Samstag, 5. April 2014

Nach Gotland ?

Jedes Jahr dieselbe Frage: Wohin fahre ich bloß in Urlaub? Motorrad und Zelt sind klar, aber wohin diesmal? Norwegen, Schottland, Schweden, Frankreich, Irland und England, da war ich überall schon und für eine richtig große Reise fehlt mir dies Jahr das Geld.


"Warum fährst du nicht nach Gotland?", schlägt Claudia vor, die meine miese Laune bemerkt hat.

"Wo soll das denn sein?", gebe ich leicht patzig zurück, "nie gehört." Ich habe wirklich nicht die beste Laune.

"Das ist eine Insel", erwidert sie und legt ihr Sudoku beiseite. "Die größte schwedische Insel, sie liegt in der Ostsee zwischen Schweden und Lettland."

"Ach, das Gotland meinst du", winke ich ab, während ich den Namen verstohlen auf Google Maps eintippe.

"Es ist die Sonneninsel Schwedens mit der alten Hansestadt Visby. Die Stadt ist wunderschön und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Du kennst sie vielleicht aus dem Fernsehen, viele Szenen der Pippi Langstrumpf Filme, die du so liebst, sind da gedreht worden", versucht sie mich zu begeistern.

"Na gut, ich kann ja mal gucken", erwidere ich gnädig, während Claudia sich kopfschüttelnd wieder diesem merkwürdigen Zahlenrätsel zuwendet, das für mich überhaupt keinen Sinn ergibt, weil man nie weiß, was man in die Felder schreiben soll.

Kurz darauf in der Geobuchhandlung, dem größten Fachgeschäft für Landkarten und Reiseliteratur in Kiel:

"Hallo?", spreche ich den Typen an der Kasse an, von dem ich weiß, dass er der Inhaber ist. "Ich wollte mal fragen, ob es schon was über Gotland gibt. Landkarten, Bücher und so Zeug."

Er sieht mich fassungslos an. 

"Das liegt in Schweden", füge ich erklärend hinzu, "und ich möchte wissen, ob das bereits kartografiert ist, also ob da schon einer war, der ne Landkarte von der Gegend gemalt hat", erkläre ich den offenkundig fremden Fachbegriff.

"Nächstes Mal gehen wir aber wirklich in ein Fachgeschäft", raune ich Claudia ins Ohr, die seit Jahrzehnten ihre Landkarten hier kauft und jetzt bereits mit den Augen rollt. Sie ist wohl ebenso entsetzt über soviel Unkenntnis.

Endlich scheint der Kartenmann verstanden zu haben, denn er geht wortlos zu einem der deckenhohen Regale und sucht eine Auswahl von Landkarten zur Ansicht heraus.

Ich breite die Karten auf dem großen Tisch in der Mitte des Ladens aus und vergleiche das Kartenbild. Alle drei gefallen mir, aber meine Wahl fällt schließlich auf die Radkarte Gotland 1:100.000 und weil ich schon auf der Ecke bin, nehme ich auch noch die von Öland aus derselben Serie mit. Da hat es mir damals auf meiner ersten Schwedenreise ganz gut gefallen.

In diesem Jahr machen Pieps und ich nur eine kleine Reise. Das Fährticket Kiel - Göteborg ist schon gebucht und zum ersten Mal fahre ich mit der Stena Germanica, die mir sonst bloß jeden Abend das Zimmer volltutet, wenn sie unten im Hafen ablegt. Diesmal aber sind Pieps und ich an Bord. Am 25. Mai um 19 Uhr geht es los und ich habe für uns sogar das große Frühstücksbuffet gebucht, denn ich liebe es, an Bord zu frühstücken und danach satt und zufrieden mit der Enduro in den Tag zu starten.

Der Rest der Route steht noch nicht fest. Vielleicht zelten wir einmal wieder auf dem Vildmarks Camp in Hätteboda, ich weiß es noch nicht. Nur dass wir mit der Fähre von Oskarshamn übersetzen werden, das steht schon fest. Aber ob es danach wieder nach Hause geht, oder wir uns noch den Stockholmer Schärengarten ansehen, das mache ich von Lust und Laune, Wetter und Reisekasse abhängig.

Wenn jemand schon einmal auf Gotland war (das liegt in Schweden), dann freue ich mich über Tipps. Könnt ihr ein bestimmtes Camp empfehlen, oder etwas Sehenswertes, oder wenigstens einen guten Imbiss? Ich freu mich über Tipps und Ratschläge, denn jetzt mache ich mich daran, aus einer Idee eine Reise entstehen zu lassen.


Zur Klarstellung: Dieser Beitrag äußert sich nicht abfällig über meinen Lieblings Kartenshop, aber offenkundig ist der kleine Scherz unbeholfen formuliert, oder einfach nicht lustig und deshalb noch einmal ohne Ironie:

Die Geobuchhandlung in Kiel ist sicher die BESTE Fachbuchhandlung für Reisende, Fernreisende,  Touristen und Fernwehspinner aller Art. Man könnte nach einer Karte vom Mare Tranquilitatis fragen und der Typ hinterm Tresen würde ohne mit der Wimper zu zucken eine Karte vom Mond hervorzaubern und vermutlich hätte er sogar verschiedene zur Auswahl. Ich kaufe dort seit Jahren meine Karten und es ist ein Running Gag zwischen uns, dass ich jedes Verkaufsgespräch mit der Frage eröffne, ob es von XYZ schon eine Landkarte gibt...

Freitag, 24. Januar 2014

Nerd-Abend mit Julia

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Faible für gute Filme habe.

Wichtig ist mir ein solides Dreh­buch mit einer glaubwürdigen Geschich­te. Sie darf gerne an­spruchsvoll sein und sollte stets einen zentralen Kon­flikt bein­hal­ten, der sich im Verlauf der Film­hand­lung weiter entwickelt, ohne den Zuschauer am Ende ratlos zurückzulassen.

Die Charaktere müssen so detaillreich durchge­zeich­net sein, dass ich als Zuschau­erin ihre inneren und äußere Konflikte verstehe und mich in die Figuren hin­ein­ver­setzen kann. Die Protagonisten brauchen nicht mit bekannten Namen besetzt zu sein, es ist oft erfrischender, neue unverbrauchte Gesichter zu erleben. All das, hand­werk­lich gekonnt umgesetzt und drama­tur­gisch sauber inszeniert, nenne ich einen guten Film.

Ich bin nicht auf ein bestimmtes Genre festge­legt, im Grunde mag ich alles, wo Ketten­sägen, Zombies, oder Raumschiffe drin vor­kommen. Oder wenigstens Piraten.

Bisher fanden diese Filmabende statt, wenn ich mit meinen Freundinnen frühmorgens reichlich angetrunken vom Tanzen gekommen bin und für uns alle noch Fischstäbchen gebraten habe, aber inzwischen tanze ich nicht mehr, weil es demütigend ist, wenn man dreißig Jahre älter ist, als die nächst Jüngere auf der Tanzfläche. Nein, Clubs und Discos sind over.

Deshalb habe ich mir etwas Neues ausgedacht, den Nerd-Abend. Er funktioniert ähnlich wie bisher, nur ohne die Tanzerei.

Ich stelle mir den Abend ähnlich vor, wie bei Big Bang Theory, wenn Sheldon und seine Freunde sich asiatisches Essen besorgen, einen Science Fiction Film sehen und sich angeregt darüber austauschen.

Jetzt fehlt nur noch die passende Gesellschaft. Claudia ist in dieser Hinsicht leider keine Hilfe, nicht nur, dass sie kein Blut sehen mag, sondern sie könnte einen Klingonen nicht von einem Zylonen unterscheiden. Claudie steht eher auf Filme von Francois Truffaut, einem Typen von dem außer ihr kein Cineast jemals gehört hat.

Nein, ich brauche Gesellschaft auf meinem Niveau, eine Person mit Anspruch. Ich könnte Julia fragen, sie hat ebenfalls einen erlesenen Geschmack, was Filme angeht, mag Big Bang Theory und außerdem ist sie wie Amy Farah Fowler in hübsch, während ich eher Penny bin, nur mit dunkleren Haaren.

Julia, wenn du das liest, ich hab alles besorgt, was wir für einen 1a Nerd-Abend brauchen, einen Film (World War Z), Blanchet (siehe Foto), Aspirin Plus C (noch drei Streifen in der Packung) und ich besorge uns Essen von Chau's Wok. Ich nehm die Knusperente in Erdnusssauce und du?

Fazit am nächsten Morgen: Es war ein wunderbarer Frauenabend, aber für echtes Big Bang Feeling brauchen wir nächstes Mal mehr Leute, um wirklich alle Facetten der Handlung zu ergründen und detailreich zu reflektieren: "Boah, ey, hast du gesehen, wie der eine Zombie...?!"

Samstag, 11. Januar 2014

So ein Tag

"Alles Gute zum Geburtstag," kommt Uli hinter ihrem Tresen hervor und drückt mich herzlich, als ich an diesem Morgen ins Chelsey komme. Im Hintergrund steht Claudia vor einem Tisch mit Blumen und Geschenken und grinst wie ein Honig­kuchen­pferd. Alles ist vorbereitet für mein Geburtstagsfrühstück #52. 


Mit zweiundfünfzig bin ich deutlich in der zweiten Lebenshälfte angekommen und inzwischen habe ich mich mit dem Gedanken vertraut gemacht. Ich merke, dass ich im Kampf um die ewige Jugend allmählich zurückfalle und man sieht mir auch an, dass ich älter werde.

Andererseits ist es so befreiend, nicht mehr ständig jung und hübsch aussehen zu müssen. In meiner Altersklasse bin ich gut im Rennen und das muss genügen, denn das Älterwerden hat auch viele gute Seiten:

» Aussehen und Outfit brauchen nicht mehr mit dem viel jüngerer Frauen zu konkurrieren.
» Bei meiner Garderobe schalte ich allmählich einen Gang zurück.
» Aber: Schlank zu sein, macht Vieles wett und ich kann zumindest weiterhin hübsche Sachen tragen.
» Ich genieße das Single Dasein, ich hab schon genug Stress mit meinen Haaren.
» Ich werde nie wieder in jene Schwierigkeiten geraten, wie sie aus Beziehungen entstehen.
» Mein Einkommen macht es möglich, auf bescheidenem Niveau gut zu leben und nur gute Dinge zu essen.
» Mein nächstes Motorrad darf auch ein bequemes sein (KTM 300 EXC Probe fahren).

Frage: Muss ich in Bezug auf diese Älter-Werden-Sache etwas tun?
Antwort: Nein, ich muss nur gesund bleiben und mich nicht in Schwierigkeiten bringen.

Meine Güte, ist das schön, keine Sorgen zu haben, fit zu sein und glücklich und dann auch noch Geburtstag zu haben und außerdem Wochenende und genügend Geld bei sich, um mehr als ein Glas Sekt zu trinken. Und das Chelsey ist der perfekte Ort dazu, auf dem Frühstücksbogen mache ich ein Kreuzchen bei "Rührei" und schreibe mit dem Kuli dahinter "mit Feta und Tomaten". Uli weiß dann schon Bescheid...

Sonntag, 22. Dezember 2013

Weihnachtseinkäufe

Schnellen Schrittes stöckele ich die Beamten­lauf­bahn hinunter in die Kieler Fußgänger­zone. Heute habe ich dienst­frei, Weihnachts­ein­käufe erledigen. 

Ich lasse mich die Rolltreppe hinauf in den Sophienhof tragen, wo der Weihnachtsmarkt bereits in vollem Gange ist. Hundert bunte Buden mit tausend glitzernden Geschmack­losig­kei­ten, aber heute finde ich alles schön, nichts kitschig, nichts doof, nichts überflüssig, oder albern. Heute mag ich alles und könnte die ganze Welt umarmen.

Oh, schau mal die dunkelrote, gemusterte Strumpfhose bei New Yorker, wie Rotwein mit Spitze. Die müsste toll aussehen zu meinem schwarzen Minikleid. Fünf Minuten später geht es mit der ersten Tüte in der Hand weiter.

Bei Hamann finde ich den pinken Filzstift, den ich gesucht habe und weil die anderen Farben auch so schön sind, nehme ich gleich alle. Ich hab eine Faible für Schreibsachen

Ach, guck mal, die Strickleggings sind ja süß. Dicke Wolle mit allen möglichen bunten Mustern. Die müssten doch zu meinem weißen Strickkleid total schön aussehen im Winterlook zu den weißen Moonboots. Und die Schwarzen mit den Eulen drauf, die nehm ich auch gleich mit.

Nächster Halt Olymp & Hades, eigentlich nicht mein Laden, aber dieser Norwegerpulli im Fenster, der könnte vielleicht auch als Kleid funktionieren. Der Bauchnabel ist bedeckt und der Dubs zum größten Teil auch. Mit einer dicken Strumpfhose und hohen Stiefeln, die ein wenig vom Rest ablenken, könnte das gehen. Praktischerweise bekomme ich hier eine Tüte zum Umhängen, denn die Hände habe ich schon voll.

Inzwischen habe ich all mein Bargeld ausgegeben und noch kein einziges Geschenk gekauft, außer für mich selbst. Vor elf Uhr das erste Mal am Geldautomaten, ich bin wirklich gut in Form heute.

Allmählich bekomme ich Hunger. Der neue Food Court im Sophienhof bietet solch eine Riesenauswahl leckerer Sachen, dass ich mich kaum entscheiden kann. Beef Bombay beim Inder, oder teste ich lieber den neuen Schnitzelpalast? Ich mag indisch, aber gegen ein klassisches, deutsches Gericht, wie das Wiener Schnitzel, hat die Currygang heute keine Chance.

Während ich ein Bier trinke und auf mein Schnitzel warte, möge es groß und frittiert sein, gehe ich in bester Laune die Tüten mit meiner Beute durch. 

Nachdem ich all die Jahre so pleite war, durch Unterhalt und Eheschulden, ist es ein wunderbares Gefühl, sich wieder all die kleinen Dinge leisten zu können, die man im Grund nicht braucht, die aber trotzdem so viel Freude machen. 

2013 war überhaupt ein Premiumjahr. Ich bin kerngesund, der Dienst hat mir Freude gemacht und ich hatte eine sagenhafte Sommerreise mit Motorrad und Zelt zum Nordkap. Viel besser kann ein Leben nicht sein, denke ich, und wenn ich gefragt werde, was ich mir wünsche, dann ist da nicht viel. Ich möchte weiter so gesund und fit bleiben und ich hätte gerne diese einen schwarzen Pumps von Buffalo und dass Kawasaki eine stärkere Einzylinderenduro rausbringt, aber das sind Projekte für ein anderes Weihnachtsfest.

Frohe Weihnachten, ihr Lieben.

PS: Natürlich habe ich auch noch ein paar schöne Geschenke für meine Leute gekauft, aber die darf ich nicht verraten, denn man weiß nie, ob die nicht mitlesen. Nur soviel: Ich war auch bei Saturn!

Samstag, 24. August 2013

Ein unbekanntes Land

Ist der leichte Sommerschlaf­sack warm genug? Wetter Online sagt Nachttemperaturen von 4° C fürs Riesengebirge voraus. Damit verschwindet der leichte Mountain Marathon wieder in meiner Aus­rüs­tungskiste und ich stopfe statt­dessen den Winter­schlafsack in seinen Beutel.

Wie bin ich überhaupt darauf gekommen, nach Tschechien zu reisen? Da war dieser Artikel in der Prager Zeitung über das Verhältnis von Tschechen und Deutschen. Darin wird beklagt, dass wir das Land ignorieren würden, es als Urlaubsland nicht interessant genug fänden und ständig Angst davor hätten, dass unser Auto geklaut wird.

Ich bin so gespannt auf Tschechien. Wie sind die Menschen dort? Freundlich und offen, oder distanziert und zurückhaltend? Ich habe keine Vorstellung, aber schon bald werde ich es wissen.

Für Diebe halte ich die Tschechen nicht. Ich weiß so wenig über diese Leute, dass ich noch nicht einmal Vorurteile habe. Die Existenz des Landes ist bislang schlicht an mir vorbeigegangen und noch gar nicht recht in mein Bewusstsein gedrungen.

Ein Blick auf die Landkarte lässt mich staunen. Nicht nur, dass wir eine gemeinsame Grenze haben, sondern bis dort sind es von Kiel nur 560 km. 

Wartet da vielleicht ein ganz neues, spannendes Urlaubsland darauf, von mir entdeckt zu werden? Um das herauszufinden, mache ich mich an meine üblichen Recherchen. 

Zuerst der Standardcheck, eine Anfrage beim Auswärtigen Amt. Besondere Sicherheitshinweise finde ich in der Datenbank nicht, lediglich im Abschnitt Kriminalität wird vor häufigen Autodiebstählen gewarnt, ansonsten ist es ein sicheres Reiseland.

Jetzt zum ADAC. Wie schätzt mein Automobilclub die Situation für Camper ein? Da ist die Rede von ursprünglichem Charakter und von Lagerfeuerromantik. Sogar Duschen mit Tür seien inzwischen keine Seltenheit mehr. Beunruhigender ist eine andere Meldung des ADAC: In jüngster Zeit nehmen Überfälle auf Touristen entlang der D5 und der D8 zu. Das betrifft mich nicht, denn ich bin fast ausschließlich in der Pampa unterwegs.

Viel wichtiger ist der letzte Check. Svenjas Travel Risk Assessment for Transgender People, eine Gefährdungsanalyse für neue Frauen wie mich. Da bin ich sehr sensibel, schließlich reise ich allein und schlafe im Zelt. Deshalb möchte ich wissen, womit ich rechnen muss, falls mein Passing* unterwegs Risse bekommt und jemand bemerkt, dass Svenja erst 8 Jahre alt ist.

Um die Toleranz einer Gesellschaft gegenüber Menschen wie mir herauszufinden, gibt es einen einfachen Indikator, nämlich den CSD, den Christopher Street Day, die bunte Parade der Lesben, Schwulen und Transgender. 

Findet überhaupt ein CSD statt und wenn ja, wieviel Polizei muss eingesetzt werden, um die feiernden Queers vor feindlichen Übergriffen zu schützen? Der CSD ist der perfekte Lackmustest für die Toleranz einer Gesellschaft. An dieser Stelle ist Polen vor Jahren von meiner Reiseliste geflogen.

Tschechien hingegen ist in dieser Hinsicht völlig unverdächtig. Die Verhältnisse sind nicht mit denen in Russland und Polen zu vergleichen. Viele Themen, die dort noch große Aufreger sind (Abtreibung, Scheidung, Homosexualität), haben für Tschechen wenig Brisanz. Das mag vielleicht daher rühren, dass dieses Land besonders säkular* geprägt ist und die Überzeugungen des Katholizismus in der Bevölkerung wenig verbreitet sind. 

Vergessen sind fehlende Duschvorhänge und vereinzelte Überfälle auf Touristen. Das sind Alltagsprobleme, die mir wenig Sorgen machen. Ich begreife Tschechien zuerst als tolle Chance, ein interessantes, neues Reiseland zu entdecken und diese Chance werde ich nutzen.

Fazit: In wenigen Tagen starte ich mit Motorrad, Zelt und Schlafsack zu einer großen Rundreise durch Tschechien. Ich werde mir Böhmen ansehen, das Riesengebirge, fahre ins Altvatergebirge, das als einer der einsamsten Landstriche gilt und ich werde einen Motorradclub besuchen, der sein Hauptquartier in einer Höhle eingerichtet hat, in die man sogar mit dem Motorrad hineinfahren kann. Ich werde mit Greeny bis zum Clubtresen fahren und dort bestellen wir erstmal ein Glas Milch. Und was dann passiert, das berichte ich, wenn Greeny, Pieps und ich zurück sind aus Böhmen. Bis in zwei Wochen also...

*Passing: Die Eigenschaft, von Fremden nicht als transsexuell erkannt zu werden.
*Lackmustest: ursprünglich ein chemischer Test, aber hier in dem Sinne, dass erkennbar wird, wie eine Situation wirklich einzuordnen ist.
*säkular: weltlich orientiert im Gegensatz zu religiös