Sonntag, 14. November 2010

Auch nach fünf Jahren noch ER?

Svenja im Dienst Wir sitzen zusammen im Besprechungsraum. Die Unterlagen liegen auf dem Tisch und man wartet auf das Eintreffen der letzten Teil­nehmer. Die Stimmung unter den Kollegen ist fröhlich, schließlich kennen wir uns schon viele Jahre. Es ist noch immer dieselbe Runde, in der ich mich vor fünf Jahren  geoutet habe.

Wir scherzen darüber, ob schon jemand vor der Besprechung müde ist und ich verrate angeberisch mein Geheimrezept, nämlich einfach mal rechtzeitig schlafen zu gehen. :-)

Und dann geschieht es. Ein Kollege ulkt scherzhaft in die Runde: „Na, dann ist es ja auch kein Wunder, dass ER immer so ausgeschlafen ist, wenn ER immer so früh schlafen geht.“ Treffer, Transe versenkt. Er merkt gar nicht, dass er sich im Personalpronomen geirrt hat und mir damit unbewusst einen Tiefschlag versetzt hat.

Plötzlich schäme ich mich und fühle mich in meinem hüschen Kleid, in dem ich mich heute morgen noch so toll fand, auf einmal wie ein Transvestit. Andere Kollegen bessern nach durch ein lautes: „SIE!“ und auch ich setze zu einer lahmen Erwiderung an: „Es heißt SIE. Na ja, knapp daneben.“ Aber ich merke, dass er gar nicht richtig zuhört.

Dutzende Male habe ich diese Situation in den letzten Jahren erlebt und allmählich sollte ich daran gewöhnt sein, aber ich schaffs nicht. Meine erste Reaktion ist Verärgerung, aber worüber? Über die Wahrheit? Für einen kurzen Moment habe ich einen  unschätzbar wertvollen Blick hinter die freundlichen Gesichter werfen können, hinter Toleranz, Höflichkeit und hinter alle Political Correctness. Der Kollege wollte mich nicht beleidigen, dazu kenne ich ihn zu gut. Er hat nur im Überschwang guter Laune versehentlich ausgesprochen, als was er mich wahrnimmt, nämlich als Mann.

Für mich ist das ein wertvoller Hinweis darauf, dass ich mit meiner Entwicklung noch lange nicht fertig bin.  Irgend etwas stört offensichtlich noch den Eindruck von Weiblichkeit. Was könnte das sein? Der Bartschatten? Nein. Das letzte Barthaar wurde schon vor Jahren weggelasert, da ist nichts mehr. Haare, Frisur, eine Perücke? Nein. Ich hab eigene volle, lange, schwarze Haare und könnte jede Frisur damit machen. Zu männliches Aussehen vielleicht? Das glaube ich nicht. Die weiblichen Hormone haben meine Erscheinung verändert und wenn der Busen nicht bald aufhört zu wachsen, dann werden auch die neuen B-Cups irgendwann zu klein. Schlechtes Styling? Das hoffe ich nicht. Ich style und schminke mich seit fünf Jahren konsequent jeden Morgen und erscheine niemals ungepflegt zum Dienst und ich trage auch niemals Männersachen.

Es könnte aber an meiner Stimme liegen. Ich trainiere schon seit Jahren, um meine Stimme weicher und weniger männlich klingen zu lassen, aber wenn ich spreche, dann höre ich noch immer eindeutig einen Mann und keine Frau.

Es gibt allerdings eine Operationstechnik bei der ein Chirurg die Stimmbänder einstellt, so wie ein Klavierstimmer das machen würde. Bis jetzt hat mich das nicht interessiert, weil ich mit meiner Stimme zufrieden bin und weil das Ergebnis kaum vorherzusagen ist. Es kann irgendwo liegen in der vollen Bandbreite zwischen Vanessa Paradis und Inge Meysel.

Trotzdem habe ich Angst. Es wäre schon eine grausame Ironie, wenn ich mir in einer aufwendigen Operation die Stimme ruinieren lasse und es daran letztich gar nicht gelegen hat.

Schande für die PolizeiUnd wenn es etwas völlig anderes ist? Wenn es gar nicht an Äußerlichkeiten liegt? Bezüglich meines Standings in der Landespolizei mache ich mir keine Illusionen. Ich weiß, dass ich hinter meinem Rücken schon als eine "Schande für die Polizei" bezeichnet worden bin.

Na und? Jeder steckt mal Treffer ein. Die kuriert man übers Wochenende aus und erscheint am Montagmorgen gut gelaunt und in den Knien federnd wieder zum Dienst. Ich bin stark genug und lasse mich nicht unterkriegen. Die Polizei ist schließlich kein Ponyhof und ich bin nicht Wendy. Niemals würde ich mich aus irgendwelchen psychisch, weinerlichen Gründen krank melden.

Solange es nicht rotzt, blutet, oder eitert, stöckele ich jeden Morgen zum Dienst. Ausgeschlafen, perfekt gestylt und in allerbester SvenjaLaune. Transsexuell hin, oder her: Ich bin immer noch Kriminalbeamtin und ich liebe diesen Beruf und ich werde ihn jeden verdammten Tag so gut machen, wie ich es nur kann.

Achtung: Auf keinen Fall will ich den Eindruck erwecken, dass ich in irgendeiner Weise gemobbt werde, denn so empfinde ich das nicht. Trotzdem ärgere ich mich natürlich, wenn ich weiß, dass hinter meinem Rücken abfällige Bemerkungen gemacht werden, gegen die ich mich nicht zur Wehr setzen kann, oder wenn ich selbst nach fünf Jahren noch "ER" genannt werde.  Und zu guter Letzt hier noch mein All Time Favourite, ein Spruch, den derselbe Kollege gebracht hat: "Ganz egal, wie alle über dich labern, aber du hast hier die wenigsten Krankheitstage." Als Mann hätte ich ihm früher einfach eine reingehauen.

Meinungen, Ideen, Vorschläge, Anregungen?!

Kommentare:

Hans hat gesagt…

Man nimmt dich nicht als Mann wahr, man hat es nur noch im Kopf, dass du mal einer warst. Jedenfalls äußerlich optisch. Denk nicht so viel! Und mach dich nicht selbst runter! Mir würde es vielleicht auch passieren, denn ab und zu redest du eben noch wie ein Mann. Wird auch immer so bleiben. Der beste Kumpel eben, der nur jetzt wie eine Frau aussieht und auch eine ist. Ich denke mal, es ist für alle Menschen, die zu dir in einer Beziehung stehen, nicht ganz einfach. Hilf den anderen, in dem du lächelst, die beste Art, dem anderen die Zähne zu zeigen. :-)

Rubinengel hat gesagt…

Schätzelein, solche abfälligen Bemerkungen bekommt jeder von uns, bei mir wird über dickes Hinterteil gelästert, ich für meinen Teil lästere liebend gerne über dümmliche Blondinen. Es ist ein kleines Stückchen Neid, was dort mitschwingt. Ich beneide insgeheim die dümmlichen Blondinen, deren einzige Probleme die Farbe des Nagellackes zu sein scheinen. Bestimmt ist es bei dir ähnlich, Jemand der so rigoros sein Leben neu gestaltet, das weckt Neid. Und Mißgunst, weil es einem deutlich vor Augen führt das man sich verändern kann, wenn man es denn nur wirklich will.
Vielleicht fällt es deinem Kollegen auch einfach nur schwer, sich mit einer Kollegin auseinander zu setzen. Männer können oft mit ihrem Geschlecht besser reden.
Und bevor du deine Stimme operativ verändern läßt, es gibt Stimmtrainer, auch speziell ausgebildete für Trans. Oftmals reicht es schon die Lautstärke beim sprechen zu ändern, dann kann eine tiefe dunkle Stimme sehr sinnlich sein. Leider kenne ich deine Stimme...schade eigentlich...
Fühl dich einfach lieb umarmt, für mich biste wie ne Freundin;-)
viele liebe Grüße Rubinengel

Stefan hat gesagt…

Hallöle!

Der Mensch ist nunmal in jeder Beziehung fehlerbehaftet. Unbedachte Äußerungen oder hinter der Hand Bemerkungen können jedem passieren.
Da kann man nach seiner Meinung noch so tolerant, liberal (nicht politisch) oder offen sein, eine unbedachte Äußerung und schon wars das.

Ich selbst meine, jedermann offen und ehrlich zu behandeln. Dennoch entrutschen einem manchmal Bemerkungen die für andere unangenehm oder sogar bösartig sind.
Da hilft dann nur viel Kaffe und Kuchen und Seelenmassage.

Bleib wie Du bist (seufz, schlabber, lechz) und geh Deinen weg. Und laß bloß keinen an Deine Stimmbänder. Ich mag Frauen mit tiefer Stimmen.

Das Du aber auch unbedingt Ordnungshüter werden mußtest.

Na ja niemand ist perfekt.

Grüße aus dem tiefsten OWL :_)

annina hat gesagt…

Hey, auch ich bin der Meinung, Du solltest Dich davon keinesfalls unterkriegen lassen! Kannte der Kollege Dich denn, als Du noch ein Mann warst? Ich denke, dass sich der erste Eindruck (also in diesem Fall "männlich") eben so in das Gedächtnis einbrennt, dass die Zunge manchmal schneller ist als der Kopf mit Denken. Die meisten Menschen können sich zudem nich in die Lage eines/r Transsexuellen versetzen, da ist es dann mit der fehlenden Sensibilität oft auch nicht weit her. Dies nicht als Entschuldigung für sein Verhalten, nur ggf. als Erklärung für seine Verwirrung zischen damalas und heute. Nicht irritieren lassen, meine Liebe! LG aus Berlin

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Hans: Der Spruch mit dem lächelnd die Zähne zeigen, den finde ich klasse. Danke Hans. Und das Argument, das es für andere nicht einfach ist, das verstehe ich. Man muss den anderen Zeit geben. Aber fünf Jahre? Es dauert keine drei Jahre, einem Schimpansen das Klavierspielen beizubringen, schätze ich.

@Rubinengel: Ich bin doch meine eigene Logopädin und inzwischen kriege ich das auch halbwegs gut hin, auch wenn ich meinen Anrufbeantworternoch immer nicht selbst besprechen könnte :-)

@Stefan: Nein, ich kann das nicht gelten lassen. Ich weiß natürlich, dass jedem mal etwas rausrutscht. Aber "etwas rausrutschen" kann nur, was man wirklich meint, jenseits aller kontrollierten Höflichkeit.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Annina: Ja, der kennt mich schon über ein Jahrzehnt. Ich habe es nur so lange toleriert, dass mir heute die Galle übergekocht ist. Außerdem meine ich: "Everybody's Darling is everybody's Depp."

Sabine hat gesagt…

Ich glaube, dass die meisten Männer grundsätzlich eher ein Problem damit haben, wenn bei einem Mann die Männlichkeit plötzlich weg ist und sich in Weiblichkeit gewandelt hat. Es fehlt einfach immer noch die Toleranz, auch wenn es keiner zugibt. Umgekehrt ist es aber vermutlich bei den Frauen ähnlich. Ich weiß nicht wie ich reagieren würde, wenn eine gute Freundin oder eine Kollegin sich als Mann bekennen würde. Klar bin ich selbst tolerant. Wie schnell rutscht einem ein Satz oder ein Wort aus dem Mund? Und hinterher ärgert man sich darüber.

Der Kommentar von Hans trifft es auf den Punkt.

LG Sabne

Cara hat gesagt…

Hallo Svenja,

mensch, viel zu lange nicht mehr kommentiert.

Ich dachte beim Lesen (ähnlich wie Hans): Gedankenbahnen neu zu verlegen dauert ewig, manchmal ist es einfach nicht möglich. Das stelle ich in meinem Job auch gerade fest...

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Problem bei ihm liegt, nicht an Dir und Deinem Auftreten.

Wie gut stehst Du denn mit dem Menschen? Könntest Du ihn einfach mal drauf ansprechen, eventuell Deine Gedanken und Deinen Ärger in nicht überkochendem Zustand äußern? Willst Du das überhaupt?

Eine Stimmbandoperation fände ich jetzt auch zu gruselig, was ich da gerade auf anderen Infoseiten gelesen habe schreckt doch eher ab.

Ich kenne Dich nicht persönlich, aber für mich bist Du eine Frau. Punkt. Ich würde niemals "er" verwenden wenn ich Freunden und Bekannten von diesem Blog erzähle. Das Pronomen würde sich... hmmm... unnatürlich anfühlen. Ja, das trifft es. Meine Mitbewohnerin ist ja auch kein "er".

Lieben Gruß

Cara

Irina hat gesagt…

Hat der Typ bestimmt nur aus Selbstschutz gesagt, weil .................... Boah, siehst du verschärft aus!!!!! WOW!

Yva hat gesagt…

Ich denke mal, daß der grundsätzliche Denkansatz schon nicht den Punkt trifft: Dein Kollege hat nicht "im Überschwang guter Laune versehentlich ausgesprochen, als was er Dich wahrnimmt", er hat viel mehr ausgesprochen, als was Du in seinem Erinnerungs- und Assoziationsapparat abgespeichert bist - und das seit dem Tag, an dem er Dich das erste Mal gesehen hat. Er hat damals den Mann Sven kennengelernt, und genau damit ist Deine Person in seinem Kopf verknüpft.
Es gibt keinen Zweifel daran, daß Du inzwischen eine Frau bist, und das wird Dein Kollege auch sicherlich niemals in Frage stellen. Aber alle Menschen, die Dich in beiden Rollen (gut) kennen, laufen Gefahr, in unkonzentrierten Momenten sprachlich die Dinge etwas durcheinander zu werfen. Und das liegt natürlich NICHT daran, daß etwas an Deinem Passing nicht stimmt. Es wäre also völlig sinnlose Panikmache, dort die Ursachen zu suchen und nach einer übertriebenen Perfektion zu streben.

Wir Transgender machen manchmal den Fehler, daß wir die Menschen, die uns in beiden Rollen kennen, ein bißchen überfordern. Es ist nämlich gar nicht so einfach, zu verinnerlichen, daß hinter zwei optisch total verschiedenen Erscheinungsbildern immer noch ein und derselbe Mensch steckt. Es gibt einige, die das nicht auf die Reihe kriegen, und die sich dann aus unserem Leben verabschieden. Das ist traurig genug, aber wir sollten denjenigen, die bleiben, dann doch die gelegentliche Verwirrung, die sie befällt (zumal, wenn sie nur sprachlicher Natur ist), durchgehen lassen und verzeihen.

Es liegt nicht an Dir, Svenja, es ist einfach nur eine menschliche Schwäche.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Sabine: Das ist ein guter Denkansatz. Tatsächlich ist es für Männer oft ganz schwierig und völlig unverständlich, dass ein Mann seine Männlichkeit aufgibt. Selbst Frauen finden das gelegentlich entwürdigend. Es ist nicht einfach, das weiß ich, aber inzwischen erwarte ich mehr. Danke, Sabine.

@Cara: Dein Bild gefällt mir: "Gedankenbahnen neu zu verlegen, dauert lange." Nein, so gut kenne ich den Kollegen nicht, dass ich ihn auf etwas Persönliches ansprechen wollte. Und selbst wenn, würde ich bestenfalls erreichen, dass er sich besser kontrolliert und dass das Verhältnis immer verkrampfter wird. Meine Güte, ich will ja auch nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, aber manches nervt eben doch.
Du hast es wirklich einfacher, weil du Sven nie kennengelernt hast und gleich den Einstieg in das Leben von Frau Svenja gefunden hast.

@Irina: Na hörmal, das war aber ganz anders abgesprochen: Du solltest anonym kommentieren und "total verschärft" sagen. Menno, muss ich denn alles selber machen?! :-)

@Yva: Danke Yva, das ist bislang die beste Erklärung für mich und die erste, die mich emotional sehr entlastet, denn wenn es SO ist, dann ist es wirklich nicht schlimm. Ich weiß selbst, wielange es dauert, bis solche Assoziationen sich umbilden, aber fünf Jahre?
Na, vielleicht habe ich als Sven einfach einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Danke für die Warnung vor sinnloser Panikmache. Ich denke momentan schon an alle möglichen Operationen von Dachgeschoss bis in den Keller, obwohl das überhaupt nicht mein Wunsch ist. Aber wenns hilft....?
Ich möchte wirklich niemanden überfordern, deshalb gebe ich wirklich alle optischen Hilfen, die ich nur zur Verfügung stellen kann. Aber manchmal reicht das wohl nicht aus.
Deinen Kommentar unterschreibe ich mit Vor- und Nachnamen. Danke Yva.

Anonym hat gesagt…

Total verschärft!

ednong hat gesagt…

Hi,
ich glaube nicht, dass es fehlende Toleranz ggü deiner neuen Weiblichkeit ist.

Ich denke, der Kollege hat dich als Mann kennengelernt. Und das ist so drin in ihm. Du bist für ihn ein Er. Dass es nun anders ist, das für sich selbst zu akzeptieren und dann auch umzusetzen, das dauert halt bei einigen. Bei einigen eben ein paar Jahre.

Du schreibst ja selber, dass du nicht glaubst, er wolle dich verletzen. Ich denke einfach, das ist ihm unbewußt rausgerutscht. Ja, er sieht dich wahrscheinlich noch als Mann. Irgendwann wird er sich selbst verbessern und danach wirst du von ihm sicher auch als Frau gesehen. Aber das ist manchmal ein langer Prozeß.

Ich stelle mir das auch nicht einfach vor, einen langjährigen Freund als Frau zu sehen oder umgekehrt. Gerade, wenn man die Person schon lange kennt.

WEnn du das so siehst, fällt es dir vielleicht auch leichter, so einen Faux-Pas zu akzeptieren.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Anonym: Siehste? Geht doch.

@Ednong: Das ist nicht nur eine gute Erklärung, sondern auch ein sehr guter Trost. Nein, beleidigen wollte mich dieser Kollege ganz sicher nicht. Ich unterschätze immer wieder, wie langwierig und wie schwierig der Prozess auch für andere ist, mich irgendwann als Kollegin zu akzeptieren. Na gut: Fünf Jahre räume ich ich dafür noch ein, aber dann werd ich echt sauer :-)

Cara hat gesagt…

Hallo Svenja,

ja, genau das ist es. Ich kenne Dich nur als Frau. Ich kann mein Bild von Dir mit den Bildern die Du von Sven einstellst nicht in Übereinstimmung bringen, dafür bist Du einfach zu sehr Du.

Vorweg: Ich mag sehr, was Yva zu diesem Thema geschrieben hat.

Dass Dich diese Ausrutscher nerven und auch jedes mal aufs neue treffen ist verständlich.

Aber mal eine andere Frage, vielleicht eine Art Prüfstein: Hast Du Kollegen, die in direktem Kontakt mit Dir arbeiten und Dich nur als Frau kennengelernt haben? Und würde denen ein "er" passieren? Das kann ich mir nämlich nur schwer vorstellen.

Cara

Chris hat gesagt…

Hey Svenja,

ich glaube, es liegt an der Gewohnheit. Wenn du sagst, dass du dir sicher bist, dass dein Kollege dich nicht ärgern will. Sie haben ja alle sicherlich auch Sven kennengelernt, oder?

Und vor allem bei Männern ist die Toleranz bei sowas schwierig. Frauen gehen damit viel interessierter um, finden es u.U. sogar toll, wenn jemand sowas macht.

Männer haben immer noch ein Problem damit, wenn - sorry wenn ich das jetzt mal aus dieser Sicht sage - ein Mann weiblicher wird oder gar eine Frau. Genau so wie Männer ein Problem mit "schwulen Dingen" haben und alles sofort "verschwulen". Es hat sicherlich auch mit Angst zu tun, aber Männer zeigen das natürlich nicht. ;)

Denk doch mal an diese typischen Klischees: Frauen, die Händchen halten und sich Küsschen geben, sind süße, beste Freundinnen. Würden 2 Kerle das machen, würd sicherlich jeder sofort sagen: "Die sind schwul, igitt!"

Genau so wie eine Frau Hosen und anderen männlichen Krams ganz normal tragen darf, aber wenn ein Mann ein kleines weibliches Accessoire hat, ist er sofort tuntig oder schwul.

Das Witzige ist: ich selber denk tief im Inneren auch so (wahrscheinlich weil man so "erzogen" wurde). Ich versteh aber nicht, warum ich so denke, wenn ich es so wie jetzt ganz sachlich anspreche/darüber nachdenke.

Man muss sich von ganz vielen Dingen über all die Jahre irgendwie lösen, die man sich indirekt angeeignet hat. Ich merke es ja auch bei mir. Heute denk ich so, dass man nicht so "geschlechterabhängig" denken sollte und das sein kann, was man einfach will!

Ich bin jetzt ziemlich abgeschweift, aber vllt hilft es dir ja ein bisschen. :)

Pieps hat gesagt…

Un' wennste ma' 'n bisschen Kreide futterst? So wie der Wolf bei die 7 Geißleins? Dat funktioniert nämlich weil die ham dat alle gelaubt, datt dat die Omma is'! Also fast alle! Abba einer muss ja ümmer aus der Reihe tanzen! Weißte!

Weil ich könnt' ma' beim Sperrmüll guck'n ob da welche rum fliegt!

Fabi hat gesagt…

Liebe Svenja,

mein bester Freund ist transsexuell. Vor einigen Jahren kannte ich ihn noch als Frau, jetzt wird er mehr und mehr Mann.
Egal wie sehr man sich anstrengt und egal wie sehr ich ihn mittlerweile als Mann kenne und mag. Manchmal rutscht es einem halt einfach so raus. Vor allem wenn man an früher denkt oder so. Und wenn man dann noch dran erinnert wird, dass man es falsch gesagt hat, schämt man sich leise und sagt lieber gar nichts mehr. Entschuldigen wäre dann auch blöd...aber so ist es eben.
Ich glaube nicht, dass er es extra gemacht hat oder dich wirklich noch komplett als Mann sieht. Vielleicht hat er auch nur an die alte Svenja, deine männliche Zeit, gedacht und es ist ihm einfach so rausgerutscht. Vielleicht solltest du ihn mal beiseite nehmen und ihn fragen? Oft ist es den Leuten dann auch wirklich peinlich.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Cara: Das ist eine sehr gute Frage und ich kann sie klar und eindeutig beantworten: Nein, ich glaube nicht, dass denen jemals ein ER herausrutschen würde. Und auch mit meinem polizeilichen Gegenüber, mit Beschuldigten, Zeugen, Anwälten und Unbeteiligten hat es kein einziges Mal ein Erlebnis gegeben, das ich auf trans zurückführen würde. Danke für den Denkanstoß.

@Chris: Ja, die kennen mich alle noch als Sven und ich muss gestehen, dass ich auch immer ein wenig macho war. Vermutlich muss ich das jetzt selbst ausbaden. Dein Bild von Männer- und Frauenfreundschaften ist sehr gut und tatsächlich von unserem Kulturkreis abhängig. Es gibt Kulturen, in denen befreundete Männer ganz selbstverständlich Hand in Hand gehen, ohne dass es mit Homosexualität in Verbindung gebracht wird.

@Pieps: Das hab ich doch inne Schule schon immer gemacht. Und was hats geholfen? VISA glaubt mir am Telefon nicht mal, dass ich Frau Svenja bin...

@Fabi: Ja, das kann sein. Wielange ist die Verwandlung deines Freundes denn schon her? Ich meine, wieviel Zeit hattest du, dich umzugewöhnen? Das ist nämlich wirklich nicht einfach. Aber ich sehe das, wie nach einer Hochzeit: Irgendwann sollte ich nicht mal mehr aus Versehen mit dem alten Familiennamen unterschreiben. (was nicht bedeutet, dass ich in absehbarer Zeit heiraten werde. Mein Antrag wurde leider abgeschmettert.)

Alice hat gesagt…

Ich wollte meinen Senf zwar auch gerade dazu geben, aber "ednong" hat 1:1 geschrieben, was ich dachte...

So manch einem fällt es sicher auch schwer zu begreifen, dass es Sven nicht mehr gibt. Denn Sven war sicher auch ein geschätzter Kollege.

Pieps hat gesagt…

Du musste ja au' rosane Kreide nehm'! Also Määääääädchenkreide!!! Menno!

Eric hat gesagt…

Ich denke ein wichtiger Faktor ist der Umstand, dass dich die betreffende Person einfach früher einmal als Mann kannte.

Hexe hat gesagt…

Also wenn mir Jemand, den ich jahrelang gesiezt habe, das DU anbietet, dann kommt es immer wieder vor, dass ich trotzdem noch SIE sage.

Kann das nicht auch bei deinem Kollegen so gewesen sein? Ich meine, wer dich als Mann wahrnimmt müsste ja dumm sein. Und es gibt auch eine Menge Frauen, die eine tiefe männliche Stimme haben. Ich kenne sogar welche.

Ich glaube, du machst dir da mehr Gedanken als notwendig sind. Das finde ich verständlich, denn was für uns selbstverständlich ist, die weibliche Wahrnehmung, ist für dich sicher immer noch nicht zur Gewohnheit geworden. Da möchte ich dich aber doch an deine Erlebnisse auf der letzten Reise erinnern.

El Sapone hat gesagt…

Svenja, ich bin mir 100%ig sicher, dass es nichts mit deinem Auftreten oder deinem Äußeren zu tun hat. Das sind einfach Leute, die dich als Mann kennengelernt haben. Das ist einfach nur Gewohnheit. Ich hab sowas ähnliches. Ich habe mehrere Vornamen. Irgendwann mit 13J habe ich beschlossen nicht mehr den Rufnamen zu benutzen, sondern meinen Zweitnamen. Ich bin jetzt 36 und meine Eltern, die da überhaupt kein Problem mit hatten und haben, dass ich den Namen gewechselt habe, bekommen es immer noch nicht hin, mich mit meinem "richtigen" Namen anzusprechen. Wenn sie über mich sprechen schon. Das zeigt deutlich, dass es einfach so fest verankert ist. Ich wette, das ist bei Dir genau so. Nimm Dir das keinesfalls zu Herzen *knuddel*
LG Sannyas

Diana hat gesagt…

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das vorallem denen passiert, die einem von früher her kennen und das wiederum ist irgendwie verständlich. Erinnerungen bleiben immer im Kopf und dringen hie und da durch. Wenn wir für jemanden früher mal ein "er" waren, bleibt das im Hinterkopf hängen. Das muss absolut nichts mit Dir zu tun haben und läast sich auch kaum verändern. Aber es verschwindet immer mehr, auch in diesen Köpfen. Ich weiss, es tut weh, aber wir sollten das nicht überbewerten, es sind einfach Altlasten, die wir mit uns tragen.

Zeitzeugin hat gesagt…

Gedanken haften sich fest(Verbindungen im Hirn lassen sich rein biologisch nicht so einfach umstöpseln), besonders, wenn es sich um frühere Tatsachen handelt. Hexe hat mit ihrem "Duzen/Siezen"-Einwand schon sehr recht, finde ich.
Und: du siehst ja nicht seit 5 Jahren absolut weiblich aus, oder? Das war ein langsamer Prozess und noch langsamer wird es in den Köpfen der anderen reifen.

An deiner Stelle wäre ich natürlich auch nachdenklich, vielleicht sogar verletzt. Aber wenn du einfach so weiter machst, wie bisher, machst du nichts falsch und "Verbesserungsbedarf" an deiner Weiblichkeit sehe ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht...

Und es ist auch schon toll, dass ihn eure Kollegen verbessert haben.

Was die Stimme angeht: nunja, ich spreche auch eher männlich, was die Worte an sich angeht. Aber wenn man die Person als männlich kennengelernt hat und sich dann die Ausdrucksweise nicht ändern würde, würde man das "Gedächtnis des Ohres" nicht mit auf die neue Weiblichkeit einstellen, was insgesamt einen noch längeren Umdenkprozess nach sich ziehen würde.

Kannst du uns mal was aus einem Buch oder einen Blogbeitrag vorlesen? :) Bin immer neugierig darauf, wie Blogger, die cih schon länger lese, denn so klingen und jetzt bei diesem Posting bei dir natürlich besonders ;)

riese hat gesagt…

puppilein, das wird dir immer wieder passieren, es gibt halt leute ohne taktgefül, bauern halt.
selbst wenn du dich über nacht in pamela anderson verwandeln würdest wirst du für solche leute ER bleiben. damit muss so eine attraktive frau leben. hej nicht so geknickt. du bist eben du.

und noch was.
PFOTEN weg von den stimmbändern. die machen was von deiner persönlichkeit aus, arbeite weiter an einer weicheren stimme, das rummgeschnipple, ne ich weis nicht. da wachst du aus der narkose auf und hast die stimme von michelle, also klingst wie eine mickeymaus. schüttel,schüttel,schüttel das will man bestimmt nicht haben

Ismiwurszt hat gesagt…

Also, ersma zu Deiner Stimme auch, laß sie wie sie ist. Viele Frauen haben tiefe Stimmen. Wenn ich grade aufgestanden bin un mich am Telefon melde, sagen die auch Herr Ismi zu mir.

Und dann zu Deinen Kollegen. Vielleicht ist da unbewußt sowohl eine Portion Neid als auch Angst dabei. Neid, weil Du eben eine Superfrau geworden bist, weil Du den Mut hattest, das durchzustehn und es absolut geschafft hast, das zu sein, was Du wolltest - und sie das für sich einfach nicht akzeptieren können, um nichts von ihrer wohlgehüteten Männlichkeit zu verlieren oder als Weicheier dazustehen. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber ich hab schon oft festgestellt, dass Männer sehr ungerecht und verletzend werden, wenn sie sich "schwach" fühlen. Ach, das klingt jetzt blöde, aber ich weiß, watt ich meine, hmmm...

Balli hat gesagt…

Mach dir mal keine Gedanken, das sagt der aus alter Gewohnheit. Nichts an dir ist männlich, so weit ich das von Fotos und deinen Postings sagen kann. Keep cool :)

Anonym hat gesagt…

Für mich ist es offensichtlich, weshalb Deine Kollegen Dich immer noch als Mann empfinden, denn dafür brauche ich nur in mich selbst hineinhorchen. Es liegt an etwas, was Du nicht ändern kannst und was zwischen Dir und Deinen alten Kollegen immer bestehen wird. Es ist die Erinnerung an Sven, den alten Kollegen, Kumpel und Weiberheld. Diese Erinnerung kann man nicht auslöschen. Selbst wenn Du in allem eine Marilyn Monroe wärst, aufgrund ihrer Erinnerungen bleibst Du immer der Sven, der nun eine Svenja sein will und den man darin einfach lässt, weil er ein netter Kumpel ist.
Aber aus allem, was Du von Deinen Kollegen erzählst, lese ich heraus: Die Jungs bemühen sich nach Kräften, Dich das sein zu lassen was Du sein willst. Nur eines schaffen sie nicht: Dich in ihr Beuteschema aufzunehmen. Und so bleibst Du eben ein „ER“ in ihrem Empfinden. Ich glaube nicht, dass eine Transsexuelle mehr als Du in einem alten Kollegenkreis erreichen kann.
Gruß
Lord Helmchen

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Alice: Ja, das Sven Argument ist ein starkes und das muss ich auch gelten lassen. Danke, Alice.

@Pieps: lach... Du bist schon eine Kneule. Du bist eigentlich auch rosa.

@Eric: Ja, anders wäre das nicht zu erklären.

@Hexe: Ein gutes Bild, das Sie und Du. Aber auch in meinem Sinne, denn wie lange dauert es, bis man sich nach einigen Versprechern endgültig umgewöhnt hat. Und weshalb passiert das manchen und anderen nicht? Da versagt meine Heim- und Hobbypsychologie, aber interessant ist es schon.

@El Sapone: Das möchte ich sehr gerne glauben, denn allmählich fällt mir kaum noch etwas ein, das ich verändern könnte und ich möchte auch nicht zur Karikatur einer Frau werden, indem ich immer mehr und mehr unternehme. Sogar meine Mama nennt mich inzwischen immer bei meinem richtigen Vornamen und mein Papa sowieso. Aber manchmal, ganz selten, nennt er mich auch noch "Mein Lieber". Aber du hast recht, das ist ok.

@Diana: Ich habe schon darüber nachgedacht, ob man neuen Frauen nach der Verwandlung dazu raten soll, ihr Umfeld konsequent zu wechseln. Andererseits ist das vertraute Umfeld auch ein Stück Sicherheit. Was denkst du?

@Zeitzeugin: Erstmal muss ich dir sagen: Ich lieb dein Avatar. Das sieht so witzig und sympathisch aus.
Oh nein, ich sehe nicht seit 5 Jahren weiblich aus. Das wird ein Thema für eines der nächsten Postings. Meine Güte, war das anfangs eine gruselige Zeit. Ich habe die Geduld meiner Kollegen ganz schön auf die Probe gestellt. Danke Jungs :-)
Etwas vorlesen? Ich weiß nicht. Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ihr plötzlich Svenja mit der Stimme von Bud Spencer in Verbindung bringen würdet. Aber ich denke darüber nach, versprochen.

@Riese: Ach menno, eine Stimme wie Michelle wäre aber mein Traum, weil ich das total sexy finde. Ich bin ja auch keinesfalls schon entschlossen zu dieser OP, ich muss mich erstmal aktuell informieren, mein Wissen ist schon drei Jahre alt. Kennt sich jemand damit aus?

@Ismi: Herr Ismi... lach. Ach, du bist süß. Neid und Angst kann ich mir nicht vorstellen, ich glaube nicht einmal, dass sie sich überhaupt irgendwelche Gedanken darüber machen. Inzwischen bin ich selbst überzeugt, dass da unbewusst eine alte Synapse gesprochen hat.

@Balli: Danke, das ist lieb von dir. Ich fühl mich auch schon besser, es hat mir geholfen, mal meinem Unmut Luft zu machen.

@Lord Helmchen: Das ist ehrlich gesagt auch fast meine Befürchtung: Die lassen mich einfach, weil ich immer ein guter Kumpel war. Einerseits sehr lieb und ich glaube sogar, dass es viel damit zu tun hat und nicht mit einer grundsätzlichen Toleranz. Ich war auch als Sven schon immer ein bisschen "anders" und es wurde immer toleriert. Ich danke dir, denn das ist jetzt ein völlig neuer Denkansatz und ich vermute, dass er sehr zutreffend ist. Und damit ist es auch in Ordnung. Vielleicht werde ich nur langsam zickig. Und das ist ja schließlich auch ein Zeichen von Weiblichkeit, oder...?!

Atalanta hat gesagt…

Ich finde Yvas Posting sehr richtig.


Hättest Du Anlaß zu denken, dass Dein Kollege das mit Absicht macht, wäre ein Gang zu Eurer Antidiskriminierungsstelle nötig (Soetwas muss es doch in deutschen Behörden geben).

Ja nachdem wie Du aufgeschlossen Du ihn einschätztst, könntest Du Ihn aber vielleicht nochmal auch unter vier Augen darauf hinweisen, wie Du Dichin der Situation gefühlt hast.

Allerdings wurde er ja auch gleich von Deinen Kollegen (auch Kolleginnen?) zurechtgewiesen.


Allgemein diffamierende Sprüche hinter dem Rücken wie "Schande für die Polizei" solltest Du aber wohl tatsächlich alsbald bei der Diskriminierungsstelle einmal zur Sprache bringen.
Manchmal reicht ein Hinweis solcher Stellen (ggf. auf Disziplinarmaßnahmen), um solches Getuschel ganz oder doch wenigstens so zu beruhigen, dass es Dich nicht mehr berührt.

chiefjudy hat gesagt…

Ich würde sagen: Der hat das nicht böse gemeint, für den warst Du halt die meiste Zeit ein Mann, und das ist ihm einfach so rausgerutscht. Klar, daß Du auf sowas empfindlich reagierst, Du hast ja hart genug dran gearbeitet, Dich in eine Frau zu verwandeln, aber trotzdem würde ich das wohl nicht so böse sehen. Ich kann mich eigentlich nur meinem Vorredner Lord Helmchen anschließen. Der hat es wohl ziemlich gut auf den Punkt gebracht.

chiefjudy hat gesagt…

PS.: Laß diese Operationsgedanken. Ich kenne Deine Stimme zwar nicht, aber ich kenne sehr wohl Biofrauen, die von Haus aus eine dunkle Stimme haben. Und es gibt einige Leute, die finden das sehr attraktiv ;) Daram sollte es wirklich nicht liegen.

Chrisi hat gesagt…

Ich glaube Du könntest operieren lassen was Du wolltest, für einen gewissen Kreis bist und bleibst Du ein "Er". Das hat aber sicherlich nichts mit Deiner Außenwirkung oder damit zu tun, dass man Dich verletzten will. Das ist einfach so in den Köpfen der Menschen drin und es ist bestimmt nicht bös gemeint gewesen.
Klar gibt es auch immer ein paar Trottel die das anders meinen, aber vermutlich wärst Du dann eher ein "Es" als ein "Er".
Insofern mach Dir über das Erlebnis nicht weiter Gedanken, ändern kannst Du es eh nicht und damit leben wirst Du vermutlich auch noch nach 10 Jahren müssen.

Balli hat gesagt…

Ob die Kollegen das nun in ihrem Kopf gebacken kriegen oder nicht, ich bin mir sicher, die gucken dir trotzdem alle auf die Beine. Die sind nämlich echt sehenswert ;)

Irmi hat gesagt…

Liebe Svenja,
innerhalb der Gruppe sollten diese "Ausrutscher" eigentlich nicht vorkommen. Hier seid ihr alle gewandelt. Er oder Sie.
Du siehst sehr weiblich aus. Da gibt es nichts zu deuten.
Und daß hinter dem Rücken gelästert oder getratscht wird, das ist doch überall der Fall.
Je älter man wird, desto dicker wird auch das Fell, das man sich zulegt. Bzw. es tangiert nicht mehr.
Svenja, tritt weiter so auf wie bisher. >Und lass das mit der Stimme auch wie es ist. Geh da kein Risiko ein. Pieps hat es doch auf den Punkt gebracht: Rosa Kreide für >Mädchen."grins"
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag
Liebe Grüße
Irmi

Ela und Eggi hat gesagt…

Hallo Svenja,

nimm es nicht persönlich, denn wir denken, daß der Kollege es aus reiner Gewohnheit, das ER sagte.
Und mal ehrlich: Wir kennen ne Reihe von Frauen, die bei weitem nicht so weiblich aussehen wie Du und auch Stimmen haben, da kann mancher Mann sich ne Scheibe abschneiden.

Hake es ab als unwichtiges Ereignis.

Du bist Svenja!!!!

Liebe Grüße aus Lübeck

Ela und Eggi

ToWi hat gesagt…

Ich denke auch, das das vor allem daran liegt, das er dich eben als Mann kennen und schätzen gelernt hat. Und vielleicht mein einer Portion "Skepsis" gegenüber dem lebt, was seiner Vorstellung von Männlichkeit entspricht.
Das verhindert bei ihm die Übernahme des "sie" in das Unterbewußte. Das läßt sich auch nicht durch perfektes Passing ändern. Da würde also auch die OP nix bringen.
Wobei ich da in Betracht des doch arg unsicheren Ergebnisses die Finger von lassen würde...
So ganz mag ich aber auch nicht in den Chor der "du siehst so super weiblich aus" Kommentatoren einstimmen.
Es ist zwar absolut richtig, das du ein ziemlich gutes Passing hast und auf den meisten Bilder richtig klasse aussiehst - aber es ist auch immer mal wieder ein Bild dabei, wo ich mir denke, "hm, da wirkt sie ziemlich maskulin"
Allerdngs vermute ich ebenfalls, das sich das nicht vollkommen vermeiden läßt - der Skelettaufbau von Mann und Frau ist doch zu deutlich verschieden. Aber ich behaupte mal, für den Alltag dürfte das egal sein. Dein Passing ist, wie gesagt, sehr gut, du siehst hammer aus und bist selbstbewußt genug, das auch zu zeigen.

P.S. Hab gerade vorhin gesehen, das du auch das Blog vom Modepüppchen liest. Lustig wie klein die Welt manchmal ist... :)

Volker hat gesagt…

Dein Vater sagt also durchaus "meine Liebe" zu dir? Ja, sag mal, kann es denn ein größeres Kompliment geben? Der VATER, der einen SOHN geschenkt bekommt. Einen Stammhalter, den Weiterträger des Familiennamens. Und dieser Vater spricht von dir durchaus als "meine Tochter"... wow, da sammelt sich gerade zuviel Tränenflüssigkeit in meinen Äuglein.

Es wurde in den Kommentaren schon alles gesagt, was ich auch hätte sagen wollen. Ich ergänze nur durch die Worte "der Mensch ist ein Gewohnheitstier".

Ich habe versucht, mich in die Lage zu versetzen, dass einer meiner Kollegen morgen zu mir sagt "ich wurde im falschen Körper geboren, bitte seht mich in Zukunft als Frau". Dass ich es respektiere, das ist überhaupt keine Frage. Aber ob ich ihn als "SIE" ansprechen würde- ich bin ganz ehrlich, ich glaube nicht. Aus Gewohnheit käme mir ein "ER" über die Lippen. Auch wenn ich mich korrigierte- das erste Wort verursacht die Wunde.
Übrigens glaube ich auch nicht, dass es bei einer Kollegin, die in Zukunft als Mann lebt, anders wäre. Ich würde sie wohl weiterhin als "SIE" ansprechen.
Svenja, welchem deiner Kollegen würdest du einen solchen Schritt zutrauen? Zu diesem Schritt gehört eine sehr, sehr gesunde Portion Mut. Diesen Mut soll einer deiner Kollegen erst einmal beweisen.
Sei den Kollegen nicht böse. Ich habe dich als Frau "kennengelernt". (Den Blog verfolge ich ja leider erst seit ca. einem Jahr.) Somit bist du für mich eindeutig SIE.
Aber nicht nur deswegen. Du BIST eine tolle Frau *Punkt* *Ausrufezeichen*

So, was ist mit "meiner" Portion Gulasch?

Liebe Grüße an eine liebe Frau
Volker

yael hat gesagt…

Finger weg von den Stimmbändern!
Du klingst gar nicht männlich.
Und wer weiss, ob es mir anders gehen würde, wenn ich dich jahrelang als Mann gekannt hätte, ich würde vielleicht etwas achtsamer sein...du musst stärker sein als deine Umwelt, und das bist du ja auch. Du hast dir nun mal einen echt schwierigen Weg gewählt... Lächel drüber und verzeih dem armen Kollegen.Es ist ja auch wirklich starker Tobak für manch einen, denk ich mir :-)

Kelloggs1972 hat gesagt…

Hallo Svenja,

lass dir solche Sprüche einfach am Popo vorbei gehen! Ist doch echt unglaublich, du bist ein super attraktive Frau, würde dir glatt einen Heiratsantrag machen! ;-) Mach es wie der Sänger meine absoluten Lieblingslied zur Zeit! Cee LO Green "Fuck YOU" *g* Die Deppen sind doch nur neidisch....das du wohl der hübscheste Teil der Gruppe bist ;-)

zimtapfel hat gesagt…

Ach Svenja... was ich denke, ist hier nun schon ca. 20mal geschrieben worden - das der Typ dich halt noch von früher als deinen Exmann im Kopf hat und das bei manchen einfach so fest drin ist, das es einem dann doch hin und wieder mal unabsichtlich rausrutscht. Was ich noch so spontan dachte - ich weiß ja nicht, wie euer Verhältnis im Kollegenkreis so ist - vielleicht könntest du den Kollegen mal freundlich darauf ansprechen, ihm sagen, das sowas für dich verletzend ist und ihn bitten, etwas mehr darauf zu achten, das ihm kein "er" mehr rausrutscht. Ansonsten, wenn so ein Gespräch nicht so gut möglich ist, dann - naja. Zum einen Ohr rein, zum andern raus.

Aber das mit der Stimmband-OP - um Himmels Willen, lass da bloß die Finger von! Lass nicht an dir rumschnibbeln unter der Gefahr, dich verstümmeln zu lassen, bloß damit du in den Augen (oder Ohren) anderer noch weiblicher wirken könntest. Das ist es echt nicht wert, wenn dabei was schiefgeht! Es gibt nunmal auch Frauen mit tiefer Stimme, und du bist ja schließlich auch ein recht großes Mädchen, da kommt das häufiger vor. :-)
(Mir wird immer auch mal wieder von Leuten, die um meine mittlerweile knapp acht Dioptrien wissen, diese Augen-Laser-OP nahegelegt. Aber bei diesen OPs geht so oft was schief, wie ich inzwischen auch im Bekanntenkreis miterlebt habe und irgendwie leide ich eigentlich gar nicht so sehr unter Brille und Kontaktlinsen, also ich würde nie im Leben jemanden an meinen Augen rumschnibbseln lassen! Grusel! Das isses wirklich nicht wert.)

Anonym hat gesagt…

Hi Svenja, optisch gibt es keine Zweifel - und eine tiefere Stimme ist kein Grund, keine Frau in Dir zu sehen - Du wirst es im engeren Umfeld immer mal hören, dieses ER, mal heimlich (Gott, was sind die Menschen schlecht - oder vll. neidisch?) mal offen mit Bedacht oder aus Versehen - Du wirst es nicht verhindern können - arbeite lieber mental an Dir und lass Deine Stimme, wie sie ist. Testen kannst Du Deine Entwicklung zur Frau nur an fremden Menschen - und da hat es doch jetzt gut geklappt?! Denk nur an die letzte Motorradtour. Wenn Du immer sicher leben willst, musst Du Arbeit und Ort wechseln - aber dann wärest Du ja noch einsamer als Du Dich eh schon fühlst. Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du nicht sooft verletzt wirst, wie geschehen und beschrieben.
LG Miss Zwopi

re-laxed hat gesagt…

Jeder, der in einer Familie aufgewachsen ist kennt das - vor allem wenn ein paar Kinder da sind:

Mutter ist in Gedanken und will ein Kind rufen sagt dann: Sabine äh Wolfgang ne Dagmar jetzt komm aber mal her - das passiert tausendfach und täglich. Kein Kind regt sich ernsthaft darüber auf - es ist eine Fehlleistung des Gehirn, dass in diesem Moment auf einen Speicherplatz zugreift (Kinder) der mehrfach belegt ist. Erfolgt kein gezielter Zugriff auf eine genauere Spezifizierung wird das erstbeste ausgewählt, was in die Kategorie passt. Erst beim Aussprechen und hören des eigenen Gesagten erfolgt die Korrekur, hups, das meinte ich ja gar nicht, manchmal noch nicht einmal das und erst wenn die vermeintliche Dagmar sich umdreht und fragt: Meinst du mich Mama? erfolgt ein Erkennen der Fehlleistung. Dies alles passiert und täglich ganz oft - uns fallen die einfachsten Wörter nicht ein, wir sagen Tisch und meinen Stuhl, plötzlich suchen wir verzweifelt nach dem Begriff der beschreibt wenn man nicht weiß wo man ist - oder wir verwechslen abstrakte Begriffe, deren Bedeutung wir eigentlich kennen. Wir korrigiern uns dann - meist lachen wir darüber.

Ich denke bei deinem Kollegen ist die Kategorie: der Mensch, der mir das gegenüber sitzt eben belegt mit Mann/Frau Sven/Svenja er/sie - es gehört beides zu diesem Menschen dazu. In Momenten in denen das Gehirn einen anderen Fokus hat: Beschreibung eines Verhaltens des Menschen gegenüber (früh schlafen gehen)- eventuell ein Rückblick (ist ... schon IMMER früh schlafen gegangen) - der Griff in die Wörterkiste für den Menschen erfolgt nebenher ... und der Rückblick verwirrt vielleicht und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines der damals richtigen Wörter zur Bezeichnung zu erwischen.

Ich glaube nicht, dass dein Kollege ansonsten ständig kontrolliert Toleranz übt. Und ich bin mir fast sicher, dass von denen, die hinter deinem Rücken dein Frausein nicht wahrhaben wollen der eine oder die andere auch in deiner Abwesenheit mal das "sie" erwischt, obwohl er ein "er" sagen will.
Sei gnädig mit den Gehirnen deiner Mitmenschen, die dir gar nichts wollen. ... ich habe nur eine Tochter - ich habe sie schon mit den Namen von Freundinnen, meinen kleinen Schwestern und sogar den Katzen tituliert.... dabei besteht nicht nur zu den Katzen keine Verwechslungsgefahr ;-).

Mama Matunda hat gesagt…

Svenja auch wenn ich Dich nicht persönlich kenne, aber Du bist eine Frau wie ich und viele tausend andere ... es ist das Umfeld - wir Menschen. Für viele gibt es nur rechts und links, kein daszwischen, kein Anderes.
Als zweifle nicht an Dir, Deiner Stimme, Deinem Aussehen ... Du bist hier und jetzt und geniesse es. Du musst Dich wohlfühlen im Leben, was andere meinen, egal. Eine Mädel was mit dem Motorrad durch die Welt fährt :-)
Liebe Grüsse sendet Dir Dani :-)

WinterRose hat gesagt…

Hallo Svenja, ich kenne das Problem auch. Mir passiert das auch bei einigen wenigen Menschen die mich von früher kennen.

Wichtig ist aber folgendes: Gedanken sollte man sich nur dann machen, wenn es Menschen sind die dich als Frau kennengelernt haben. Weil dann frage ich mich wirklich warum das so ist.

Alle anderen von früher sollten einen nicht stören. Man sollte froh sein, dass man sie noch hat. Vielleicht...

LG, Winterrose / Tina

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Atlanta: Aber nein, soweit würde ich es niemals kommen lassen. Ich würde immer versuchen, alles selbst zu regeln. Never würde ich zum Lehrer gehen und petzen. Ich bin ja schon ein großes Mädchen. Aber vielleicht ist genau diese Haltung noch so männlich an mir? Ich weiß es nicht. Ich muss versuchen, durch meine Taten zu überzeugen. Durch gute Arbeit und tägliche Präsenz. Aber manchmal ist das schwerer, als an anderen Tagen.

@Chiefjudy: In Bezug auf OP-Gedanken hast du durch deinen Beruf die größere Erfahrung und ich bin auch nicht heiß darauf. Vanessa Paradis wäre toll, aber Inge muss es nicht sein. Ich informiere mich einmal genauer darüber. Danke, Chief.

@Chrisi: Vermutlich hast du recht. Das hieße, dass es nicht mehr an mir liegt, sondern dass ich nur konsequent weitermachen kann in der Hoffenung, dass irgendwann Gras über die SvenSache wächst. Ich werds versuchen.
Außerdem hab ich ja nur noch 11 Jahre, bis ich in Pension gehe :-)

@Bali: lach.... Das war jetzt süß und hat endgültig das Eise gebrochen. Und never würd ich Hosen tragen :-)

@Irmi: Ja, das Fell wird dicker, aber man ist auch weniger bereit, sich rumschubsen zu lassen. Dafür bin ich selbst zu stark. Aber dein Rat ist ganz sicher der Richtige: So weitermachen, wie bisher und die Zeit das ihre tun lassen. Danke, liebe Irmi.

Perle hat gesagt…

Ach Gott, Danke re-laxed, auch wenn ich gar nicht gemeint war.
Ich hatte schon ernsthafte Sorge um meine Gesundheit, weil ich ganz häufig meine zwei Jungs, die beide mit Ni... anfangen, namentlich verwechsele, wenn ich hektisch oder anderweitig beschäftigt bin.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Ela und Eggi: Ich nehme es auch nicht mehr persönlich. Es ist erstaunlich, in welchem Maße einem die Kommentare von Bloglessern helfen können, eine Situation besser einzuschätzen. Wikipedia nennt das "Die Weisheit der Vielen".
Danke, ihr Beiden. Liebe Grüße nach Lübeck. Svenja

@ToWi: Ja, natürlich sieht man mir manchmal noch den Mann an. Ich trage Röcke in Größe 38, aber meine Schultern brauchen noch immer Gr.44. Die habe ich jahrelang im FitnessStudio trainiert zu einer Zeit, als das noch BodyBuilding hieß. Das Buch von Arnold war meine Bibel. Und nun kriege ich die Quittung dafür. :-)
Ich könnte noch zehn Kilo abnehmen, das würde mich deutlich femininer machen. Ja, das versuche ich einmal. Der Blog von Modepüppchen? Ja, sie ist wirklich total süß. So klein ist die Welt. Danke für die lieben Worte, ToWi.

@Volker: Nein, eben nicht. Er nennt mich "mein LiebeR", aber er hat mich überall im Haus als seine Tochter aus Kiel vorgestellt, die bei der Kripo ist und ich wäre vor Stolz über meinen tollen Papa fast geplatzt. Die Geschicht erzähle ich dir demnächst mal beim Wein (und du wieder Cola) im Chelsey :-)
Und deine Portion Gulasch habe ich heute aufgegessen, aber ich koch dir Neues, wenn du die Zwiebeln schneidest :-)
Danke Volker, du findest immer die passenden Worte. Deine Frau hat ein Riesenglück mit dir und so etwas sage ich nicht allzu oft.
Herzliche Grüße, Svenja

@Yael: Hah! Du bist eine der wenigen aus diesem Blog, die außer Volker und Irina meine Stimme kennen und du bist auch noch eine musikalische Spezialistin mit einem Gehör, das sich einfach auskennt. Und wenn du sagst, ich klinge nicht männlich, dann bin ich begeistert. Danke, liebe Gesche.

@Kelloggs: Du meinst, an the dubsen vorbei? Okay, das könnte ich versuchen. Und ein Heiratsantrag käme mir gerade recht, wenn ich sehe, was ich an Lohnsteuer bezahle... :-)
Nein, im Ernst, danke für den engagierten Kommentar. LG, Svenja

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Zimtapfel: Das ist die Erklärung, die ich gelten lassen muss: Jemand hat mich als Mann kennengelernt und hat nie den Switch geschafft, einerlei, was die Äußerlichkeiten sagen. Das kann ich akzeptieren. Nein, ich möchte ihn nicht darauf ansprechen. Er hört nie richtig zu und versteht alles, aber auch wirklich ALLES falsch. Ich hatte mal eine Freundin, die war genauso :-)
Über die Operation informiere ich mich erst sehr gründlich, bevor ich dafür zu sparen beginne. Ich habe keine Ahnung, was das kostet und ob es etwas bringt.
Vorm Augenlasern hätte ich total Angst, das ist vielleicht das empfindlichste Bauteil am Körper. Danke, lieber Zimtapfel.

@Miss Zwopi: Ich glaube nicht, dass jemand mir das absichtich ins Gesicht sagen würde. Ich würds mir jedenfalls nicht sagen wollen. Wär ja auch gemein. Und ja, genau das war mein Testlauf in diesem Sommer: Unter fremden Menschen, sogar im Ausland, gab es keine Schwierigkeiten. Ich war einfach die etwas zu große Frau in dem etwas zu kurzen Kleid mit dem etwas zu großen Appetit auf Fleisch. So what...?!
LG, Svenja

@Re-Laxed: Das Familienbeispiel kenne ich selbst. Mir ist das nicht passiert, aber meine Frau war manchmal total witzig und hat quer durcheinander die Kinder- und Hundenamen runtergerappelt, solange bis ein Treffer dabei war. Das war sooo cool. Oh, was haben wir manchmal darüber gelacht.
Danke, Re-Laxed, das ist wieder ein völlig neuer Gedanke dazu. Diese Einteilung in zwei Geschlechter, ohne Übergangs- und ohne Zwischenstufen macht es nicht einfach. Und inzwischen bin ich längst versöhnt und werde dem Kollegen morgen sogar was vom einer Kaffeesahen abgeben, der hat nämlich nie eigene :-)
Herzliche Grüße, Svenja

@Mama Matunda: Danke, Dani. Solche Sätze bauen mich natürlich auf, obwohl ich mich inzwischen schon wieder prima fühle und mich auf den Dienst morgen freue. LG, Svenja

@Winterrose: Na, dann kennst du das ja selbst. Wie weit bist du schon? Ich finde leider kein Posting in deinem Blog? Herzliche Grüße, Svenja

Atalanta hat gesagt…

Beste Svenja,

es ging nicht um Petzen beim Chef - dafür ist sicher keiner. Denn sonst wäre ja jede/r, die/der die Hilfe einer solchen Stelle in Anspruch nehmen muss gleich diffamiert (noch ein weiteres Mal).
Es geht darum, dass Du als Mensch Rechte hast, und dass kränkendes Verhalten von Kollegen aufgrund deines Geschlechts rechtswidrig sein kann. Wenn Leute hinter Deinem Rücken tuscheln "Schande für die Polizei", finde ich das schon reichlich grobes Geschütz. Wo würdest Du Deine Schmerzgrenze sehen.
Manchmal mag es gut sein, den Anfängen zu wehren.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Atlanta: Ja, das stimmt natürlich. Vermutlich habe ich insgeheim selbst das Gefühl, ohne es mir wirklich einzugestehen: Er hat ja Recht. Und dann schäme ich mich und mag keine Hilfe annehmen. Einem anderen in meiner Situation würde ich genau dasselbe raten.
Manchmal tut es gut, sich mit den Augen anderer zu sehen. Danke, Atalanta.

Blondisoph hat gesagt…

Ich glaube, dass du einen extrem mutigen Schritt bewiesen hast: NICHT den Job zu wechseln. Weil es in einem Job, noch viel mehr sogar in DEINEM Job sicher schwer ist, die Veränderung in den letzten Winkeln aller zu verankern. Eine Stimmband-OP wäre sicher keine Lösung, also Finger weg. Keif-Stimmen, die bei Frauen häufiger auftreten als bei Männern, sind viel, viel schlimmer! Und die Tatsache, dass du dich bei der Kripo geoutet, verwandelt und mit insgesamt recht großer Akzeptanz geblieben bist, finde ich Medaillenreif!!! Ich habe dein Blog vor 1,5 oder 2 Jahren zu lesen begonnen und für mich bist du ganz klar "sie". Es ist eben doch eine Frage des Timings: in welcher Form man dich kennen gelernt hat. Dann NICHT alle Brücken abzubrechen ist sicher saumäßig schwer und mit der einfachen Frage einr Blondine nach dem passenden Nagellack nicht annährend vergleichbar (schmunzelnder Gruß an Rubinengel). Du wirst nicht verhindern können, dass Rückschläge aufkommen und dass sie, ob berechtigt oder unberechtigt, auch tief treffen. Aber dran bleiben und weiter machen: das ist die wahre Kunst und Stärke.
P.S.: Gerade, weil du deinen Charakter nicht völlig umgedreht hast, wirst du immer auch als dein vergangener Teil wahrgenommen - schließlich hast du dich zwar verwandelt, aber Werte und Eigenschaften nicht vollständig ausgelöscht und verändert. Wäre ja auch gruselig...

WinterRose hat gesagt…

@Svenja ...ich lebe seit einem Jahr als Frau, seit Mai auch auf der Arbeit. Namensänderung sollte bis spätestens Januar durch sein. Gutachten habe ich schon hinter mir. Im Februar wird die Kostenübernahme für die GaOP beantragt.

Ich habe viel gelesen bei dir. Nur irgendwie habe ich das wohl mit deiner OP übersehen. Oder war das noch nicht?

LG, Tina

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Blondi: Danke Blondi. Es stimmt, ich habe mich äußerlich sehr gewandelt, aber immer wenn es um das Thema Frauen im Allgemeinen und Blondinen im Besonderen geht, dann verhalte ich mich noch immer wie ein Mann. Das ist nicht gerade hilfreich für mein Passing, aber das bin eben auch ich und ich werde mich wohl auch nicht verstellen können. Ich mache weiter wie bisher und freue mich auf alles, was noch kommt. Puh, so lange war ich schon lange nicht mehr auf, wenn ich morgens Dienst hatte. Danke noch einmal, schlaf gut. Gruß, Svenja

@Winterrose: Dann wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg. Nein, die OP lehne ich für mich ab. Die brauche ich nicht, um mich vollständig zu fühlen. Außerdem mag ich dafür andere Frauen noch immer viel zu sehr.

Danny hat gesagt…

So liebe Svenja. Als ich zum ersten Mal deine Welt - deinen Blog entdeckt habe, ich kann nicht mehr sagen wie es war. Ich glaube über das Blog von Michaela- Bodensee, war ich zuerst sehr Neugierig. Aber ich habe dich immer als Frau wahr genommen nie als Mann. Das mag nun daran liegen, das ich homosexuell bin und vielleicht auch etwas mehr Toleranz habe aber ich habe gerne hier gelesen und das mache ich auch heute noch. Ich bewundere Dich wie du deine "Wandlung" vollzogen hast und damit alles aufs Spiel gesetzt haast. ( Ehe, KInder usw) Aber ich denke das es immer Menschen geben wird die diese Art zu Leben als "Schande" ansehen. Wer sagt denn das es das normale ist immer in seinem angeborenen Körper zu verweilen. Es gibt soviele Lebensformen und ich finde das es genau diese Menschen sind die unsere Gesellschaft bereichern. Also mache dir mal darüber keine Gedanken, genauso wenig wie über deine Stimme. Immerhin wurdest du ja nun mal als Mann geboren und da bleibt eine tiefe Stimme nicht aus. Es gibt auch genügend frauen mit Männerstimmen. Bleibe einfach so wie du bist....... So und nun noch ?

Ah... schönen Sonntagabend.

Volker hat gesagt…

"Puh, so lange war ich schon lange nicht mehr auf, wenn ich morgens Dienst hatte." Genau 23 Tage *kicher*
Zu deiner Stimme, und auch hier bin ich ehrlich, war mein erster Gedanke "hoch männlich". Das war aber am Handy. Persönlich passt das Bild besser zusammen, die Stimme ist dann "tief weiblich".
Das beweist ja auch dein Passing mit allen Erlebnissen der letzten Reise.

Ich telefoniere beruflich ja sehr viel- und wie oft es mir schon passiert ist, dass ich nach "Herrn X" gefragt habe, der uns auf den Anrufbeantworter gesprochen hatte und es sich aber um FRAU X handelte, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Annähernd täglich. Na ja, wöchentlich.

Mach dir auch um deine Stimme keinen Kopf. Obwohl ich die rosa Kreide ja eine klasse Idee finde *Kopfkino* ;-)

Gute Nacht, liebe Svenja. Schlaf schön.

Paderkroete hat gesagt…

Svenja Liebes ....ich denke der Kollege hat Dich mit "Er" betitelt weil er Dich noch als solchen von früher im Köpfchen hatte ....Macht der Gewohnheit sozusagen. Für mich wäre es "fremd" Dich als "ER" zu sehen weil ich Dich nur als "Sie" kennen - und schätzen gelernt habe. Ach quatsch, nicht "gelernt" Du warst von Anfang an eben Svenja ....und die mag ich echt total voll gerne ...und es gibt viele "Sie`s" mit tiefer Stimme, da würd ich mir keinen Kopp drumm machen!
Alles dolle Liebe
und rück dat "PIEPS" ma wieder raus;-)

Anonym hat gesagt…

Moin liebe Svenja,
nach langem, sehr langem "nur" lesen, sehe ich mich jetzt aber mal genötigt einen Kommentar zu schreiben, bevor ich hier am Rechner platze.

Ja, Deine Stimme, ich habe sie an der Doc Atkins - Gedächtnistheke bei unserem Lieblingsplaza hören können, als ich vor kurzem neben Dir stand; wehe, Du lässt da irgendwie dran rumschnippeln, Deine Stimme ist toll, sexy, umwerfend, sie passt einfach zu dem Typ Frau, den Du jetzt darstellst. Du bist doch keine kleine blonde Piepsmaus, die mit `ner Heliumstimme ihre Umwelt drangsalieren muss! Ich hätte gern mehr davon gehört, traute mich aber nicht Dich an zu sprechen, äh, da ich ja weiss, dass Promis sowas nicht so gerne haben;-)

Zur " ER - SIE " Geschichte habe ich mir leider auch schon einen Faupax geleistet, indem ich eine Kollegin in unserer "Firmenzentrale" am Telefon mit den Worten "Moin Herr XXXX" begrüsst habe, obwohl sie sich ausdrücklich mit ihrem neuen, weiblichen Vornamen gemeldet hatte. Über Jahre habe ich sie als Herrn XXXX gekannt, der Kontakt war aber immer nur teleoral und die mir doch so bekannte Stimme hat mich schlicht und einfach überrumpelt, obwohl ich mich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt habe. Ich glaube, die Zeit die ich brauchte , einen hochroten Kopf zu kriegen, lässt sich mit keiner Stoppuhr messen. Mir hat das so wahnsinnig leid getan, aber sie hat das im nachfolgenden Gespräch so geschickt überspielt, dass ich mich einfach nicht mehr entschuldigen konnte. Passiert mir auch nie, nie wieder, das schwör ich, bei meiner Tenere`!

Liebes, verbiege Dich nicht wegen einer solchen Kleinigkeit, Du bist mit unheimlich viel Kraft schon so weit Deinen Weg gegangen; weiter so mit erhobenem Haupt!!

Ja, ich weiss, das sagt sich so einfach, aber es gibt Menschen, die nicht einmal ansatzweise dahin kommen , wo Du jezt bist.

Liebe Grüße aus Kiel, Jens.

der_Hanni hat gesagt…

oh mann/frau, im ersten schreck hab ich gedacht: "WTF is hier jetzt nach 5 jahren ""Emergency Room"" thema?!"

...antibiotika sind eben auch ein grund, früh ins bett zu gehen...

liebe grüße

Anonym hat gesagt…

Liebe Svenja, ich bin durch Zufall auf deine Seite
gestolpert, es ging ums Soloenduroreisen oder dem
Problem, im mittleren Alter (46),jemanden zu finden um einfach Endurowanderungen zu vollfahren.
Motorrad beladen und draussen schlafen.
Eher neue Reifen statt eines Computers gekauft fordert seinen Tribut, bedeutet, es hat eine Weile gedauert bis ich mir deinen eigentlichen Hintergrund erlesen hatte.
Jetzt bin ich letztlich in der Krankenpflege ge-
landet und war mit Patientinnen konfrontiert,
die dir ähnlich waren, ich meine deine Geschichte. Nur war keine zweirädrig unterwegs.
Drum bin ich in diesem "Forum"noch zaghaft tätig, von wegen Schweigepflicht. Was dabei immer blieb,war mein Respekt vor Euch Endlichfrauen, so bin ich als OP-Pfleger nunmehr
auch in dem Bereich, der sich der Stimmbänder annimmt.
Um es kurz zu machen, ich werde mal vorfühlen
und herausfinden ob, wie und vor allem wer in deiner Nähe diesen sensiblen Bereich am Besten
bearbeitet.Meine Frau arbeitet als Logopädin und
ist von deiner Seite begeistert, nicht nur weil sie selber Mopped fährt.
Wie kann ich dich erreichen, so als Internetnull
checker?
Bis die Tage H. aus Süddeutschland.

Inka hat gesagt…

Hallo Svenja,
ich denke, Deinem Kollegen ist das "Er" einfach so herausgerutscht, weil er Dich noch aus früheren Zeiten kennt. So, wie man eine Frau, die jetzt verheiratet ist und den Namen ihres Mannes angenommen hat, versehentlich noch mit ihrem Mädchennamen anspricht, weil man sie unter diesem Namen so lange gekannt hat. Diese Frau wird die falsche Anrede locker wegstecken und vielleicht einen kleinen Spruch dazu machen, aber unsereins macht sich natürlich gleich so seine Gedanken und beginnt ernsthaft an seiner Weiblichkeit zu zweifeln. Ich kann das gut nachvollziehen, auch ich bin in dieser Hinsicht ziemlich dünnhäutig. Toll fand ich in diesem Zusammenhang die Reaktion einer meiner Kolleginnen, als ich meinen neuen Namen bekanntgab: "Bitte sei nicht böse, falls ich doch einmal versehentlich mit Deinem alten Namen ansprechen sollte!" Nein, böse wäre ich ihr nicht, aber treffen würden es mich schon, wenngleich nach der netten Vorwarnung nicht ganz so schwer wie von anderen KollegInnen.
Liebe Grüße
Inka

Frau Mahlzahn hat gesagt…

****Trotzdem ärgere ich mich natürlich, wenn ich weiß, dass hinter meinem Rücken abfällige Bemerkungen gemacht werden, gegen die ich mich nicht zur Wehr setzen kann,****

Na ja, aber das geht uns ja allen so, und wäre es nicht das, worüber hinter Deinem Rücken getuschelt würde, dann wäre es sicher etwas anderes...

So long,
Corinna

Anonym hat gesagt…

Hi Svenja. Danke für die vielen vielen supertollen Hinweise, die auch einer alten Häsin wie mir immer wieder Neues bringen. Vielleicht kann ich nun selbst etwas beitragen. Vor einiger Zeit bin ich über eine "Studie" zu diesem Thema gestolpert. Erkenntnis der Untersuchung war, dass das Geschlecht das jemand zuerst einer Person zuordnet mit dieser eine nicht mehr zu trennende Einheit bildet. Wir können zwar lernen umzudenken, allerdings unter Stress, Alk etc. kommt es wahrscheinlich doch wieder unbewußt zu einem Abruf der einmal festgelegten Zuordnung mit allen damit verbundenen Fehlleistungen. Auch wenn diese "Studie" sicher hinterfragt werden kann, hat es mir doch in vergleichbaren Situationen einen guten Ansatzpunkt gegeben. Ich kann mein Gegenüber freundlich korrigieren ohne jemanden bloß zu stellen. Indem ich die Studie anführe, fühlen sich die betreffenden Personen sozusagen entschuldigt, Stress und Peinlichkeit sind raus. Nebeneffekt war bisher, alle haben sich ab sofort bemüht, nicht als nach dem "verräterischen" Unterbewußtsein handelnder Mensch dazustehen. Diese Bemühung hat, denke ich, beim einen oder anderen zur eher unbequemen Bereitschaft geführt, den Menschen gegenüber neu wahrzunehmen und eben komplett neu abzuspeichern. Liebe Grüße Sondramaus

Gerti-in-trans hat gesagt…

Liebe Svenja,
Da sprichst Du natürlich eines der "unangenehmsten" Themen bei uns Transsexuellen an, denn durch die Hormone wird fasst alles weiblich - außer eben die Stimme. Ich habe mich schon vor einiger entschieden, eben ein "Zarah - Leander" - Typ zu sein, da mir Stimmband-OP´s zu riskant sind und diese "Stimmtrainings" doch immer irgendwie zu einer etwas unnatürlichen, Entschuldigung so "schwuchteligen" Aussprache führt - bei mir jedenfalls. Da ich auch beruflich und als Mensch NATÜRLICH bleiben und erscheinen will, mache ich gar nichts, sondern spreche wie immer. Aber mir kam noch ein Gedanke bei der Anrede Deines Kollegen. Ich habe ähnliche Situationen - Leute, die ich neu kennen lerne, sehen mich schon meist als Frau und reden mich selbstverständlich mit sie an. Aber alte Bekannte haben da starke Probleme. Mein Psychologe meinte, das sei verständlich und nicht böswillig, sondern die "Macht der Gewohnheit" und auch gerade das positive Bild, was Menschen von einem als MANN hatten, möchten sie so behalten, da sie gerade sich wünschen, dass der Mensch möglichst in Allem so bleibt wie er ist. Und dann beobachte ich selbst bei mir folgendes Phänomen - wenn ich mich stark beruflich konzentriere und engagiere, scheine ich selbst aus Gewohnheit männlicher zu wirken als sonst. Das uns angewöhnte Durchsetzungsvermögen, Art der Diskussion usw. lässt bei mir tatsächlich den Blick und die Ausstrahlung in Wort und Mimik männlicher erscheinen. In der der Freizeit ist das ganz anders. Komisch, das gefällt mir selbst an mir nicht, aber ich kann da nur bedingt was dagegen tun, weil in dem Moment z.B. einer konflikthaften Diskussion kann ich das nicht steuern, da ich voll auf den Inhalt konzentriert bin. Meine Frau schließlich hat sich zwar mit meiner Veränderung arrangiert, aber sie kann bislang mich nicht weiblich anreden und für sie bleibe ich ihr Mann - ich habe gesagt, ist schon okay, wir sind Menschen, ich weiß wie ich bin und wenn es für Dich besser ist, nenne mich weiter Gerald. Ich denke wenn man der Veränderungsschritt mit über 40 geht, haben sich im "Vorleben" auch Dinge und Verhalten so verfestigt, dass man da nichts dagegen machen kann. Ich habe für mich beschlossen, mit diesbzgl. "keinen Kopf" mehr zu machen. Ich freue mich, wenn mich immer mehr als Frau wahrnehmen, aber kann es auch ab, wenn jemand bewusst oder unbewusst mich als männlich oder als Zwitter oder "weiß der Teufel" ansieht. Ich fühle in mir drin "stimmig" durch meine Veränderung und das ist das Wichtigste.
Und ich persönlich reagiere da meist gar nicht darauf, sondern umgehe in Folge oft die persönliche Anrede des anderen oder "verspreche" mich auch mal und manchmal wirkt das...
Viele Grüße und alles Gute
Gerti

Noreen hat gesagt…

Liebe Svenja,

ich hab dich vor einiger Zeit (hier) als Frau kennen gelernt. Ich verfolgte und verfolge deinen Weg...
Und nun wirft dich ein ER aus der Bahn...

Ich - als Transvestit, oder lieber CrossDresser ;-) - hab auch viele Jahre mit mir und meinem Umfeld gerungen. Ich war jetzt gerade am Wochenende auf einer Faschings-Party als Can-Can - Girl. Natürlich war ich geschminkt und gestylt. Und natürlich haben viele mich als Mann in einem Can-Can-Kleid wahrgenommen, einige aber auch erst nach dem dritten Mail hinsehen. Und natürlich waren viele (die das nicht wussten) verwirrt, da der Mann sich doch sehr sicher bewegt, eben sehr weiblich. Und das sorgt für Verwirrung... Ich hatte viele nette (Erklärungs-) Gespräche an dem Abend... ;-)

Warum schreib ich dir das? Weil für mich seit einiger Zeit eins klar ist. DU [ich und du... ;-) ] hast es in der Hand! Wenn wir in unserem Inneren gefestigt sind, dann strahlen wir das auch aus. Ich will damit nicht sagen, dass du NICHT gefestigt bist, aber aus deinem Posting schwingt viel Zweifel mit....


Du warst und bist eine FRAU!
Punkt.

Dass sich da wer zuerst im Körper vertan hat... Das ist halt einfach am Anfang schief gelaufen. Du hast ja schon lange angefangen, das zu korrigieren..

Und DU bist schon lange äußerlich eine FRAU. Du brauchst da nicht dran zweifeln.

Viele Erklärung(- sversuche)en gab es hier...
Und ich denke, dass wichtigste ist, dass DU (angst) freier in deine Mitte kommen solltest. Guck, dass du noch mehr in dir selber ruhst (wobei ich denke, dass du das wahrscheinlich schon zu einem großen Teil machst), dass du DEIN Leben lebst. Und nicht das Leben für deine Kollegen, oder wen auch immer. Dann wird dich ein ER auch nicht merh so aus der Bahn werfen und verletzen. Dann kannst du lächelnd darüber weggehen, deinen Kollegen freundlich korrigieren, denn du WEISST, dass du eine Frau bist!!

Liebe Svenja, du bist Svenja. Schon immer. Das ist so.

Und lebe für dich!!! Nicht für mich, nicht für deinen Kollegen, für niemanden.
Ich weiß, dass das schon auch komisch klingt, aber seitdem ich angefangen habe, für mich -und nur für mich- authentisch zu sein, hat sich mein Umfeld mir angepasst.

Du weißt, dass du eine Frau bist. Das ist doch wunderbar so!

Ich wünsch dir Gelassenheit für die Woche. Und weniger Zweifel. Die hast du gar nicht nötig.

Fühle dich virtuell umarmt!
Liebe Grüße aus Potsdam,
Noreen

(P.S: Ich hoffe, ich konnte so halbwegs ausdrücken, was ich meine... ;-) )

riese hat gesagt…

nee vor dem herumschnippeln an der stimme hätte ich echt angst.
wenn du einen fernseher hättest, dann würde ich sagen schau doch tatort mit thiel und boerne, die staatsanwältin hat eine echt sexy stimme und das auf keinen fall so richtig weiblich.
also stimme ist nicht alles

Anonym hat gesagt…

Guten Morgen, hab´ Dich am Wochenende "live" zufällig in der Holtenauer gesehen. Mein Mann wusste nicht wer Du bist.. meinte nur was für ein schicke Frau:-))) Also keine Panik. Mach ´einfach so weiter und lass Dich nicht unterkriegen...lg

Volker hat gesagt…

Und jetzt melde ich mich nochmal, weil ich erst jetzt bewusst die Frage in der Sprechblase des Bildes gesehen habe.
Svenja: Eigentlich kannst du nichts machen. Das Umdenken muss in den Köpfen der Kollegen / Bekannten stattfinden. Du kannst nur eines tun... daran arbeiten, dass es dich nicht so hart trifft. Locker sehen, auch mit einem lockeren Spruch, der widerum das Gegenüber nicht verletzen darf.

Es gibt in der Rhetorik ein Modell der zwischenmenschlichen Kommunikation, in etwa "auf welcher Ebene ist das Gesprochene gemeint, auf welcher Ebene fasst du das Gesprochene auf". In diesem Fall bin ich mir ganz sicher, dass die Ebenen nicht übereinstimmen. Es war nicht als Beleidigung gedacht, trotzdem fasst du es so auf.

So. Ich gehe nachher Zwiebeln kaufen. Mjam.

Eine tolle Woche wünscht
Volker

Anonym hat gesagt…

Hallo Svenja,
als sonst stille, aber total begeisterte Leserin möchte ich Dir nur einen Rat geben " Finger weg von den Stimmbänder".
Ich habe von Natur aus eine sehr tiefe Stimme und werde im Dienst sehr häufig als " Herr " angesprochen. Meine Einwände ich sei Frau XYZ werden meist gar nicht wahr genommen. Irgendwnn fällt aber auch bei dem dusseligsten Anrufer der Hammer und es wird oberpeinlich..... für den anderen. Ich bin´s gewohnt und finde es nur noch lustig.
Zu anderen Kommentaren, die auf dein " altes Ego" abzielen, lass Dich dadurch nicht beirren. Für mich bis Du eine tolle Frau , weiter so....
Liebe Grüße
Martina

Shoushous Welt hat gesagt…

Ich glaube nicht, dass er dich angreifen wollte, das war unbedacht, so wie uns allen mal ein unüberlegtes Wort rausrutscht. Schade ist nur, dass er es scheinbar gar nicht gerafft hat.

Bitte finger weg von der Stimme, ich glaube nicht, dass du damit solche Verbalattacken verhindern kannst.

LG SHouhsou

Eike hat gesagt…

Ach Svenja,

ich glaube nicht, dass der Kollege das irgendwie böse meint. Ich kenne von Anfang an Svendura und Svenja. Habe Sven nie kennen gelernt, drum bist Du für mich eben eine Frau. Denk doch an Deinen Alltag mit Unbekannten: Du bekommst Heiratsanträge von Männern, man will Madame fotografieren und würde Dich vermutlich entrüstet aus der Damentoilette werfen.

Der Kollege aber kannte (und mochte?)Sven. Die Vergangenheit kann er doch nicht einfach löschen? Das sitzt vermutlich tief in seinem Unterbewußtsein.

Vermutlich könntest Du mit Körbchengröße 95DD im Bikini herumstöckeln, dich total operieren lassen und Dir via Stimmbandtuning eine Pipi-Langstrumpf-Stimme bauen lassen.

Für manche Kollegen wirst Du vermutlich ER bleiben.

Die wollen Dich damit nicht beleidigen, merken nicht mal, dass sie eigentlich einen Fehler machen.

hej Svenja, Du bist doch sonst so ein starkes Mädchen. Steh doch einfach drüber!

alles liebe

Eike

SusiP hat gesagt…

Moin Svenja,

du hast es so geschrieben, als wenn er es extra betont hat, aber du wolltest es für uns sichtbarer machen, oder? Lass dich durch so was nicht runterziehen.

Ich hab jetzt die ganzen Kommentare nicht durchgeackert, aber der Mann kennt dich ja wahrscheinlich viele Jahre als Sven bevor aus dir Svenja wurde. Das war sicherlich völlig unbedacht in dem Moment und er weiss auch nicht, wie sehr dich so was trifft. (schreibst du ja auch). Da brauchst du auch nicht an deinem weiblichen Auftreten grübeln. Der sieht dich, aber das Hirn kommt nicht nach. Kannst du bei deiner Hochbegabung sicherlich gar nicht nachvollziehen.

LG
Susanne

SoD hat gesagt…

Hm...ich kann mich natürlich nicht in deine Lage reinversetzen. Aber ich kann zumindest so tun als ob ich jetzt mal in der Situation deines Kollegen wäre. Wie lange kennt ihr euch? Jedenfalls vermute ich, er kannte dich noch als Mann.
Wir bekommen von Kindesbeinen anerzogen, es gibt zwei Sorgen Menschen: Männlich und Weiblich. Und wer an diesem Weltbild rüttelt, der ist komisch(womit ich NICHT sagen will das du komisch bist;)). So kriegt mans gesagt. Bzw die Möglichkeit, dass ein Mann aufeinmal ne Frau wird ist quasi höchst unwahrscheinlich...höchstens zu Karneval;)

Und ich denke wenn ich jetzt da gesessen hätte und wir hätten rumgeblödelt, weil wir uns alle gut kennen, und ich kenne dich seit Jahren, dann hätte mir wohl auch ein "er" rausrutschen können. Ganz ohne Gedanken, denn es ist, auch wenn du so akzeptiert bist wie du bist, warst du ein Mann, das heißt, du warst zumindest für jeden anderen vom Aussehen her ein Mann. Ich denke Leute, die dich als Frau kennen gelernt haben, denen würde das nicht passieren, weil sie dich nur als Frau kennen und lieben gelernt haben.

Mein Vater z.B. hat jahrelang zu meinem Neffen "sie" gesagt, weil er in den letzen Jahren nur noch mit weiblichen Babys zu tun hatte...er wars so gewohnt.

Was mein ganzes Worte wir-war sagen will ist: An dem anerzogenen Weltbild wurde gerüttelt und da steckt viel Gewohntheit drin. Denn für ihn bist du plötzlich zur Frau geworden, denn er konnte/kann ja nicht fühlen, dass du dich schon viele viele lange Jahre vorher schon immer als Frau gefühlt hast.

Nictom hat gesagt…

Ich habe nun nicht alle Kommentare gelesen, aber ich weiß, dass viele Änderungen von Bekannten nicht richtig wahrgenommen werden.
Die Mutter von meinem Freund (34 Jahre alt, sie ist 62 Jahre) meint immer noch ihn wie ein Kind zubehandeln und entsprechend gut gemeinte Ratschläge zu erteilen. Egal was er plant und sagt, sie weiß es besser und macht ihn auf Dinge aufmerksam, an die er wohl angebl. nicht denken würde. (Mitte Oktober die SMS an einem Sonntag: "Tobi, am Do soll es schneien. Mach mal bitte Winterreifen auf dein Auto!") Bei ihr ist auch noch nicht angekommen, dass mein Freund alt genug für solche Entscheidungen ist. *seufts*
Sehr schwer, Eigenschaften von anderen als geändert anzuerkennen.

Kopf hoch wünscht
Nictom

Tina hat gesagt…

Mach dir nicht so nen Kopf.. deine Kollegen haben dich als Mann kennen und schätzen gelernt...als einen von IHNEN. Nun bist du auf einmal eine Frau. Und immer bei solchen Dingen, denk mal wielange es bei DIR selbst gedauert hat, bis du dich geoutet hast... und wieviele Schwierigkeiten DU selbst damit hattest. Und das gestehe dann auch in demselben Maße den anderen zu..

Und es ist nicht einfach für andere, denke ich, sich in dich hineinzuversetzen, weil da selber ähnliche Erfahrungen fehlen. Ich versuche es, wenn ich diesen Blog lese. Ich wollte als Kind immer ein Junge sein z.B. und es hat mich nie gestört, wenn jemand zu Mama sagte: und was möchte er denn? Also.. ich hoffe das ist nun nicht kränkend.. aber warum ist es so entscheidend für dich, dass dich alle als Frau wahrnehmen? Zu deiner Beruhigung: deine Stimme kenne ich nicht, aber nach den Bildern würde ich dich als Frau wahrnehmen...

Aber wenn dich nun jemand als Person wahrnimmt, die im männlichen Körper geboren würde und sich als Frau fühlt und so leben möchte...was ist so schlimm daran? Letztendlich ist das doch viel, was dich prägt, dein ganzes Leben und dich ausmacht... alles was du mitgemacht hast. Du kannst anziehen, was du magst, leben, wie es dir gefällt ...ist das nicht das Wichtigste? Es gehört ja alles irgendwie zu dir....

Ich lese das dieses Passing also für eine Frau gehalten werden so wichtig ist...aber ich denke bei mir: was ist so schlimm daran, wenn jemand dich als "Transe" erkennt... du warst eben früher ein Mann, ist ja kein Verbrechen ;)...du bist doch genauso liebenswert und eben du. Ist es nicht wichtiger als Mensch gemocht zu werden? Und was sollen die machen, die das nicht so perfekt hinbekommen mit dem Aussehen wie du, also kein so perfektes Passing haben?

Sudda Sudda hat gesagt…

Liebe Svenja,

ich hab die anderen Kommentare noch nicht gelesen (gelobe aber Nachholung). Hier jetzt also mal einfach meine Gedanken dazu.

Ich denke, dass es darauf ankommt, ob dich die Leute noch von vorher kennen. Also vor deinem Passing. Ob du für sie als Mann existiert hast.

Wenn man jahrelang an etwas gewöhnt war, kann es einem durchaus noch "rausrutschen" bestimmt. Und nicht nur im Bezug auf das Geschlecht. Ich hab Freundinnen, die mittlerweile geheiratet haben und da flutscht mir ab und an immer noch gedankenlos der alte Nachname raus. Ist mir dann wirklich peinlich, aber passiert.

Das ist Gewohnheit. Hat nicht viel mit Akzeptanz zu tun. Erfolgreiches Passing lässt sich vielleicht nur bei "neuen" oder "fremden" Menschen testen???

Für mich bist du Frau. Ich kenn dich aber auch nicht anders. Ich hab ja sogar ne Weile gebraucht, bis ich überhaupt begriffen habe, dass du keine BIO-Frau bist.

Gut, ich kenne deine Stimme nicht. Deinen Gang nicht. Aber ich selbst hab nicht gerade eine weiblich zwitschernde Nachtigallenstimme und bin manchmal eher burschikos in meinem Gang.

Wir können ja mal telefonieren, dann machen wir einen Stimmvergleich!

Lass deine Stimmbänder in Ruhe! Das fände ich viel zu risky.

Kopf hoch und liebevoll gedrückt von
Sudda

Georg hat gesagt…

Deine Stimme ist gut so. Ich hatte bei unseren wenigen Telefonaten nicht den Eindruck das sie zu tief oder männlich klingt.
Du solltest nicht das Gefühl haben Deinen Job besser machen zu müssen weil Du nun eine Frau bist. Das solltest Du nur tun weil Du es willst.

Mach weiter so wie Du bist. Das ist gut so.

Tina hat gesagt…

Nochmal ich: also was ich meine, wichtig ist doch, wie du leben WILLST.

Schmitt´s hat gesagt…

Liebe Svenja,

ich glaube nicht, dass DU es bist, die mit der Entwicklung noch nicht fertig ist. Du bist eine wunderschöne Frau, innerlich wie äußerlich, und erst kürzlich habe ich "mit Dir angegeben" (ja, jetzt ist es raus... hihi!) und meine Freundinnen in Deinen Blog schauen lassen - die meine Meinung alle teilen!

Das "Problem" ist nicht Dein Styling oder Deine Stimme - das "Problem" ist die Sichtweise mancher Leute.
Man kann bekanntlich jedem nur vor den Kopf schauen und einer der Dich anlächelt und sagt "Toll, dass Du diesen Schritt gewagt hast", der meint es vielleicht tatsächlich auch so, hat aber tief in seinem Kopf trotzdem verankert, dass Transsexualität (auch zu ersetzen durch Homosexualität, Brustwarzenpiercing, Hawaii-Hemden-Tragen und, und, und...) nicht "normal" ist. Das sitzt mindestens ebenso tief wie es Dich schmerzt und enttäuscht - aber ich weiß gar nicht, ob man es als fies und gemein verurteilen darf... So mancher kann halt nicht raus aus seiner Haut.

Ich habe oft den Eindruck, insbesondere Männer haben Schwierigkeiten damit, sich mit solchen Themen auseinander zu setzen. Schon für 12-jährige Jungs ist "Schwuchtel" ein teuflisches Schimpfwort - so "darf" man nicht sein, das ist gegen die Regel. Und gegen die Männlichkeit!

Es ist schade, dass dem Kollegen auch nach 5 Jahren noch so ein Fauxpas unterläuft - aber bei manchen Menschen wird es leider auch in weiteren 5 Jahren noch so sein. Mit nicht unbedingt bewusst negativem Hintergedanken.

Das einzige, was Du da machen kannst, wird wohl wirklich sein, Dich damit abzufinden. Auch wenn es immer wieder einen Stich bedeutet, der Dir weh tut.
Du bist klasse, so wie Du bist! Ich habe hier im Blog einen tollen, wahnsinnig positiven und offenen, tiefgründigen Menschen kennen gelernt und ich bin sicher, dass Du auch "da draußen" so bist. Lass Dir das nicht nehmen!!!

Liebe Grüße
Britta

Woody hat gesagt…

Hallo da draussen,

ich sehe das genauso wie viele der anderen Kommentatoren hier: Das wird eher eine Sache
des Unterbewusstseins gewesen sein und deshalb
solltest du da nicht weiter drueber gruebeln.
Bei einigen dauert es halt etwas laenger :-).

Allerdings bin ich aber ein optischer Typ.
Wenn Svenja mir die ganze Zeit so wie oben
auf Arbeit begegnen wuerde ;-) kaeme mir
niemals nich ein "Er" ueber die Lippen.

Gruss Woody

Tom hat gesagt…

Ich hätte auch eher vermutet, dass sich da bei Deinem Kollegen unterbewusstes WISSEN Bahn gebrochen hat, als dass er eine Meinung artikuliert hat. Deine Kollegen wissen nunmal um Deine Geschichte und dieses Wissen kann keiner auslöschen. Insofern würde ich dem nicht soviel Bedeutung beimessen...

SoD hat gesagt…

Ach und P.S: Tussiger als auf dem Bild geht nicht:D, da kann dich doch keiner mehr als Mann wahrnehmen*kopfschüttel*

Lina hat gesagt…

Liebe Svenja,

ist doch klar, dass Du an der Stelle besonders empfindlich bist. Das ist wie ein großer blauer Fleck, der eigentlich gar nicht mehr weh tut. Aber wehe, wenn mal jemand aus Versehen dran kommt, aua, aua ...

Andere Leute haben mindestens in der Pubertät jahrelang Zeit, sich mit ihrer Wirkung auf andere auseinanderzusetzen und finden dann meist irgendwann ihre Sicherheit im Umgang mit den Mitmenschen, auch als Mann oder Frau. In dieser Zeit darf man ungestraft üben und in verschiedenen Richtungen über die Stränge schlagen, das kennt man ja. Am Ende bleibt dann so etwas wie Selbstsicherheit übrig.

Du (wir) müssen das nachträglich alles nochmal über den Haufen werfen und neu erfinden, und das ist gar nicht so leicht. Natürlich bist Du eine starke Frau, aber ganz klar bist Du an dieser speziellen Stelle viel empfindlicher als andere, das wird wahrscheinlich auch so bleiben und musst es akzeptieren.
Und Du wirst auf Dauer mehr als andere darauf angewiesen sein, dass Menschen Dich in Deinem Frau-Sein bestätigen, das saugen wir auf wie ein Schwamm, eine gewisse Unsicherheit wird aber wohl bleiben.
Wenn dann jemand mal ER sagt, läuten sofort alle Alarmglocken. Und dann geht die interne Fragerunde los, woran kann das liegen, was kann ich tun, Stimmbänder-OP oder was auch immer?

Ich wünsche Dir, dass Du nach dem ersten Schreck innerlich mal einen Schritt zur Seite treten kannst. Dann wirst Du sehen, dass Du wahrscheinlich überhaupt keine Konsequenzen ziehen musst. Du machst alles richtig, da bin ich mir sicher.

Liebe Grüße,
Lina

Eike hat gesagt…

Esel Eike wünscht sich eine Edit-Funktion. Herrentoilette sollte es natürlich heißen. HERRENTOILETTE, nicht Damentoilette.

Mannmannmann,und das war jetzt nicht dasselbe, was vermutlich in Deinem Kollegen vorging, sondern schlicht meine kurpfälzer Schusseligkeit. Es war eben noch früh am Morgen...

aristokitten hat gesagt…

Ich glaube auch, das musst du nicht persönlich nehmen oder gar darauf zurückführen, dass dein Passing nicht gut ist. Das hängt einfach damit zusammen, wie man Leute kennengelernt hat und wie man sie abgespeichert, besser, "verinnerlicht" hat. Da kann so was schon noch mal passieren und ist nicht böse gemeint.

Beispiel bei mir: Ich hab eine Freundin, mit der ich zur Schule gegangen bin. Wir haben uns damals regelmässig Pizza und Döner reingedrückt und sind am Wochenende Bier trinken gegangen - wenn wir heute alle paar Monate ausgehen, ist mein Reflex auch immer, ihr Bier zu bestellen. Nöööööp, nein, Fehler - sie leidet nämlich seit Jahren an Zyliakie (oder wie man das schreibt), darf nix, wo auch nur ansatzweise Gluten drin sein könnte. Bier, Pizza, Döner geht nicht. Meinst du, ich kann mir das merken? Nö. Weil ich sie anders kennengelernt habe. Und jedes Mal merke ich, dass sie sich ein kleines bißchen ärgert weil das in dem Moment, wo es passiert, als Gedankenlosigkeit rüberkommt.

Und mit Stimmband-OP wär ich vorsichtig, die sind wahnsinnig empfindlich - meiner Schwester haben sie die Schilddrüse entfernt, dabei wurden die nur leicht angedetscht und sie hat 2 Jahre nicht mehr als ein heiseres Krächzen rausgebracht.

Anonym hat gesagt…

Ja, es liegt mit ziemlicher Sicherheit an den Erinnerungen, und nicht daran wie du rüberkommst.

ABER: Wer will kann daran etwas ändern, es is ja nicht so dass man nicht gegen die Macht der Gewohnheit nicht ankämpfen könnte. Das kenne ich z.B. von meinen Schwestern (beide ca. gleich alt):
Die eine mit der ich mich sehr gut verstehe kriegt es fast immer hin, eigentlich nur dann nicht wenn sie mit anderen aus meiner Familie über mich spricht.
Die andere benutzt so gut wie immer meinen alten Namen.

Beide kennen mich circa gleich lang, daran liegt es also ganz sicher nicht. Die Schwester die es hinkriegt kennt mich besser, aber noch sehr viel davon ist von vor meinem Wechsel.
Ich denke dass es viel mehr darum geht dass man es tatsächlich will - nicht nur weil es verlangt wird, sondern weil man selber die jeweilige transsexuelle Person richtig ansprechen möchte, als Frau (bzw. Mann bei TMs) sehen möchte.


Vermutlich hat sich dein Kollege nie wirklich bewusst Mühe gegeben das zu ändern. Ich will ihm nicht unterstellen dass er es gar nicht will, aber vermutlich hat er gedacht dass sich das irgendwann von allein ergibt - das tut es aber oft nicht.


Lg
fina

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Danny: Das war wirklich süß von dir, danke, Danny. Und ich bleibe ganz sicher so, wie ich bin. Ich kann ja gar nicht anders. Und vielleicht hast du Recht, es gibt immer Leute, die man nicht leiden kann und ehrlich gesagt, gibt es sogar ein, oder zwei, die ICH als Schande für die Polizei ansehe. Aber nicht weil sie Frauenkleider tragen.
So und nun noch? Nein, jetzt nichts mehr :-)
Hab eine schöne Woche. LG, Svenja

@Volker: Da sprichst du etwas an, das ich selbst auch schon festgestellt habe. Wenn ich persönlich spreche, dann wird die Stimme von der Erscheinung getoppt und es bleibt bei weiblich. Am Telefon habe ich es einmal nicht geschafft, die VISA-Hotline zu überzeugen, dass ich wegen meiner eigenen Kreditkarte anrufe. Strange, oder?
Und nein: Wir essen keine rosane Kreide :-)

Paderkroete: Das verstehe ich ja auch. Aber nach fünf Jahren muss doch aus Raider langsam mal Twix geworden sein, oder? Weiß jemand, wie lange das gedauert hat? Na gut, ich hab mich selbst reingelegt: Ich erinnere noch immer den alten Namen :-)
Danke, Pader und liebe Grüße zurück.

@Jens: Das gibts doch nicht? Wir haben uns fast beinahe getroffen? Menno, wieso sagste den nichts? Ich treffe dauernd Bekannte beim Einkaufen und würde mich über ein neues Gesicht freuen, ganz besonders, wenn es zu einem Tenere Fahrer gehört. Los sag schon: Welche Farbe und welche Touren bisher? Oh, du hast mich neugierig gemacht.
Aber das du mich sozusagen in freier Wildbahn getroffen und die Stimme für gut befunden hast, finde ich prima. Und Fleischtheken gehören wirklich zu meinem natürlichen Lebensraum :-)
Ach, danke Jens, das war ein sehr lieber Kommentar, den kann ich heute gut gebrauchen.
Herzliche Grüße, Svenja

@Hanni: Emergency Room? Oh, no, nicht schon wieder, lach.
Und ich hab mir heute auch gerade eine Erkältung eingefangen, die erste seit zwei Jahren. Mist.

@H. aus Süddeutschland: Das ist ein guter Begriff: Endlichfrauen, danke für die Wortschöpfung. Ich hatte auch schon an Logopädie gedacht, aber man kann die Stimme auch prima selbst trainieren. Nur wenn ich sauer werde, oder englisch spreche, dann ist alles dahin und ich klinge genau wie früher :-)
Vielleicht hast du ja schon einmal ein StimmOP Ergebnis angehört? Wie klingt das denn? Schaffe ich Vanessa Paradis?

@Inka: Ja, das weiß ich ja und das räume ich ja schon im Posting ein. Natürlich ist ihm das nur so rausgerutscht und ich habe das schon sicher ein Jahr lang nicht mehr gehört, aber ich frage mich: WARUM ist das noch so in den Köpfen? Ich ahne inzwischen, dass ich Svens Bekannte nie in Svenjas Freundeskreis aufnehmen kann.

@Frau Mahlzahn: Nein, da sehe ich noch einen Unterschied. Wenn du nämlich ein Merkmal an dir hast, das dich genau beschreibt: Dick, Feuermahl, Behinderung, Glatze, trans, schwul, schlechte Zähne, dann ist das mehr als nur eine allgemeine Beleidigung. Dann wird es persönlich und dann bin ich auch sofort bereit, persönlich zu werden. Ich muss nur wissen, wer?

@Sondramaus: Alte Häsin, lach.... Das ist ein niedlicher Ausdruck, Sondra. Diese Theorie habe ich selbst schon einmal aufgestellt, wenn auch nicht wissenschaftlich, sondern nur aus meinem Gefühl heraus. Das ist schon Jahre her und ich wollte sie nie zulassen, aber inzwischen fürchte ich, es ist so. Eine Freundin von Claudia ist damals nach der erfolgreichen Transition einfach nach Süddeutschland gegangen und hat dort ein neues Leben begonnen. Niemand kennt dort ihre Vita. Andererseits stelle ich es mir vor, wie im Zeugenschutzprogramm zu sein: Du hast dauernd Angst, zufällig ein Gesicht von früher zu treffen :-)

@Gerti: Nein, das geht mir im Dienst nicht so. Ich bin durch und durch Svenja in Sprache, Mimik und Gestik. In einer harten Auseinandersetzung würde das vermutlich wegbröckeln, weil ich da noch keine Handlungsmuster entwickelt habe. Ja, alles ist Übung, Übung und nochmal Übung.
Viel Glück für deinen Wahlkampf. Viele Grüße, Svenja

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Noreen: Nein, aus der Bahn wirft mich das ER nicht, aber ich war auf meinem Weg selbst so tolerant, so nachgiebig, so immer freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit und höflich, dass es irgendwann mal reicht. Ich denke auch: "Everybody's darling is everybody's Depp." Ich bin nicht mehr bereit, alles hinzunehmen, so wie in den ersten fünf Jahren.
Das war sicher ein toller Abend als CanCan-Girl. Coole Idee :-)
Danke für die lieben Worte, Noreen.
Herzliche Grüße, Svenja

@Riese: Auf jeden Fall mag ich hübsche Staatsanwältinnen. Ich schau mal, ob ich das in der ARD Mediathek streamen kann. Danke Riese.

@Anonym: Das ist ja ein Ding? Du hast mich beim Holtenauern gesehen? Das ist seit Jahren schon meine liebste SamstagmorgenBeschäftigung. Sag deinem Mann bitte ein herzliches Danke schön von mir. Viele Grüße, Svenja

@Nein, als Beleidigung war das sicher nicht gedacht, das weiß ich ja. Und das Umdenken in den Köpfen dauert eben wirklich, wirklich lange. Bei einigen jedenfalls. Andere haben sich innerhalb von Minuten perfekt umgestellt, bzw. im Griff gehabt. Ganz erstaunlich.
Nimm rote Zwiebeln, wenn sie die haben....
Bis bald, viele Grüße, Svenja

@Martina: Das ist eine gute Idee: Ich lasse Anrufer selbst drauf kommen. Ist mir nämlich gerade heute wieder passiert. Und finde ich auch nicht so schlimm.
Danke für die "tolle Frau".
Liebe Grüße, Svenja

@ShouShou: Nein, das glaube ich auch nicht, aber das war ja auch nicht mein Ärger, sondern warum das noch immer geschieht. Für diese Stimmsache werde ich sicher lange sparen müssen, solange habe ich ohnehin Zeit, es mir zu überlegen.

@Eike: Du hast überhaupt Recht, danke Eike. So ein Heiratsantrag macht doch locker ein paar Dutzend ERs wieder wett, das stimmt. Der Urlaub war wirklich eine ganz erstaunliche Erfolgsstory für mein weibliches Ego. Die Menschen waren mir gegenüber ja ganz unvoreingenommen, das stimmt.
Liebe Grüße, Svenja

@SusiP: Ja, aber die Frage ist doch, warum ich noch immer so wahrgenommen werde. Vielleicht ändere ich meinen kompletten Style :-)
Nein, im Ernst, das ist wirklich noch in den Köpfen, jedenfalls in seinem. Der ist wahrscheinlich nicht so hochbegabt wie ich, oder....?!

@SoD: Den kenne ich erst 10 Jahre, die anderen mehr als doppelt so lange. Und du hast völlig recht, Leuten, die mich als Svenja kennengelernt haben, denen ist das noch nie passiert und ich denke, die müssen sich auch nicht verstellen, oder kontrollieren. Für die ist es einfach, wie es ist. Und das ist gut so :-)

@Nictom: lach... Die könnte mit meiner Mama verwandt sein. Sie gibt mir heute noch gute Ratschläge, aber meistens mag ich das. Die Verwandlung ihres Sohnes in eine Tochter hat sie aber perfekt mitgemacht und mir schon viele schöne Sachen geschenkt: Schmuck, Parfüm, MakeUp, mir Klamotten gekauft. Total cool, meine Mam.
Und Winterreifen? Ich bin diesmal damit den Sommer durchgefahren :-)

robert-failed hat gesagt…

Naja du warst ein Mann für deine Kollegen und egal ob nun umoperiert oder nicht. Du wirst immer ein Mann für sie bleiben. Deswegen musst du damit Leben.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Tina: Na gut, Tina, dann gebe ich denen noch fünf Jahre, aber dann wird es Zeit. Dann gehe ich nämlich schon bald in Pension und ich bin schon auf die Abschiedsrede gespannt :-)
Nein, ich möchte ganz sicher nicht für alle Zeiten als trans wahrgenommen werden. Das macht das Leben unangenehm und gefährlich. Du ahnst nicht, was in der Fußgängerzone geschehen kann, wenn Bildungsferne eine "Transe" entdecken. Eine Freundin hat damit letztens zweimal kurz hintereinander schlimme Erfahrungen gemacht. Nein, das ist keine Alternative.
Wer es nicht so gut hinbekommt, muss immer weiter an sich arbeiten und alles Mögliche versuchen, um äußerlich stimmiger in die neue Rolle zu passen.

@Sudda: Das stimmt, es betrifft nur Menschen aus meinem alten Leben. Deshalb habe ich auch kaum noch Kontakt mit Menschen aus meinem früheren Bekanntenkreis, sondern suche mir neue Freunde und Bekannte. Das macht es für beide Seiten einfacher.
Diese Stimmband-OP ist nur eine vage Option, für die mir derzeit noch das Geld und der Mut fehlen, aber ich werde mich darüber genauer informieren.
Herzliche Grüße, Svenja

@Georg: Danke, Georg. Stimmt, du kennst meine Stimme ja in echt :-)
Doch, ich denke schon, dass ich als neue Frau ruhig ein, zwei Briketts drauflegen kann, bzw. das von Anfang an getan habe. Ich fand, dass ich das dem Dienstherrn schuldig bin, wenn ich schon soviele Kosten und Umstände verursache. So kann ich ein bisschen was zurückgeben.
Herzlichen Gruß, Svenja

@Tina: Ich lebe genau so, wie ich es möchte. Wirklich genau so. Besser geht es gerade nicht.

@Schmitt's: Danke, liebe Britta für deinen herzlichen Kommentar. Wobei ich die Sache mit den HawaiiHemden wirklich grenzwertig finde, das andere ist ja alles ziemlich normal :-)
Im Ernst: Nach meiner Umstellung war ich ganz erstaunt und oft überrascht, von welcher Seite mir ganz unerwartet großes Verständnis entgegengebracht wurde und wer sich unvermutet total abgewandt hat. Das hat wirklich etwas mit Weltbild, mit Erziehung und eigenen Wertmaßstäben zu tun. Du hast völlig Recht, Britta.
Und deine Ratschlag werde ich genau so beherzigen: Damit muss ich mich einfach abfinden, solange ich das Gefühl habe, es geschah nicht absichtlich.
Herzliche Grüße,
Svenja

@Woody: Danke Woody, genau das hat mich ja so verblüfft: Ich sitze da im Minikleid mit Strumpfhosen und schicken Schuhe, lange Haare, MakeUP und Schmuck und dieser Mensch nennt mich ER. In dem Moment fühlte ich mich soo scheiße und hätte gerne etwas getan, dass er sich auch so fühlt.

@Tom: Wenn ich nüchtern darüber nachdenke, dann ist mir das klar, aber Ärger ist ein Gefühl und schwer zu kontrollieren. Aber jetzt ist es wieder gut.

@SoD: DAS ist mal ein Kompliment, danke schön. "Tussig", oh, das liebe ich :-)

@Lina: Nicht alles vorher verraten, das soll doch erst eines meiner neuen Postings werden: "Die verlorene Pubertät". Denn du hast natürlich genau recht mit dem, was du schreibst.
Für euch scheint das alles nicht so schlimm zu sein: Dann wird man eben mal ER genannt. Nein, das sehe ich dennoch anders. Ich habe es fünf Jahre lang hingenommen, aber jetzt ist gut. Aber mein Ärger darüber ist inwzischen tatsächlich verflogen. Ich habe ihn mir buchstäblich von der Seele geschrieben.
Viele Grüße zurück, Svenja

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Robert: Nein, muss ich nicht. Wer will mich dazu zwingen?

Carica hat gesagt…

Svenja, du machst dir viel zu viele Gedanken.

Ich war als Kind oft in der Firma meines Vaters, daher kennt mich dort die halbe Belegschaft. Wenn ich da heute reinlaufe, werde ich immer noch von allen geduzt und man erzählt mir meine "Schandtaten" aus dieser Zeit - und das ist inzwischen 20 Jahre her.

Ich werde dort immer die kleine Tochter vom Chef sein und ich denke genau so bist du in den Augen deiner Kollegen, die dich seit Jahren kennen, immer noch der Kollege, den sie kennen gelernt haben. Das hat nichts mit deinem Aussehen zu tun. Auch wenns schwer fällt, solltest du das nicht als Tiefschlag sehen - der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Sieh es von einer anderen Seite: Sie können dein Gefühl eine Frau zu sein vielleicht nicht verstehen (wie auch?), aber sie geben sich Mühe dich als Frau zu behandeln. Ich finde, das ist auch schon mal was. Vergiss nicht, dass dein Frau-sein für dich der "normale" Zustand ist und das Mann-sein der "falsche" - für deine Kollegen aber ist es umgekehrt.

Und was die Lästereien angeht: Wer lästert ist ein Feigling, dem der Arsch in der Hose fehlt eine Person direkt anzusprechen. Sowas empfinde ich eher als bemitleidenswert und ärmlich. Wichtig ist, was Menschen von dir denken, die du selbst schätzt - und nicht irgendwelche Hansels, die du womöglich nicht mal leiden kannst.

Tina hat gesagt…

Huh.. an sowas, dass das gefährlich ist, hab ich natürlich gar nicht gedacht. Du bist deiner Zeit leider noch voraus... erinnert mich an "Brokeback Mountain". Früher durfte man nicht unverheiratet schwanger werden, dann waren Schwule und Lesben verpönt (was noch in der Entwicklung ist), aber mit deinem Blog und deiner Art, trägst du jedenfalls dazu bei, dass die Akzeptanz für Transsexuelle und das Wissen darum steigt. Und nochmal: dein Passing ist klasse.

Anonym hat gesagt…

Das Thema erinnert mich an CandiFLA, die sich in vielen Videos mit der Entwicklung ihrer Stimme befasst. Beeindruckt hat mich vor allem, wie schnell sie "switchen" kann: http://www.youtube.com/user/candiFLA#p/u/38/bJZjcKYOQr0

Ich weiß nicht, ob sie dir noch "was beibringen kann", aber ich fand das alles auch als Unbeteiligte sehr interessant..

LG, Wohnbox :)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Eike: Hab ich doch längst gemerkt. Ich hab auch schon ein paarmal einen sensiblen Kommentar geschrieben und außerdem den wichtigsten Teil genau falsch geschrieben. Macht nichts, Eike. Ich versteh dich doch :-)

@Aristokitten: Das mit der Krächzstimme für ein, zwei Jahre, bzw. für IMMER habe ich leider auch schon gehört. Claudia kennt glaube ich ein, oder zwei, denen das passiert ist.
Das Erlebnis mit deiner Freundin ist ein guter Vergleich dazu. Es ist peinlich, weil man sich selbst nicht kontrolliert hat. Allerdings ist es auch mir und anderen schon passiert, dass ich andere transfrauen versehentlich als ER bezeichnet habe. Das passiert mir aber nur ein Mal. Danach nie wieder. Was hab ich mich geschämt...

@Fina: Ich verstehe die Macht der Gewohnheit, aber meine neue Erscheinung und mein neuer Name sind doch inzwischen auch längst Gewohnheit. Nein, zu leicht will ich das nicht abtun, zumal es nur dem einen noch geschieht. Ich will aber auch nicht das persönliche Gepräch suchen. Das wird mir nämlich zu persönlich und solche Schwäche würde ich ihm gegenüber niemals zeigen wollen.

@Carica: Das sind aber auch liebevolle Gedanken der Belegschaft deines Papas an die Tochter ihres Chefs. Das kann man mit der eher harten Situation bei uns nicht vergleichen. Aber du hast Recht: Dieses Gefühl, nein es ist mehr als ein Gefühl, diese Gewissheit, eine Frau zu sein, die können nur andere Transgender verstehen. Das kann man niemandem erläutern und wirklich nahebringen.

@Tina: Ja, Brokeback Mountain habe ich auch gesehen und das Ende beschreibt genau, was ich meine, auch wenn es nicht so extrem sein muss.
Ich hoffe wirklich, dass ich ein wenig dazu beitrage, dass Menschen Transgender als relativ gewöhnliche Alltagserscheinung begreifen und nicht als bunte Paradievögel a la Olivia Jones.

@Wohnbox: Das Video kenne ich und es hat mich auch sehr beeindruckt. Nein, so klasse kriege ich das nicht hin, aber so knapp gerade gut genug. Und ja: ich kann auch innerhalb eines Satzes switchen. Das kann sehr lustig sein :-)

Ulrike hat gesagt…

Liebe Svenja, ich habe auch nicht alles gelesen, möchte mich aber der Unterstützung anschliessen. Menschen reagieren auf alles, was nicht "normal" ist, extrem schwerfällig bis ablehnend, im Glücksfall neugierig. Unsere gesellschaft ist noch lange nicht so weit, andere Lebensentwürfe zu akzeptieren, um so wichtiger sind Menschen wie du, die zeigen, dass es wert ist für das eigene Lebensglück zu kämpfen. Danke dafür!
Und wegen der Stimme - einige haben "Hände weg" gesagt, mein früherer Chef hat solche OPs gemacht. Lass dich doch mal von einem Facharzt für Phoniatrie beraten, die sind Spezialisten dafür, nicht die HNO-Ärzte. Und mein Ex-Chef ist sowieso der beste, bei Interesse kann ich dir gerne die Daten geben.
Liebe Grüsse
von Ulrike aus dem Süden - du bist auf deiner Reise bei mir vorbeigefahren!

Mondperle hat gesagt…

Meine Tante war mal mein Onkel bzw. kenne ich sie nur als Tante und habe sie noch nie als Mann war genommen. Aber meine Mutter hat bis vor ein paar Jahren auch noch Er gesagt. Ich glaube sie musste sich einfach daran gewöhnen bzw. ist sie sehr christlich spießig. Jeder Mensch braucht Zeit um sich an so was zu gewöhnen. Du musst verstehen, die meisten können nicht nach vollziehen warum man sein Geschlecht ändern will. Ich denke da liegt der Hase begraben.
Ich muss zugeben, für mich ist es auch sehr verwirrend wenn du schreibst das du dein Geschlecht geändert hast und nicht deine Sexualität. Für viele scheint dass das ein und selbe zu sein bzw. die meisten, so auch ich, denken in der Regel nicht nach wo da die Linie gezogen wird. Ich bin eine Frau also stehe ich auf Männer und selbst wenn ich auf Frauen stehe bin ich doch immer noch selbst eine. Was ich sagen will: Viele akzeptieren das du jetzt eine Frau bist, aber verstehen fällt einfach schwer.

Ich lese sehr gern deinen Blog, du gehst deinen Weg und das ist spannend. Vielleicht tröstet es dich, meine Tante wird von niemanden mehr als Mann war genommen und wird regelmäßig gefragt wann sie denn mal Kinder bekommt z. B. Die Passing Phase habe ich nicht mitbekommen, ich werd jetzt 22 und ich weiß nicht mal wann sie zur Frau wurde. Müsste ich mal meine Mutter fragen, wie gesagt, sie ist sehr christlich und darüber wurde nie viel gesprochen ;) Das Verhältnis zwischen meiner Mutter und meiner Tante ist mittlerweile sehr gut und ich glaub auch sie hat nur noch ganz entfernt im Hinterkopf das ihr eigentlich ein Mann gegenüber sitzen müsste..

Liebe Grüße

Anonym hat gesagt…

Moin Svenja, heute war ich so am holtenauern und musste an Dich denken. Und kaum ist ein neuer Beitrag drin, stehen schon 99 Kommentare da. WAS IST DA SCHON EIN VERSPRECHER EINES KERLES??? ;-)
Ich find ja ne tiefe Stimme schön, hätte gern eine. Ich werfe mal Gesangsunterricht in die Diskussion, wenn dir Logo nichts gibt... ?
Silke

Anonym hat gesagt…

Ich würde KEINE Operation zur Änderung der Stimme machen lassen, denn ich KENNE eine Frau, die ebenfalls transsexuell ist und das ebenfalls hat machen lassen. Zum NACHTEIL allerdings!! Das ist jetzt schon sicher 2 Jahre her, aber ich weiß noch, wie sie nach vier Wochen "Urlaub" plötzlich wieder zur Arbeit kam und ihre Stimme total anders war......vorher hatte sie auch eine eher männliche Stimme, wobei sie sich aber bemüht hat, weiblich zu sprehcen. Seit der Operation krächzt sie ständig und klingt andauernd heiser, auch nach 2 Jahren. Wir respektieren diese Frau, keiner behandelt sie schlecht oder mobbt sie. Aber das mit der Stimme war meines Erachtens ein Fehlschlag.

dicke, alte Frau hat gesagt…

Liebe Svenja, mir geht's manchmal grad umgekehrt. Einer meiner Nachbarn war früher Travestie-Künstler. Er wurde überall nur Gaby genannt. Jetzt sehe ich ihn häufiger, als je zuvor und nenne ihn natürlich Bernd. Aber als wir uns heute unterhielten, da passierte es, ich nannte ihn "sie". Daher glaube ich auch nicht, daß Dein Kollege es böse meinte. Aber ich verstehe Dich schon.
Daher ganz liebe Grüße --- von Frau zu Frau, die Christiane

Anonym hat gesagt…

Hi Svenja :-)

Erstmal wollte ich gar nicht anonym schreiben (kenne mich aber echt schlecht mit Pc´s und Co. aus :-( ).
Deshalb: ich bin´s Bernadette ;-).

Warum dein Kollege dich mit er "angesprochen" hat ist schwierig nachzuvollziehen, denn du bist eine Sie und siehst auch wie eine Sie aus (daran glaube ich lag es sicher nicht), manche Menschen tun sich mit Veränderungen wohl einfach recht schwer.

Deine Stimme kenne ich natürlich nicht, aber dran rumoperieren würde ich bitte, bitte nicht denn wenn das schief geht - Stimmbänder sind etwas höchst kompliziertes und eine Stimme egal ob hoch oder tief etwas sehr einzigartiges.

Meine Stimmlage ist übrigens ALT, also für die meisten Frauen doch recht tief (aber dafür sehr sexy ;-), da ich eine zeitlang Gesangsunterricht genommen habe konnte ich sogar feststellen das ich stimmlich sogar in den Männerbereich komme - mein Lehrer meinte damals einen Ton tiefer und er würde nachgucken wollen ob meine Geschlechtszuordnung auch stimmen würde ;-))).
Gut, ich habe das Glück einen recht breiten Stimmumfang nach unten wie nach oben zu haben, aber meine Sprechstimme liegt im Alt!
Wenn es dir möglich ist mach´wirklich mal einen Termin beim Logopäden aus, selbiger kann nämlich auch deinen Stimmumfang messen und ein entsprechendes Training kann auch hier etwas bringen!
Ich kann vom Gesang ableitend nur sagen, das es für die Gefühlsintensität die man dem Zuhörer vermittelt möchte eben sehr wichtig ist zwischen lauten und leisen, kräftigen und zarten Tönen zu wechseln und sozusagen ein Lied gefühlstechnisch auch dahingehend interpretiert als würde man ein schönes Gedicht vortragen (also auch im Rhythmus variabel) und wenn man das hinbekommt muss man nicht mehr der weltallerbeste Sänger sein um eine Gänsehaut zu erzeugen (Töne sollten natürlich getroffen werden)z.B. Sade - liegt allerdings öfter mal einen halben Ton daneben klingt aber trotzdem schön, variert recht wenig, hat kein Vibrato usw., gesangstechnisch könnten sie einige Diven in die Tasche stecken ABER sie schafft es hervorragend zu berühren oder Damien Rice.
Vielleicht wäre ja Gesang etwas für dich, zumindest wäre es ein Super Training!

Sollte nur mal ´ne Anregung sein, hoffe das war okay!

Lg, Bernadette

Anonym hat gesagt…

PS:

Für mich war das mit der "Singerei" auch nicht von Anfang an alles einfach und sofort da, es war auch viel hartes Training und die ersten Gesangsstunden eher ein Desaster bis der Knoten platzte und falls du es mal probieren möchtest such´dir einen Lehrer/Lehrerin bei dem die Chemie passt und das Vetrauen, denn es ist (zumindest war es bei mir so) schon eine sehr gefühlsintensive Situation und das würde ich nicht jedem zeigen können (zumindest am Anfang).

Lg, Bernadette

Anonym hat gesagt…

Liebe Svenja, egal wie hoch deine Stimme werden würde, es würde nichts ändern an dem was dein Kollege denkt oder sagt. Dein Kollege hatte jetzt 5 Jahre zeit zu lernen das du Svenja bist, das hat er so traurig es klingt nicht geschafft. Das liegt aber nicht an dir oder an deiner Stimme sondern schlicht an der Einfachheit ( habe ich das nicht nett ausgedrückt? ) deines Kollegen! Eine Op solltest du nur dann machen lassen wenn DIR deine Stimme nicht gefällt, keinesfalls aber um für Menschen die es eh nie lernen weiblicher rüber zu kommen.
Liebe Grüße
Marina

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Ulrike: Das ist ein sehr guter Gedanke: "Wert um sein Lebensglück zu kämpfen". Ich schaue täglich in so viele Gesichter, die mir den Eindruck vermitteln, dass sie schon lange aufgegeben haben und einfach nur zufällig und aus Bequemlichkeit, etwas zu ändern, so weiterleben wie bisher.
Phoniatrie? Den Begriff kannte ich noch gar nicht. Bisher ist alles, das ich gegoogelt habe, eher negativ, soweit es MzF Transsexuelle betrifft. Die Ergebnisse sind häufig ein Krächzen, anstatt einer sexy Stimme. Danke Ulrike.

@Mondperle: Das ist mal eine interessante Konstellation und so wie ich es von dir lese, gehst du völlig alltäglich damit um. Keine Sensation, keine Ablehnung, deine Tante eben. Wunderbar.
Zum Thema Geschlecht und Sexualität habe ich hier einmal geschrieben:
Transsexuell ist nicht sexuell
Deine Mutter hatte es offensichtlich schwerer und den Einfluss von Religiosität auf die Akzeptanz von Transgendern ist es auch einmal wert, näher beleuchtet zu werden. Danke, liebe Mondperle.

@Silke: Du holtenauerst auch? Für mich ist das Kiels schönste Einkaufsstraße. Wenn ich wirklich bequeme Schuhe anhabe, gehe ich manchmal bis zu Café Pursche, meinem Lieblingscafé.
Und du hast natürlich Recht, ich habe einer Kleinigkeit viel zu viel Bedeutung beigemessen, aber ich fühlte mich eben gekränkt.

@Anonym: Das ist ein interessanter Ohrenzeugenbericht. Meine Freundin Claudia hat mir von einer anderen Frau dasselbe berichten können. Die Stimme war verändert, aber eher kaputt, als weiblicher. Das macht mir Angst. Aber prima, wie ihr in der Firma mit der neuen Kollegin umgeht.

@Christiane: lach... Das ist mal die umgekehrte Story. Bestimmt war er aber nicht sauer, vermute ich. Danke, liebe Christiane für die Geschichte.

@Bernadette: die Gesangsidee hat Silke auch schon in die Diskussion gebracht. Das klingt spannend, aber ich habe so überhaupt keinen Zugang zum Singen. Ich höre zwar gerne Klassik, aber ansonsten ist mit Musik bei mir nicht viel. Interessant, wie du die Sängerinnen beschreibst. Sade kenne ich nur dem Namen nach, ich kenn mich überhaupt nicht aus mit Musik.
Aber inzwischen vermute ich auch, dass eine Stimmband-OP allein aus kosmetischen Gründen, vielleicht gefährlich ist. Ich dachte, die ziehen die Stimmbänder ein bisschen fester, zupfen daran, bis sie mit dem Sound zufrieden sind, nähens wieder zu und das wars dann. Ist aber wohl doch komplizierter, oder...?!

@Marina: Das ist vielleicht das beste Argument, das ich bisher gelesen habe: Die Stimme nur zu operieren, wenn ICH mit meiner Stimme unzufrieden bin. Nein, das bin ich nicht, ich würde es nur für ein besseres akustisches Passing machen lassen wollen.

Tina hat gesagt…

Olivia Jones ist doch eine Dragqueen oder? Ich dachte ja, das sei ganz was anderes... also eher so eine Art Job?

Tina hat gesagt…

Ich hab mir jetzt erstmal die Unterschiede zwischen Dragqueen / King, Transsexualität und Transgender durchgelesen.. sehr interessant. Du siehst, du bildest uns mit diesem Blog :).

So.. nun zum Sport, einen schönen Tag dir noch liebe Svenja!

Frau M. hat gesagt…

Hallo Svenja, erstmal herzlichen Dank für deine lieben Worte in meinem Blog.
Ich finde, dass Du klasse aussiehst und ich würde echt gerne mal mit Dir Schuhe shoppen gehen!
Heute morgen war übrigens großer Schuhausverjauf bei Zalando Lounge - ich hab vier Paar abgegriffen.
Liebe Grüsse, Maren

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Tina: Ja genau, das ist sie. Die meisten Menschen, die uns in den Medien als trans präsentiert werden, sind es gar nicht. Sie leben im Alltag "ganz normal" als Männer. Deshalb mag ich die Welle auch nicht, die davon ausgeht. Weil sie einen völlig falschen Eindruck vermittelt.
Svenjas Bildungsblog? Klar, ich kenn mich doch mit allem total gut aus. Und ich kann auch noch supergut kochen...!

@Maren: Oh, danke schön. SchuhSale by Zalando? Ich krieg doch sonst jeden Newsletter, wieso hab ich den nicht gelesen? Danke für den Tipp, liebe Maren. Wir sollten wirklich mal alle zusammen ein ShoeShopping machen und bei Görtz, Buffalo, Deichmann, oder wo auch immer einfallen. Dagegen ist so ein Heuschreckenschwarm, der über ein Weizenfeld kommt, ein laues Lüftchen :-)
Herzliche Grüße, Svenja

Frau M. hat gesagt…

Zalando-Lounge, dem Zalando Ableger!

Ayari hat gesagt…

Hallo Svenja,
ich kann das gut nachvollziehen das dich das "Er" getroffen hat. Aber auf der anderen Seite glaube ich das es im wahrsten sinne des Wortes nur "herausgerutscht" ist.

Aber das ist eben auch der Preis der irgendwann von jedem / jeder gefordert wird. Keiner kann die Vergangenheit einfach ausradieren oder gar löschen. Insbesondere wenn das Umfeld bleibt und die "Wandlung" miterlebten.

Deshalb das Motto:
What matters most is how you see yourself.

Lg
Ayari

Anonym hat gesagt…

Nein Svenja, den kollege hat nichts an Deinem "Passing" gefunden was Dich als Mann identifiziert, nein, aber wenn ich es richtig verstehe, ist dein Kolege ja auch Polizist, dann weis er sicherlich:

„Assi“, „Neger“ oder „Türke abklatschen“
- bei Fremdenfeindlichkeit: - Ermittelt der Staatsschutz.

Ich höre immer wieder Worte und Sätze: „schwule Sau“, „Transe“, „Homo“, „Tunte“ oder „Lesbe“ oder Umschreibungen: „dass ist total schwul“, um „Andersartiges“, „Fremdes“ zu klassifizieren, oder Menschen herabzuwürdigen!
- Bei Transphobie: - Ermittelt - keiner - Da hat dein Kollege aber Glück.

Behaupte bitte keiner, er habe nie folgende Worte, benutzt, in verächtlichem Zusammenhang oder auch nicht, spielt letztlich keine Rolle: „Paula wurde als Paul geboren“, „Paula war früher ein Mann“, „Männer, die gerne Frauen wären“, „Männer, die sich nichts sehnlicher wünschen als einen Frauenkörper." und „Geschlechtsumwandlung“ Ist das schlimmste aller Worte.

Verdammt; - Woher seit ihr Euch so selbstsicher, dass diese Eure Worte der Wahrheit ent-sprechen? - Da ist es das Übel des „vermeintliche wahrheitsmäßigen“ Sprachgebrauchs. - Habt Ihr euch schon mal vorgestellt, wie diese Sprache auf Menschen wirken, solche Menschen wie ich, die unmittelbar dadurch betroffen sein könnten, die Ihr aber geflissentlich überseht, Ihr zwar nicht ansprecht, - nicht einmal meint - die aber sehr wohl peinlich berührt sind, wenn Ihr so etwas unbedacht äußert?

Oder geschieht das etwa, ganz bewusst um zu Beleidigenden?

Um es kurz zu machen, es ist mein Recht zu sagen:
· Dass eine transsexuelle Frau eine Frau > IST < und > niemals < ein Mann > war < , auch > nicht < als Mann oder Knabe geboren wurde!!

Aber dass hier solltest Du Ihm mal sagen:
· Es ist keine Frage übertriebener political correctness die richtigen Worte zu ver-wenden, sondern die richtige Sprache ist ein Zeichen dafür, ob ein Mensch bereit ist, (unsere) meine Existenz als Frau anzuerkennen.

Kurz und knapp: Dein Kollege ist ein Rassist im Polizistentarnpelz!

Alexandra Galle

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Frau M.: Ausgerechnet dort, habe ich seit Wochen nicht mehr geguckt. Aber das hole ich jetzt nach. Danke schön.

@Ayari: Nein, das ist mir zu einfach. Dass es nur herausgerutscht ist, räume ich ja selbst ein. Die Frage ist doch, weshalb das so ist, aber das haben einige mir inzwischen ganz gut erklärt.

@Alexandra: Nein, so wird bei uns ganz sicher nicht geredet. Solche Sprüche kenne ich von meiner Dienststelle nicht, das siehst du verzerrt. Nein, nein, der Kollege ist kein Rassist. Es spielt ja auch keine Rolle, was gesagt wird, sondern was gedacht wird und insofern muss ich dankbar für den kurzen Blick hinter die Kulisse kontrollierter Höflichkeit sein und mich fragen, ob da noch etwas ist, das ich tun kann, um auch als Frau empfunden zu werden.

Harka hat gesagt…

Du solltest das deinem Kollegen nicht zu krumm nehmen. Dem ist nicht bewusst, was er getan hat und er hat es ganz sicher nicht vorsätzlich getan. Wenn man mit einem Menschen über viele Jahre zusammenarbeitet, dann hakt sich das im Kopf ein. Auch ich spreche immer wieder Mitarbeiter und Vorgesetzte mit sie an, obwohl wir schon lange zum Du übergingen, anderthalb Jahrzehnte aber "sie" sagten. Das ist bei dir nicht anders. Rein optisch nimmt dich kein Mensch mehr als Mann wahr. Wie du akustisch klingst kann ich nicht sagen und leider passt der Phenotyp nicht immer zum Genotyp. Aber selbst wenn, ist da ein Umsortieren in der Geschlechterrolle für manchen nicht leicht. Immerhin hast du etwas getan, was für viele Machos unvorstellbar ist, du hast auf das verzichtet, durch das sie sich definieren. Das muss erst mal in der Birne ankommen.

riese hat gesagt…

ob da noch etwas ist, das ich tun kann, um auch als Frau empfunden zu werden?

was soll das sein?
auch wenn es stimmt, treffer,transe, versenkt.
selbst wenn du deine stimme änderst, für manche bleibst du wohl der svenny von gestern, heute im neuen outfit, wesentlich adretter, auch anders, ganz schön anders sogar, aber irgendwo im hinterkopf immer noch die type von damals.
ob es böse gemeint war? nööööö warum?

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Harka: Nein, böse war es nicht gemeint, aber krumm nehmen? Möchte ich jetzt nichts zu sagen. Allmählich reichts. Akustisch bin ich leider noch ein Mann, aber das ist so leicht nicht zu ändern, außer ich schweige. Du hast recht, das ist für Männer fast unmöglich zu verstehen.

@Riese: Das ist vermutlich der richtige Satz: Ganz egal, was ich tue, sie werden mich nie als Frau sehen. Aber das soll dann nicht mein Problem sein. Sie müssen eben mit mir leben, so wie ich bin. Böse gemeint? Das ist manchmal nicht das Entscheidende.

Anonym hat gesagt…

Danke @ Riese: ...ob da noch etwas ist, das ich tun kann, um auch als Frau empfunden zu werden?

was soll das sein?
auch wenn es stimmt, treffer,transe, versenkt.
selbst wenn du deine stimme änderst, für manche bleibst du wohl der svenny von gestern, heute im neuen outfit, wesentlich adretter, auch anders, ganz schön anders sogar, aber irgendwo im hinterkopf immer noch die type von damals.
ob es böse gemeint war? nööööö warum?..."

Du hast es auf den Punkt gebracht, Riese: "auch wenn es stimmt, treffer,transe, versenkt."

Svenja das Du eine rosarote Brille auf hast, kann ich nicht glauben, deswegen kann es nur sein, Du hast Angst, wenn Du offen zugiebst: Dieser Kollege will mich wissentlich -Beleidigen, das dies negative konsiquenzen Beruflicher, oder zu mehr Mobbing in Eurer Dienststelle füren wird, ja gut, dann schreibe es doch hier nicht, sondern Weine heimlich zuhause im Bett, oder so...

Alexandra Galle

Naja, wenner hier mitlesen tut, dann sage ich es Ihm jetzt: Schäme dich Du Idiot!!!

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Alexandra: Nein, das empfinde ich anders. Ich hatte nie den Eindruck, dass dieser Kollege mich kränken wollte. Nein, so fumktioniert das bei uns nicht. Ich war doch nur gekränkt, weil er mich in seiner ureigenen, ehrlichen und nicht durch Höflichkeit gefilterten Wahrnehmung noch immer mit dem männlichen Attribut ER versieht. Das ist absolut unbewusst geschehen und ich frage mich, WARUM das so ist. Eine bewusste Kränkung würde ich mir never gefallen lassen und Mobbing würde ich niemals akzeptieren. Ich bin nämlich ein ziemlich großes und wehrhaftes Mädchen :-)
Es geht doch nicht darum, was die Menschen dir bewusst, kontrolliert und höflich sagen, sonder darum, was sie denken. Warum hast du so ein negatives Bild von den Menschen, was trans betrifft. Du musst sehr schlimme Erfahrungen gemacht haben. Mein Weg war eher ein Spaziergang, aber an jenem Tag war ich stinksauer.

riese hat gesagt…

mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmhh.
schwer zu sagen.
dein passing stimmt, du donnerst dich nicht auf, kommst gut gelaunt zum dienst. bist integriert und so wie du bist auch akzeptiert.
die letzten beiden sind erst mal die hauptsachen (klar nur kommt svenja wieder und sagt die ersten beiden sind wichtiger. muss ja so sein)
aber was manche kollegen in dir sehen wollen oder möchten.
schulterzucken! keine ahnung

kleine tip. mach einfach weiter. mit pieksern musst du halt immer rechnen, aber das hast du ja sicherlich schon gemerkt und auch gelernt damit umzugehen, auch wenn es ab und an mal ein volltreffer wird.

Q hat gesagt…

Svenja... ich hab jetzt die anderen Kommentare nicht gelesen, keine Zeit, sorry falls es schon jemand geschrieben hat.

Aber was ich denke, woran es liegt, auch wenn es total banal klingt:

An deiner Vergangenheit.

Manche können sich einfach nicht "umgewöhnen" bzw einen Menschen anders wahrnehmen. Da kannst du machen, was du willst, denke ich. Somit liegt es gar nicht an dir, strenggenommen.

Anonym hat gesagt…

stell Dir vor, Du lernst einen total hässlichen Menschen kennen... spätestens wenn Du ihn magst, wirst Du ihn auf seine Weise schön finden oder es ist Dir egal. Du schaust nicht mehr auf das, was Du mal hässlich empfunden hast. Äußerlichkeiten werden zweitrangig außer natürlich dann, wenn jemand sich wirklich total gehen lässt. Er hat doch längst kapiert und akzeptiert, dass Du eine Frau bist. Bloß sein Sprachzentrum hat die Botschaft noch nicht verarbeitet. Er sieht dich als Mensch, den er kennt und schon immer kannte, und Attribute sind unwichtig. Würde er jeden Tag denken "Mann, der sieht halt immer noch aus wie ein Kerl", dann wäre er sicherlich peinlichst um ein "SIE" bemüht... grüßt wieder die anonyme Kuni

Anonym hat gesagt…

Ach weist'e, wenn'er Dir eine freundliche Info zukommen lassen wollte, hätte er das mit der Frage: Darf ich mal was Intimes sagen... In der Kantine im Hinterzimmer oder, was weis ich wo, (Privat) in Deinem Büro machen können..... und nicht in aller Öffentlichkeit!!!

Naja egal, ich und auch Du haben genug zu dem Tema gesagt. -ENDE-

Hier der Zeitungsartikel von Cornelia Kurth in unserer Regionalzeitung: http://www.schaumburger-zeitung.de/portal/lokales/sz-heute/landkreis_Mein-Frausein-so-schmerzhaft-erkaempft-_arid,281032.html

Sei sicher, ich komme nicht so gut rüber (Passing nennen wir das wohl im Transsexuellendeutsch) als Du, aber spätestens nach diesem Artikel sagt keiner "Er" "Herr" Galle. Weil ich es den Leuten sage, wie sollen sie es auch anders wissen, von RTL und CO lernen sie es halt anders.

Auch haben die in der Klasse beim Adolfinum darüber gesprochen und auch dort wurde Gesagt: "Geschlechtsumwandlung gibt es nicht! Das Geschlecht wird durch das Gehirn bestimmt! -Nur Idioten WOLLEN sich das nicht merken!" Daraufhin gab es eine Info im Schaukasten des Adolfinums.
Die antierende Abiklasse hat es jedenfals "begriffen".

Achso, kannst ja nicht wissen, Adolfinum, das ist das Gymi hier in Bückeburg. Der Name ist von Fürst Adolf (zu Schaumburg-Lippe) unserem ehemalen Landasherren abgeleitet.

LG.
Alexandra Galle

Anonym hat gesagt…

Hi Svenja,

bei manch einem braucht das Gehirn halt länger um Veränderungen abzuspeichern. Ich sag (leider und nach bald 10 Jahren) auch manchmal noch Mark zum Euro. Deshalb bleibt der Euro aber trotzdem ein Euro und wird nicht wieder zur Mark ;-).

LG
Josi

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Riese: Du siehst es ganz pragmatisch und damit hast du sicher Recht. Und ich werde es genauso machen, wie du sagst, nämlich einfach so weiter wie immer. Danke dir, Riese.

@Q: Dann heißt das im Umkehrschluss für mich auch, ich kann nichts daran ändern, außer mein Umfeld total zu wechseln, bzw. so lange einfach weiterzumachen. Danke, Q.

@Frau Kuni: Von der Warte aus habe ich es noch gar nicht gesehen. Auch ein interessanter Ansatz. Inzwischen ist mein Ärger ja auch längst verraucht.

@Alexandra: Danke, den lese ich mir einmal durch. Ich bin schon gespannt, denn der Titel macht neugierig.

@Josi: Stümmt! DIE Mark und DER Euro. Die Umstellung war auch nicht so einfach. Das ist ein originelles Beispiel, danke Josi.

Alex..andra hat gesagt…

Hallo Q:
Ja, "Manche [können] sich einfach nicht "umgewöhnen" bzw einen Menschen anders wahrnehmen. Da kannst du machen, was du willst, denke ich. Somit liegt es gar nicht an dir, strenggenommen."

Toll oder nicht Toll das ist hier die Frage, [es ist so], manchmal will ich es in meiner Rebellinnensprache deutlicher sagen: Es ist so bei diesen Machoisten/Patriachisten/Rassisten!!

Ich habe eine kleine aber wichtige Kleinigkeit geändert:
"Manche wollen sich einfach nicht, In ihrem Schwarz-Weis-Weltbild "umgewöhnen" bzw einen Menschen anders wahrnehmen. Da kannst du machen, was du willst, denke ich. Somit liegt es gar nicht an dir, strenggenommen, denen ihr Schwarz-Weis-Computer kann'ste nicht mit einfachen mitteln umprogramieren, der muss neu Formatiert werden das überleben die meisten nicht."

Also bleibt nur weggehen, schweigen und ggf. still weinen.

LG Alex..andra Galle

Anonym hat gesagt…

Stimmen OP? Würde ich weiträumig umfahren! Ich habe einige Ergebnisse gehört........auweia! Vergiß nie dass das Murphy'sche Gesetze universalen gültigkeit hat.

Zum 'ER'- ärgerlich, ich weiss, aber ich glaube alles ist schon gesagt worden. Ich würde erst anfangen, mich sorgen darüber zu machen, wenn sowas mit Versuche, meine Arbeitsergebnisse zu sabotieren, zusammenfallen würde.

Grüßen
Lynn

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Alexandra: Manchmal ist es nur das was einem übrig bleibt.

@Lynn: Du meinst den Murphy für Stimm-OPs? Ja, ich fürchte, der ist überall aktiv, der Bursche :-)

Harka hat gesagt…

Manche Männer kann man halt nicht verstehen. Mein Chef - ein studierter Theologe und auch Jurist - hält Homosexualität für eine Frage der Erziehung, hat für Transsexualität aber vollstes Verständnis und predigt das auch so von der Kanzel zu seiner Sekte.

Manchen Menschen fällt es sehr schwer sich zu ändern und sie können dies deshalb auch bei anderen nicht glauben, dass sie es schaffen, um sich selber eine Begründung für ihr eigenes Scheitern zu basteln. Ein Klassenkamerad von mir hatte nicht mal die 8. Klasse geschafft, lebte in der Unterschicht, war gewaltbereit und auf dem besten Weg zum Säufer. Er musste erst 23 Jahre alt werden, um zu erkennen, wohin ihn sein Suff führte. Er wurde trocken, hohlte seine Abschlüsse bis zur 10. Klasse nach, absolvierte betriebswirtschaftliche Kurse und wurde zum erfolgreichen Geschäftsmann mit 23 Angestellten. Er wurde sauber, gepflegt, hat geschliffene Umgangsformen - aber einige aus der Klasse sehen ihn auch nach 20 Jahren nur als versoffenen und sich rumprügelnden Assi, der er schon lange nicht mehr ist. Erstaunlicheweise sind dies gerade jene, welche es selber nicht geschafft haben, ihre Fehler abzulegen und sich weiter zu entwickeln. Es sind jene, welche in Wahrheit ihm den Erfolg neiden, den sie dank eigener Schwächen, welche sie nicht abzulegen in der Lage waren, nicht haben.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Harka: Das ist ja wirklich eine erstaunliche Doppelmoral, die dein Chef an den Tag legt. Aber dagegen ist man ganz sicher machtlos, solche Menschen kann man, wenn es einen betrifft, sicher nur meiden.

Es ist wirklich nicht einfach, zu akzeptieren, dass ein Mensch sich geändert, oder verändert hat. Dazu muss man sehr wach und aufmerksam sein und die Menschen auch tatsächlich wahrnehmen. Das bedeutet, richtig hinzugucken. Aber das findet, jedenfalls bei uns, nicht statt.
Danke Harka.

riese hat gesagt…

hej das böse internet hat natürlich auch etwas zur stimmveränderung.
http://www.youtube.com/watch?v=BZ9oHLhzNQE&feature=related

auch wenn die leute das wohl nicht freiwillig gemacht haben sondern krankhafte erscheinungen an den stimmbändern haben ist es doch erschreckend was dabei rausgekommen ist.
gut der moderator ist ja so viel ich weis nicht mehr beim sender, pech gehabt

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Riese: lach.... Dieser Clip ist ja wohl so genial. Ich hab nachher richtig mitgelitten mit dem Moderator. Mi, mi, mi, miiie... :-)

Ralf hat gesagt…

Hey Svenja,
laß´ Dich nicht runterziehen; ich würde niemals behaupten, Du seist ein Mann (gewesen), denn ich finde, Du siehst wirklich wie eine Frau aus- nein, Quatsch: DU BIST EINE FRAU.

Und wenn Dir einer einen dummen Spruch drückt, wäre er sicher gerne wie Du, ist aber zu feige für den Schritt, den Du getan hast.

Also: weiter so! Alles ist gut (auch wenn ich als "Aussenstehender" sicher gut reden kann).

LG,
Ralf

jürgen hat gesagt…

immer kämfen du siehst sehr gut aus!

Volker hat gesagt…

Bitte Vorsicht, die "TalkShow" ist ein Sketch aus Belgien. Näheres steht hier: http://de.wikipedia.org/wiki/In_De_Gloria

Gruß
Volker

kanadafrau hat gesagt…

oh je, schon wieder die allerletzte... ich muss zu meiner schande gestehen, ich habe nicht alle kommentare gelesen und entschuldige mich schon mal vorne weg, wenn das schon gesagt wurde...
ich muss ja sagen, ich käme nie auf die idee, von dir als "er" zu sprechen, weil du für mich, so wie ich dich aus diesem blog kenne, immer svenja gewesen bist und bleiben wirst. ich kann mir allerdings vorstellen, dass das für leute, die auch dein früheres ich kannten, schwieriger oder viel mehr schwieriger nachzuvollziehen ist. sie sind ja nur beobachter von außen... während du jede noch so kleine veränderung an dir bemerkst, registrierst und dich darüber freust, sehen sie nur die großen meilensteine von gestern=sven zu heute=svenja. außerdem wird auch nicht jeder, der dein outing gut aufgenommen hat, emotional nachvollziehen können, was das für dich wirklich bedeutet (und da nehme ich mich nicht aus, auch wenn ich schrecklich gerne darüber lese, was du so erlebst und wie du es erlebst ;).
diese episode hat mich auch ein bisschen an meinem opa erinnert, der - obwohl nun schon seit fast drei jahren witwer - teilweise immer noch von meiner oma im präsens spricht, so als käme sie gleich zu tür herein... vor allem, weil dein kollege nicht gemerkt hat, dass er sich geirrt hat. da sprachen vielleicht gewohnheit und unterbewusstsein aus ihm - er hat dich ja schließlich als sven kennengelernt und er hat bei deiner stetigen wandlung zu svenja einfach nicht schritt halten können... davon solltest du dich auf keinen fall runterziehen lassen. männer sollen ja eine verzögerte sprachentwicklung haben - das mit dem richtigen personalpronomen kommt schon noch ;P.

himmelblau hat gesagt…

boah Svenja, hey, ich kenne dich nicht persönlich, nur aus dem Internet und hier kommst du sehr weiblich rüber - großes Kompliment - und wie ich dir schon mal schrieb, du siehst viel jünger aus, als Mitte 40, die Hormone tun dir gut!
ich bin froh, als Frau geboren zu sein, echt! und klar, das kannst du nicht von dir sagen, doch du bist sehr sehr viel Frau!!! Hut ab!!!

Anonym hat gesagt…

Hi Svenja,


es gibt wohl (soweit ich weiß zwei unterschiedliche Op Techniken bezüglich Stimmbänder) aber soweit ich das verstanden habe eben leider nicht immer erfolgversprechend...
Ich selbst finde Frauen ganz toll die eine Mezzosopran Stimme haben, aber man kann nicht alles haben ;-(.
Es ist natürlich schwierig über das Thema Gesang nachzugrübeln, wenn der Schwerpunkt klassische Musik ist (ohne Gesang?).
Wobei ich sagen muss ich selbst wäre eben bis vor einigen Jahren nie auf die Idee gekommen zu singen, erst als andere mir geraten haben eben mal Profi Unterricht zu nehmen.
Es ist mal ganz unabhängig von Stimmfarbe usw. echt interessant sich in das Gebiet Gesang vorzuwagen und dabei unbeschreiblich viel zu lernen und einfach diese wie ich finde geniale Möglichkeit sich gefühlstechnisch auszudrücken, eben alle Stimmungen ausleben zu können (sozusagen was du in Worten und Texten/Gefühl beherrscht).
Gut mein Musikgeschmack war schon immer sehr breitgefächert von Klassik bis Hardrock, aber vielleicht ist deins der Weg über die Klassik, hast du´s schon mal für dich im stillen Kämmerlein oder unter der Dusche ;-) probiert zu singen - ich für mich persönlich war sehr überrascht UND singen kann im Prinzip jeder!!!

Aber egal überreden will ich dich ja nicht, ich würde gerne so schreiben können wie du das kannst ;-)!

Ganz liebe Grüße, Bernadette

Anonym hat gesagt…

Damit du dir mal was unter Sade vorstellen kannst, allein der Hüftschwung bringt einen zum Schmelzen :
http://www.youtube.com/watch?v=KWy3X7f4MyY

oder Damien Rice der die Töne auch nicht immer trifft aber dafür mein Herz ;-):
http://www.youtube.com/watch?v=3yqM--IMkX4

Lg, Bernadette

Anonym hat gesagt…

Okay....Copy and paste...geht nicht automatisch - schade ;-).

Bernadette

Anonym hat gesagt…

Was ich mich frage: Warum machst Du die Wahrnehmung anderer davon abhängig, ob Du am Ende Deiner Entwicklung angekommen bist? Entscheiden ist doch nicht, wie xyz Dich wahrnimmst, sondern wie Du Dich wahrnimmst und fühlst. Wenn Du den Bedürfnissen anderer gerecht werden willst: Da haste viel zu tun.

Anonym hat gesagt…

Wenn Männer dich mit ER ansprechen, wollen sie dich nicht respektieren. Als Frau nicht und als Mensch erst recht nicht. Es gibt Vollidioten, die sowas immer machen, trotz eines vor langer Zeit durchgestandenen Wechsels.

Blöder aber wirkungsvoller Spruch an solche Macker: "Ich bin mehr Frau als du verträgst und mehr Mann als du je sein wirst."

Du bist nicht transsexuell sondern eine Frau.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Jürgen: Danke Jürgen, aber manchmal ist man eben schwächer als an anderen Tagen.

@Volker: Ach das macht nichts. Wenn die Story sooo gut ist, muss sie nicht auch noch wahr sein. Danke schön für den Link, Volker.

@Kanadafrau: Du hast es nur insofern etwas leichter gehabt, als du mich auch nie als Sven kennengelernt hast. Aber nach fünf Jahren sollte das auch bei den anderen keine Rolle mehr spielen, finde ich.
Vielleicht hast du recht, dass einige doch NOCH mehr Zeit brauchen. Ich hab nur Angst, dass sie es NIE raffen werden.

@Himmelblau: Danke dir. Ich empfinde das selbst ja auch so und deshalb bin ich dann so verletzt, wenn jemand mich noch immer als ER in Frauenkleidern wahrnimmt. Das ist nicht nett.

@Bernadette: Ich glaube nicht, dass sich mir der Gesang noch einmal erschließen wird. Dazu bin ich einfach zu unmusikalisch, zu wenig interessiert. Ich höre gerne, aber ich singe nie. Ich höre lieber anderen zu :-)

@Anonym: Das klingt immer sehr gut, aber das ist nicht die Realität. Dann könnte es mir ja völlig egal sein, ob andere mich beleidigen und verletzen. Beim ganzen Passing geht es ja AUSSCHLIEßLICH um die Wahrnehmung anderer. Ich möchte nicht als ER bezeichnet werden. Das ist verletzend.

@Anonym2: Das Gefühl habe ich auch. Wenn mir schon ein ER herausrutscht, dann wäre mir das megapeinlich und es würde mir hoffentlich nie wieder passieren, aber einige WOLLEN es einfach nicht akzeptieren. Ja, der Spruch ist gut, der ist mir auch schon in den Sinn gekommen, aber er ist mir auch zu mackerhaft. Danke dir auch für den letzten Satz.

Anonym hat gesagt…

Aus Versehen macht der "Kollege" das nicht sondern aus Respektlosigkeit und Desinteresse. Sexuell und indetitätsverunsicherte Männer titulieren Abweichler doch eh als schwul, Transe oder Mannweib.
Von der Sorte gibt es im Machoberuf Polizei genug wie auf der Straße auch.

Wie wäre es wenn du dem "ER"-Redner so begegnest:
Den "Kollegen" eben auch mal öfters als Frau ... und mit dem Pronomen "Sie" anreden.
Mal sehen was passiert.
Spiegel ihn doch einfach in seinem Verhalten. Das wirkt.

Oder willst du eine brave Frau sein, alles beschämt überhören und seine Beleidigungen einstecken? Erdulden deinerseits wäre auch ein korrektes Passing, in einer Welt, in der Männernormiertes herrscht.

Lass dichnich nach Unten drücken. Er will nur über dir stehen. Du bedrohst sein Weltbild, denn du darfst keine selbstbewußte Frau sein.

Mach weiter so. Und bitte: hör auf, dich als trans zu bezeichnen. Das ist ja grausam und eine Selbstverletzung sich so zu etikettieren. Oder ist Trans ein Lebensgefühl oder eine politische Einstellung?

Gruß
Anna Nym. ;)

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Anna: Ehrlich gesagt kenne ich die Gründe nicht für sein Verhalten. Ich weiß selbst, dass einem unbedacht ein ER rausrutschen kann, wenn eine neue Frau noch ganz neu und noch sehr den ExMann erkennen lässt. Das ist mir selbst schon passiert und war mir im selben Moment hochnotpeinlich. Ich bekam sofort einen roten Kopf. Ein zweites Mal wäre mir das nicht passiert.
Respektlosigkeit? Das glaube ich gar nicht einmal. Desinteresse? Das könnte stimmen. Es gibt ein oberflächliches Interesse an dem BILD-Zeitungsaspekt solch einer Verwandlung, aber niemals ein Interesse an dem menschlichen Aspekt dahinter. Und das ist auch meine Kritik: Die menschliche Seite, "wie geht es dir dabei? Ist alles in Ordnung mit dir?", interessiert wirklich keinen meiner Kollegen und erstaunlicherweise auch meine weiblichen Kolleginnen nicht. Die ignorieren mich, so gut sie nur können. Aber ich bin ja schon ein großes Mädchen und komme auch ohne Tipps und Ratschläge gut alleine klar.
Ob ich ein braves Mädchen sein will? Nein, das nächste ER, die nächste Kränkung, wird nicht ungehört bleiben. Dann lasse ich einen richtigen Schrei ab.
Diese Bezeichnung als trans? Ja, das ist auch eine Selbstverletzung, stimmt. Aber ist es nicht das, was ich bin? Mir wird das immer wieder einmal vor Augen geführt und erstaunlicherweise immer von Menschen, die mir nahe sind. Niemals von Fremden. Deshalb war auch meine Sommerreise so wunderbar. Ich war einfach eine Frau, die mit ihrem Motorrad auf Reisen ist.

Alex..andra hat gesagt…

Gestern komme ich von meinem Sport, hatte so ganz nebenbei noch "Filiusdienst", beim Hallenfußballturnier, da bin ich eben im Trainingsanzug, durchgeschwitzt, ungeschminkt und "fern der Heimat".

Ich unterhalt mich mit dem Nachbarn über seinen Trabant 500, den er gerade Restauriert.

Da bekommt mein Nachbar unverhofft Besuch, so ein Geldtyp mit pechschwarzem Porsche Chajen, 520PS. (Wie schreibt man den Autonamen überhaupt?)

Alle mussten musten dieses "Riesennmännerspielzeugauto" bewundern. Der Trabbi war nun uninteressant geworden.

Ob's an meiner Stimme lag? - Da ist dem Besucher, er kannte mich noch nicht, ein schnelles, unbedachtes "ER" rausrutschen, war ihm in gleicher Sekunde selber hochpeinlich und er hat mit "die junge Frau meinte gerade..." nachgelegt.

Naja, junge Frau?, der war mindestens 15jahre jünger, höflicher Geldadel halt.

War trotzdem Peinlich für mich, aber so ist es eben.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Alexandra: Ich finde es aber gut, dass er seinen eigenen Fehler erkannt hat und versucht hat, es auszubügeln. Das kann ich dann nicht mehr übelnehmen. Und diesen Porsche finde ich fast so ätzend wie den Audi Q7 in perlmussweiß.

Alex..andra hat gesagt…

"Jeder einzelne von uns trägt durch sein Denken und Handeln dazu bei, wie wir miteinander umgehen."

Dieser Satz kann man sagen, dabei helfen, zu realisieren, dass da zu weit gegangen wurde.

Man(n) muss Empathie nicht lernen, sondern sie wird verlernt (Eltern), ein paar Kleinigkeiten kann man sich auch selber nachträglich erarbeiten.

Wenn man das will.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Alex..andra: Nein, dieser Kollege ist völlig beratungsresistent, weil er seine Umwelt überhaupt nicht warnimmt. Er meint es nicht böse, aber er sieht, hört, merkt nichts. So, als könne er die Gefühle anderer nicht erkennen.

Anonym hat gesagt…

Hallo Svenja....ich lese sehr gerne hier auf diesen wundervollen ,sehr offen und mit Gefühl geschriebenen Seiten mit.Ich bin schon immer Frau gewesen,bleib es auch :-),aber bewundernswert,wie du alles bisher gemeistert hast.Du bist eine sehr schöne Frau,aber eins möchte ich aus dem Blickwinkel einer Frau noch sagen.Im ersten Leben,warst du auch ein schnuckeliger Mann.Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg,Kraft im neuen Leben einer Frau.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Anonym: Danke schön. Ja, an deiner Stelle würde ich auch eine Frau bleiben. Was könnte man denn schöneres sein auf diesem Planeten. :-)
Als Sven war das Leben wirklich einfacher, was die Frauen angeht. Soviel ist sicher.
LG, Svenja

Spottdrossel hat gesagt…

Vielleicht war es nicht persönlich gemeint, sondern mehr "schlechte Gewohnheit"?
Während meiner Lehrzeit hatten wir einen Kollegen im Lehrjahr über uns -wegen seiner Grazie und Eleganz- "Der Elch" getauft. Wie das im Leben so ist, trifft man sich Jahre später wieder, wir sind wieder Kollegen und für mich bleibt er "der Elch", was die anderen Kollegen natürlich dankbar übernommen haben und ihm sein komplettes Image (soweit vorhanden) versaubeutelt hatte. Die Lehrzeit ist 20 Jahre her, und trotzdem konnte ich mich nicht umprogrammieren.
Ich schätze mal, bei Deinem Kollegen ist´s sowas ähnliches - das "er" ist eher gedankenlos, würde er Dich verletzen wollen, kämen da andere Sprüche.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@Das war ganz sicher nicht beleidigend gemeint, aber getroffen hat es dennoch. Nach fünf Jahren erwarte ich mehr Selbstkontrolle und Disziplin von dem Kollegen. In dieser Zeit kann man einem Schimpansen leicht zwei Fremdsprachen beibringen :-)

Anonym hat gesagt…

Hallo Svenja,

ich hatte früher mal einen Arbeitskollegen, der zur Arbeitskollegin wurde.
Es war unheimlich schwer, sich nicht zu verplappern.
Ich hatte ihn als Wolfgang kennengelernt.Ein großer kräftiger Mann mit tiefer Stimme. Und plötzlich sah er wie eine Frau aus, kleidete sich besser und legte wesentlich mehr Wert auf Körperpflege und Aussehen.
Er war aber noch der selbe Mensch.
Bei mir war es gar nicht böser Wille o.ä., sondern nur die Gewohnheit.

Ich hätte mir jedes mal in die Zunge beißen können, wenn ich "Wolfgang" gerufen habe.

Unsere Kollegin hat viel durchmachen müssen.
Sie war als Mann meistens abseits und oft traurig.
Mir ist erst gar nicht aufgefallen dass Sie, noch als Mann, gerne Wildlederstiefel mit großem Absatz getragen hat.
Sie hat viele Kinder und hat sich erst mit mitte 40 geoutet.

Vielleicht ist es ein wenig so wie mit Deiner Jugendliebe.
Dian sieht auf dem Bild aus 1981 supersüß aus.
Und diese Dian siehst Du noch heute.

Und ich hatte noch Wolfgang in Erinnerung wie er war, wenn ich mit meiner neuen Kollegin Tania sprach.

Ja,ich bin ein Mann...oft plump und unbedacht.

Und Du kannst stolz auf Dich sein, Du hast vor fünf Jahren eine Entscheidung getroffen und gehst Deinen Weg.
Und Du hast es leichter als meine EX-Kollegin..aus Dir ist eine wirklich schöne Frau geworden.
Also Mund abwischen und weiter!

Ach ja, ich wollte im August eine Motorradreise machen. Da habe ich in einem Forum eine Anfrage von Dir gelesen.
Aus der Motorradreise ist dieses Jahr leider nichts geworden, aber dafür habe ich einen ganzen Tag lang Deine Geschichte gelesen und schaue regelmäßig bei Dir vorbei um an Deinen Abenteuern teilzuhaben.

Liebe Grüße P.

Svenja-and-the-City hat gesagt…

@P: Danke, dass du dieses Erlebnis mit uns teilst. Mich interessiert es immer sehr, wie es Anderen in ihrem Berufsleben mit der Umstellung ergangen ist und wie die Kollegen es empfunden haben.
Aber vielleicht ist dir der „Wolfgang“ nach FÜNF Jahren ja nicht mehr passiert. Denn das ist wirklich eine lange Zeit, um sich daran zu gewöhnen, dass es SIE heißt und nicht mehr ER.
Du wolltest auch eine Motorradtour machen? Ja, ich habe mich in allen möglichen Motorradforen wie sauer Bier als Reisebegleitung angeboten und niemanden gefunden. Inzwischen weiß ich, wie toll das Alleinreisen sein kann.
Liebe Grüße, Svenja

Anonym hat gesagt…

@Hans "Man nimmt dich nicht als Mann wahr, man hat es nur noch im Kopf, dass du mal einer warst." ... das ist es doch genau... warum soll Svenja mal einer gewesen sein? Liegts am Genital? An der männlichen Rolle, die sie mal "lebte"? Genau da wäre es schön, wenn Menschen mal verstehen würden, dass Geschlecht vielfältiger ist und transsexuell zu sein nicht bedeutet, sein "Geschlecht zu wechseln", sondern in erster Linie zu den Menschen zu gehören, die den Mut gefunden haben, zu ihrer geschlechtlichen Besonderheit zu stehen. Diese Besonderheit hat nichts mit Wünschen zu tun, oder einem "werden", sondern mit einem SEIN. Svenja ist sie selbst. Und eine Frau wirst Du nicht, Du BIST es... selbst wenn die Natur da manchmal besondere Frauen hervorbringt.

Ronja hat gesagt…

Hallo Svenja,

anmerkung wegen der Stimme. Ich kenne Deine Stimme zwar nicht, aber mal kurz diese Begebenheit.
Neulich im KiGa habe ich meinem Kleinen die Schuhe ausgezogen und habe nach unten gesehen. Dann sagte jemand was und ich dachte was ist das für ein Kerl - so redet doch kein .. Hoppla war ja die Mutti. Ich war platt - kein Unterschied ín der Art und Tonlage wie ein Mann. Und die Mutti war eine ganz kleine und Zierliche ( ist aber ne ziemlich Unfreundliche)
Also keine Gedanken an die Stimme!
Aber was wohl ist sind die Eingefahrenen Gehirnbahnen Deiner Kollegen - ärger Dich nicht, viele tun sich damit schwer und es ist für sie unvorstellbar. Bös ist es selten gemeint - schon gar nicht in so einer Situation - meine ich.

Liebe Grüße
Ronja

Ronja hat gesagt…

Hallo Svenja,

habe ein video auf svendura angesehen wo Du glaube ich in einem orangenen Zelt bist. Also wenn das Deine Stimme ist - die ist doch super für ein Mädel - finde ich - Du kommst da supersympathisch rüber - tschüüüüs - so verabschieden sich nur Girls!
Klasse.

Liebe Grüße

Ronja