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Dienstag, 22. Dezember 2015

Im Comic Book Shop

Comics sind meine große Leidenschaft, wenn auch eine von vielen. Nur ein paar Schritte von meiner Wohnung gibt es einen sagenhaft guten Comicbuchladen, der dem aus Big-Bang-Theory in nichts nachsteht. Sein Inhaber hat dasselbe fundierte Wissen über Comics, wie Stuart Bloom aus der Serie.



Mir haben es besonders die Graphic Novels angetan, Romane in Comicform. Mit Micky Maus, oder Fix und Foxi hat das wenig zu tun. Es sind Titel wie Sophie Scholl, oder Sherlock Holmes und eine Menge anderer bekannter Bücher als Comic.

In der Wilhelminenstraße findet man sie alle. Comics sämtlicher Genres stapeln sich meterhoch in den Regalen und natürlich gibt es auch Fantasy Waffen, wie Schwerter und Streitäxte, oder die allerneuesten Laserschwerter.

Wie schwierig es ist, eine Geschichte nur in Bildern, mit Textboxen und Sprechblasen zu erzählen, stelle ich gerade fest. Ich möchte einen meiner Reiseberichte als Graphic Novel gestalten und weiß nicht, wie ich die komplizierteren Gedanken ausdrücken kann.

In meinem Reisetagebuch stehen soviele Eindrücke, Situationen und Begebenheiten, Menschen und Orte, Gerüche und sogar der Geschmack des Essens. Wie drückt man das in einem Comic aus? Wenn ihr einen Tipp, oder eine Anregung für mich habt, dann freu ich mich darüber. 

PS: Der aktuelle Stand des Svendura Comics ist hier zu sehen...

Freitag, 24. Januar 2014

Nerd-Abend mit Julia

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Faible für gute Filme habe.

Wichtig ist mir ein solides Dreh­buch mit einer glaubwürdigen Geschich­te. Sie darf gerne an­spruchsvoll sein und sollte stets einen zentralen Kon­flikt bein­hal­ten, der sich im Verlauf der Film­hand­lung weiter entwickelt, ohne den Zuschauer am Ende ratlos zurückzulassen.

Die Charaktere müssen so detaillreich durchge­zeich­net sein, dass ich als Zuschau­erin ihre inneren und äußere Konflikte verstehe und mich in die Figuren hin­ein­ver­setzen kann. Die Protagonisten brauchen nicht mit bekannten Namen besetzt zu sein, es ist oft erfrischender, neue unverbrauchte Gesichter zu erleben. All das, hand­werk­lich gekonnt umgesetzt und drama­tur­gisch sauber inszeniert, nenne ich einen guten Film.

Ich bin nicht auf ein bestimmtes Genre festge­legt, im Grunde mag ich alles, wo Ketten­sägen, Zombies, oder Raumschiffe drin vor­kommen. Oder wenigstens Piraten.

Bisher fanden diese Filmabende statt, wenn ich mit meinen Freundinnen frühmorgens reichlich angetrunken vom Tanzen gekommen bin und für uns alle noch Fischstäbchen gebraten habe, aber inzwischen tanze ich nicht mehr, weil es demütigend ist, wenn man dreißig Jahre älter ist, als die nächst Jüngere auf der Tanzfläche. Nein, Clubs und Discos sind over.

Deshalb habe ich mir etwas Neues ausgedacht, den Nerd-Abend. Er funktioniert ähnlich wie bisher, nur ohne die Tanzerei.

Ich stelle mir den Abend ähnlich vor, wie bei Big Bang Theory, wenn Sheldon und seine Freunde sich asiatisches Essen besorgen, einen Science Fiction Film sehen und sich angeregt darüber austauschen.

Jetzt fehlt nur noch die passende Gesellschaft. Claudia ist in dieser Hinsicht leider keine Hilfe, nicht nur, dass sie kein Blut sehen mag, sondern sie könnte einen Klingonen nicht von einem Zylonen unterscheiden. Claudie steht eher auf Filme von Francois Truffaut, einem Typen von dem außer ihr kein Cineast jemals gehört hat.

Nein, ich brauche Gesellschaft auf meinem Niveau, eine Person mit Anspruch. Ich könnte Julia fragen, sie hat ebenfalls einen erlesenen Geschmack, was Filme angeht, mag Big Bang Theory und außerdem ist sie wie Amy Farah Fowler in hübsch, während ich eher Penny bin, nur mit dunkleren Haaren.

Julia, wenn du das liest, ich hab alles besorgt, was wir für einen 1a Nerd-Abend brauchen, einen Film (World War Z), Blanchet (siehe Foto), Aspirin Plus C (noch drei Streifen in der Packung) und ich besorge uns Essen von Chau's Wok. Ich nehm die Knusperente in Erdnusssauce und du?

Fazit am nächsten Morgen: Es war ein wunderbarer Frauenabend, aber für echtes Big Bang Feeling brauchen wir nächstes Mal mehr Leute, um wirklich alle Facetten der Handlung zu ergründen und detailreich zu reflektieren: "Boah, ey, hast du gesehen, wie der eine Zombie...?!"

Montag, 5. Dezember 2011

Svenja unboxing the Kindle

"Guten Tag, Svenja, wir freuen uns, dass Sie sich für den Kindle entschieden haben.", steht auf dem Display meines neuen Amazon Kindle. Der kennt mich schon und dabei habe ich noch gar nichts gemacht. Oh, ich liebe es, ein neues Spielzeug auszu­packen. Ganz darüber hinweg bin ich wohl doch noch nicht.

Sofort fällt mir der hochwertige Eindruck auf, den das Gerät auf mich macht. Es fasst sich sehr gut an, irgendwie warm und nicht zu glatt und kein bisschen nach Billigplastik.

Nach dem Einschalten ist das Display sofort da. Wow, der Kindle reagiert sehr schnell auf meine Eingaben. In einem einfachen Dialog richte ich das Gerät ein. Es fragt nach meiner WiFi Verbindung und ich muss mit der Bildschirm­tastatur den WPA Key eingeben.

Das Eingeben des Schlüssels ist total einfach, denn die Bildschirmtastatur lässt sich mit dem Cursorkreuz sehr gut bedienen. Das ist zwar zuerst ein wenig umständlich, aber wer so oft wie ich in der Spielhalle seinen Namen bei Space Invaders in die High Score Liste eingegeben hat, der bewältigt das im Schlaf. Dabei fällt immer wieder auf, wie nimble and quick der Kindle reagiert. Das kenne ich von meinem iPod Touch anders. Der reagiert langsamer.

Zwei Sekunden später bin ich bereits online. "Inhalte werden geladen", erscheint auf dem Display. Vor ein paar Tagen habe ich mir bei Amazon nämlich schon zwei Leseproben auf den Kindle schicken lassen, bevor ich ihn überhaupt hatte. Die Biographie von Steve Jobs und das Fantasyepos A Game of Thrones und beide werden jetzt automatisch geladen. Wenige Sekunden später erscheinen die Leseproben bereits auf dem Display. Wow, ist das cool. Whispersync nennt Amazon diese Technik.

Das Display ist unglaublich scharf und steht völlig ruhig. Die Technik nennt sich Electronik Ink, kurz eInk, oder auch Liquid Paper.

Leider gibt mein Schnappschuss den wirklichen Bildeindruck der Anzeige nicht überzeugend wieder, aber das liegt an meinem Foto.

Der wahre Eindruck ist einer gedruckten Buch­seite sehr ähnlich und wie bei einem Buch, braucht man auch für den Kindle genügend Licht zum Lesen, denn das Display ist nicht hinter­leuchtet und deshalb perfekt für die Augen.

Die Bedienung des Kindle ist babyeierleicht, denn die Menüs erklären sich von selbst. Die Bedie­nungs­anleitung liegt kluger­weise gleich auf dem Bildschirm, aber es stand nichts darin, dass ich nicht auch selbst herausgefunden hätte.

Fazit: Bis jetzt bin ich noch in der Test-, Spiel- und Begeisterungsphase, aber der erste Ein­druck meines neuen E-Book Readers ist sogar etwas besser als erhofft. Jetzt muss ich erstmal ein paar hundert Seiten lesen und danach weiß ich, ob ich das Papier gedruckter Bücher vermisse, oder eben nicht. 

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Svenja bestellt ein Amazon Kindle

Ich mag Bücher und das nicht nur wegen ihres Inhalts. Sie riechen gut, fassen sich gut an und man kann sie prima in der Wohnung herumliegen lassen, um Besucher mit seinem Literaturverständnis zu beeindrucken. Wo bei anderen nur die HörZu liegt, habe ich neben mei­nem Ohrensessel sorgfältig den neuen John Sinclair  drapiert.

Beim Kauf eines eBook Readers geht es aber weniger um die Entscheidung für ein Gerät, sondern darum, sich für eine der beiden eBook-Welten zu entscheiden, für Amazon, oder für den Rest der Welt. Der Kindle ist an das Bücher­an­gebot von Amazon gebunden, während die übrigen Geräte aus verschiedenen Quellen mit Lesestoff gefüttert werden können. So gesehen klingt es unlogisch, sich den Kindle zu kaufen.

Dennoch fiel mir die Entscheidung für Amazon leicht, und das nicht nur, weil ich dort schon seit 1998 einkaufe und in dieser Zeit kein einziges Mal entäuscht worden bin, sondern auch aus ganz handfesten Gründen.

Große Auswahl
Die Auswahl an eBooks kann Ende 2011 noch nicht mit dem Angebot gedruckter Bücher mithalten, aber sie holt atemberaubend schnell auf und die Verfügbarkeit englischer und deutscher Bücher erscheint mir bei Amazon am größten und am besten sortiert zu sein.

Kostenlose Leseproben
Ich bin nur zwei Mausklicks und fünf Sekunden entfernt von einer kostenlosen Leseprobe auf meinem Kindle. Das ist sowas von kewl. Ich entdecke ein Buch, betrachte das Cover, lese die Inhaltsangabe und vertiefe mich in die Rezensionen. Falls ich jetzt noch unsicher bin, klicke ich auf Jetzt Leseprobe schicken. Das kann ich entweder direkt auf dem Kindle machen, oder an einem beliebigen Computer. Wenige Sekunden später habe ich das erste Kapitel auf meinem Kindle.

Rezensionen
Bei Amazon kann jeder Kunde Kritiken schreiben und die sind nicht nur sehr hilfreich, sondern haben oft auch einen hohen Unterhaltungswert. Ich selbst habe vom Jeansmini bis zum Raquelettegrill schon alles mögliche besprochen. Obwohl ich manchmal erstaunt bin, nach welchen Kriterien einige Rezensenten ihre Bewertungen vergeben. (Wie kann ein Buch zuviel Blut, zuviele Monster und zuwenig Handlung haben? Und wie kann jemand von "tief empfunden, anspruchsvoller Erzählweise und moderner Romantik" schreiben und trotzdem fünf Sterne vergeben?)

Rückgabe
Sollte ich beim Kauf doch einmal daneben gegriffen haben, kann ich das Buch innerhalb einer Woche zurückgeben. Amazon entfernt das Buch aus meiner Bibliothek, löscht es vom Kindle und erstattet mir den Kaufpreis. Ich glaube zwar nicht, dass ich das jemals nutzen werde, aber es gibt mir zusätzliche Sicherheit beim Bestellen teurer Bücher.

Zahlung per Lastschrift
Um ein Haar hätte ich mir den neuen Kobo Touch zugelegt und dann auch meine Bücher bei Kobo gekauft, aber eines der Gegenargumente war die ausschließliche Zahlung per Kreditkarte oder Paypal (megaätz!). Amazon hingegen zieht das Geld von meinem Girokonto ein, nachdem die Ware versendet wurde.

Der Kindle
Ich habe mich mit dem 99 € Kindle für das kleinste und günstigste Modell mit eInk Display entschieden. Das kleine Gerät wiegt nur 170 g und ist 114 mm breit. Den werde ich zum Lesen sicher leicht in einer Hand halten können, wie ich es so gerne tue. Das hervorragende eInk Display ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und steht dem Eindruck von Druckfarbe auf Papier kaum nach.

Fazit: Ich werde dem eBook eine echte Chance einräumen und bin schon sehr gespannt darauf, wie sich das Leseerlebnis auf lange Sicht vom Lesen eines gedruckten Buches unterscheidet. Dennoch soll mich der Kindle nicht ganz davon abhalten, auch künftig einige Bücher aus Papier zu kaufen.

Vergangene Weihnachten habe ich mir einen echten Skeppshult geschenkt und in diesem Jahr habe ich mir ein Amazon Kindle bestellt. Seit ich keinen Fernseher mehr habe, ist das Lesen wieder sehr wichtig für mich und es vergeht kein Monat, in dem ich nicht einige Bücher kaufe. Inzwischen sind Buchhandlungen für mich so gefährlich wie Schuhgeschäfte: Wenn ich erstmal drin bin, wirds teuer...

Sonntag, 17. April 2011

Svenja im Motorrad-Abenteuer Magazin

Svendura in der Motorrad-Abenteuer„Huhu, Svenja, hast du schon in die neue Motorrad-Abenteuer geschaut? Wenn nicht, dann blätter doch mal Seite 48 auf. LG, Ela.“

Welch eine merkwürdige SMS, denke ich. Was soll da denn drinstehen und wieso hat Ela die neue Ausgabe schon? Ich habe das Magazin doch ebenfalls abonniert?!

Ja, abonniert habe ich die Zeitschrift schon, aber heute habe ich noch nicht nach der Post gesehen. So schnell die grauen Overknees tragen, stöckele ich hinunter zum Briefkasten. Tatsächlich, da liegt die neueste Ausgabe des Abenteuer-Magazins.

Mit fliegenden Fingern reiße ich die Zeitung aus der Versandtasche und blättere sofort Seite 48 auf. Das gibts doch gar nicht: Wer grinst mir da im Minirock mit MotoCross Stiefeln fröhlich entgegen? Ich selbst als Svenja Svendura.

Die Motorrad Abenteuer ist ein Magazin über Fernreisen mit dem Motorrad und regelmäßig werden darin auch Websites zum Thema Motorradreisen vorgestellt. Der Bericht über meine Svendura Seite ist nicht nur total charmant und postitiv geschrieben, sondern widmet ihr sogar eine komplette Druckseite. Ich könnte platzen vor Stolz. Besonders Claudias wunderbare Zeichungen werden lobend erwähnt. Für das neue Headbanner hatte sie meine Frankreichtour komplett in eine Zeichnung verpackt: Von Kiel zum Edersee, durchs Weserbergland, die Vogesen, das Hotel du Tunnel in Frankreich, bis zum Campingplatz im Schwarzwald. Sogar an die Wolkenbrüche hat sie gedacht und mir passend dazu eine Regenkombi angezeichnet. Zwei Wochen lang haben wir jede freie Minute daran gearbeitet, literweise Kaffee getrunken und uns beim Zeichnen, Tüfteln und Montieren die Köpfe heißgeredet. (Und ich seh doch fett aus in der Regenkombi, Claudia!)

Endurowandern mit Svendura
Meine Motorradseite, Endurowandern mit Zelt und Schlafsack www.svendura.de
Die Motorradseite gab es schon Jahre vor Svenja-and-the-City und lange bevor ich rübergemacht habe. Damals habe ich als Svenduro Sven noch gerne mit nacktem Oberkörper in die Kamera gegrinst. Inzwischen verkneife ich mir diese Pose immer häufiger und gebe mir alle Mühe, auch auf Enduroreisen als Frau zu erscheinen und nicht wieder zum Kerl zu mutieren.

Die größte Freude ist es, dass mir nach anfänglichen Zweifeln meine Endurotouren mit Zelt und Schlafsack heute wieder genauso viel Freude machen, wie früher. Wundert euch bitte nicht, wenn es zurzeit bei Svenja-and-the-City etwas ruhiger zugeht, aber momentan brauche ich meine ganze Rechenzeit für die Motorradseite.

Fazit: Der supernette Artikel in der Motorrad-Abenteuer war eine tolle Überraschung und ich freue mich wie ein Schnitzel. Aber jetzt rufe ich erstmal meine Mama, meinen Papa, meine Schwester, die Jungs bei Triumph und sämtliche Arbeitskollegen an. Am besten rufe ich zuerst meinen Chef an, damit der sich nicht übergangen fühlt: Merkwürdig, es klingelt, aber da geht keiner ran. Der kann doch unmöglich um sechs noch schlafen und das an einem Sonntag...!?

Samstag, 21. August 2010

Kiel bloggt

Svenja am Stand der Kieler Nachrichten
"Das ist doch ein ganz toller Artikel, den die Kieler Nachrichten über dich und deinen Blog geschrieben haben.", trom­petet es aus meinem Telefon.

"Ja, schon.", entgegne ich mit dürren Worten.

"Das ist alles? Obwohl da sogar etwas von charmant und schön ge­schrieben steht? Sonst flippst du doch beim kleinsten Kompliment jedesmal völlig aus? Ich erinnere mich noch an den einen Abend im Theater, als dieser junge Schauspieler zu dir gesagt hat..."


"Es reicht.", unterbreche ich Claudia schnell. Ich kann die alte Geschichte schon nicht mehr hören. "Ich hatte vielleicht ein halbes Glas Sekt zuviel getrunken und mein Heiratsantrag war ja auch nicht wirklich ernst gemeint."

"Ha!", lacht Claudia laut auf, so dass ich mir das Telefon ein Stück vom Ohr weghalten muss: "Das hat seine Frau damals aber völlig anders gesehen. Du hattest Glück, dass sie nur 1,60 war und du mit Pumps fast 1,90. Na gut, lassen wir das. Also, was passt dir nicht an dem Artikel?"

"Charmant und schön, ja ja.", platzt es aus mir heraus. "Das stimmt ja auch alles, aber ich hatte natürlich gehofft, die schreiben vielleicht „total schön“, oder wenigstens "sehr schön". Und nicht ein Wort von meiner ganzen Bescheidenheit und auch nicht darüber, wie schlau ich bin und dass ich irre viel Ahnung von Motorrädern hab und auch noch total gut kochen kann.

Und außerdem hatte ich es so verstanden, dass ich auf der Titelseite bin und nicht erst auf Seite 20 kurz vor den Todesanzeigen. Wer hat denn je eine Zeitung bis Seite 20 gelesen? Der ganze Artikel klingt überhaupt so, als wenn ich eine von diesen oberflächlichen Elsen bin, die immer nur geschminkt und schön sein wollen, oder?"
Schweigen in der Leitung.
"Claudia? Hast du gehört, was ich gesagt habe?"
"Äh, ja."
"Na und?"
"Aber nein, Tinky Winky.", versichert Claudia mit gequälter Stimme. "Du bist nun wirklich keine von diesen oberflächlichen Elsen, denen es nur auf ihr Aussehen ankommt."

Svenja in den Kieler Nachrichten Serie KN Kiel bloggtFazit: Ich finde es klasse, dass die Kieler Nachrichten unter der Überschrift "Kiel bloggt" eine Serie über die Kieler Bloggerszene aufgelegt haben. Hoffentlich werden noch viele weitere Kieler Blogger vorgestellt.

Ein wenig schade ist es, dass die Serie in den Kommentaren der Onlineausgabe bislang noch so wenig Resonanz findet.


Ganz nebenbei wird mir beim Lesen des Artikels bewusst, dass ich diesen Monat ein kleines Jubiläum feiern kann.

Fünf Jahre ist es her, dass ich wieder nach Kiel gezogen bin und kurz darauf den Switch von Sven zu Svenja gewagt habe und ebenso lange gibt es meinen Blog, Svenja-and-the-City. Puh, das war ein weiter Weg von hier bis heute.

Dienstag, 16. März 2010

Eine Frage der Liebe - Teil 2

Filmkritik eine Frage der Liebe
Und das geschah im ersten Teil:
In einem Gespräch beim Pastor hat Roy sich vor seiner Frau Irma als transsexuell geoutet. Sowohl der Pastor, als auch Irma sind schockiert.
Noch am selben Abend spricht Roy auch mit der 12-jährigen Tochter, Patty Ann, die daraufhin ganz offene Fragen an ihren Papa stellt. Roy ist Vorarbeiter in einer Traktorenfabrik und outet sich am nächsten Morgen auch gegenüber seinem Chef, der zwar wohlwollend reagiert, aber Angst um die Reaktion der Arbeiter hat.

Es fehlt noch der erwachsene Sohn, Wayne, der bislang nichts von der Transsexualität seines Vaters ahnt. Wayne reist mit einer RockBand auf ihrer Tour durch die USA und war schon lange nicht mehr zuhause. Aus diesem Grund schreibt Roy seinem Sohn einen Brief: "Lieber Wayne...".


Den Brief seines Vaters liest Wayne seinen Kumpels in der Bar laut vor...

Filmkritik Eine Frage der Liebe Transfilm






Der erste Tag nach dem Outing.
Roy trägt ein paar billige goldene ClipOhrringe zur Arbeit...


Filmkritik Eine Frage der Liebe Transfilm





Roy ist verzweifelt und nach einer schrecklichen Demütigung durch seinen eigenen Vater will er sich das Leben nehmen...


Mobbing auf der Arbeit wegen transgender



Roy ist nach Hause zurückgekehrt, nachdem sich Irma für eine Weile von ihm getrennt hatte. Er bittet Irma um Hilfe ...


Filmkritik Eine Frage der Liebe Transfilm



Ich möchte euch hier nicht alles verraten. Vielleicht wollt ihr euch den Film ja selbst noch anschauen. Es lohnt sich unbedingt. Eine Frage der Liebe erschien bereits 2003 und lief auch schon im Fernsehen. Bei Amazon gibt es ihn für weniger als 2 Euro.

Fazit: All die Jahre habe ich mir so sehr gewünscht, dass meine Familie, meine inzwischen geschiedene Frau und meine fünf Kinder sich diesen Film doch einmal ganz mit offenen Herzen und voller Neugier angesehen hätten. Stattdessen haben wir niemals auch nur ein einziges Gespräch über das Thema Svenja geführt. Wir waren sogar noch begrenzter, als die Menschen im bible belt der USA, die im Film als rückständig und verbohrt dargestellt werden. Und darüber komme ich einfach nicht hinweg...

Sonntag, 14. März 2010

Eine Frage der Liebe - Teil 1

Filmkritik eine Frage der Liebe
Roy und Irma leben im mittleren Westen der USA, irgendwo im sogenannten bible belt. Irma, gespielt von der unglaublich guten Jessica Lange, singt im Kirchenchor, während Roy als Vorarbeiter in der örtlichen Traktorenfabrik beschäftigt ist. Hier, wo Männer noch Männer sind und wo der Pastor beim Hausbesuch zum Eheberater wird, erscheint es völlig unmöglich, ein Leben als Transgender führen zu können.

Ausgerechnet in diesem Klima von Intoleranz bekennt sich Roy von einem Tag zum anderen ganz offen zu seiner Transsexualität. Er sei im falschen Körper geboren, heiße ab jetzt Ruth und werde sich irgendwann im nächsten Jahr operieren lassen.

Es kommt nicht oft vor, dass Hollywood einen Film zum Thema Transsexualität macht. Und wenn doch, dann werden wir dort gerne als tuntige Glamourgirls, oder sonstwie kaputte und entwurzelte Typen dargestellt. Aber dieser Film ist anders. Für mich ist "Eine Frage der Liebe" der beste Film, den ich bislang zu meinem Thema gesehen habe. Ich muss euch die Kritik in 2 Teilen servieren, weil die Comics doch etwas aufwendiger sind, als ich anfangs dachte. Oder versucht ihr mal durch einen blöden Tränenschleier hindurch Photoshop auf Pixelebene zu bedienen :-)


Roy outet sich vor Irma und vor Reverend Dale.

Filmkritik Eine Frage der Liebe Transfilm






Beim Abendessen weiht Roy seine Tochter Patty Ann ein.


Filmkritik Eine Frage der Liebe Transfilm





Gleich am nächsten Morgen outet sich Roy auch gegenüber Frank, seinem Chef in der Traktorenfabrik. Übrigens: Das Buch gibt es wirklich...


Filmkritik Eine Frage der Liebe Transfilm



Und das erwartet euch im nächsten Teil:

  • Werden die Jungs in der Traktorenfabrik ihren Vorarbeiter auch als Ruth akzeptieren?
  • Und wie reagiert Wayne, Roys und Irmas erwachsener Sohn auf die Nachricht?
  • Wird die christliche Gemeinde ihr langjähriges Mitglied Roy auch als Ruth akzeptieren?
  • Und werden Ruth und Irma dem Druck standhalten können?
Falls jemand den Film bereits kennt, bitte im Kommentar nicht zuviel verraten. Habt ihr überhaupt Lust auf einen zweiten Teil? Dann mache ich mich nämlich gleich an die Arbeit.

Dienstag, 9. Februar 2010

Die erste Abmahnung

Svenja und ein Glas Blanchet
„...wenden sich mit ihrer Veröffentlichung an einen Personenkreis, der durch eine besondere sexuelle Orientierung gekennzeichnet ist.“ Wie bitte?

Ich versteh nur Bahnhof, aber es wird sogar noch besser: „Eine derartige Rubrizierung stößt die Mehrheit der Besucher ab und veranlasst potenzielle Gäste, den Betrieb meines Mandanten gar nicht erst aufzusuchen.“


Moment mal, das muss ich von Anfang an lesen. Es geht ja gar nicht um meinen Blog Svenja-and-the-City, sondern um meinen Kieler Fremdenführer für Transgender.

In meinem Kieler Stadtführer beantworte ich die Frage, wo kann T-girl hingehen, auch wenn das Passing noch lückenhaft ist? Unter anderem empfehle ich Bars und Kneipen, die ich selbst getestet habe und die ich für besonders tolerant und weltoffen halte. Natürlich nenne ich auch die einschlägigen Szenelokale, wie das Birdcage, erwähne aber ausdrücklich, dass die Kneipe, um die es hier geht, eben kein solches Szenelokal ist, man dort als T-Girl aber dennoch gut aufgehoben ist.

Die Empfehlung dieser speziellen Kneipe steht allerdings schon seit Monaten auf meiner Streichliste, weil das Publikum im vergangenen Jahr ständig prolliger wurde, solange bis ich einmal in eine ziemlich heikle Situation geraten bin. Passing hin, oder her, wenn betrunkene Ausländer merken, dass in ihrer Kneipe Schwuchteln* tanzen, dann wird es gefährlich und so war es auch.

Inzwischen habe ich meinen Kieler Fremdenführer komplett vom Netz genommen, solange bis ich irgendwann Zeit finde, ihn ganz neu zu gestalten. Einige Tipps waren ohnehin veraltet und ich habe auch ein wenig das Sendungsbewußtsein verloren.

Fazit: Niemals habe ich daran gedacht, dass eine Bar, ein Restaurant, oder ein Theater vielleicht gar nicht von mir als besonders tolerant, nett und weltoffen empfohlen werden möchten. Machen wir uns nichts vor, was sollen denn die zahlenden Gäste denken, wenn dort Typen wie ich abhängen...?!

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*Schwuchteln: Eine Bezeichnung bildungsferner Schichten für jede Erscheinungsform von Transgendern, Homosexuellen und sonstwie verdächtigen Personen. Sehr beliebt ist auch der quer über die Straße gegröhlte Ruf: "Ey, Schwuchtel!"

Mittwoch, 17. Juni 2009

Svenja ist in der Zeitung

Transgender Nordelbische Svenja"Wir machen ein Special zum Thema 'Die perfekte Frau' und da kam mir sofort dein Blog in den Sinn." Mit allem hatte ich gerechnet, aber nicht nicht mit der Interviewanfrage einer renommierten Wochenzeitung, wie 'Die Nordelbische'.

Als evangelisch-lutherisches Kirchenblatt deckt Die Nordelbische wöchentlich unterschiedliche Themenbereiche rund um Gemeinde und Gesellschaft ab. Dabei geht es jedoch keinesfalls nur um kirchliche Themen. Ich bin erstaunt über den Mut der Redaktion, ein Thema wie Transsexualität anzuschneiden, denn sicherlich wird es aus der Leserschaft nicht nur positive Reaktionen geben. Doch andererseits unterscheidet sich die evangelische Kirche hier ganz deutlich und sehr klar von der Position der katholischen Kirche zur Transsexualität. Der Papst selbst hatte sich im Dezember 2008 in seiner Festtagsansprache deutlich gegen jede Form von Geschlechtsumwandlung ausgesprochen. Ich erinnere mich noch, wie mich seine Rede verletzt hat, denn in der Weihnachtszeit 2008 befand ich mich gerade in einem tiefen depressiven Loch. "Nicht mal Die wollen dich", dachte ich damals, "dabei sind Die doch für Nächstenliebe und Verständnis zuständig. Aber nicht mal Die...!"

Umso mehr freue ich mich auf das Interview mit Paula, einer fröhlichen jungen Frau aus der Redaktion der Nordelbischen. Wir treffen uns im Café Chelsey und sind schon nach wenigen Minuten in ein angeregtes Gespräch vertieft. Mit unserer guten Laune stecken wir uns gegenseitig an und Paula versteht es dabei ausgezeichnet, ein gutes Gesprächsklima zu schaffen. Ein wenig wirkt vielleicht auch der ausgezeichnete Pinot Grigio mit, den Eddie mir serviert.

Fazit:
Mir gefällt der Zeitungsartikel richtig gut. Der Beitrag ist mit guter Herzensbildung geschrieben und er berichtet davon, dass Transgender ansonsten ein ganz normales Leben führen. Wir haben Jobs, wir haben Freunde, wir essen, trinken und kaufen ein und manchmal sind wir erkältet, oder haben Rückenschmerzen, so wie andere Menschen auch. In dieser Darstellungsweise unterscheidet sich der Artikel wohltuend von der Berichterstattung anderer Medien, die Transsexuelle gerne in BILD und Fernsehen zur Freakshow antreten lassen. Dabei sind wir doch nur transsexuell. Keine große Sache eigentlich.