwieriger als für mich.

"Ich möchte euch heute einmal danke sagen für euren Beistand und eure Geduld. Ich weiß, dass es zu Anfang nicht immer einfach war. Aber durch die tatkräftige Unterstützung unserer Krankenabteilung und mit der Hilfe von Douglas, Deichmann und H&M habe ich es dann ja doch noch ganz gut hinbekommen."

Ich sitze im Kreis meiner Kollegen in einem Besprechungsraum  des LKA und fühle mich rundherum wohl. Heute gebe ich auf meinen 50. Geburtstag nachträglich ein Essen für die Kollegen aus. Vom Partyservice unserer Küche habe ich ein Spanferkel anliefern lassen und das Essen war absolut erstklassig. Jetzt sitzen alle satt und zufrieden an ihren Tischen und hören mir aufmerksam zu.

"Ja," sagt Wolf, ein Kollege mit dem ich schon vor 20 Jahren auf dem Wagen gesessen habe, "und ich erinnere mich noch, wie wir in deinem roten Chevy Pickup zum Einsatz gefahren sind und du bei rot quer über diese riesige Kreuzung in Neumünster gedriftet bist. Wochenlang waren die schwarzen Striche zu sehen." "Stimmt, ich erinnere mich daran.", erwidere ich lachend. "Aber das war ich gar nicht,  das war noch Sven."

"Ja," erwidert Jens trocken, "und heute kannst du nicht mal mehr richtig Autofahren." Alle lachen. "Hmpff...", mache ich ein angemessenes Geräusch und gucke leicht säuerlich in die Runde.

"Jedenfalls wollte ich heute einfach mal danke sagen. Ich denke, dass haben wir zusammen ziemlich gut hinbekommen."

"Auch wenn wir dich manchmal noch ER nennen? Das ist ist aber nicht böse gemeint.", wendet eine Kollegin ein. "Man muss sich ja erst mal daran gewöhnen."

"Erst einmal daran gewöhnen...", erwidere ich leicht knurrig. "Sechs Jahre! In dieser Zeit bringe ich einem Schimpansen das Klavier­spielen bei. Vielleicht nicht auf Konzert­niveau, aber für kleinere Auftritte reicht es ganz sicher. Das sollte doch wirklich Zeit genug sein, um sich allmählich umzugewöhnen."
 
"Die Hauptsache ist doch aber, dass du glücklich bist.", sagt ausgerechnet ein Kollege, von dem ich das am wenigsten erwartet hatte. "Stimmt.", sage ich, "Und das bin ich."

Fazit: Die Landespolizei Schleswig-Holstein ist ein ziemlich moderner und aufgeklärter Haufen. Natürlich sind wir keine Kuscheltruppe und dumme Sprüche gab es hinter meinem Rücken vermutlich genug, aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen und mich immer wieder durchgebissen. Aber solange noch Kollegen in Karottenjeans, Oberhemd und Leibchen zum Dienst kommen, werde ich nie die schrägste Gestalt in unserem Laden sein... :-)

Sonntag, 14. November 2010

Auch nach fünf Jahren noch ER?

Svenja im Dienst Wir sitzen zusammen im Besprechungsraum. Die Unterlagen liegen auf dem Tisch und man wartet auf das Eintreffen der letzten Teil­nehmer. Die Stimmung unter den Kollegen ist fröhlich, schließlich kennen wir uns schon viele Jahre. Es ist noch immer dieselbe Runde, in der ich mich vor fünf Jahren  geoutet habe.

Wir scherzen darüber, ob schon jemand vor der Besprechung müde ist und ich verrate angeberisch mein Geheimrezept, nämlich einfach mal rechtzeitig schlafen zu gehen. :-)

Und dann geschieht es. Ein Kollege ulkt scherzhaft in die Runde: „Na, dann ist es ja auch kein Wunder, dass ER immer so ausgeschlafen ist, wenn ER immer so früh schlafen geht.“ Treffer, Transe versenkt. Er merkt gar nicht, dass er sich im Personalpronomen geirrt hat und mir damit unbewusst einen Tiefschlag versetzt hat.

Plötzlich schäme ich mich und fühle mich in meinem hüschen Kleid, in dem ich mich heute morgen noch so toll fand, auf einmal wie ein Transvestit. Andere Kollegen bessern nach durch ein lautes: „SIE!“ und auch ich setze zu einer lahmen Erwiderung an: „Es heißt SIE. Na ja, knapp daneben.“ Aber ich merke, dass er gar nicht richtig zuhört.

Dutzende Male habe ich diese Situation in den letzten Jahren erlebt und allmählich sollte ich daran gewöhnt sein, aber ich schaffs nicht. Meine erste Reaktion ist Verärgerung, aber worüber? Über die Wahrheit? Für einen kurzen Moment habe ich einen  unschätzbar wertvollen Blick hinter die freundlichen Gesichter werfen können, hinter Toleranz, Höflichkeit und hinter alle Political Correctness. Der Kollege wollte mich nicht beleidigen, dazu kenne ich ihn zu gut. Er hat nur im Überschwang guter Laune versehentlich ausgesprochen, als was er mich wahrnimmt, nämlich als Mann.

Für mich ist das ein wertvoller Hinweis darauf, dass ich mit meiner Entwicklung noch lange nicht fertig bin.  Irgend etwas stört offensichtlich noch den Eindruck von Weiblichkeit. Was könnte das sein? Der Bartschatten? Nein. Das letzte Barthaar wurde schon vor Jahren weggelasert, da ist nichts mehr. Haare, Frisur, eine Perücke? Nein. Ich hab eigene volle, lange, schwarze Haare und könnte jede Frisur damit machen. Zu männliches Aussehen vielleicht? Das glaube ich nicht. Die weiblichen Hormone haben meine Erscheinung verändert und wenn der Busen nicht bald aufhört zu wachsen, dann werden auch die neuen B-Cups irgendwann zu klein. Schlechtes Styling? Das hoffe ich nicht. Ich style und schminke mich seit fünf Jahren konsequent jeden Morgen und erscheine niemals ungepflegt zum Dienst und ich trage auch niemals Männersachen.

Es könnte aber an meiner Stimme liegen. Ich trainiere schon seit Jahren, um meine Stimme weicher und weniger männlich klingen zu lassen, aber wenn ich spreche, dann höre ich noch immer eindeutig einen Mann und keine Frau.

Es gibt allerdings eine Operationstechnik bei der ein Chirurg die Stimmbänder einstellt, so wie ein Klavierstimmer das machen würde. Bis jetzt hat mich das nicht interessiert, weil ich mit meiner Stimme zufrieden bin und weil das Ergebnis kaum vorherzusagen ist. Es kann irgendwo liegen in der vollen Bandbreite zwischen Vanessa Paradis und Inge Meysel.

Trotzdem habe ich Angst. Es wäre schon eine grausame Ironie, wenn ich mir in einer aufwendigen Operation die Stimme ruinieren lasse und es daran letztich gar nicht gelegen hat.

Schande für die PolizeiUnd wenn es etwas völlig anderes ist? Wenn es gar nicht an Äußerlichkeiten liegt? Bezüglich meines Standings in der Landespolizei mache ich mir keine Illusionen. Ich weiß, dass ich hinter meinem Rücken schon als eine "Schande für die Polizei" bezeichnet worden bin.

Na und? Jeder steckt mal Treffer ein. Die kuriert man übers Wochenende aus und erscheint am Montagmorgen gut gelaunt und in den Knien federnd wieder zum Dienst. Ich bin stark genug und lasse mich nicht unterkriegen. Die Polizei ist schließlich kein Ponyhof und ich bin nicht Wendy. Niemals würde ich mich aus irgendwelchen psychisch, weinerlichen Gründen krank melden.

Solange es nicht rotzt, blutet, oder eitert, stöckele ich jeden Morgen zum Dienst. Ausgeschlafen, perfekt gestylt und in allerbester SvenjaLaune. Transsexuell hin, oder her: Ich bin immer noch Kriminalbeamtin und ich liebe diesen Beruf und ich werde ihn jeden verdammten Tag so gut machen, wie ich es nur kann.

Achtung: Auf keinen Fall will ich den Eindruck erwecken, dass ich in irgendeiner Weise gemobbt werde, denn so empfinde ich das nicht. Trotzdem ärgere ich mich natürlich, wenn ich weiß, dass hinter meinem Rücken abfällige Bemerkungen gemacht werden, gegen die ich mich nicht zur Wehr setzen kann, oder wenn ich selbst nach fünf Jahren noch "ER" genannt werde.  Und zu guter Letzt hier noch mein All Time Favourite, ein Spruch, den derselbe Kollege gebracht hat: "Ganz egal, wie alle über dich labern, aber du hast hier die wenigsten Krankheitstage." Als Mann hätte ich ihm früher einfach eine reingehauen.

Meinungen, Ideen, Vorschläge, Anregungen?!

Montag, 17. Mai 2010

Zurück im Dienst

Svenja ist wieder im Dienst“ border=

Fazit: Mir geht es wieder gut und auch der fiese Blues von gestern abend ist überwunden. Ich war traurig darüber, wer sich alles nicht bei mir gemeldet hat. Weder im Krankenhaus, noch danach. Kein Wort, keine Zeile, kein gar nichts. Das war nicht nett.

Dafür freu ich mich umso mehr über einige ganz überraschende Besuche und Aufmerksamkeiten, mit denen ich never gerechnet hätte. Oder hat euch schon einmal jemand heimlich eine Tüte Lindavia Pflaumensaft mit einer total lieben Notiz auf die Fußmatte gestellt? :-)

Freitag, 19. März 2010

Svendura kehrt zurück

Svenja Svendura Kawasaki KLX250 Poster„Was ist denn mit Svenja los? Hat sie diesen Monat ihre Gehirn­rechnung nicht bezahlt? Die hängt gerade ein Kawasaki Poster in ihrem Büro auf. Ja! An der Wand wo vorher die sexy Modeplakate und dieses Trans­gender Poster hingen.“

So ähnlich müssen meine Kollegen gedacht haben, als ich letzte Woche mit der Tesarolle und dem Kawaposter im Büro aufgetaucht bin.


„Ich wusste doch sowieso, dass du wieder anfängst.“, lacht ein Kollege mich freundlich an. Er hat nicht vergessen, wie ich jahrelang alle mit meinen Geschichten über Endurowandern genervt habe und damit das Motorradvirus erst so richtig in unser Sachgebiet getragen habe. Sogar mein Chef hat damals mit Ende 50 noch den Motorradführerschein gemacht und sich anschließend gleich eine 1000er Suzuki gekauft. Oh ja, ich kann überzeugend sein.

Es ist kaum zu fassen, wie ich in den letzten Jahren alles das vernachlässigt habe und mich rund um die Uhr nur noch um meine eigene Verweiblichung gekümmert habe. Inzwischen aber hab ich mich hier in Frauenland häuslich eingerichtet. Die letzten Umzugkartons sind ausgepackt und ab jetzt heißt es wieder, Enduro statt Estreva*.

Fazit: Das Motorradreisen und Endurowandern interessiert mich stärker als je zuvor. Meine komplette Ausrüstung dafür habe ich ja noch, mir fehlt nur ein Motorrad. Ich denke, ich fahre am Samstag mal nach Neumünster und setz mich dort auf die neue Kawasaki KLX 250. Vielleicht steht die mir ja?

*Estreva Gel: Ein weibliches Hormongel im Pumpspender, das ich jeden Morgen anwende und das inzwischen für ein hübsches B gesorgt hat.

Donnerstag, 4. März 2010

Die Toilettenfrage - Ein Ablasshandel?

Transsexuelle Transgender auf der Herrentoilette"Wie? Du jetzt auch hier?", fragt mich eine Kollegin mit sichtlicher Verblüffung, als wir uns unvermittelt auf der Damentoilette gegenüberstehen. "Ja. Die da drüben wollten mich auch nicht mehr haben.", gebe ich ein wenig kleinlaut zurück. "Nein, nein. Das ist schon in Ordnung, du gehörst ja jetzt hier her.", beruhigt sie mich und beendet damit den Ablasshandel.

Dieser Dialog hat sich schon vor einigen Jahren auf einer Damentoilette des LKA ereignet und glücklicherweise ist das Bild nur eine billige Fotomontage.

Für uns Transsexuelle kommt irgendwann der Tag an dem der Frosch ins Wasser springt. Wir öffnen zum ersten Mal die Tür in eine neue Welt und auf der steht ein großes D. Von jetzt ab gibt es kein Zurück :-)

Die ersten Wochen danach war ich total angespannt, wenn ich mal bei McDonalds, oder bei Karstadt aufs Klo musste. Die schlimmsten Dinge hab ich mir ausgemalt: „Iiiiih, Mama. Da ist ein Mann auf dem Mädchenklo und der trägt Frauensachen.“

Natürlich ist niemals sowas Doofes passiert, aber die Ängste darum kann ich noch heute bestens verstehen. Besonders dann, wenn das Passing weniger in Richtung Heidi Klum geht, sondern eher noch an Bud Spencer erinnert. Aber durch diese erste gruselige Zeit müssen wir alle irgendwie durch.

Trotzdem ist jederzeit mit dem plötzlichen Auftritt Bildungsferner zu rechnen. So gab es im Jahr 2006 in den italienischen Medien eine große Debatte über just dieses Thema. Was war geschehen?

Extra Toiletten für TransgenderIm italienischen Parlament in Rom war eine transsexuelle Parlamentsabgeordnete beim Besuch der Damentoilette von der Sprecherin der rechtsgerichteten Berlusconi-Partei Forza Italia, Elisabetta Gardini, angesprochen worden, sie habe hier nichts zu suchen. Gardini soll anschließend in einem Interview gesagt haben: „Ich habe ihn da gesehen und mir wurde übel. Er sollte eine Toilette für sich allein bekommen."
Diese Diskussion fand ausgerechnet in der intensivsten Zeit meiner Verwandlung statt und ich habe sie aufmerksam und mit ängstlichem Interesse verfolgt. Als Neuankömmling in Frauenland konnte ich keinerlei schlechte Publicity gebrauchen. Mein Outing war bestens verlaufen und auf keinen Fall wollte ich der Anlass zu einer peinlichen Diskussion werden.

Mein Dezernatsleiter im LKA hat die simple Frage nach Mann oder Frau auf seine eigene pragmatische Weise gelöst: „In deinem Personalausweis steht Svenja? Damit bist ab jetzt offiziell eine Frau. Die Personalabteilung weiß schon Bescheid. Du gehst nachher zur Lichtbildstelle und lässt Fotos für einen neuen Dienstausweis machen. Sollte es sonst irgendwelche Probleme geben, kommst du zu mir und ich regel das.“

Fazit: Ich wohne jetzt in Frauenland und dort gehe ich auch auf die Toilette. Ich will doch nicht so sein wie Finch, der im Film American Pie den Spitznamen Heimscheißer verpasst bekommt. Ich habe die Erfahrung gemacht, je eindeutiger ich mich selbst als Frau verhalte, desto leichter mache ich es auch anderen, mich so zu sehen und zu akzeptieren. Und das gilt natürlich nicht nur für den Ablasshandel.

Frage: Wie sind eure Erfahrungen mit der sensiblen Waschraumproblematik? Und gibt es wirklich Frauen, die bei Konzerten und Events zu den Jungs rübergehen, um nicht endlos anstehen zu müssen? Und wie erleben das die Männer? Na los, ich möchte jedes schmutzige Detail erfahren :-)


Freitag, 19. Februar 2010

Abschied in die Normalität

Transsexualität bestimmt nicht länger Svenjas LebenVier Jahre lang hängt dieses Poster jetzt an der Pinwand meines Büros im LKA. Es zeigt eine junge Transsexuelle, die sich in ihrem Klassenzimmer ganz selbstverständlich mit einer Mitschülerin unterhält, die ihr freundlich zulächelt.

"Das ist bloß Disney.", habe ich gedacht. "Soweit kommst DU niemals. Du bist zu alt, du wirst nie so weiblich aussehen und niemals wirst du so selbstverständlich ins Leben passen." Trotzdem hat dieses Transgender Traum Plakat mir Kraft gegeben.

Ich liebe dieses Poster, aber heute nehme ich es von der Wand und verabschiede mich in die Normalität.


Seit einigen Monaten hat sich etwas in meinem Leben verändert. Ich gehe nicht mehr zu Transgender Treffen, ich schreibe nicht mehr in TransForen und ich habe immer weniger das Bedürfnis, mich mit trans auseinanderzusetzen. Ich habe die Hoffnung, dass ich endlich durch bin mit dem Thema. Ich bin zurück im normalen Leben, ohne dass trans darin das Hauptthema ist und ich habe jetzt mehr oder weniger dieselben Alltagsproblemen, wie jede andere Frau auch. Lassen wir Cellulite und Regelschmerzen einmal außen vor :-)

Svenjas Abschied in die NormalitätAlle meine Interessen, meine Hobbys und meine Leidenschaften sind noch da. "Danke Jungs, dass ihr so lange auf mich gewartet habt." Ich träume wieder vom Endurowandern, von Abenteuerreisen mit Zelt und Schlafsack und ich spare wie verrückt auf eine kleine Enduro. Seit Wochen arbeite ich hingebungsvoll an einem Relaunch meiner Svendura Website, die ich so lange vernachlässigt habe, und die gerade tausend Prozent meiner Zeit frißt. Endlich wieder vertrautes Zeugs, das einmal nichts mit trans zu tun hat.
Außerdem koche ich leidenschaftlich gern, ich liebe Bücher, das Theater, die Oper und neuerdings auch das Ballet. Und natürlich liebe ich es, mich schön anzuziehen.

Vier Jahre lang hat die Verwandlung von Sven in Svenja meine ganze Energie gefressen. Die Welt drehte sich um Ärzte und Gutachter, um Laserbehandlung und Hormone, um Klamotten und Passing, um Namensänderung und Gerichtsbeschlüsse und darum, wie ich als transsexuelle Polizistin im Dienst klarkommen würde. Werde ich ausgelacht, links liegen gelassen, oder sogar gemobbt? Dreimal nein. Der Dienst läuft bestens und macht mir mehr Freude, als jemals zuvor.
Endlich bin ich im normalen Frauenleben angekommen und natürlich habe ich jetzt auch ständig irgendwelche wichtigen Frauendinge zu erledigen. Außerdem kann ich als Frau alles das tun, was auch ein Mann tun kann. Aber ich kann das auch auf hohen Schuhen, Baby :-)

Svenja and the City geht weiterDer Blog geht weiter. Er ist längst ein Teil meines Lebens geworden, den ich nicht mehr missen möchte. Meine Güte, was habe ich Tränen vergossen in den letzten viereinhalb Jahren. Soviele Erlebnisse, die ich niemals vergessen werde. Vielleicht werden die Postings etwas seltener, aber das Thema Transgender wird niemals ganz daraus verschwinden, denn dieser Blog handelt von mir und ich bin Svenja, eine ganz normale transsexuelle Frau.

Donnerstag, 27. August 2009

Auf Dienstreise, Teil 2

Svenja beim BKA"You guys are defenitely driving sissy* cars and drinking sissy drinks!" stellt Butch, mein Kollege aus den Südstaaten der USA trocken fest. Er kann sich mit den kleinen bunten Smarts im deutschen Straßenbild überhaupt nicht anfreunden. Er hält sie für eine Art mobiler Reserveräder, die auf die Ladefläche großer Südstaaten Pickups gehören. Und der Latte Macchiato aus dem Kaffeeautomaten der BKA Kantine ist für ihn ein typischer Sissy* Drink.

Butch sagt das alles mit einem breiten Grinsen und mit soviel Humor, dass man ihm seine fetten Machosprüche überhaupt nicht übel nehmen kann. Er muß schließlich selbst darüber lachen.

Ich glaube allerdings eher, dass Butch noch immer an unserer morgendlichen Vorstellungsrunde zu knabbern hat, als sein männliches Weltbild durch mich einen ernsten Knacks bekommen hat. Bei ihm zuhause gibt es offenbar keine transgendered detectives.

Dabei fängt alles ganz harmlos an. Es ist Montag morgen und ich sitze ganz vorne in der ersten Reihe. Gleich wird die Vorstellungsrunde beginnen und bis jetzt ahnt noch niemand etwas. Butch steht direkt vor mir als er mir mit einem freundlichen Lächeln das Wort erteilt: „Svenja“ liest er von meinem Namensschild ab und es klingt wie „Suenja“.

"Jetzt gehts los" denke ich, denn ich hatte keine Gelegenheit, mir eine weibliche Sprechweise auch auf Englisch anzugewöhnen. Außerdem spreche ich wesentlich tiefer, wenn ich angespannt bin und so verändert sich Butchs Gesichtsausdruck schon nach meinen ersten Worten. Sein Lächeln erstarrt und wird zu ungläubiger Überraschung, als wäre ich soeben vor seinen Augen aus einem Raumschiff geklettert.

„Ok“ denke ich. Mein Passing ist prima bis zu dem Moment wenn ich was sagen muß. Außerdem klinge ich auf Englisch wirklich total männlich. Daran muß ich unbedingt arbeiten.“

Die ganze Situation ist neu für mich. Zuhause in Schleswig Holstein in „meinem“ LKA bin ich den Kollegen als Svenja schon über Jahre bekannt. Das Umfeld ist mir vertraut und ich fühle mich sicher.

Svenja sitzt in der ersten ReiheHier beim BKA bin ich nicht nur die einzige Frau unserer Runde, sondern vermutlich auch die erste transsexuelle Kriminalbeamtin, die viele Kollegen sehen. Trotzdem macht es mir Spaß, mich der neuen Situation zu stellen und dabei auszuprobieren, ob ich auch als Frau meinen Mann stehen kann.

Obwohl meine Woche beim BKA letztlich ganz problemlos verläuft, bin ich abends in meinem Hotelzimmer, wenn die Anspannung nachlässt, doch ein bisschen angeknackst. Jede Bemerkung und jede Geste werden noch einmal hervorgekramt und neu interpretiert. Unsicherheit kommt hoch: "Wie war das gemeint? War das richtig, was ich getan habe? Lachen die Kollegen über mich? Verachten sie mich vielleicht sogar?"

Ich weiß, dass viele Transgender diese Selbstzweifel haben und dass wir lernen müssen, sie zu überwinden. Ich schaffe es und wache in dieser Woche jeden Tag erholt und topfit auf. Außerdem macht es Spaß, morgens das kleine Stück vom Hotel zum Dienst zu stöckeln. Gleich am ersten Morgen habe ich außerdem ein mächtiges Zeichen bekommen: Ich trete aus dem Hotel auf die Straße und die erste Frau, die mir begegnet, trägt das gleiche Kleid wie ich und dazu die hohen schwarzen Buffalos, die ich in pink habe. Also wenn das kein gutes Omen ist :-)

Fazit: Dass es als Transgender im Berufsleben nicht immer einfach sein würde, das habe ich vorher gewußt und gerade deshalb war diese Woche für mich ein Erfolg. Ich habe mich einer neuen Situation gestellt und sie vernünftig und ohne Ausfälle durchgestanden.

Die Schwierigkeiten kommen oft aus mir selbst heraus und werden durch Unsicherheit und Selbstzweifel verursacht. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass andere Menschen weniger Probleme mit uns haben, als wir Transgender mit uns selbst. Trotzdem würde ich nicht einen Arbeitstag wegen Trans zuhause bleiben.
Außer natürlich, ich hätte einen richtig fiesen Pickel mitten auf der Nase, aber das würde dann ja wohl auch jeder verstehen ...

*sissy: weibisch, tuntig. Eine abfällige Bezeichnung für Männer in Frauenkleidern und allgemein als Schimpfwort für schwache Männer und für Schwule gebräuchlich


Nachtrag: Offensichtlich habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt, deshalb dieser kleine Nachtsatz. Ich habe mich in der Vorstellungsrunde nicht geoutet, sondern meine Stimme hat mich weggegeben. Das eigentliche Outing liegt schon vier Jahre zurück und geschah hier ....

Sonntag, 16. August 2009

First Timer: Auf Dienstreise

Svenja im LKAEs passiert immer wieder, dass ich Dinge und Situationen zum ersten Mal als Frau erlebe. Das geht zwangsläufig allen Transsexuellen so. Diese "First Timer" sind für mich ziemlich spannend und in jedem Fall etwas ganz Besonderes. Vom Einkauf bis zum Arztbesuch hat es in den letzten Jahren schon alle möglichen "ersten Male" als Svenja gegeben und inzwischen hat alles eine angenehme Normalität erlangt und ist schnell zur Routine geworden.

An diesem Sonntag aber erwartet mich ein ganz besonderer First Timer: Ich fahre zum Bundeskriminalamt nach Wiesbaden und werde dort eine Woche lang bleiben. Als Sven bin schon häufiger beim BKA gewesen, aber das ist lange her. Diesmal reise ich zum ersten Mal als KHK'in Svenja zu den Kollegen nach Wiesbaden.

Ich fahre allein und die Kollegen, mit denen ich diesmal zu tun haben werde, kennen mich nicht. Sie wissen nur, dass ich eine Kollegin vom LKA aus Schleswig-Holstein bin.

Das ist für mich eine neue und besondere Situation. Ich kann mit Leuten zusammenzuarbeiten, die mir noch ganz unvoreingenommen begegnen. Für die bin ich keine TransFrau, sondern einfach eine Kollegin aus Kiel.

Mit den Kollegen meiner Stammdienststelle verhält sich das ganz anders. Sie akzeptieren mich zwar als Svenja, aber sie werden mich niemals wirklich als Frau wahrnehmen können:
"Wo ist eigentlich Svenja? Ach, da kommt er ja gerade."
Mehr als einmal pro Woche bekomme ich ein solches "Er" zu hören. Mein Passing unter Freunden, Bekannten und Kollegen ist nicht so dolle.

Umso mehr freue ich mich über den Umgang mit Menschen, die mich erst jetzt ganz neu kennenlernen. Solange wohlmeinende Kollegen sie nicht wieder "vorwarnen", werden sie vermutlich den ExMann in mir nicht bemerken. Für eine Frau bin ich zwar ein wenig groß geraten und habe auch eine ungewöhnliche Stimme, aber die haben andere Frauen auch.

Ich bin gespannt auf meine Dienstreise zum BKA. Dort erwartet mich eine interessante Aufgabe und ich hoffe, dass ich dabei auch ein wenig was in die Suppe zu krümeln habe. Ich werde die einzige Frau im Team sein und bin schon jetzt gespannt, wie sich die Zusammenarbeit gestalten wird.

Für mich ist diese Reise neben dem dienstlichen Aspekt auch eine tolle persönliche Chance, um zu überprüfen, wo ich als Frau stehe. Wie weit bin ich gekommen? Wie lange hält mein Passing?

Es könnte klappen. Drückt mir die Daumen. Ich werde auf jeden Fall nachberichten...

Dienstag, 23. Juni 2009

Die Personalabteilung ruft an

Mein Dienstapparat klingelt: "Hallo, guten Tag, hier ist Frau Sowienoch. Ich führe Ihre Personalakte und mir ist gerade aufgefallen, dass da noch ein ganz altes Foto von Ihnen drin ist. Irgendwie passt das jetzt nicht mehr so richtig. Wenn Sie mir ein Neues bringen, dann tausche ich es gleich aus."

Ich bin total überrascht und freu mich natürlich über den netten Anruf meiner Kollegin. Ich biete an, ihr gleich ein aktuelles Foto mit der Dienstpost zukommen zu lassen. Ich habe ja noch einen Satz Passbilder im Schreibtisch liegen, die unsere Lichtbildstelle im LKA für meinen neuen Dienstausweis gemacht hat.

"Ach," sagt sie, "kommen Sie doch einfach rüber mit dem Foto, dann tausch ich es gleich aus. Ich sitze im Haus nebenan gleich über der Wasserschutz."

Kaum zu glauben und dann heißt es immer, die Bürokratie sei schwerfällig. Oder ist das versteckte Kamera? Nachdem ich aber weder Paola, noch Kurt Felix entdecken kann, nehme ich ein Passfoto und stöckel kurz rüber zu den Enten*.

Frau Sowienoch und ich verstehen uns auf Anhieb. Wir unterhalten uns sehr nett, während sie mein altes Bewerbungsfoto aus der Personalakte löst und durch das neue Svenjafoto ersetzt. Das alte SvenFoto darf ich als Erinnerung mitnehmen. Es ist mein Bewerbungsfoto aus dem Jahr 1982. Hättet ihr mich darauf erkannt?

Fazit: Mein Dienstherr, die Landespolizei, verblüfft mich immer wieder. Nicht nur, dass sie mir keine Steine in den Weg gelegt haben, sondern die haben mich von Anfang an unterstützt. Ob das die Kostenübernahme der Laserepilation war, oder die Versorgung mit Medikamenten zur Hormonbehandlung, es hat reibungslos funktioniert.
Oder ist das letztlich ein Trick der Personalabteilung, weil das Land sparen muß? Durch mich erhöht sich die Frauenquote, ohne dass eine weitere Beamtin eingestellt werden muß. Und schwanger werde ich vermutlich auch nicht so schnell. Ich werde das im Auge behalten, mein Mißtrauen ist geweckt.

*Enten: Ein liebevoller Ausdruck anderer Sparten für die Beamten der Wasserschutzpolizei. Ist nicht böse gemeint!

Samstag, 26. April 2008

Ausstellung in der KZ Gedenkstätte Neuengamme

An diesem Samstag haben Claudia und ich etwas Besonderes vor. Wir fahren nach Hamburg zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme, wo heute eine Ausstellung eröffnet wird mit dem Titel: Homosexuellen Verfolgung in Hamburg 1919 - 1969. Ein Teilbereich der Ausstellung behandelt die Verfolgung Transsexueller im Dritten Reich und weckt damit unser Interesse.

Schon der Gang über das riesige Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers erschüttert uns beide tief. Anfangs lachen und scherzen wir noch darüber, was uns wohl heute erwarten wird. Darüber, ob überhaupt jemand kommt, ob es wohl etwas zu Essen geben wird und wie langweilig die Reden wohl sein werden. Zuerst habe ich ein schlechtes Gewissen, dass wir so unbeschwert und froh über diesen Platz stöckeln, der erst vor einigen Jahrzehnten so unvorstellbares Leid gesehen hat. Dann aber denke ich, dass dieser Ort schon genug Traurigkeit erlebt hat und dass wir ruhig fröhlich sein können, ohne damit das Gedenken an die Opfer zu stören. Trotzdem werden wir immer ruhiger, als wir über den riesengroßen und einschüchternd wirkenden ehemaligen Appellplatz gehen.

Der Ausstellungssaal befindet sich in einer der ehemaligen Häftlingsbaracken. Für die Eröffnungsfeier wurde alles festlich geschmückt. Der Rahmen ist angenehm feierlich und zur Begrüßung gibt es Getränke und Kuchen. Wir sind erstaunt darüber, wieviele Menschen zu dieser Eröffnung erschienen sind. Wir sehen viele schwule und lesbische Pärchen, entdecken außer uns selbst aber nur zwei weitere T-Girls. Wir haben Glück und ergattern die beiden letzten freien Sitzplätze.

Es werden mehrere nichtssagende Festreden gehalten und ich fange schon an, ungeduldig auf meinem Stuhl herum zu rutschen. Doch plötzlich werde ich hellhörig. Der Präsident der Bundesärztekammer, Herr Dr. Frank Ulrich Montgomery tritt ans Mikrofon und nimmt in seiner Rede kein Blatt vor den Mund. Ohne etwas zu beschönigen räumt Dr. Montgomery das Unrecht ein, das im 3. Reich auch von Ärzten begangen worden ist. "Auch Ärzte haben damals ihren Kollegen den notwendigen Respekt, die Achtung und die kollegiale Fürsorge verweigert", sagt Montgomery. Ich bin total beeindruckt von dem Mut und der Offenheit des Präsidenten der Ärztekammer.

Endlich wird die Ausstellung eröffnet und wir sehen uns in Ruhe die Schautafeln und die vielen verschiedenen Ausstellungsstücke an. Mein Gott. Welch ein Unrecht ist in Deutschland geschehen und wie kurze Zeit ist das erst her. Nie zuvor hatte ich das so stark empfunden. Besonders berühren mich die Plakate und Unterrichtsmaterialien der Hamburger Kriminalpolizei aus jener Zeit.

Als Kriminalbeamtin erkenne ich den typischen Stil polizeilicher Lehrmittel der Vergangenheit, als der Begriff Transsexuell noch unbekannt war . Damals wurde pauschal von Transvestiten gesprochen. Bei der Nennung eines anderen Begriffs lachen wir beide unvermittelt los. Früher wären wir auch als Damenimitatoren bezeichnet worden.

Das Interesse und der Andrang sind riesig. Wir kommen kaum an alle Exponate heran und so machen wir uns nach einigen Stunden auf den Heimweg.

Als wir auf dem Rückweg wieder über den großen Appellplatz gehen, wird mir bewusst, welches große Glück ich habe heute zu leben. In einem liberalen Deutschland, wo ich als transsexuelle Polizistin weiterhin meinen Beruf ausüben kann und von meinen Kollegen dennoch respektiert werde.
Und doch geht mir der Satz eines Kollegen nicht aus dem Kopf, der mich eine Schande für die ganze Kriminalpolizei genannt hatte. Was habe ich mich geschämt, als mir dieser Satz zugetragen wurde. Heute sehe ich das völlig anders und bin im Gegenteil stolz darauf, einer Polizei anzugehören, die mit ihren Minderheiten ebenso korrekt und liberal umgeht, wie sie das von den Menschen erwartet, die sie schützen soll.
Wirklich ein cooler Laden, diese Landespolizei des Jahres 2008.

Samstag, 1. September 2007

25-jähriges Dienstjubiläum

Heute feiert der Jahrgang von 1982 sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Nett. Wir treffen uns in Neumünster in einem Veranstaltungszentrum, wo parallel in den Nebenräumen eine türkische Hochzeit stattfindet. Ich schaffe es sogar unbehelligt durch die Gruppe der türkischen Jungs zu gehen, die draußen stehen und rauchen. Sie haben scheinbar nichts Ungewöhnliches an mir bemerkt. Puh, gut gegangen.

Die Feier ist genauso, wie ich sie aus der Kasernenzeit in Erinnerung hatte: Die Jungs sitzen zusammen, betrinken sich und johlen laut sowie jemand was Witziges sagt wo irgendwas mit Unterleib drin vorkommt.
Die Frauen sitzen am Extratisch und unterhalten sich über alles Mögliche. Nur diesmal sitze ich selbst am Frauentisch und fühle mich total wohl dabei. Es macht Spaß, sich mal richtig zu unterhalten.

Der Abend ist wirklich super nett. Auch wenn mich so ein Merkwürden später fragt: "Sach ma, duu. Wo kricht man eigentlich Pumps in der Größe her...?!" Die Pumps sind Größe 41 und ich verzichte damenhaft darauf, den Blödling mit einer Flasche nieder zu strecken. Außerdem ist er gefühlte 32 Dienstgrade über mir.

Ach, ja, das Foto: das war mein Outfit an diesem Abend. Ich fands klasse, auch wenn ich natürlich wieder das einzige Girl in Frauenkleidern war. Die Kolleginnen waren angezogen, wie Kolleginnen das immer sind: Jeans, Outdoor-Hemd und praktische, derbe Schuhe.
Na, bravo!

Montag, 18. Dezember 2006

Hurra... es ist ein Mädchen....!

Welch ein Happy Day! Als ich heute den Briefkasten öffne und einen dieser gelben Umschläge vom Amtsgericht finde, schwant mir zuerst nichts Gutes: Mahnung? Unterhaltsklage? Aufforderung zum Strafantritt?
Nein! Es ist der Beschluss meiner Vornamensänderung. Also doch keine weitere Anhörung mehr. Der neue Name wird einfach per Post zugestellt. Und wie ich den Beschluß so lese, denke ich spontan: Hurra, es ist ein Mädchen!
Meine alten Vornamen Sven Georg Bernd sind entgültig gestrichen. Stattdessen heiße ich jetzt tatsächlich Svenja. Ich bin völlig aus dem Häuschen vor Freude und kann es noch gar nicht glauben.
Ich muß noch diese Woche zum Rathaus stöckeln und mir meine neue Geburtsurkunde holen und gleich einen neuen Personalausweis beantragen.
Was muß ich noch alles ändern? Bankkonten, Kreditkarten, Mietverträge, Zeugnisse und Urkunden, Türschilder, Büchereiausweis, sämtliche Versicherungen, Kfz-Brief und -Schein, Führerschein, oh my Lord. Das wird eine Menge Arbeit und Euros verschlingen. Aber was tut man nicht alles für einen lieben neuen Erdenbürger :-)
PS: habe ich erwähnt, daß die Namensänderung satte 3.000 EUR kostet? Ein billiges Mädchen bin ich jedenfalls nicht...!

Dienstag, 28. November 2006

Alles wieder ok.

Heute sieht das Leben schon wieder viel besser aus. Den blöden Mobbing Day hab' ich hinter mir gelassen. Ich muss mir wirklich eine Technik ausdenken, dass ich nicht immer gleich in so ein tiefes Loch falle, wenn es mal Rückschläge gibt.

Am Tag danach war ich total down und hab' mich richtig mies gefühlt. Und was macht frau, wenn sie sich mies fühlt? Richtig, sie geht Schuhe kaufen. Ich dachte immer, das sei so ein doofes Vorurteil über Frauen, aber ich habs ausprobiert und es hilft tatsächlich, yippieh!

Jedenfalls hab' ich auf diese Art zwei Fliegen mit fünf Klappen geschlagen: ich vergesse meine schlechte Laune und hab ein tolles Paar neue Stiefel von Deichmann für 24,90€.

Als ich mich dann aber heute morgen gewogen habe und nur noch 83,90kg auf der Uhr standen, war ich so richtig happy. Ich kann wirklich sagen: bei mir funktioniert Atkins und ich fühle mich einfach klasse dabei! In einem Monat hab' ich 6kg abgenommen.

Mittwoch, 22. November 2006

Mobbing Day

Ich hab Mühe, diesen Post sachlich und emotionslos zu schreiben. Versuch's trotzdem:
Ich sollte an einem grösseren Einsatz teilnehmen. Als in der großen Einsatzbesprechung mein Name für den Aufgabenbereich fiel, soll es nur ein großes Gelächter gegeben haben. Der zuständige Abschnittsleiter sagte rundheraus:"den will ich hier nicht sehen, der kommt mir nicht ins Objekt." Der Begriff Tunte soll auch noch gefallen sein.
Anschliessen haben sich andere Vorgesetzte untereinander über "meine Problematik" ausgetauscht. Tenor: "es ist ungeheuerlich was heute in der Polizei möglich ist. Erst Lesben und Schwule und jetzt so einer."
Welch ein Scheiß Tag! Dabei habe ich letzte Woche eine ausgezeichnete Leistungsbeurteilung bekommen. Einhellige Meinung meiner Vorgesetzten: Deutliche Leistungssteigerung im letzten Jahr. Svenja übertrifft Sven um mehr als eine volle Note.
[/Selbstmitleid:off]

Ich sehe für mich nur zwei Möglichkeiten:

A) Ich nehme mich zurück, gebe mich männlich, trage nur noch Hosen und versuche als leicht bescheuerter Mann mit dem Strom zu schwimmen.
B) Ich gehe straight meinen Weg und lasse mir absolut nichts gefallen, denn "Everybody's darling is everybody's Depp!"

Für mich gibt es nur B) T-GIRL AND PROUD OF IT....!

Dienstag, 31. Oktober 2006

Die Polizeischule

Diese Woche verbringe ich in der Landespolizeischule in Kiebitzhörn. Ich bin da auf einem Lehrgang und fahre jeden Morgen mit ein paar Kollegen von Kiel aus zwischen.

Der erste Lehrgangstag war wie immer schon etwas seltsam für mich. Während ich an einem durchschnittlich guten Tag genügend Selbstbewusstsein habe, um zur Papstaudienz im Minirock zu stöckeln, ist es an manchen Tagen einfach schwerer. So geht es mir auch an diesem Montag, ich bin ein bisschen unsicher.

Ich denke einfach an den guten Rat von Doc Junge "leben Sie es, ohne sich wehzutun" und ziehe mich sehr gedeckt und unauffällig an: Braune Hüftjeans, bronzefarbene Ballerinas, braunes Shirt und ein leichtes MakeUp. Dennoch falle ich natürlich auf wie eine bunte Hündin. Aber schon kurz nach dem Mittag hab' ich mich in die neue Umgebung eingewöhnt und fühle mich sehr wohl. Der Lehrgang ist anspruchsvoll, macht aber viel, viel Spaß. Die Dozenten sind einfach klasse.

Am zweiten Lehrgangstag denke ich an Dixons coolen Spruch: "ein bisschen transgender gibts nicht" und fahre im Rock nach Kiebitzhörn. Ich fühl mich einfach wohl so. Es ist der knielange, beige ESPRIT Cordrock, das braune Lagenshirt und die flachen, knielangen Lederstiefel von ESPRIT. Ich denke das sieht ganz gut aus. Jedenfalls wenn ich ein Girl so rumlaufen sähe, fände ich das Outfit klasse!

Der Tag verläuft supergut. Ich bin total gelöst, locker drauf und völlig entspannt. Ich stehe in der Pause mit den Kollegen zusammmen, wir sprechen und lachen, alles ist völlig normal. Dann treffe ich noch ein paar Girls aus dem LKA und wir unterhalten uns auch eine Weile. Selbst der Gang mittags in die Kantine ist völlig locker. Sicher drehen sich ein paar Dutzend Köpfe wenn ich reinkomme, aber das ist ja auch völlig normal. Schließlich sieht man nicht alle Tage einen Kriminalhauptkommissar im ESPRIT Cordrock durch die Tür stöckeln :-)

Ich habe nie das Gefühl, dass es unangenehme Blicke oder Bemerkungen sind. Welch ein tolles Gefühl!
Eigentlich bin ich ziemlich stolz auf die Polizei, bzw. die ganze öffentliche Verwaltung, dass alles so reibungslos klappt. Als transsexuelle Frau kann ich ganz normal meinen Dienst versehen und es klappt megatoll. Vom leitenden Polizeiarzt bekomme ich eine Menge Unterstützung und alle sind sehr bemüht, mir zu helfen. Ich bin in meinem neuen Leben wirklich glücklich!

Ganz sicher wird es auch eine Menge Gelaber über mich geben, aber ich bekomme davon meistens nichts mit. Ausserdem wird dauernd mal über irgendjemanden geredet. Das ist der normale Büroklatsch und bei mir haben die Leute wenigstens noch einen Anlass :-)

Ach ja: Abends fahre ich gar nicht erst nach hause, sondern gleich in die Lessinghalle, um noch mal 1000m zu schwimmen. Ist auch alles ok. Nur beim Rausgehen werde ich wieder so ein bisschen auf den Boden der Tatsachen geholt. Am Eingang stehen ein paar Jugendliche und haben mich offensichtlich entdeckt. Aber an Ausdrücke wie Transvestit und Wixxer habe ich mich inzwischen gewöhnt. Ich bin ein bisschen entäuscht, aber nicht mal richtig sauer.

Dienstag, 5. September 2006

Hurra - der Laser wird bezahlt

Welch ein Tag! Ich stöckel' gerade so durch mein Büro, als ich einen Anruf von Birgit aus unserer Krankenabteilung bekomme: die Kosten der Laserepilation werden von der Polizei übernommen. Hurra! Bis jetzt hatte ich die Kosten aus eigener Tasche bezahlt. Das waren jedesmal € 200,- cash beim Hautarzt. Puh! Wer kann das schon auf Dauer?!

Ich bin total happy, denn der fiese Bartschatten hat ein gutes Passing von Vornherein unmöglich gemacht.

Dienstag, 29. August 2006

Röcke werden alltäglich

Der Hochsommer macht gerade mal Pause und auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht: ich bin mega gut drauf und totalglücklich. Ich weiß selbst nicht, warum ich auf dem Bild so griesenklöterig gucke...


Das Outfit mag ich total gerne leiden, aber ich zieh' keinen Rock ohne Schlitz mehr an: kann frau kaum drin laufen.

Inzwischen ist es schon nichts Besonderes mehr, im Büro einen Rock zu tragen. Auch die Kollegen haben sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen. Für Ausseneinsätze hab' ich immer noch ein Wechseloutfit im Schrank, aber das haben die echten Girls - die BioFrauen - ja schließlich auch, wenn sie schlau sind.

Freitag, 30. Juni 2006

Alltag - Das Leben ist schön

Heute ist ein toller Tag. Es ist Sommer, die Sonne scheint und das Leben ist schön. Ich war schon beim Aufstehen in so guter Laune, dass ich mir ganz spontan einen Rock angezogen hab'. Das "Besondere" daran schleift sich langsam ab, hah..!!!

Wie ich so durch die Dienststelle gehe, zum Kopierer, zur Poststelle, ins Geschäftszimmer, Büros, Sozialräume, bemerke ich schon die befremdeten Blicke einiger Kollegen, aber so what?! Wer weiß, ob sie bei aller Normalität so glücklich leben, wie ich.

Schade ist nur, dass die Freundschaft zu Klaus und zu Claudia meine Veränderung nicht überlebt hat. Trotzdem habe ich eindeutig mehr Menschen hinzugewonnen, als ich verloren habe. Das hätte ich selbst nie für möglich gehalten.

Mein doofer Bartschatten ist immer noch nicht weg, ich hab' zur Zeit einfach kein Geld für den Laser, MIST!!!