Donnerstag, 1. Dezember 2011

Svenja bestellt ein Amazon Kindle

Ich mag Bücher und das nicht nur wegen ihres Inhalts. Sie riechen gut, fassen sich gut an und man kann sie prima in der Wohnung herumliegen lassen, um Besucher mit seinem Literaturverständnis zu beeindrucken. Wo bei anderen nur die HörZu liegt, habe ich neben mei­nem Ohrensessel sorgfältig den neuen John Sinclair  drapiert.

Beim Kauf eines eBook Readers geht es aber weniger um die Entscheidung für ein Gerät, sondern darum, sich für eine der beiden eBook-Welten zu entscheiden, für Amazon, oder für den Rest der Welt. Der Kindle ist an das Bücher­an­gebot von Amazon gebunden, während die übrigen Geräte aus verschiedenen Quellen mit Lesestoff gefüttert werden können. So gesehen klingt es unlogisch, sich den Kindle zu kaufen.

Dennoch fiel mir die Entscheidung für Amazon leicht, und das nicht nur, weil ich dort schon seit 1998 einkaufe und in dieser Zeit kein einziges Mal entäuscht worden bin, sondern auch aus ganz handfesten Gründen.

Große Auswahl
Die Auswahl an eBooks kann Ende 2011 noch nicht mit dem Angebot gedruckter Bücher mithalten, aber sie holt atemberaubend schnell auf und die Verfügbarkeit englischer und deutscher Bücher erscheint mir bei Amazon am größten und am besten sortiert zu sein.

Kostenlose Leseproben
Ich bin nur zwei Mausklicks und fünf Sekunden entfernt von einer kostenlosen Leseprobe auf meinem Kindle. Das ist sowas von kewl. Ich entdecke ein Buch, betrachte das Cover, lese die Inhaltsangabe und vertiefe mich in die Rezensionen. Falls ich jetzt noch unsicher bin, klicke ich auf Jetzt Leseprobe schicken. Das kann ich entweder direkt auf dem Kindle machen, oder an einem beliebigen Computer. Wenige Sekunden später habe ich das erste Kapitel auf meinem Kindle.

Rezensionen
Bei Amazon kann jeder Kunde Kritiken schreiben und die sind nicht nur sehr hilfreich, sondern haben oft auch einen hohen Unterhaltungswert. Ich selbst habe vom Jeansmini bis zum Raquelettegrill schon alles mögliche besprochen. Obwohl ich manchmal erstaunt bin, nach welchen Kriterien einige Rezensenten ihre Bewertungen vergeben. (Wie kann ein Buch zuviel Blut, zuviele Monster und zuwenig Handlung haben? Und wie kann jemand von "tief empfunden, anspruchsvoller Erzählweise und moderner Romantik" schreiben und trotzdem fünf Sterne vergeben?)

Rückgabe
Sollte ich beim Kauf doch einmal daneben gegriffen haben, kann ich das Buch innerhalb einer Woche zurückgeben. Amazon entfernt das Buch aus meiner Bibliothek, löscht es vom Kindle und erstattet mir den Kaufpreis. Ich glaube zwar nicht, dass ich das jemals nutzen werde, aber es gibt mir zusätzliche Sicherheit beim Bestellen teurer Bücher.

Zahlung per Lastschrift
Um ein Haar hätte ich mir den neuen Kobo Touch zugelegt und dann auch meine Bücher bei Kobo gekauft, aber eines der Gegenargumente war die ausschließliche Zahlung per Kreditkarte oder Paypal (megaätz!). Amazon hingegen zieht das Geld von meinem Girokonto ein, nachdem die Ware versendet wurde.

Der Kindle
Ich habe mich mit dem 99 € Kindle für das kleinste und günstigste Modell mit eInk Display entschieden. Das kleine Gerät wiegt nur 170 g und ist 114 mm breit. Den werde ich zum Lesen sicher leicht in einer Hand halten können, wie ich es so gerne tue. Das hervorragende eInk Display ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und steht dem Eindruck von Druckfarbe auf Papier kaum nach.

Fazit: Ich werde dem eBook eine echte Chance einräumen und bin schon sehr gespannt darauf, wie sich das Leseerlebnis auf lange Sicht vom Lesen eines gedruckten Buches unterscheidet. Dennoch soll mich der Kindle nicht ganz davon abhalten, auch künftig einige Bücher aus Papier zu kaufen.

Vergangene Weihnachten habe ich mir einen echten Skeppshult geschenkt und in diesem Jahr habe ich mir ein Amazon Kindle bestellt. Seit ich keinen Fernseher mehr habe, ist das Lesen wieder sehr wichtig für mich und es vergeht kein Monat, in dem ich nicht einige Bücher kaufe. Inzwischen sind Buchhandlungen für mich so gefährlich wie Schuhgeschäfte: Wenn ich erstmal drin bin, wirds teuer...

Kommentare:

Inka hat gesagt…

Glückwunsch zum Kindle.E-Books sind stark im Kommen, und in ein paar Jahren gibt es wahrscheinlich keine Taschenbücher mehr auf bedrucktem Papier. Gebundene Bücher werden vermutlich teurer und exklusiver werden.
Ich lese E-Books allerdings lieber mit meinem iPad. Das ist vielseitiger nutzbar als der Kindle und hat auch ein sehr gutes Display.
Liebe Grüße
Inka

Harka hat gesagt…

Ich bin ohnehin davon überzeugt, dass der Verband der Buchhändler in geheimer Konspiration das Fernsehen übernommen hat. Nur so sind die immer häufigeren Sendungen, in denen sich talentlose Laiendarsteller zu Deppen machen, zu erklären. Gerichtsmärchenshows, Kuppelshows, Superpolizisten (mit 100% Erfolgsgarantie), Familen im Irgendwas, Ermittler und Supernannys (ok, die ist wohl gerade ein Auslaufmodell) konkurrieren mit talentfreien Talenshows, Rosamunde Pilcher und Silbereisen - ganz klar, die Buchhändler haben im Geheimen das Fernsehen übernommen und wollen mich wieder zum Lesen von Büchern zwingen. Irgendwie gelingt denen das auch, denn Fernsehen hält ja keiner mehr länger als 10 Minuten durch.

The Funny Midget hat gesagt…

Ich liebe eBooks ...... auf meinem iPod :) Handlich und badewannenkompatibel! Und vor allem wird der nicht so wellig, wenn er mal feucht wird *lach*

actro hat gesagt…

Du weißt aber schon, dass es Software gibt, die freie eBooks in diversen anderen Formaten nach ePub konvertieren kann?

Ich benutze einen 10,1" Tablet-PC zum lesen und surfen unterwegs, der kann ein wenig mehr als das Kindle, kostet nicht viel mehr und ist nur geringfügig schwerer ;)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Inka: dank dir, Inka. Nein, ein iPad kann ich mir nicht leisten, das kam nicht infrage. Aber zum reinen Lesen ist ein Kindle prima geeignet, weil er so leicht und klein ist und der Akku einen Monat lang hält. Mit dem iPad ist er wirklich schwer zu vergleichen...

@Harka: lach... ach, Harka, das ist die beste Erklärung fürs Fernsehen, die ich je gehört habe. Es ist jetzt fünf Jahre her, dass ich das Gerät verschenkt habe und seitdem lese ich endlich wieder viel mehr. Wenn ich einen Fernseher hätte, dann würde ich auch gucken. Ganz automatisch und nur so'n Schund. Ich weiß gar nicht, ob es anspruchsvolle Sendungen gibt, sowas wie John Sinclair, oder so...

@Funny: Ja, auf meinem iPod habe ich auch viele Bücher, aber das Lesen macht keinen Spaß darauf. Man muss zu oft umblättern. Und in der Wanne?! Shrieeeek...!

@Actro: Ja, ich weiß. Aber der Kindle will keinen ePub. Aber ich kann sie dennoch in sein Format umwandeln, aber das möchte ich wohl gar nicht. Nein, ein Netbook, oder jeder LCD Bildschirm ist schwer mit dem liquid Paper des Kindle vergleichbar: Größe, Akkulaufzeit, Gewicht. Der ist eben für was anderes gedacht. Aber ich habe auch so ein Netbook.

The Funny Midget hat gesagt…

Falsch Baby! DIR macht es keinen Spaß, ich finde es genial. Und umblättern ist doch kein Ding! Einmal kurz mit dem Festhaltdaumen drüber gewischt und schwupps, erledigt! Da braucht man noch nicht mal die andere Hand für abzutrocknen und man kann auch getrost weiterlesen, während man sich die Haare einshampooniert :)

The Funny Midget hat gesagt…

Und dass ich manchmal in der Badewanne Filme da drauf gucke, verschweige ich jetzt mal lieber *grins*

CeKaDo hat gesagt…

Ich sehe das Ganze mal von der anderen Seite, der eines Autoren von inzwischen sechs Büchern, die alle auch als eBook vorhanden sind. Vor einem Jahr habe ich mich noch gegen die elektronische Variante gesperrt. Weil sie mich Geld kosten sollte und der Markt einfach nicht vorhanden war.

Jetzt hat mein Verlag die Möglichkeit erkannt, biete meine Bücher sowohl als Print- als auch als eBook-Variante an und meine ersten elektronischen Bücher sind auch schon verkauft. Ich bin im neuen Markt angekommen. Und das, obwohl ich selbst keine Kindle oder Co. besitze.

Ich mag im Moment noch weiter gern das Gewicht, den Geruch und das Gefühl von Büchern spüren. Das kann im kommenden Jahr schon anders aussehen. Was mich jedoch als Leser an den eBooks am meisten stört, das ist die schlichte Tatsache, dass es keine gebrauchten Bücher zu ermäßigten Preisen geben kann.

Was mich als Autor wiederum nicht stört, sondern eher freut. :)

Daria hat gesagt…

Hallo Svenja,

so ein echter E-Book Reader hat bestimmt einiges für sich. Bislang habe ich auf mein Smartphone zurück gegriffen aber ein echter Genuss ist das wahrlich nicht.
Und dann noch der Faktor Zeit... die paar Bücher die ich auf dem Ding habe konnte ich noch gar nicht zuende lesen. Beim Warten in der Arztpraxis hat sich das Ganze aber bereits bewährt... ja wenn da nicht dieser enorme Strom Hunger der Geräte wäre. Ich denke auch da haben die E-Book Reader klar die Nase vorne.

Ich wünsche Dir viel Spaß mit dem neuen Gerät!

Liebe Grüße

Daria

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Funny: Ja, da hast du Recht, Baby. Für mich ist das nichts, auf dem kleinen iPod längere Texte zu lesen. Ich kann es, aber es ist kein Vergnügen. Aber es ist schön, dass du das so prima hinbekommst. LG, Svenja
(Notiz: Meine Leser nicht mit "Baby" ansprechen.)

@CeKaDo: Du schreibst Bücher und hast sogar schon eBooks im Verkauf? Wow, dich werde ich einmal mit dem Reader heimsuchen. Auch wenn du ja schon so alt bist und über 30 :-)
Ja, ich mag Bücher auch sehr, aber ich lebe in einem möblierten Zimmer und mehr als vielleicht 200 Bücher passen da nicht rein. (Die teilen sich den Platz mit ca. 115 Paar Schuhen und Stiefeln)
Ja, das GebrauchtArgument sticht, aber dafür sind Neuerscheinungen, die gebunden noch sehr teuer sind, als eBooks oft schon zum Taschenbuchpreis zu haben.

@Daria: Danke schön. Ich werde es einfach ausprobieren, ob der Kindle etwas für mich ist, aber ich denke ja. Kennst du diese Bücher, die so eng gebunden, bzw. geklebt sind, dass es total anstrengend ist, sie überhaupt längere Zeit offen zu halten? Und irre schwer sind? Die kann ich im Bett auf dem Rücken liegend nicht lange lesen. Der Kindle ist sooo leicht und immer offen :-)

Kingsizefairy hat gesagt…

Ich hab jetzt auch seit einiger Zeit ein Kindle und bin super zufrieden. Allen anderen Schnickeldi wie iPad und so brauch ich nicht. Ich hab meinen Computer, mein Laptop, mein Kindle und gut is.
Lesen im Bett ist endlich möglich und mein zukünftiges Platzproblem ist auch gelöst. Obwohl... so das eine oder andere Buch... hm... mal sehen.
Ich weiß auch nicht, was das ganze Gejaule soll von wegen kostenlos und umwandeln. Wenn mir ein buch was wert ist, dann ist es mir wurscht ob auf dem Kindle oder im Regal, solang der Autor auch angemessen für seine Arbeit entlohnt wird. Dieses Geiz ist geil ging mir schon immer auf den Keks.

Bi(e)ne hat gesagt…

Hm, jetzt hast du mich richtig neugierig gemacht. Bisher wollte ich von E-Books nichts wissen, für mich mussten Bücher aus echtem Papier sein, im Regal stehend Eindruck schinden und jede Menge Platz beanspruchen. Richtig konservativ halt. Aber den Kindle werde ich auch mal unter die Lupe nehmen, praktischer zum Mitnehmen als ein dicker Wälzer ist das Ding auf jeden Fall. Schau mer mal ;-)

Andrea hat gesagt…

Noch ein ganz wichtiger Grund für einen E-Book-Reader: versuch mal, als kleine, schwache Frau zwanzig Bücher mit in den Urlaub zu schleppen! Auf so einer kleinen Kiste kann man locker auch mal zweitausend mitnehmen.
Die Leute, die mir bei meinen letzten Umzügen geholfen haben, versuchen jedenfalls mir schon länger so ein Dings aufzuschwatzen. Die sind von meinen Bücherkisten geschädigt...
(aber ich mag doch Bücher aus Papier so gern!)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Kingsizefairy: Ja, so sehe ich es auch: Für ein Buch gebe ich auch Geld aus. Wenn ich mir zuviele umsonstene Bücher herunterlade, werden sie so beliebig und ich widme mich keinem mehr so richtig.
Ja und an dem Platzproblem ist was dran. Mein Zimmer ist eben nicht so groß. Ungefähr wie dein Wohnzimmer :-)
Und puh: Hast du viele schöne Bücher!

@Biene: Bei dem Preis fand ich das Risiko auch sehr überschaubar. Und das Mitnahmeargument ist ein Wahres. Schau es dir doch einfach mal irgendwo an. Ich bin gespannt, wie du darüber denkst.

@Andrea: Gutes Argument, Andrea. Gutes Argument. Schade ist wirklich, dass man die Bücher nicht mehr sehen kann, sondern dass es nur Files in einem Computer sind, aber dennoch: Ein wenig kommt es ja auch auf den Inhalt an. Aber EINEN John Sinclair behalte ich in Papier. Das macht einfach mehr her...

Irmi hat gesagt…

Liebe Svenja,
bislang konnte ich mich noch nicht für Hörbücher erwärmen. Ich brauche etwas in der Hand.
Bei Amazon kaufe ich auch. Wurde auch noch nie enttäuscht. Und dennoch gehe ich immer wieder in die Buchhandlung meines Vertrauens. Der Geruch, die vielen Regale - ich liebe das. Und an "Gedrucktem Papier" kann ich nicht vorbei gehen. Aber nun habe ich keinen Platz mehr. Ich muß mich zurückhalten.
Viel Freude mit dem Neuerwerb.
Liebe Grüße
Irmi

Frau Vau hat gesagt…

Hi Svenja, Gratulation! Ha, aber das mit dem Günstigsten stimmt nicht :-) ich hab mir den eBook-Reader von Welt*bild & Co. gekauft, der hat nur 59 Euronen gekostet (da sind glatt noch ein paar Stiefel mit drin.. lach...). Ich hab das hauptsächlich für meine Reisen gekauft, ich flieg halt oft "Billig" und da darf ich nur 10kg Gepäck mitnehmen, das spricht schon sehr dafür! Und ich find es cool, dass man nur noch ein paar Gramm halten muss, auch wenn man 1000 Seiten lesen will (und das gleich 2000 mal!). Aber ich hab mich auch bewusst gegen Kind*le entschieden, gerade weil ich dann auf Ama*zon festgelegt wäre. Ich hab auch schon ein paar freie eBooks auf dem Gerät, hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Viel Freude jedenfalls mit dem Kindle!

Anonym hat gesagt…

Hallo Svenja,

herzlichen Glückwunsch zum Kauf des Kindle. Ich besitze seit über 2 Jahren eines der ersten international funktionierenden Geräte, da ich sehr viele englische Bücher lese, und diese in Deutschland sehr teuer sind. Meines Erachtens ist das e-ink-Display die einzige Alternative zum Papierbuch, da einem damit auch nach mehreren Stunden Lesen nicht die Augen wehtun (im Gegensatz zum iPad) und auch ein problemloses Lesen in der Sonne möglich ist. Darüberhinaus ist eine Akkulaufzeit von bis zu 2 Wochen unschlagbar.

LG, Katja

Pieps™ hat gesagt…

Boah, dat Teil is' soooo kuhl, ej! Ich hab' da meine Fibel drauf gelad'n un' aaaaalle meine Lieblingsstell'n angestrich'n! Nur Textmarker hat nich' gehalt'! Abba machte nix! Hab' ich eimpfach den Edding genomm'!

Karan hat gesagt…

Obwohl ich einen E-Book-Reader habe, lese ich grundsätzlich immer noch lieber Bücher, denn ich liebe das direkte Gefühl des Umblätterns und spüre am liebsten mit den Fingern, wie viele Seiten noch da sind.

Aber der Reader wird in letzter Zeit immer mehr genutzt, einfach weil's toll ist, Platz im Bücherregal zu sparen. Ich habe mir ganz viele Klassiker kostenlos heruntergeladen und fräse mich gerade durch das Gesamtwerk der Brontë-Schwestern. Besonders auf Englisch gibt es wahnsinnig viel Lesestoff!

Ich glaube, Du wirst sehr viel Spaß mit dem Teil haben. :-)

CeKaDo hat gesagt…

@ Kingsizefairy: Das mit dem Autorenhonorar ist so eine Sache. Ich habe ein einziges Buch, an dem ich pro Buch mehr als nur meine selbst kalkulierten 33 Cent "verdiene".

Da habe ich auch sehr viel Glück, weil der Herstellungspreis gerade so günstig war, dass er den Preis nicht allzu sehr in die Höhe geschraubt hat. Wobei ich sagen muss, dass ich vom Verlag "On Demand", d.h. auf Abruf produzieren lasse. Das ist sowieso sehr teuer.

Ich weiß allerdings von anderen Autoren, dass sehr oft ein Autor am Buch nur sehr wenige Cent hat. Die Herstellung bei einem Taschenbuch in einer Auflage von, sagen wir mal 1.000 Stück, kostet pro Buch so um die 5 €. Die bekommt die Druckerei. Dann möchte vielleicht der Verlag noch etwas haben, da sind wir dann bei fast 6 €. Der Buchhandel erhält von jedem verkauften Buch zwischen 20 und 35 Prozent vom Verkaufspreis und dann mag sich jeder den Rest zu den 9,90 € ausdenken, die an den Autoren gehen.

Da ich den Verkaufspreis selbst bestimmen kann, mache ich die Grätsche zwischen einem kleinen Honorar für die Arbeit und einem noch erträglichen Verkaufspreis für die Leser. Und da ist einfach das Ende erreicht, wenn ich ein 300-seitiges Buch gegen eine Marge von 33 Cent für 19.90 € verkaufen lassen muss. Das bedauere ich einfach sehr.

Das Ende der Verdienstkette sind immer die Autoren und Musiker. Aber soll ich mal ein Geheimnis verraten? Ich betreibe das Ganze als Hobby und habe mächtigen Spaß daran, meine Geschichten in Lesungen und Wettbewerben zu präsentieren. Reich werde ich davon nicht und es ist mir egal. Der Spaß zählt und den habe ich mächtig. :)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Irmi: Nein, mit Hörbüchern kann ich mich auch nicht anfreunden. Das geht mir alles viel zu langsam, dazu fehlt mir die Geduld. Aber Hörbücher kann der Kindle auch gar nicht abspielen. Er zeigt nur die Texte an, das aber so gut, dass es fast aussieht wie bedrucktes Papier.
Vielleicht schaust du dir mal so ein Gerät an. Liebe Grüße, Svenja

@Frau Vau: Oh danke, du hast Recht. Ich habe das Richtige gemeint, es aber falsch geschrieben und gleich im Text geändert. Der Kindle ist der günstigste Reader mit eInk Display. Deiner hat ein LCD Display, wenn ich mich recht entsinne. Ich bin gespannt, wie sich das Lesen für mich anfühlen wird.

@Katja: Ach, das ist ja interessant. Ich wollte mir den Kindle auch schon nach seine Erscheinen in den USA bestellen, habe es dann aber nie getan. Ja, von dem unglaublich guten Display habe ich auch schon viel gelesen. Es ist mit dem iPad schwer vergleichbar, weil eine ganz andere Idee dahintersteht. Ich freu mich schon. Vielleicht kommt die Lieferung ja heute schon...

@Pieps: Shrieeeeek...! Im ersten Moment hab ich einen Schreck gekriegt weil wir ham den ja noch gar nicht. Das Einzige, was da rumliegt, ist mein iPod und den wirst du doch nicht. DEN WIRST DU DOCH NICHT?! Grmpfff...

@Karan: Ich kann mir gut vorstellen, dass man erst ein neues Gespür für eBooks entwickeln muss. Jemand schrieb neulich, das Primat des Papiers würde nicht ewig dauern. Aber ich vermisse zum Beispiel meine Langspielschallplatten noch heute. Eine mp3 Datei auf dem Rechner ist ein wenig zu verfügbar und wird ganz schnell beliebig. Für mich hat meine Musik damit ein wenig an Wert verloren. Mit dem eBook Reader kann es ähnlich sein, aber das will ich unvoreingenommen ausprobieren. Viel Spaß beim Lesen, liebe Karan.

@CeKaDo: Amazon bietet Autoren die geniale Möglichkeit, ihre Bücher als eBooks zu publizieren, ohne eine ISBN und damit eine amerikanische Steuernummer zu benötigen. Den Verkaufspreis kann man selbst festlegen und der überwiegende Teil des Honorars geht an den Autor. Ich habe schon einmal darüber nachgedacht, ein Buch, das an meinen Blog angelehnt ist, als eBook zu veröffentlichen. Könnte Spaß machen...

Anonym hat gesagt…

Ich lese mind. ein Buch pro Woche. Da das auf Dauer doch ganz schön ins Geld geht, spielte ich, um Kosten zu sparen, mit dem Gedanken, einen e-book-reader von Hugendubel mir zuzulegen. Ein Blick auf die Preise der e-books im Vergleich zur Papierausgabe, ließen aber diese Vorstellung platzen. E-Bücher sind bei Hugendubel nur unwesentlich billiger als Papierbücher. Der Preisvorteil bleibt bei den Verlagen hängen. Ansonsten sehe ich für mich keinerlei Vorteile in einem E-Book-Reader. Praktischer finde ich hingegen Papierbücher: Sie sind eigentlich unempfindlich, ich kann mich aus Versehen darauf setzen, es darf vom Tisch fallen und es verträgt Feuchtigkeit wohl besser als ein E-Book-Reader. Ich kann es in den Sand legen und danach einfach ausklopfen und ich bin unabhängig von Strom. Ich kann es in der Kneipe unbeaufsichtigt liegen lassen, wenn ich kurz mal verschwinden muss und brauche keine Befürchtungen zu haben, dass es sofort abhanden kommt. Und wenn doch, dann ist der Verlust erträglich. Wenn ich es ausgelesen habe, dann wandert es entweder in mein Hall-of-Fame-Bücheregal (was selten der Fall ist) oder in der Mülltonne (was öfters passiert) oder ich stelle es in eine der öffentlichen Büchertauschstellen ein.
Aber das Wichtigste für mich ist: Gedruckte Bücher haben ein "Gesicht", strahlen einen Charakter aus, ihre Aufmachung liefert ein Verheißung von dem, was einem inhaltlich erwartet. Die wirklich gute Literatur möchte ich im Wortsinne "besitzen" und ihr Anblick im Bücherregal begrüßt mich wie ein guter Freund. All das kann ein E-Book mir nicht geben. Elektronische "Druckerzeugnisse" sind für mich gerade gut genug, um damit Bedienungsanleitungen zu archivieren.
Einzig auf Reisen wünschte ich mir, eine ganze Bibliothek mitnehmen zu können und dafür ist ein E-Book-Reader dann wirklich die bessere Wahl.
Gruß
Lord Helmchen

Bettie Mae hat gesagt…

hallo svenja, das du keinen fernseher hast, beeindruckt mich grad mehr als der kauf dieses geräts. ;)
aber ich kenne ein gegenargument. wenn du nach einer halben oder einer stunde lesen feststellst, dass das ebuch s***ist, kannst du es nicht einfach in die ecke feuern. ich glaub das drücken der löschentaste ist ein schwacher ersatz für das in-die-ecke-schmeissen eines buches...

ich glaub mit deinem erzähltalent würde das ein ziemlich tolles und unterhaltsames buch werden. und wenn du dann noch ein paar deiner svendurageschichten mit einbaust, dann kaufen es sicher auch männer ;)
lg
B.

@ Lord Helmchen: Wohl gesprochen!

SoD hat gesagt…

hmm...also ich weiß ja nicht ich weiß ja nicht, was mich daran stört ist einfach: es ist kein Papier mehr (jaja Weltklima blabla;)) Wie du ja auch schon geschrieben hast,ich liebe den Geruch von Büchern, vorallen wenn ich diese schon 2-3x gelesen habe.
Nochdazu: Die Papierseiten gehen nie aus, weil die Batterie zu schwach oder leer ist...bin ja mal gespannt was du dann im endeffekt davon hälst:)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Lord Helmchen: Ich kenne natürlich alle Argumente pro Papier. Schließlich habe ich mir die selber immer wieder gesagt, aber so ging es mir mit Schallplatten auch. Letztlich ist meine Ansicht daher auch:
Ich werde dem eBook eine echte Chance einräumen und bin schon sehr gespannt darauf, wie sich das Leseerlebnis auf lange Sicht vom Lesen eines gedruckten Buches unterscheidet. Dennoch soll mich der Kindle nicht ganz davon abhalten, auch künftig einige Bücher aus Papier zu kaufen. Für mich sind eBooks eine Ergänzung zum Papier. Und der Preis ist klar: eBooks unterliegen faktisch der Buchpreisbindung.

Aber auf meine Motorradreisen würde ich das Gerät nicht mitnehmen, ebensowenig wie ein Navi. Das wäre noch ein Gegenstand mehr, den ich verwalten, auf den ich aufpassen muss, dessen Ladezustand ich beobachten muss. Und dein Diebstahlsargument sticht hier besonders weil ich allein reise.
Ich denke, dass ich in einigen Monaten mehr sagen kann und werde in einem Jahr ein Fazit dazu schreiben.

@Bettie Mae: lach... zum Glück feuer ich niemals Bücher in die Ecke, nein, ich werfe überhaupt nie mit Gegenständen, aber das Argument kann bei anderen schon stimmen :-)
Na mal sehen, was sich noch so tut.

@SoD: An Dinge wie Umweltschutz und Weltklima habe ich nicht gedacht, das interessiert mich nicht die Bohne, aber mit dem Papier gebe ich dir Recht. Das eBook wird meine geliebten alten Bücher nicht verdrängen, die ich im Lauf der Jahre gesammelt habe, aber es wird auch seinen Platz finden. Ich bin gespannt, was ich in einem Jahr zum Thema Kindle schreiben werde.

Silke hat gesagt…

Also ich hab mit auch vor kurzem einen Ebook-Reader gekauft, den von Sony. Ich bin damit sehr zufrieden, viele Bücher gibt es bereits im epub-Format und es werden täglich mehr. :) Ein Buch in der Hand zu halten, ist ein schönes Gefühl, aber aufgrund meiner Daumensattelgelenkarthrose (ja, sowas gibt es) fällt es mir zunehmen schwer, besonders dicke Bücher längere Zeit zu halten. Das heißt aber nicht, dass ich auf Papier-Bücher zukünftig ganz verzichten werde, als aktive Bookcrosserin fliegen mir die Bücher manchmal regelrecht zu. ;)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Silke: Ja, an Büchern ist wahrlich kein Mangel, darum mache ich mir keine Sorgen. Ich hab schon soviele Bücher auf meinem Kindle, dass ich monatelang ohne Nachschub auskommen könnte. Du machst auch Bookcrossing? Ich doch auch, guck mal: Freiheit den Büchern

Melli hat gesagt…

Du musst unbedingt berichten!! Mir wurde auch schon die Vorschläge gemacht das ich mir das doch zu Weihnachten schenken lasse könnte! Aber ich kann mich noch nicht so an den Gedanken gewöhnen... Zudem finde ich es schade das ich dann erst mal mit keinem "tauschen" kann...
LG und einen schönen 2. Advent

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Melli: Das mach ich. Ich glaube, dass das ein ganz toller Kauf ist und ein schönes Weihnachtsgeschenk, von dem man lange etwas hat.
Dir wünsche ich auch noch ein paar schöne Stunden vom Zweiten Advent. LG, Svenja

chiefjudy hat gesagt…

Ich bin ja allem technischen gegenüber eigentlich ziemlich offen. Aber zu einem eBookreader konnte ich mich bisher noch nicht durchringen. Irgendwie haben "echte" Bücher halt doch was...;)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Chief: Ich glaube, dass der Kindle ein richtig gutes Weihnachtsgeschenk ist. Und eines der günstigsten, die ich mir je selbst gemacht habe :-)

Silke hat gesagt…

Liebe Svenja, ein Buch gefangen und eins registriert... da hab ich mir aber mehr vorgestellt als "Bookcrossie". ;-) Aber schön, dass Du auch dabei bist. :-)Ich bin "Solingerin" und habe heute noch in der Mittagspause 28 Bücher registriert, die mir eine Kollegin vermacht hat. In Kiel gibt es bestimmt auch gelegentliche Treffen, da solltest Du mal hingehen. Die Solinger Meetups sind immer sehr lustig. :-)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Silke: Aber ich habe etwas darüber gebloggt und anderen vorgestellt. Mein Buch wurde zwar schnell gefunden, aber der Leser hat es nie weitergegeben. Glaube ich... denn inzwischen war ich schon seit Jahren nicht mehr auf der Seite.

Silke hat gesagt…

Das hast Du gut gemacht, Werbung ist immer gut. Einen gewissen "missionarischen Eifer" kann ich auch nicht verleugnen. Sobald mich jemand nach Bookcrossing fragt, wird er/sie mit Informationen und Einladungen zu Meetups überschüttet. ;)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Silke: Die Idee hinter der Idee fand ich auch echt klasse. Ich wusste gar nicht, dass Bookcrossing noch so populär ist. Toll!

Neeva hat gesagt…

Es stimmt nicht ganz, dass man fürs Kindle nur bei Amazon Bücher bekommt. Eigentlich alle professionellen Seiten, die E-books verkaufen, haben auch das Kindle-Format im Angebot. Kriegt man halt nicht über Whispernet, sondern muss die Datei herunterladen, das Kindle an den Computer stöpseln und die Datei kopieren.
Und wenns an die gemeinfreien Klassiker geht schau dir mal das Gutenberg Projekt an.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Neeva: Der Kindle ist zuerst einmal an den Amazon Shop gebunden, aber natürlich hast du Recht, dass man Bücher auch auf anderem Wege in den Kindle bekommt. Sonst hätte meiner ja auch noch nicht so eine gut gefüllte Bibliothek :-)
Danke für den Hinweis auf das Projekt Gutenberg.

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