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Sonntag, 22. Dezember 2013

Weihnachtseinkäufe

Schnellen Schrittes stöckele ich die Beamten­lauf­bahn hinunter in die Kieler Fußgänger­zone. Heute habe ich dienst­frei, Weihnachts­ein­käufe erledigen. 

Ich lasse mich die Rolltreppe hinauf in den Sophienhof tragen, wo der Weihnachtsmarkt bereits in vollem Gange ist. Hundert bunte Buden mit tausend glitzernden Geschmack­losig­kei­ten, aber heute finde ich alles schön, nichts kitschig, nichts doof, nichts überflüssig, oder albern. Heute mag ich alles und könnte die ganze Welt umarmen.

Oh, schau mal die dunkelrote, gemusterte Strumpfhose bei New Yorker, wie Rotwein mit Spitze. Die müsste toll aussehen zu meinem schwarzen Minikleid. Fünf Minuten später geht es mit der ersten Tüte in der Hand weiter.

Bei Hamann finde ich den pinken Filzstift, den ich gesucht habe und weil die anderen Farben auch so schön sind, nehme ich gleich alle. Ich hab eine Faible für Schreibsachen. 

Ach, guck mal, die Strickleggings sind ja süß. Dicke Wolle mit allen möglichen bunten Mustern. Die müssten doch zu meinem weißen Strickkleid total schön aussehen im Winterlook zu den weißen Moonboots. Und die Schwarzen mit den Eulen drauf, die nehm ich auch gleich mit.

Nächster Halt Olymp & Hades, eigentlich nicht mein Laden, aber dieser Norwegerpulli im Fenster, der könnte vielleicht auch als Kleid funktionieren. Der Bauchnabel ist bedeckt und der Dubs zum größten Teil auch. Mit einer dicken Strumpfhose und hohen Stiefeln, die ein wenig vom Rest ablenken, könnte das gehen. Praktischerweise bekomme ich hier eine Tüte zum Umhängen, denn die Hände habe ich schon voll.

Inzwischen habe ich all mein Bargeld ausgegeben und noch kein einziges Geschenk gekauft, außer für mich selbst. Vor elf Uhr das erste Mal am Geldautomaten, ich bin wirklich gut in Form heute.

Allmählich bekomme ich Hunger. Der neue Food Court im Sophienhof bietet solch eine Riesenauswahl leckerer Sachen, dass ich mich kaum entscheiden kann. Beef Bombay beim Inder, oder teste ich lieber den neuen Schnitzelpalast? Ich mag indisch, aber gegen ein klassisches, deutsches Gericht, wie das Wiener Schnitzel, hat die Currygang heute keine Chance.

Während ich ein Bier trinke und auf mein Schnitzel warte, möge es groß und frittiert sein, gehe ich in bester Laune die Tüten mit meiner Beute durch. 

Nachdem ich all die Jahre so pleite war, durch Unterhalt und Eheschulden, ist es ein wunderbares Gefühl, sich wieder all die kleinen Dinge leisten zu können, die man im Grund nicht braucht, die aber trotzdem so viel Freude machen. 

2013 war überhaupt ein Premiumjahr. Ich bin kerngesund, der Dienst hat mir Freude gemacht und ich hatte eine sagenhafte Sommerreise mit Motorrad und Zelt zum Nordkap. Viel besser kann ein Leben nicht sein, denke ich, und wenn ich gefragt werde, was ich mir wünsche, dann ist da nicht viel. Ich möchte weiter so gesund und fit bleiben und ich hätte gerne diese einen schwarzen Pumps von Buffalo und dass Kawasaki eine stärkere Einzylinderenduro rausbringt, aber das sind Projekte für ein anderes Weihnachtsfest.

Frohe Weihnachten, ihr Lieben.

PS: Natürlich habe ich auch noch ein paar schöne Geschenke für meine Leute gekauft, aber die darf ich nicht verraten, denn man weiß nie, ob die nicht mitlesen. Nur soviel: Ich war auch bei Saturn!

Mittwoch, 26. Juni 2013

Coming Home

Seit ein paar Tagen bin ich aus dem Urlaub zurück. Ich habe den Polarkreis überquert, war auf den Lofoten, in Tromsø, in Hammerfest und am Nord­kap. Einmal waren es bloß noch 2.090 km bis zum Nordpol und ich habe mich gefühlt wie die Adventure Queen herself.

Doch jetzt gibt es einen echten Renovie­rungs­stau bei Greeny, Pieps und mir. Wir haben jede Nacht woanders gezeltet, sind 6550 km Motorrad gefahren, sind nass geworden, haben gefroren und hatten Körperpflege und Wellness nur im Notprogramm. Welch eine tolle Reise das war.

Inzwischen ist die Kawasaki zur Inspektion, liegt die Wäsche wieder aprilfrisch im Schrank, sind die Augenbrauen gezupft, Nägel, Haare und Füße gemacht. Es fehlen nur noch ein paar neue Klamotten, damit ich am Montag nicht in den alten, abgetragenen Sachen zum Dienst gehen muss. Was ich jetzt brauche, ist ein erstklassiger Prädikats Shopping Tag mit jeder Menge Glitzer, Glamour und Girly Whirly.

Pünktlich um 9 Uhr fahre ich die lange Rolltreppe nach oben in den CITTI-Park. H&M öffnet erst in 30 Minuten, also ist noch Zeit genug, um kurz bei ESPRIT vorbeizuschauen. Dort finde ich leider überhaupt nichts. Bis auf ein graues Ballonkleid und zwei Paar schwarze Leggings. Habe ich alles schon, aber ich will nicht unhöflich sein und aus dem Laden gehen, ohne etwas zu kaufen.


Bei H&M entdecke ich ein kobaltblaues Minikleid, das ich unbedingt haben muss, aber es hängen nur noch S und XS auf den viel zu dicht gepackten Kleiderständern. Größen für Hamster. Ich brauche L, eigentlich sogar XL, aber das möchte ich hier nicht outen. Aus reinem Trotz kaufe ich zwei andere Minikleider und ein paar Ballerinas.

Nächster Halt: Vero Moda, mein absoluter Lieblings Klamottenladen. Ich kaufe ein schwarzes Minikleid und ein ziegelrotes T-Shirt, das man mit etwas Fantasie und noch mehr Mut aber auch als Kleid tragen kann, und eine Treggings, eine Mischung aus Trousers (Hosen) und Leggings. Nicht dass ich jemals Hosen tragen würde, aber es ist gut, welche zu besitzen und diese fühlen sich so wunderschön weich an.


Auf dem Rückweg halte ich bei einem Indischen Restaurant und bringe für Claudia, Pieps und mich Chicken Curry, Beef Bombay und Hähnchen in Koriander mit. Jetzt bin ich richtig zu Hause angekommen und fange an, einen kleinen Reisebericht über Pieps' und meine Erlebnisse in Norwegen und anderswo zu schreiben. Über die vielen Kommentare während ich unterwegs war, habe ich mich  schon sehr gefreut.

Fazit: Vieles, das mir sonst so einen Spaß macht, bleibt auf meinen Motorradreisen außen vor. Die flippige Mode, das tolle MakeUp, die schönen Haare, überhaupt das Ganze weibliche Drumherum. Für einige Wochen bin ich dann Svendura, eine toughe Amazone ohne Girly Faktor. Trotzdem liebe ich meine Motorradreisen, aber danach gönne ich mir von dem Rest der Urlaubskasse einen ausgedehnten Shopping Trip und mache mir selbst eine Freude.

Sonntag, 6. Januar 2013

Warum ich lieber online einkaufe

Ehrfürchtig trete ich an die Glas­vitrine mit den teuren Schreib­ge­rä­ten heran. In der Mitte liegt ein grüner Kolben­füller, ein Pelikan Souverän M600 aus Lack. Genau so einen habe ich auch, er ist wunderschön. Aber was wäre ein handge­schrie­­bener Brief ohne ein per­sön­liches Siegel aus Lack? 

Ich habe zwar ein Petschaft, so nennt man den Siegel­stempel, aber ich suche ein Neues und bin auf die Auswahl gespannt, die mir in Kiels Tempel der Schreibkunst geboten wird.

Eine junge Verkäuferin steht hinter dem Tresen, in dem die edlen Schreibgeräte unter einer Glasplatte präsentiert werden.

"Entschuldigen Sie bitte", eröffne ich das Gespräch, "ich suche ein Petschaft."
"Was suchen Sie?"
"Ein Petschaft. Das ist ein Stempel mit dem man Siegel machen kann."
An ihrem Blick sehe ich, wie fremd mein Wunsch ist. Wo sollte man bei WhatsApp auch das Siegel drauf­quet­schen? Aufs iPhone?

Ich schlendere weiter die Holtenauer Straße entlang zu Hugendubel, einer Art Buchhandlung. Ich erinnere mich, dass ich das letzte Petschaft, das ich verschenkt habe, auch in einer Buchhandlung gekauft habe.

"Was soll das sein?", fragt die Verkäuferin unwirsch, als ich meinen Wunsch vortrage. 
"Das ist so ein Ding, mit dem man Siegel machen kann", vereinfache ich meine Erklärung in ent­schul­digendem Tonfall. Es ist mir unangenehm, dass mein Wunsch solche Schwierigkeiten verursacht.

"Sowas ha'm wir nicht. Wir sind eine Buchhandlung!" pflaumt sie mich an und zieht ein Gesicht, wie das Untier in Bloodfighter of the Underworld am Ende des zweiten Levels.

Ich versuche das bisschen Contenance zu bewahren, das mir zur Verfügung steht und antworte lahm: "Das Letzte habe ich aber auch in einer Buchhandlung gekauft", während ich in Wahrheit denke: "Pass mal auf, du dämliche Else, ich kann nichts dafür, dass du deine Briefe mit Kuli auf die Rückseite einer Brötchentüte kritzelst."

Ich finde es nicht schlimm, wenn man etwas nicht weiß, schließlich bin ich selbst nicht gerade die hellste Kerze im Leuchter, sondern es ist diese aggressive Vorneverteidigung, mit der Nichtwissen geleugnet und dem Kunden das Gefühl gegeben wird, er sei zu doof: Der gefragte Gegenstand existiere nicht, habe nie existiert und es gebe keinen Grund, ihn jemals zu erfinden. Denselben Mechanismus kenne ich auch aus Foto-, Computer und sogar Fleisch­abteilungen. 'Kenne ich nicht' bedeutet 'Gibt es nicht'. 

Das Gespräch hätte ja auch so ablaufen können:
"Ich suche ein Petschaft."
"Entschuldigen Sie, das sagt mir jetzt nichts. Was ist das?"
"Ein Stempel, mit dem man Siegel macht"
"Ach so, jetzt weiß ich, was Sie meinen. Nein, tut mir leid, das führen wir leider nicht, aber wir haben sehr schöne Schreibpapiere, falls sie so etwas interessiert."

Fazit: Wenn ich bei Amazon den Suchbegriff Petschaft eingebe, werden mir 358 Siegelstempel präsentiert. Darunter edle Stücke aus poliertem Edelholz und Messing in einer hübschen Geschenkbox. Genau deshalb kaufe ich so gerne online, während ich mit der Maus in der einen und dem Kaffee in der anderen Hand vor meinem Computer sitze.  Online gibt es alles, online kennt alles und online ist immer glei­cher­maßen freundlich. Sogar, wenn ich im Nachthemd im Laden erscheine...

Sonntag, 22. Januar 2012

Sechs Dinge, die ich nie wieder kaufen werde


Lady Cavendish's Alibi scheint mir mehr als dürftig zu sein, solange sie bei ihrer Behauptung bleibt, sie habe bereits geschlafen, als ihr Mann aus Badger's Drift ins Herrenhaus zurück­ge­kehrt ist. 
  
Während mein Kollege, Inspector Barnaby, ihre Aussage zu Protokoll nimmt, sehe ich mich ein wenig auf dem Landsitz der Cavendishs um, wo ich DCI Barnaby an diesem Abend bei seinen Ermitt­lun­gen begleite.

Die Kamera schwenkt nach links und fährt langsam hinüber in den Salon. Ich betrachte die Einrichtung, sehe Lampen, Möbel, Teppiche, Vasen und viele schöne Dinge.

Dabei fällt mir auf, dass sie etwas gemeinsam haben: Alle machen den Eindruck, als seien sie von hoher Qualität und schon vor langer Zeit angeschafft worden, ohne etwas von ihrer Schönheit und Funktionalität eingebüßt zu haben.

Wenn man es klug anstellt, dann braucht man einige Dinge nur ein einziges Mal im Leben zu kaufen und danach nie wieder. Vielleicht mag ich deshalb keine Sonderangebote. Mein Geld ist knapp und deshalb kaufe ich nur das Beste. Sonderangebote kann ich mir nicht mehr leisten.

Ich formuliere einen Wunsch, betrachte ihn von allen Seiten, hole Informationen ein, wäge Alternativen ab und entscheide mich am Ende für den einen, besten Gegenstand. Der soll es sein. Kein anderer. Der Preis ist nur wichtig, wenn es gleichwertige Alternativen für weniger Geld gibt.

Der alte Lord Cavendish hat die klassischen Empire Leuchter auf dem Kaminsims sicher auch nicht im Sonderangebot erstanden und was die Cavendishs mir an Geld voraushaben, das mache ich mit Geduld wieder wett, denn ich kann warten.

Was sind das für Gegenstände, die man nur ein einziges Mal zu kaufen braucht, wenn man es gleich richtig anstellt? Ich habe keinesfalls Antiquitäten im Sinn, sondern ganz alltägliche Dinge, von denen ich sogar einige bereits besitze.

Lautsprecherboxen. Ein gutes Paar Boxen hält ein Leben lang. Vor 17 Jahren habe ich  PC-Boxen von Cambridge Soundworks gekauft und noch immer stellen sie Vieles in den Schatten, das ich bisher am Computer gehört habe. Heute freue ich mich, dass ich damals etwas Gutes gekauft habe, denn seit ich keinen Fernseher und keine Stereoanlage mehr besitze, sind sie an meinem iMac doppelt wertvoll.

Ein guter Füllfederhalter. Seit 14 Jahren schreibe ich mit einem Pelikan M600 und er wird immer besser. Die Goldfeder ist inzwischen perfekt auf meine Hand eingeschrieben. In zehn oder zwanzig Jahren werde ich ihn sicher einmal zum Füllhalter Doktor zur Inspektion bringen, aber ansonsten scheint er für die Ewigkeit gemacht.

Möbel. Gute Möbel überdauern Jahrhunderte und obwohl ich möbliert wohne, habe ich doch drei eigene Möbelstücke. Einen Ohrensessel, einen Bürosessel aus Büffelleder, der seit 19 Jahren immer schöner wird und dieses wunderschöne Bett aus weißem Palisanderholz, das ich aus Indien über einen Versandhandel für Kolonialmöbel bestellt habe. Massive, alte Handwerksarbeit, unglaublich schwer, stabil und teuer, aber ich werde nie wieder ein anderes Bett kaufen müssen. 

Töpfe und Pfannen. Ein Jahr lang habe ich auf meinen Skeppshult aus gegossenem Roheisen gespart.  In keinem Topf gelingt Daube Provencale besser als in diesem. Und auf meinen Motorradreisen brate ich seit neun Jahren in einer Titanpfanne von Trangia,  die kaum mehr als 100 g wiegt und trotzdem unverwüstlich ist.

Werkzeug. Für mein Motorrad benutze ich nur Markenwerkzeug von Gedore und Hazet. Jeden einzelnen Schlüssel, jede Nuss und jeden Schraubendreher habe ich sorgfältig ausgewählt. Wer soviele Schrauben wie ich mit billigem Werkzeug aus dem Baumarkt ruiniert hat, der weiß, was gutes Werkzeug wert ist.

Messer. Mit meinem  Buck Vanguard bin ich beim Endurowandern jeder Herausforderung gewachsen, vom Schneiden der Entrecotes über Feuerholz machen, bis zur Bekämpfung Aufständischer.

Mein Leben ist übersichtlich und ich möchte nur wenige Dinge besitzen, aber die sollen von höchster Qualität sein. Sie müssen die Zeit überdauern, gut aussehen, Klasse haben und mir lange Freude bereiten. Der Preis ist nicht so wichtig, denn ich habe die Geduld, um lange für meine Wünsche zu sparen.

Fazit: Es gibt sicher noch weitere Gegenstände, die bei kluger Auswahl und angemessener Pflege ein Leben lang halten können und wo das Hochwertige und Teure am Ende das beste Angebot ist. Inzwischen achte ich darauf, möglichst nur noch solche Artikel anzuschaffen. Auf welche Gegenstände mag das noch zutreffen?

Am Ende war es übrigens doch nicht die alte Lady Cavendish, die ihrem Mann hinübergeholfen hat, sondern ein Earl of SoUndSo aus dem Ruderclub, aber die ganze Geschichte war so verworren, dass ich nicht alles verstanden habe. Barnaby hat die Sache letztlich aufgeklärt. Ich habe mehr auf die Einrichtung geachtet...

Mittwoch, 14. September 2011

After Outdoor Fashion Flash

Svenja and the CityIch stehe als vierte Kundin bei H&M an der Kasse und sehe zu, wie ein junges Mädchen die Preise scannt und die großen, farb­gefüllten Diebstahl­sicher­ungen ent­fernt, bevor sie jedes einzelne Teil ordentlich zusammen­legt und in eine Tüte packt. Es dauert ewig bis ich endlich dran bin. 

Was mache ich hier? Vor drei Tagen bin ich doch noch auf meiner Enduro durch matschige Wälder in Schweden gedüst, hab mich nassregnen lassen, im Zelt geschlafen, und stehe jetzt hier voll aufgebrezelt mit mehr Taschen und Tüten beladen als ein Mensch tragen kann. 

Es ist Dienstagmorgen und ich bin schon früh in den Kieler CITTI-Park gefahren. Zuerst schaue ich bei VERO-Moda rein. Das ist mein Lieblingsladen, wo ich die meisten meiner Klamotten kaufe. Heute will ich mich aber nur umsehen. 

Eine halbe Stunde später stehe ich mit einem kleinen Einkauf wieder in der Mall. Die waren total nett bei VERO-Moda und haben mir sogar wieder die große Shoppertasche von ONLY geschenkt. Die drei Minikleider un die beiden Thermoleggings passen gerade so hinein. Nur mit den Kleidern stimmt was nicht, die sind auf dem Kassenzettel merkwürdigerweise als Pullover gelistet. Komisch, aber der Preis stimmt. Sicher hat sich das Mädchen an der Kasse nur vertan. 

Ich stöckele weiter durch die Mall, probiere bei New Yorker lustlos ein paar schwarze Keilstiefel an und verlasse den Laden, ohne etwas zu kaufen. Ich bin stolz auf mich. Außerdem hatten sie die Stiefel nicht mehr in 41. 

Nächster Halt H&M. Nichts kaufen, nur umschauen. Mit einem dunkelblauen Strickkleid, einer schwarzen Treggings*, einem grauen Wollmini vom Typ Chefsekretärin und einer Handvoll dicker kurzer Strickkleider stehe ich kurz darauf an der Kasse. Unterwegs habe ich noch ein paar gerippte Strickstrumpfhosen in grau und anthrazit zusammengerafft..

Svenja and the City
Völlig ausgehungert stelle ich mich an den Hansen-Wurststand um ein paar Wiener zu essen. Ich liebe Hansen Würstchen und kann mir gerade noch ein: "Sechs Stück, ein Tablett, viel Senf", verkneifen. Stattdessen bestelle ich mit schüchterner Stimme ganz damenhaft: "Zwei Paar, bitte." 

Jetzt würde ich mich gerne noch kurz zum Thema "Schuhe" informieren. Bei BeJuicy im Obergeschoss sind Keilstiefel dekoriert. Ich probiere ganz unverbindlich ein Paar hohe Stiefeletten und schwarze Schnürstiefel mit 9 cm Keilabsätzen an. Als Minuten später "Zahlung erfolgt" im Display des EC-Terminals aufleuchtet, spüre ich, dass mein Klamotten Frenzy für heute befriedigt ist.

Auf dem Weg zurück ins Parkhaus schaue ich aus Höflichkeit kurz bei Deichmann rein, denn ich möchte nicht, dass die mich mit der Tüte von BeJuicy vorbeistöckeln sehen und später beleidigt sind, weil ich nicht wenigstens reinschaue und "Hallo" sage. Ohne ein einziges Teil gekauft zu haben, außer dem Angebot der Woche, den braunen Overkneestiefeln zum Krempeln, stöckele ich endlich in die Tiefgarage zu meinem Auto.

Fazit: Den Reisen auf der Enduro mit Zelt und Schlafsack gehört meine ganze Leidenschaft, aber sie lassen nur wenig Raum für Feminines. Viel Schmutz, sparsames Gepäck und kein bisschen bling bling. Wenn ich dann von einer Tour zurückkomme, kriege ich zuhause den totalen "After Outdoor Fashion Flash". Die Ausgaben für Kleider, Pumps und Stiefel gehören inzwischen zu jeder Reise, ebenso wie die für Benzin, Entrecotes und Fährtickets. So extrem wie diesmal habe ich allerdings schon lange nicht mehr zugeschlagen...

PS: gerade entdecke ich noch eine neue Handtasche und ein paar kuschelige Hausschuhe in einer Tüte. Keine Ahnung, wann die passiert sind...
*Treggings: Eine Mischung aus Trousers und Leggings. Im Grunde sind das Leggings mit Taschen und Gürtelschlaufen. Halb Hose, halb Leggings.

Samstag, 26. März 2011

Aktion Gute Laune Teil 3: Ein Besuch bei Bijou Brigitte

"Aber du hast doch schon Dutzende von Ohrgehängen, Ohrringen und -steckern, Armreifen und Kettchen in allen mög­lichen Größen, Formen und Farben. Sogar in lila. Ein Weih­nachts­baum ist nichts dagegen. Wieviele Stücke von diesem billigen Tand willst du dir denn noch kaufen?" regt Claudia sich auf.

Kann man nicht einmal im Leben in Ruhe durch die Fußgängerzone stöckeln und dabei einen ganz beiläufigen Blick in das Schaufenster von Bijou Brigitte riskieren, ohne gleich dermaßen abgekanzelt zu werden?

"Das ist kein billiger Tand.", protestiere ich entrüstet. "Da sind welche drunter, die haben mal eben locker 5 Euro gekostet. Und außerdem ist Silber inzwischen das neue Gold und da lohnt es sich immer, ein wenig freies Geld anzulegen.", lasse ich die Finanzexpertin heraushängen.

"Du willst für 5 Euro billigen versilberten Modeschmuck kaufen und betrachtest das hochtrabend als Teil deiner Altersversorgung?", regt Claudia sich auf. "Du schaffst mich, Tinky Winky. Hauptsache, du behälst genug Geld übrig, um bei Tchibo nachher deinen Kaffee selbst zu bezahlen."

Zwei Minuten später stehe ich mit dem kleinen Körbchen in der Hand zwischen tausenden von Ohrhängern, -steckern und -ringen. Nehme ich die großen Silberscheiben mit den weißen Ornamenten, oder die langen Anhänger mit den drei Ringen? Ich kann mich nicht entscheiden und lege vorsichtshalber beide in den Korb.

Svenja kauft Schmuck bei Bijou Brigitte in Kiel

Als an der Kasse für den kleinen Korb voller Geschmeide 9,95 Euro aufgerufen werden, bekomme ich zuerst einen Schreck, aber mit stoischer Miene zücke ich meine EC-Karte und überreiche sie dem Schmuckhändler. Für eine Investition in die eigene Altersversorgung und für echten Schmuck muss man eben auch etwas Geld in die Hand nehmen, denke ich...

Montag, 21. März 2011

Flashback

SvenjaWas ist nur los mit mir? Vor ein paar Tagen hat mich ganz unvermittelt eine so tiefe Traurig­keit überfallen, dass ich wie unter Schock stand und es mich regelrecht erschreckt hat.

Seitdem sitze ich zuhause in meiner hübschen Wohnung. Die Kaffeemaschine läuft, Kerzen brennen und im Hintergrund läuft leise Klassik­radio. Aber nicht einmal Pachelbels Kanon in D-Dur kann mich heute aufheitern.

Ich muss auf der Stelle etwas unternehmen, sonst versinke ich immer tiefer in dieser blöden Traurigkeit. Aus der Vergangenheit weiß ich, dass Hausarbeit, oder die Gesellschaft fremder Menschen mich schnell ablenken können. Heute müssen es Menschen sein und in der Vergangenheit haben sich besonders jene bewährt, die sich in Schuh­geschäften aufhalten.

Bevor ich losfahre, rufe ich Claudia an, ob sie Lust hat, mitzukommen. Ich muss sie nicht lange überzeugen und kurz darauf sind wir gemeinsam unterwegs nach Raisdorf. Claudia kennt mich schon viele Jahre und merkt sofort, dass es mir nicht gut geht. Mit einem Gefühl, als sei mein Hund gestorben, lenke ich den kleinen Seat schweigend durch den Kieler Stadtverkehr.

Wenige Minuten später stelle ich das Auto im magischen Schuhdreieck zwischen Deichmann, Shoe-for-You und dem Hess-Schuhmarkt ab und betrete zum ersten Mal ein Schuhgeschäft ohne mein breites Grinsen voller Vorfreude auf die schönste Nebensächlichkeit der Welt.

Mit Trauermine schreite ich im ZickZack an sämtlichen Schuhregalen vorbei, ohne eines auszulassen. Außer den Birkenstocks und Turnschuhen natürlich. Die gülden nicht als Schuhe und turnen will ich auch nicht. Ich bin so traurig, dass mir heute gar nichts gefallen kann und ich nicht einmal etwas anprobiere.

Im Geschäft nebenan suche ich ohne echtes Interesse nach einer dünnen Fleecejacke für meine Motorradtour im Sommer. Die Jacke soll klein genug sein, um noch in meine Gepäckrolle zu passen und pink genug, dass ich sie auch leiden mag. „Die Pinke gibt es nur noch in M“, informiert mich eine nette Verkäuferin. „Ja.“, denke ich. „Und zwar in M für Hamster.“, denn ich komme nicht einmal mit dem Unterarm in den Jackenärmel hinein. Ich ärgere mich darüber, dass ich nichts Passendes finde und das ist gut so, denn alles ist besser als diese Traurigkeit. Ärger tut gut. Er überlagert dumpfe Gedanken und frisst Traurigkeit.

Den Hess-Schuhmarkt betrete ich ohne große Erwartungen. Hier gucke ich schon seit Jahren immer wieder, aber die Schuhe waren mir meistens einen Tick zu langweilig und altbacken. "Sowas kann ich noch tragen, wenn ich 30 bin.", denke ich, aber vielleicht ergattere ich wenigstens eine hübsche Strumpfhose im Angebot.

Freudlos und ohne echtes Interesse schreite ich die endlosen Reihen von Schuhen entlang. Trotzdem sind meine Gedanken jetzt nicht mehr ganz so trübe, wie noch vor Stunden. Die Ablenkung tut mir gut. "Claudie, guck mal!", rufe ich plötzlich laut durch den Laden und bin selbst erstaunt über die Freude in meiner Stimme: "Eine ganze Abteilung mit Sonderangeboten von Akira und Buffalo Girl." Buffalos sind meine absoluten Lieblingsschuhe, aber entweder sind sie zu teuer, oder zu klein. Meistens beides. Bei Buffalo ist 41 mehr eine Idee, als eine Größenangabe.



Ohne große Hoffnung probiere ich ein paar wunderschöne Slouchstiefel aus schwarzem Wildleder an. Es ist das letzte Paar und außerdem um die Hälfte reduziert. Ich wollte zwar keine Stiefel mehr kaufen, aber dies ist ein Notfall und da kann ich mich nicht von Grundsätzen gängeln lassen. Die Stiefel passen wie angegossen und ich nehme sie.

Gerade als ich meine Beute glücklich zur Kasse tragen will, entdecke ich die schwarzen Buffalo Stiefel, die ich schon seit Monaten gesucht habe. Es sind flache Overknees aus schwarzem Wildleder mit einem Futter aus hellem Kuschelfell. Die Stiefel sind handschuhweich und wie für mich gemacht. Ich nehme sie.

Die kleine Freude hat mit einem Schlag den Kokon aus Traurigkeit, Trübsinn und Grübelei durchbrochen und innerhalb von Minuten meine Laune deutlich aufgehellt. Ich kann das Dunkle im Hinterkopf noch spüren, aber im Moment hat es keine Macht mehr über mich und glücklich tänzele ich ein paar Schritte vor dem Spiegel umher, wie ich das gerne tue, wenn ich gute Laune habe. Claudia freut sich mit mir, aber am meisten wohl darüber, dass ich endlich einmal wieder gelacht habe.



Dreimal muss ich den Weg zur Kasse proben, bis Claudia endlich das richtige Foto im Kasten hat, weil andauernd irgendwelche mies gelaunten Landeier durchs Bild wanken. Nächstes Mal nehme ich eine Rolle Absperrband mit und werde auch die Angestellten briefen, damit sie nicht so unintelligent in die Kamera glotzen, wenn wir unsere Fotosession machen.

Einem freudlos dreinblickenden Mitfünfziger, der meinetwegen kurz warten muss, schenke ich ein Lächeln, mit dem ich normalerweise Krokusse unter 10 cm Eis hervorlocken kann, aber er starrt nur stumpf zurück. "Merkwürdig.", denke ich, "Licht ist an, aber keiner zuhause." Wie kann jemand an einem so schönen Tag nur dermaßen miese Laune haben? Ich verstehe solche Typen einfach nicht.

Fazit: Mir geht es gerade nicht so gut. Ich hatte einen furchtbaren Flashback* und bin deshalb traurig und deprimiert, aber ich tue selbst etwas dafür, damit es mir bald wieder besser geht. Schuhe kaufen ist ganz sicher kein Mittel gegen tiefe Traurigkeit, aber mir hat es heute geholfen. Mit Claudia habe ich noch lange drüber diskutiert, wie es möglich ist, dass etwas Belangloses eine so starke Wirkung haben konnte. Das kann unmöglich wegen irgendwelcher Schuhe sein. Ist es vielleicht das Erfolgserlebnis? Das Gefühl, etwas gewonnen und fette Beute gemacht zu haben? Mir ist darauf keine Antwort eingefallen. Aber auch wenn so ein Flashback vielleicht schlecht für die Seele ist, für unsere Wirtschaft ist er ein Segen.



*Flashback: Das psychologische Phänomen, wenn durch einen Schlüsselreiz eine ganz starke Erinnerung ausgelöst wird und man vergangene Gefühle noch einmal intensiv neu durchlebt und durchleidet.
siehe: Wikipedia, Flashback, psychologisch

Montag, 7. Februar 2011

Svenja muss sparen

Svenja kauft bei ALDI"Wie bitte?", zetert Claudia. "Du hast erst lächer­liche 47,50 EUR gespart für fünf Wochen Urlaub in Schottland? Für Essen und Trinken, Benzin und Über­nach­tung? Und wie kommst du überhaupt auf diese schräge Summe?"

"Weil ich genau soviel Geld gerade im Portmonee habe.", gebe ich zickig zurück. Und nach einer kurzen Pause, um die Wirkung zu erhöhen: "Plus einen Universal­chip für alle Einkaufs­wagen."

Doch das scheint Claudia nicht zu beeindrucken: "Du kannst doch unmöglich schon dein ganzes Weihnachtsgeld verpulvert haben und das, was dein Papa dir zum Geburtstag geschenkt hat?"

"Kann ich wohl!", erwidere ich und ziehe das 'o' dabei etwas in die Länge, damit es trotziger klingt. "Außerdem habe ich das nicht verpulvert, aber was kann ich denn dafür, wenn Buffalo zu Silvester 15 % auf alle PeepToes gibt und ich 10 % bei H&M bekommen habe? Und der fette 10 EUR Gutschein von Zalando? Soll ich das alles verfallen lassen? Weißt du eigentlich, was das für Werte sind? Na, du bist mir ja eine tolle Geschäftsfrau.", stelle ich kopfschüttelnd fest.

Ich wundere mich immer wieder darüber, wie unbedarft Claudia in Geldfragen ist. Sie erkennt überhaupt keine guten Gelegenheiten. Sogar die Gewinne und Kreditangebote, die manchmal in der Post sind, schmeißt sie einfach weg. Kann man sich sowas vorstellen?

Zum Glück denke ich ständig mindestens zwei Schritt voraus und lasse mir keine Gelegenheit zum Sparen entgehen. Wozu habe ich schließlich ein Hochleistungshirn, aber sie versteht es natürlich nicht: "Sag mal, Claudie: Hast du überhaupt die geringste Vorstellung davon, was mir das in der Vergangenheit schon alles eingebracht hat?"

"Ja.", erwidert Claudia trocken: "47,50 EUR."

"Tinky Winky, du musst endlich anfangen, zu sparen. Sonst wird das nichts mit deiner Reise und du stehst nach einer Woche schon wieder vor der Tür. Schuhe hast du doch nun wirklich genug und deine Lebensmittel musst du auch nicht unbedingt im edelsten Feinkostmarkt der Stadt einkaufen. Warum gehst du nicht mal zu ALDI, oder zu LIDL? Mehr Geld kann man doch gar nicht sparen."

Hmm, na gut. Vielleicht hat Claudia Recht, wenn auch nicht in der Schuhfrage. Aber wenn das stimmt, und man bei diesen Discountern wirklich alles billiger bekommt, warum nicht? Ich habe schon mal etwas über diese neuen Märkte gelesen und vielleicht gibts ja sogar hier in Kiel eines von diesen ALDI Geschäften. In Zukunft werde ich also beim Discounter einkaufen. Es ist ja auch völlig egal, wo ich nun meinen Blanchet, die Fuet und den Ofenkäse in den Einkaufswagen lege. Ich kenne da keine Vorurteile. Ich hoffe nur, dass die da Einkaufswagen haben...?

Außerdem finde ich es immer total spannend, eine neue Fleischabteilung auszuprobieren. Und selbst wenn sie kein Charolais Rind haben sollten, dann nehme ich eben Schottisches Angus Beef. Ich bin da nicht so festgelegt, denn wer sparen will, der muss auch mal bereit sein, zu verzichten.

Donnerstag, 11. November 2010

Frauen verstehen

Svenja kauft Wäsche„Die Else wartet doch nur darauf, sich in ihrer neuen sexy Wäsche zu präsentieren. Mit nichts an, außer ein wenig schwarzer Spitze und einem bezaubernden Lächeln. Von wegen, das kauft sie nur für sich selbst. Ich bin doch nicht blöd. Ich weiß, wie sowas läuft.“

So, oder so ähnlich habe ich in meinem ersten Leben gedacht. Ich habe es nie glauben können, wenn eine Frau mir erklärt hat, dass die schöne Wäsche, oder das Parfum für ihr eigenes Wohlbefinden sei. Das ist doch eine faule Ausrede, weil sie nicht zugeben mag, dass sie damit groß rauskommen will.

Aber heute, fünf Jahre später, wo stehe ich da? Bei H&M vor dem Wäscheregal und suche gedankenverloren einen neuen BH aus. „Warum? Ist der alte kaputt gegangen, oder springt er nicht mehr an?“, lautet die typische Jungsfrage. Doch was soll man von Menschen anderes erwarten, die sich die längste Zeit ihres Lebens die Unterwäsche von Frauen kaufen lassen.

Außerdem habe ich das Recht, zu meckern und mich ein bisschen lustig zu machen. Weil ich beide Seiten kenne? Nein, sondern weil ich in meinem ersten Leben genauso war. Ich hab meine Unterwäsche auch nicht selbst gekauft.  :-)

Heute aber kaufe ich mir diesen neuen BH, weil ich ihn schön finde und weil ich mich darin schön finde. Und ich passe ganz sicher auf, dass mich niemand darin zu sehen bekommt, außer mir selbst morgens im Badezimmerspiegel. Manche Dinge versteht man eben erst, wenn man sie selbst erlebt hat.

Ich frage mich aber, wie es anderen Frauen ergeht? Empfinden sie ähnlich? Und was ist mit den Jungs, bzw. mit ihren Männern? Lassen die sich ihre Unterwäsche heute noch immer von ihrer Partnerin kaufen?

Freitag, 5. November 2010

Schuhe kaufen macht Spaß

Svenja bei Deichmann CITTI-Park Schuhe kaufen„Sag mal, wieviele Paar Schuhe willst du dir eigentlich noch kaufen? Man kann doch nicht sein ganzes Geld in Ballerinas, Pumps und Stiefel stecken.“, zickt Claudia mich von der Seite an, während wir gemeinsam durch den Kieler CITTI-Park stöckeln.

"Und wo genau steht das noch mal geschrieben?", gebe ich ebenso zickig zurück und bin auf der Stelle eingeschnappt.

„Und außerdem stecke ich keinesfalls all mein Geld in Schuhe. Oder glaubst du, dass ich meine ganzen Röcke, Kleider und Strumpfhosen geschenkt bekomme? Und die Parfums, das MakeUp und den Schmuck? Es ist eben nicht ganz billig, eine Frau zu sein. Nicht einmal die Hälfte meines Geldes  investiere ich in gutes Schuhwerk. Wenn überhaupt...“

"Gutes Schuhwerk, dass ich nicht lache.", muffelt Claudia vor sich hin und aus den Augenwinkeln sehe ich, wie sie schon wieder die Augen verdreht, obwohl sie genau weiß, wie ich das hasse: "Wenn ich nur an die pinken Korkpantoletten denke, die du unbedingt haben wolltest und dann hast du sie nur ein einziges Mal angezogen, weil du dir damit fast die Gräten gebrochen hättest. Von wegen, Gutes Schuhwerk..."

„Na und? Ist doch egal. Die waren aber total schön. Außerdem kann ich ja wohl schlecht barfuß laufen, oder?!“

„Barfuß? Nicht mal ein Tausendfüßler könnte alle deine Pumps und Stiefel, Ballerinas und Stiefeletten, Wedges, Clogs und Peeptoes auftragen. Nicht mal, wenn er hundert Jahre alt wird.“

„Nun übertreib mal nicht.“, wiegele ich sanft ab. „Wusstest du zum Beispiel, dass ich nur sechs Paar Ballerinas besitze?“

„Sechs Paar? Das ist doch eine glatte Lüge. Alleine unter dem Fenster in deinem Zimmer stehen mindestens 12 Paar davon.“ Bei Claudia setzt langsam die Schnappatmung ein.

„Nun lass mich doch mal ausreden, ich meinte doch auch sechs Paare aus schwarzem Wildleder. Sonst habe ich natürlich mehr. Und außerdem habe ich einen Ruf zu verteidigen,“, füge ich mit leiser Stimme hinzu und schlage bescheiden die Augen nieder: „Vor dir steht nämlich die Mitbgegründerin der StudiVZ Gruppe: Ich trage Ballerinas auch im Winter.“

Claudia ist beeindruckt, jedenfalls sagt sie nichts mehr und sieht mich nur bewundernd von der Seite an. Wir stöckeln weiter durch den Kieler CITTI-Park. Nächster Halt Deichmann. Ich muss unbedingt diese braunen Keilstiefel aus der Werbung anprobieren. Braune Keilstiefel habe ich nämlich noch gar keine. Jedenfalls diese nicht.

Bei Deichmann angekommen, setze ich mich auf die große Ankleidebank und probiere die wunderschönen Overknees mit Keilabsatz an. Aber was ist das? Ich krieg den Reißverschluss nicht zu, weil mein Spann einfach zu hoch ist. Mist. Dann muss ich wohl noch eine Weile mit den drei Paar braunen Keilstiefeln leben, die ich schon habe. Aber schön ist das nicht.

Um mich etwas abzulenken, frage ich Claudia ganz höflich: „Kannst du mir mal bitte die, die und die in 41 bringen? Und die Peeptoes in beiden Farben, bitte.“ und zeige dabei mit dem Finger auf verschiedene Modelle.
„Wieso ich? Ist was mit deinen Füßen?“, fragt Claudia mich verständnislos.
„Na hör mal, ich kann ja wohl schlecht auf Strumpfhosen durch den Laden rennen, oder? Was ist denn, wenn ich hier auf ein Kaugummi trete? Oder auf eine Heftzwecke? Das ist dann allein deine Schuld.“

„Ja, ja, ist schon gut, Tinky Winky. Es kann ja auch wirklich niemand von dir verlangen, dass du mal eben wieder in deine Pumps schlüpfst. Das ist ja viel zu mühevoll. Bleib bloß sitzen, ich mach das schon.“, erwidert Claudia und verschwindet kopfschüttelnd hinter dem nächsten Regal, um nach einer ganzen Weile voll beladen mit Schuhkartons wieder aufzutauchen. Ich sag ihr natürlich nicht, dass das aber ganz schön lange gedauert hat. Hat es aber.

Bei Deichmann ist heute für mich nichts dabei, außerdem habe ich die meisten sowieso schon und für Buffalos fehlt mir heute das Geld. „Ich brauche unbedingt noch Strumpfhosen.“, verkünde ich so laut, dass ein älteres Ehepaar sich irritiert nach mir umsieht. „Ich brauche Blickdichte in allen Farben, besonders in hellgrau, grau, mittelgrau, dunkelgrau und anthrazit. Grau ist nämlich das neue Schwarz.“ füge ich klugscheißerisch hinzu und ziehe dabei die Augenbrauen hoch, wie ich das immer tue, wenn ich eine elementare Wahrheit zu verkünden habe. So wie damals, als plötzlich braun das neue schwarz war und ich das als Allererste wußte.

Aber zuverlässig wie ein Uhrwerk geht das Genörgel natürlich wieder los: „Strumpfhosen? Dein Schrank ist doch voll davon und mindestens ein Dutzend hast du noch nicht mal ausgepackt.“

„Na und? Du weißt doch, dass ich niemals Hosen trage und deshalb brauche ich nunmal zu jedem Outfit die hundertprozentig passende Strumpfhose, sonst taugt der ganze Look nichts. Außerdem brauche ich die jeweils in glänzend und in matt, in glatt und in wollig und am liebsten zwei Stück von jeder Sorte.“

"Aber vorher muss ich erstmal meine Schuhe wechseln, die grauen Wildlederpumps bringen mich nämlich gerade um. Aber bevor du wieder anfängst zu meckern, nein, die sind nicht neu. Die habe ich schon letzte Woche gekauft."

Zum Glück habe ich extra ein paar Ersatzschuhe in der Handtasche. Die grauen Stiefel habe ich in endlosen Partynächten total bequem eingetanzt und außerdem sind die Absätze nur 5cm hoch. Endlich bequeme Laufschuhe.

Svenja zieht im CITTI-Park die Pumps ausIch setze mich auf eine große Ledercouch und wechsele in Ruhe meine Pumps gegen Stiefel. Trotzdem bin ich irritiert: "Was glotzen die Landeier eigentlich so? Haben die noch nie gesehen, wie eine Dame der Großstadt elegant ihre Schuhe wechselt?"

"Dame? Der Begriff wäre mir jetzt nicht dazu eingefallen, wie du hier in deinem Minikleid auf der Couch sitzt und deine große Ich-wechsel-die-Schuhe-Show abziehst. Und gewöhn dir endlich ab, jede Else anzuflirten, die zufällig in deine Nähe kommt. Die sind immer völlig irritiert."

"Na gut, du hast ja Recht. Ich bin wirklich keine Dame, denn dafür bin ich noch viel zu jung. Immerhin bin ich ja erst vierundzwanzig..."

Samstag, 3. Juli 2010

Wenn du mal einen Mann brauchst...

Svenja geht einkaufen und Sven schleppt die Taschen„Wenn du wirklich mal einen Mann brauchst, dann ist natürlich keiner zu sehen.“, fluche ich leise vor mich hin und schleppe bei 31° Wärme meinen Wochenendeinkauf nach Hause.
Deshalb lasse ich heute Sven den schweren Einkauf für mich tragen. Ich habe dafür extra meine bequemen weißen Ballerinas angezogen. Die passen ihm nämlich auch und so bekommt niemand mit, dass es gar nicht Svenja ist, die mit 15 Kilo Bier, Blanchet, T-Bone Steaks und einem Hochleistungshirn beladen, den Knooper Weg entlang nach Hause stöckelt...

Fazit: Ich habe erst vor kurzem ein zauberhaftes Kompliment bekommen: "Du hast das Mann sein überwunden und zum Frau sein weiterentwickelt." Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn das ist es, was ich immer versucht habe. Und dennoch: Manchmal ist so ein eingebauter ExMann ganz schön praktisch, oder?!

Montag, 22. Februar 2010

Braun Satin Hair Brush

Svenja and the City teste Braun Satin Hair BrushMeine jährlichen Ausgaben für haarglättende Mittel und Lotionen entsprechen ungefähr dem Verteidungshaushalt Dänemarks. Diverse Glätteisen, Anti Frizz Seren, Pferdemark, Pokerstraight, Frizz-Ease, ich hab sie alle ausprobiert.

Aber jetzt habe ich vielleicht doch etwas gefunden, womit sich meine Haare endlich bändigen lassen. Die neue Braun Satin Hair Brush.


Die Bürste gibt einen feinen Strahl negativer Ionen auf die Haare ab und neutralisiert dadurch die statische Aufladung. Adieu fliegende Haare und kleine Krissellocken.

Nach dem Einschalten beginnt die Satin Brush grün und geheimnisvoll zu leuchten, während der Ionenstrahl fast unhörbar zischt und dabei ganz vage nach frischem Fotokopierer duftet.

Der Effekt ist verblüffend und funktioniert tatsächlich. Mit langsamen Strichen bürste ich vorsichtig durchs Haar und schon beim ersten Strich wird es glatter und beginnt zu glänzen.

Das Bürstenpad ist abnehmbar, auswechselbar und leicht zu reinigen. Nahtlose Borsten sollen die Haare schonen. Der Glanzeffekt tritt schon beim ersten Strich ein. Mein Tipp: Ganz langsam bürsten, damit die Ionen sich so richtig fett auf die Haare setzen können.

Svenja and the City testet Braun Satin Hair BrushLange hält er leider nicht an, der schöne Anti Frizz Effekt von Braun, denn die Haare laden sich nach kurzer Zeit erneut auf. Deshalb trage ich die Bürste fast ständig in der Handtasche, auch wenn sie etwas schwerer ist, als eine normale Bürste. Wie lange die Batterien halten, weiß ich noch nicht. Die Bürste leuchtet, zischelt und müffelt schon einige Wochen lang fröhlich vor sich hin, ohne dass die Wirkung nachgelassen hat.

Fazit: Die 29 EUR für die Braun Satin Brush sind eine lohnende Investition. Eine gute Haarbürste hat selbst ohne Elektronik ihren Preis und die Satin Brush ist deutlich günstiger als eine Mason Pearson. Der Anti Frizz Effekt funktioniert gut und ich habe endlich wieder etwas Geld übrig für diese neuen schwarzen Glattleder Overknee Stiefel, die ich bei Görtz17 gesehen habe :-)

Donnerstag, 4. Februar 2010

Neue Overknees

Svenja im Minikleid Minirock mit Overknees und Strumpfhosen
Diesen Winter steh ich total auf Overknee Stiefel. Am liebsten mit flachen Sohlen und aus ganz weichem Wildleder. Schwarze und braune Overknees habe ich ja schon, aber an diesen graublauen Beauties kann ich einfach nicht vorbeiklicken.

Kennt ihr diese Mischung aus Jagdfieber und schlechtem Gewissen? Ihr entdeckt online einen sagenhaft tollen Artikel und ihr wisst ganz genau, gleich isser weg? Den gibts niemals wieder? Never, nie und nirgendwo? Ich schalte instinktiv sofort um auf Robot Mode. Full Automatic Shopping. Größe 41? Ist noch da. Habe ich 69 Euro übrig? Nein. Macht nichts. Gehirn ausschalten. Klick: Artikel in den Warenkorb. Klick: Bestellung abschicken. Schlechtes Gewissen? Ignorieren! Glück gehabt, jetzt ist 41 ausverkauft, auf meinen weiblichen Shopping Instinkt ist immer Verlass.

Ein paar Tage später eine SMS von Packstation 106, meine Stiefel sind da. Wow, die sehen klasse aus. Eine Mischung aus grau, blau und asphalt. Heute gebe ich im Büro die perfekte Version einer grauen Maus. Die farblich passende Strumpfhosen aus Mikrofaser hab ich letzte Woche bei ALDI ergattert. Wie gut, dass ich gleich alle Farben mitgenommen habe, die sind nämlich echt klasse. Oh, no! Gerade entdecke ich, dass es die gleichen Stiefel auch noch in taupe gibt. Und kosten nur 55 Euro. Es wird nachberichtet...

Shirt: Vero Moda, 19,90 €
Strumpfhose: ALDI, 2,59 €
Stiefel: Blink, 69 €

Montag, 25. Januar 2010

Mein Karstadt macht zu - Oder: Shoppen für Svenja

Schließung Karstadt Kiel Filiale Alter MarktWas lese ich eben im Kieler Express? Meine Karstadt Filiale in Kiel, Am Alten Markt wird geschlossen? Ich fasse es nicht. Das ist mein absoluter Leib und Magen Lieblings Karstadt. Ich kauf da schon seit 27 Jahren immer wieder gerne ein. Nur scheinbar nicht genug, denn am 12. März 2010 ist letzter Verkaufstag.

In den Achtzigern hat Sven in dieser Filiale alles eingekauft, was Svenjas Herz begehrte. Und schon damals war es ziemlich nervig, mit Svenja einkaufen zu gehen. Rücksichtslos musste Sven alles anprobieren, das Svenja gefiel.

Svenja: "Jetzt probierst du noch den Jeansrock und das Oberteil."
Sven: "Aber ich hab doch eben schon zwei andere anprobiert. Was war mit denen denn nicht richtig?"
Svenja: "Mit denen war alles richtig und deshalb nehmen wir die auch alle beide."
Sven: "Oh, menno. Aber ich komm diesmal nicht aus der Umkleide und stell mich wieder vor den großen Spiegel. Die Teenys lachen immer über mich."
Svenja: "Meine Güte, Sven. Wie kann man nur so ein Mädchen sein. Stell dich nicht so an, das sind die Achtziger Jahre. Außerdem fand ich dich in dem hellblauen Trägerkleid schon ganz süß. Bis auf die behaarten Arme vielleicht, kicher...".
Sven: verdreht wortlos die Augen und verschwindet wieder in der Umkleidekabine.
Svenja: "Und danach fahren wir mit der Rolltreppe zu den Schuhen. Ich brauch Ballerinas. Den Rock kannst du solange anlassen."
Sven: "Oh, no! Das ist nicht dein Ernst, oder? Tut das wirklich Not?". Aber natürlich kennt er Svenjas Antwort schon vorher.

Und das Beste für Svenja war, dass ER hinterher auch noch die ganzen Klamotten, Schuhe und Strumpfhosen bezahlen musste. Auf der Kreditkarte stand schließlich noch sein Name :-)

Fazit: Für Außenstehende klingt es reichlich schizophren, aber Transgender kennen diese Situation aus der ersten Zeit ihrer Entwicklung. Solange die Frau in uns noch keinen eigenen Körper hat, muß unser männliches Alter Ego die Klamotten für uns anprobieren. Dass es dabei natürlich auch zu manch unfreiwilliger Komik und hoffentlich auch einer Menge Spaß kommt, sollte man einfach als Teil des Alltagstests akzeptieren. So what? Das hier ist Deutschland, hier dürfen wir das.

PS: Das Foto wurde im Sommer 2008 in der Kieler Holstenstraße aufgenommen. Im Hintergrund die Karstadt Filiale, die nun bald geschlossen wird. In jenem Sommer konnte Svenja ihre Klamotten schon selbst anprobieren. Sven hatte die Gute drei Jahre zuvor bei Nacht und Nebel verlassen. Männer eben. Leider nahm er auch seine Kreditkarte mit, so dass Svenja heute alles selbst bezahlen muss. Aber dafür hat sie jetzt ihre eigene VISA-Card.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Shopper from Hell

Svenja als Shopper from Hell bei Achim Freund Kiel Holtenauer StrasseMontag abend. Supermarkt. Tiefkühlabteilung. Ganz langsam schiebe ich meinen Einkaufswagen den Gang hinunter. Links die Fischstäbchen, rechts die Brechbohnen. Unauffällig beobachte ich aus den Augenwinkeln heraus eine junge Hausfrau. Langsam rollt sie in meine Richung und kommt immer näher. Ein wenig gehetzt sieht sie aus so kurz vor Ladenschluss. Ihr Wagen ist schwer beladen mit Getränken und Lebensmitteln. Ich bemerke, dass sie sich beim Schieben anstrengen muss.

„Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren.“, denke ich. Es gilt exakt den richtigen Moment abzupassen. Wenn ich auch nur eine Sekunde zu früh dicht mache, kann sie mühelos anhalten und muss nicht ihr ganzes Gewicht aufwenden, um den schweren Trolly zu stoppen. Ich warte. Einen Moment noch, warten, warten… JETZT! Und mit einer lässigen Bewegung schiebe ich meinen Einkaufswagen am gestreckten Arm quer in den Gang. „Darf ich bitte mal durch?“, fragt mich die Shopping Fee. Ich höre die leichte Ungeduld in ihrer Stimme.

Für einen Moment schaue ich sie wortlos an mit meinem neuen Spezialblick: „Schätzchen, wer macht dir bloß die Augenbrauen?“ und denke dabei: „Nein, du dumme Q. Du kommst hier nicht durch. Jahrelang habt ihr mir eure blöden Einkaufswagen immer mitten in den Weg gestellt. Aber heute ist Pay Day. Geh doch einfach anders rum, oder kauf gleich bei ALDI. Da gibts auch Rosenkohl.“

Laut sage ich aber: „Oh, selbstverständlich. Entschuldigung.“, und provozierend langsam ziehe ich meinen Einkaufswagen zur Seite. Gerade eben soweit, dass sie sich mit einem gequälten Lächeln zwischen Einkaufskorb und Fischstäbchen hindurchzwängen kann.

Ich fühle mich wunderbar, frei und stark. Auf einer Woge des Glücks schiebe ich meinen Wagen weiter in den Gang mit den Konservendosen, denn wer da einkauft, bei dem soll es wohl schnell gehen. Aber nicht heute! Denn heute ist Svenja unterwegs und sie hat eine Mission.

Und in der nächsten Woche lernen wir, wie man an der Kasse die Einkäufe mehrerer Kunden vom Laufband zusammenwürfeln lässt, indem man selbst seinen Kram einfach nicht wegräumt. Wir üben das provozierend langsame Einstecken von Wechselgeld, das Nachrechnen endloser Kassenbons und das Verpacken in winzig kleine Rucksäcke. Freut euch auf den zweiten Teil unserer MiniSerie „The Shoppers from Hell“. Guten Abend!

PS: Auf dem Bild seht ihr übrigens meine neuen Lieblingsstiefel. Momentan müssen es flache Absätze sein.

Donnerstag, 13. August 2009

Tussi Schuhe - Teil 2

"Manchmal hasse ich es, immer Recht zu haben", denke ich bei mir, als ich auf meinen nagelneuen pinken Keilsandaletten die Waisenhofstraße entlangstöckele. "Natürlich sind die Korksohlen total bequem. Genau wie ich es vorhergesagt habe. Und 95mm Absätze sind kein bisschen zu hoch. Außerdem ist Kork ja leicht und ich finde, diese Pantoletten tragen sich fast so bequem wie Sneakers."

Ich muß an diese BirkenstockGirls denken, die ich immer bei PLAZA sehe. Die tragen doch auch alle Korksohlen und schwören sogar darauf. Obwohl es mir völlig rätselhaft ist, wie ein Mensch sich damit außerhalb seiner eigenen vier Wände bewegen kann. Ich geh ja auch nicht im Nachthemd zu PLAZA. Obwohl, in dem kurzen Rosanen ....

Svenjas pink Buffalos

Fazit: Buffalo hat mit diesem Schuh die modische Entsprechung eines Birkenstock Bequemschuhs geschaffen. Wer also auf robustes, bequemes Schuhwerk angewiesen ist und dabei noch einen kleinen modischen Akzent setzen will, der sollte jetzt zugreifen. Der Schuh ist im Buffalo Online Shop in sechs wunderschönen Farben erhältlich. Preis: 19,90€

Montag, 10. August 2009

Tussi Schuhe

Svenjas Buffalos"Oh." denke ich. "Die sehen ja schön aus. Und so bequem. Damit kann ich bestimmt gut zum Einkaufen gehen. Und in die Disco natürlich. Und zur Arbeit Gartenarbeit. Und wenn ich mal den Keller aufräumen muß. Und und und. Ein echter Allroundschuh eben. Robust und bequem. Nicht so'n blöder Tussi Schuh."

Meine rosa Teenyphase ist jetzt zwar schon eine ganze Weile her, aber bei diesen rosa Buffis werde selbst ich schwach. Die sind ja fast noch süßer, als ein Hello Kitty Sahnebonbon. Seit Monaten schon stehen sie ganz oben auf meiner Wunschliste. Aber 39,90 €? Puh, das war bis jetzt nicht drin.

Plötzlich entdecke ich die Biester im Görtz Onlineshop für 12,48 € und klicke mit zitternden Fingern auf In den Warenkorb und dann sofort auf Bestellung senden. Bei meiner Kreditkarte vertippe ich mich dreimal vor Aufregung.

Jetzt warte ich jeden Tag auf den Briefträger und hab genug Zeit, mir die Füße zu machen. Sowie die Biester hier sind, gibt es einen ausführlichen Testbericht mit den Trageeigenschaften und allen technischen Daten. Und falls ich damit noch schnell genug bin auch ein Foto mit Selbstauslöser :-)

Mittwoch, 22. Juli 2009

Schuhe kaufen

"Wieviel Paar Schuhe hast du? Hundert? Das kann doch wohl nicht wahr sein." entrüstet sich ein Kollege, als ich ganz beiläufig auf Schuhe zu sprechen komme. "Aber davon sind 20 Paar nur Stiefel" versuche ich ihn zu beruhigen. Mit einem gemurmelten: "Du spinnst total" lässt er mich stehen und trottet zurück in sein Büro. "Typisch Jungs", denke ich: Könnten fünf Stunden lang in sechs verschiedenen Baumärkten abhängen, um den perfekten Akkuschrauber zu suchen, aber für die Wichtigkeit von Schuhen haben sie keinen Sinn.
Mit dem Schuhe kaufen ist es ohnehin eine ganz merkwürdige Angelegenheit. Gerade dann, wenn das Geld am knappsten ist, wird meine ShoeShopMania am größten. Auf dem Foto hätte ich die letzten 20 € besser zu ALDI getragen, aber trotzdem hab ich lieber das vierzehnte Paar Ballerinas nach Hause geschleppt. Wer weiß denn, ob sie die nächsten Monat noch in 41 da haben.

Deichmann ist mein Schuh-ALDI. Sicher würde ich meine Ballerinas, Pumps und Stiefel auch lieber bei Buffalo und Görtz17 kaufen, aber das krieg ich nicht immer hin. Außerdem sind Schuhe viel zu trendy und daher ebenso schnell wieder OUT. Dann geh ich damit nicht mal mehr den Müll runterbringen und verkauf sie stattdessen schnell wieder auf eBay. Neuer Platz, neues Geld, neue Schuhe.

Erst letzte Woche hab ich mir bei Deichmann ein wunderbares Paar brauner Booties gekauft. Cognacbraun, flache Sohle und passen perfekt zum Jeansmini. "Wie bitte? Ich hab doch schon sieben Paar braune Stiefel? Na und? Ich hab auch 20 Jeansminis. Was hat das denn damit zu tun, bitte? Ich seh den Zusammenhang gar nicht." Nur weil eine Frau schon weiße Peeptoes mit Keilabsatz hat, heißt das noch lange nicht, dass sie kein weiteres Paar kaufen wird. Oder zwei, oder fünf.

Falls BioFrauen mitlesen: könnt ihr bitte irgend etwas davon bestätigen, um mich ein bisschen besser fühlen zu lassen? Und die Männer dürfen gerne ein paar erhellende Worte loswerden zu ihrem merkwürdigen Hang, Baumärkte heimzusuchen. Das ist nämlich wirklich nicht leicht zu verstehen.
Bitte nehmt an der Abstimmung oben rechts teil, ja?

Mittwoch, 27. Mai 2009

Shopping im CITTI Park

Schuhe anprobieren"Habt ihr die auch in 41?" Die nette Verkäuferin bei Tally Weijl sieht mich ungläubig an, als ich ihr die süßen rosa Ballerinas fragend entgegenhalte. "Die gibts nur noch in 36 und 37", erwidert sie in mitleidigem Tonfall.

Ein Besuch bei Tally Weijl, oder bei Forever 18 ist nicht nur bestens dazu geeignet, sich einmal so richtig zu demütigen, sondern ist außerdem der perfekte Einstieg in jede Diät. XL wird in solchen Läden sinngemäß übersetzt mit fett und entspricht in etwa einer deutschen Konfektionsgröße 38.

Es ist Dienstag morgen im Kieler Citti-Park. Ich bin extra früh aufgestanden, um heute ein paar neue Oberteile zu kaufen. Am besten so lang, dass ich sie zusammen mit Leggings auch als Kleider tragen kann. Das bedeutet mindestens Bauchnabel Länge.

Doch die Größenangaben auf den Klamotten bei H&M scheinen mich zu verhöhnen: XS, S, 34, 36, allenfalls eine übrig gebliebene 38. Ich bin ein bisschen verzweifelt, denn ich bin eher ein XL-Girl.

Dazu kommt, dass die Kleiderständer bei H&M so vollstopft sind mit Ware, dass ich es mit einer Hand nicht schaffe, etwas vom Ständer zu nehmen. Und zurückhängen kann ich die Sachen schon gar nicht. Außerdem sind die Highlights zwischen Unmengen von Ladenhütern verborgen und dann oft nur noch in Minigrößen vorhanden.

Endlich finde ich ein paar passende Shirts, als auch schon das nächste, äußerst hässliche Problem auftaucht: Winkfleisch! Das sind diese hässlichen Fledermausflügel an den Oberarmen, wo als Mann einmal mein Trizeps gesessen hat. Kurzärmelig geht gar nicht, mindestens ein halber Ärmel muß es schon sein.

Außer mir scheint die Winkfleischproblematik jedoch niemanden zu stören. Ich sehe nicht nur zentnerweise BingoWings aller Altersklassen, sondern finde auch kein einziges geeignetes T-Shirt.

Citti Park Kiel


Inzwischen ist es fast Mittag und die vier Würstchen vom Hansen Stand heute morgen sind längst Vergangenheit. Ich setze mich in den Asia Grill und esse eine kleine Knusper Ente, denn für den nächsten Laden muß ich stark sein. Ich will zu Vero Moda, meinem absoluten Lieblings Fashion-Store. Hier finde ich fast jedes Mal etwas Passendes und deshalb hebe ich mir Vero Moda oftmals bis zuletzt auf, denn beim Verlassen des Ladens bin ich üblicherweise völlig pleite und hab kaum noch das Geld für einen letzten Kaffee.

Auch diesmal werde ich nicht entäuscht und finde vier wunderbare Longshirts mit halben Ärmeln. Genau so etwas hatte ich gesucht. Meine Kreditkarte ist jetzt schon handwarm und bei Deichmann und New Yorker werde ich mich ein wenig zurückhalten müssen, sonst reicht es am Ende nicht mehr für Bijou Brigitte. Das Leben als Frau hat wirklich seine Tücken. Als Mann wäre ich bestenfalls in den Media Markt gestiefelt und hinterher zu Mc Donalds. Wisst ihr Typen überhaupt, wie aufwendig dagegen der Shopping Trip einer Frau ist? Da reicht es nicht, alles über die neuen Grafikkarten von Nvidia zu wissen, da muß man schon ein bisschen mehr drauf haben. Oder wüsstet ihr spontan, welcher Style zu den neuen Peeptoes von Deichmann passt, häh...?!

Irgendwann am Nachmittag fahre ich auf der Rolltreppe mit den letzten Einkaufstüten hinunter ins Parkhaus. Ich hätte zwar so gerne noch die fliederfarbenen Ankle Boots von New Yorker, aber ein kleiner Rest Verstand hält mich zurück. Dabei waren die Stiefel nur noch einmal in Größe 41 da. Ob ich vielleicht morgen noch mal hinfahren soll?

Citti Park Kiel

Fazit: Der Citti-Park macht einfach Spaß und ist für T-Girls die perfekte Shopping-Mall. Hier könnt ihr sehr gut parken und seid bei unangenehmen Sichtungen von Schwagern und Arbeitskollegen schnell wieder im Parkhaus verschwunden. Außerdem hängen dort keine unangenehmen Typen rum, die euch eventuell mit dummen Sprüchen das Einkaufserlebnis vermiesen könnten. Der Citti-Park ist dazu weit genug vom Hauptbahnhof und der Kieler Innenstadt entfernt.