Das Frühstücksbuffet im Moselgasthaus ist eine Offenbarung für mich. Soviele leckere Fleisch- und Wurstsorten aus der eigenen Metzgerei, dass ich mich kaum entscheiden kann. Ich nehme sicherheitshalber einen riesigen Teller doppelt ALLES mit zwei weichgekochten Eiern und schlinge das Frühstück hungrig in mich hinein.Bevor ich aber in Oberfell aufbreche, statte ich der hauseigenen Metzgerei noch einen Besuch ab und decke mich reichlich mit Reiseproviant ein.
Von Oberfell folge ich den Moselschleifen und bin begeistert, die Uferstraße am frühen Sonntagmorgen fast für mich alleine zu haben.
In Treis-Karden verlasse ich die Mosel und biege in den Hunsrück ein. Es ist noch immer trocken und zum ersten Mal traue ich mich, die Kamera während der Fahrt ums Handgelenk zu hängen. Jetzt kann ich unterwegs jederzeit Fotos machen.
Kaum bin ich von der Mosel abgebogen, gibt es auch schon die erste richtig schöne Kurvenstrecke. Das macht auf der leichten, wendigen Enduro total viel Spaß und genussvoll schwingen die cow, Pieps und ich durch den wunderschönen Hunsrück.Im Cockpit der Kawa leuchtet plötzlich eine gelbe Warnleuchte auf und "FUEL" blinkt es hektisch im Tacho. Keine Panik, das kenne ich schon. Mit der automatisch umschaltenden Reserve von 2,2 Litern komme ich noch locker 70 Km weit. Nach einem kurzen Zwischenspurt über die Hunsrückhöhenstraße erreiche ich Kirn und die rettende Tankstelle.
Neben den Zapfsäulen steht eine Gruppe von Motorradfahrern, die nach dem Tanken dort Pause macht. Die Frauen in der Gruppe sehen total stylish aus in ihren bunten Lederkombis und fahren Ducati Monster und Suzuki GSX.
Ich versuche ein Gespräch mit den Leuten zu beginnen, aber ich scheitere kläglich. Die Jungs, natürlich alles erfahrene Biker, belächeln meine Regenkombi und teilen mir in leicht spöttischem Unterton mit, dass ich die heute nicht mehr brauchen würde. Artig bedanke ich mich für den guten Rat. (Hey, ihr Dumpfbacken, seid ihr auch hinter Kaiserslautern in den fetten Dauerregen gekommen, oder habt ihr da schon mit Mutti auf dem Sofa gesessen und Sportschau geguckt? Senfnasen, dämliche...)
Die Damen haben für mich und die schlanke 250er Enduro nur einen arroganten Blick übrig und sagen gar nichts. Nach einem Blick auf ihre Kennzeichen und den männlichen Anführer mit Warnweste, denke ich: "Ja, Mädels, dafür traue ich mich aber weiter als 20 Km von zuhause weg und brauche dafür nicht mal einen Tourguide."
Von Kirn geht es auf Umwegen über kleinste Nebenstraßen bis nach Kaiserslautern. An einer SHELL-Tankstelle lasse ich mir von einer wirklich netten Kassiererin den Weg in den Pfälzerwald erklären. Als Frau kann ich mir so etwas erlauben, ohne dass dadurch meine Ego Schaden nimmt.
Kaum im Pfälzerwald angekommen, beginnt es wieder zu regnen. In Schleichfahrt verschwende ich die schönen engen Kurven. Die grobstolligen Enduroreifen der Kawa haben nämlich einen hohen Unterhaltungswert, wenn man mit ihnen bei Nässe zu schnell in die Kurve geht.
Zu allem Übel ist die schönste Strecke des Pfälzerwalds Sonntags für Motorräder gesperrt. Das glaub ich ja wohl nicht. Da fahre ich auf der cow schon den leisesten Auspuff diesseits von Akrapovic und muss trotzdem draußenbleiben. Sauer auf das Wetter, sauer auf die Streckensperrer und sauer auf die Knieschleifer, die uns das eingebrockt haben, mache ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft für dich Nacht. Mein Zelt entwickelt sich allmählich zum überflüssigsten Gepäckstück dieser Reise.
Die nächsten Stunden sind der reine Frust, als ich ein Hotel nach dem anderen abklappere: Besetzt, zu teuer, nicht für eine Nacht, weiterfahren. Jedesmal im strömenden Regen das Motorrad abstellen, Helm ab, die klitschnassen Goretexhandschuhe abreißen (wasserdicht, haha), mit glucksenden Stiefeln zur Rezeption watscheln und anschließend entäuscht weiterfahren. Warum stehen draußen bloß nie die Preise für die Zimmer dran?
Schließlich, als ich schon ganz verzweifelt bin, entdecke ich mitten im Nirgendwo zwischen Deutschland und Frankreich einen blitzsauberen, kleinen Gasthof. Er heißt Waldeslust und liegt in Reisdorf, das ich nicht einmal auf der Karte finden kann. Der Ortsname ist so winzig gedruckt, dass er genau in einer Falte meiner zerfransten Generalkarte verschwindet.
Das Zimmer kostet 36 Euro die Nacht und inzwischen schmilzt meine Reisekasse wie Butter an der Sonne. Ich hatte täglich 10 Euro für Camping eingeplant und noch einmal knappe 10 Euro für ein Kilo Fleisch und Blanchet und stattdessen lebe ich wie eine Fürstin in Hotels und speise in Restaurants. Meine Stimmung ist auf einem erneuten Tiefpunkt angelangt, denn eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht.
In meinem Hotelzimmer breite ich deprimiert die nassen Sachen aus. Wie soll ich die nur bis morgen trocken kriegen? Es ist wieder kein Fön im Zimmer und die Heizung ist noch im Sommerschlaf. Meine Stiefel stopfe ich eng gepresst mit Toilettenpapier aus, das müsste ein wenig helfen. Die Regenkombi und die nassen Handschuhe hänge ich in das gekippte Fenster.
Kaum im Pfälzerwald angekommen, beginnt es wieder zu regnen. In Schleichfahrt verschwende ich die schönen engen Kurven. Die grobstolligen Enduroreifen der Kawa haben nämlich einen hohen Unterhaltungswert, wenn man mit ihnen bei Nässe zu schnell in die Kurve geht.
Zu allem Übel ist die schönste Strecke des Pfälzerwalds Sonntags für Motorräder gesperrt. Das glaub ich ja wohl nicht. Da fahre ich auf der cow schon den leisesten Auspuff diesseits von Akrapovic und muss trotzdem draußenbleiben. Sauer auf das Wetter, sauer auf die Streckensperrer und sauer auf die Knieschleifer, die uns das eingebrockt haben, mache ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft für dich Nacht. Mein Zelt entwickelt sich allmählich zum überflüssigsten Gepäckstück dieser Reise.
Die nächsten Stunden sind der reine Frust, als ich ein Hotel nach dem anderen abklappere: Besetzt, zu teuer, nicht für eine Nacht, weiterfahren. Jedesmal im strömenden Regen das Motorrad abstellen, Helm ab, die klitschnassen Goretexhandschuhe abreißen (wasserdicht, haha), mit glucksenden Stiefeln zur Rezeption watscheln und anschließend entäuscht weiterfahren. Warum stehen draußen bloß nie die Preise für die Zimmer dran?
Schließlich, als ich schon ganz verzweifelt bin, entdecke ich mitten im Nirgendwo zwischen Deutschland und Frankreich einen blitzsauberen, kleinen Gasthof. Er heißt Waldeslust und liegt in Reisdorf, das ich nicht einmal auf der Karte finden kann. Der Ortsname ist so winzig gedruckt, dass er genau in einer Falte meiner zerfransten Generalkarte verschwindet.
Das Zimmer kostet 36 Euro die Nacht und inzwischen schmilzt meine Reisekasse wie Butter an der Sonne. Ich hatte täglich 10 Euro für Camping eingeplant und noch einmal knappe 10 Euro für ein Kilo Fleisch und Blanchet und stattdessen lebe ich wie eine Fürstin in Hotels und speise in Restaurants. Meine Stimmung ist auf einem erneuten Tiefpunkt angelangt, denn eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht.
In meinem Hotelzimmer breite ich deprimiert die nassen Sachen aus. Wie soll ich die nur bis morgen trocken kriegen? Es ist wieder kein Fön im Zimmer und die Heizung ist noch im Sommerschlaf. Meine Stiefel stopfe ich eng gepresst mit Toilettenpapier aus, das müsste ein wenig helfen. Die Regenkombi und die nassen Handschuhe hänge ich in das gekippte Fenster.
Nach einer heißen Dusche gehe ich hinunter ins Restaurant. Es ist gut besucht, aber für meinen Geschmack ein wenig zu fein.Ich sitze in meinem immer noch etwas zu kurzen Kleid mit Strumpfhosen und Ballerinas am Katzentisch und finde heute nichts deprimierender, als in einem schönen Restaurant alleine zu essen. Ich bin froh, die kleine Pieps bei mir zu haben, die ich sehr zum Missfallen des Obers auf den Tisch direkt neben meinen Teller setze. Es gibt Rahmschnitzel mit Pfifferlingen. Pieps und ich sind begeistert, auch wenn wir beide nicht ganz satt werden.
Nach dem Essen verziehe ich mich auf mein Zimmer und bin gegen 21 Uhr schon fest eingeschlafen, während Regen und Wind von außen gegen die Fenster klatschen.
Fazit: Der vierte Tag war ziemlich nervig und allmählich schwindet die Hoffnung, in diesem Urlaub noch einmal zelten zu können. Aber morgen geht es nach Frankreich und ich bin neugierig. Was erwartet mich dort?






