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Mittwoch, 14. September 2011

After Outdoor Fashion Flash

Svenja and the CityIch stehe als vierte Kundin bei H&M an der Kasse und sehe zu, wie ein junges Mädchen die Preise scannt und die großen, farb­gefüllten Diebstahl­sicher­ungen ent­fernt, bevor sie jedes einzelne Teil ordentlich zusammen­legt und in eine Tüte packt. Es dauert ewig bis ich endlich dran bin. 

Was mache ich hier? Vor drei Tagen bin ich doch noch auf meiner Enduro durch matschige Wälder in Schweden gedüst, hab mich nassregnen lassen, im Zelt geschlafen, und stehe jetzt hier voll aufgebrezelt mit mehr Taschen und Tüten beladen als ein Mensch tragen kann. 

Es ist Dienstagmorgen und ich bin schon früh in den Kieler CITTI-Park gefahren. Zuerst schaue ich bei VERO-Moda rein. Das ist mein Lieblingsladen, wo ich die meisten meiner Klamotten kaufe. Heute will ich mich aber nur umsehen. 

Eine halbe Stunde später stehe ich mit einem kleinen Einkauf wieder in der Mall. Die waren total nett bei VERO-Moda und haben mir sogar wieder die große Shoppertasche von ONLY geschenkt. Die drei Minikleider un die beiden Thermoleggings passen gerade so hinein. Nur mit den Kleidern stimmt was nicht, die sind auf dem Kassenzettel merkwürdigerweise als Pullover gelistet. Komisch, aber der Preis stimmt. Sicher hat sich das Mädchen an der Kasse nur vertan. 

Ich stöckele weiter durch die Mall, probiere bei New Yorker lustlos ein paar schwarze Keilstiefel an und verlasse den Laden, ohne etwas zu kaufen. Ich bin stolz auf mich. Außerdem hatten sie die Stiefel nicht mehr in 41. 

Nächster Halt H&M. Nichts kaufen, nur umschauen. Mit einem dunkelblauen Strickkleid, einer schwarzen Treggings*, einem grauen Wollmini vom Typ Chefsekretärin und einer Handvoll dicker kurzer Strickkleider stehe ich kurz darauf an der Kasse. Unterwegs habe ich noch ein paar gerippte Strickstrumpfhosen in grau und anthrazit zusammengerafft..

Svenja and the City
Völlig ausgehungert stelle ich mich an den Hansen-Wurststand um ein paar Wiener zu essen. Ich liebe Hansen Würstchen und kann mir gerade noch ein: "Sechs Stück, ein Tablett, viel Senf", verkneifen. Stattdessen bestelle ich mit schüchterner Stimme ganz damenhaft: "Zwei Paar, bitte." 

Jetzt würde ich mich gerne noch kurz zum Thema "Schuhe" informieren. Bei BeJuicy im Obergeschoss sind Keilstiefel dekoriert. Ich probiere ganz unverbindlich ein Paar hohe Stiefeletten und schwarze Schnürstiefel mit 9 cm Keilabsätzen an. Als Minuten später "Zahlung erfolgt" im Display des EC-Terminals aufleuchtet, spüre ich, dass mein Klamotten Frenzy für heute befriedigt ist.

Auf dem Weg zurück ins Parkhaus schaue ich aus Höflichkeit kurz bei Deichmann rein, denn ich möchte nicht, dass die mich mit der Tüte von BeJuicy vorbeistöckeln sehen und später beleidigt sind, weil ich nicht wenigstens reinschaue und "Hallo" sage. Ohne ein einziges Teil gekauft zu haben, außer dem Angebot der Woche, den braunen Overkneestiefeln zum Krempeln, stöckele ich endlich in die Tiefgarage zu meinem Auto.

Fazit: Den Reisen auf der Enduro mit Zelt und Schlafsack gehört meine ganze Leidenschaft, aber sie lassen nur wenig Raum für Feminines. Viel Schmutz, sparsames Gepäck und kein bisschen bling bling. Wenn ich dann von einer Tour zurückkomme, kriege ich zuhause den totalen "After Outdoor Fashion Flash". Die Ausgaben für Kleider, Pumps und Stiefel gehören inzwischen zu jeder Reise, ebenso wie die für Benzin, Entrecotes und Fährtickets. So extrem wie diesmal habe ich allerdings schon lange nicht mehr zugeschlagen...

PS: gerade entdecke ich noch eine neue Handtasche und ein paar kuschelige Hausschuhe in einer Tüte. Keine Ahnung, wann die passiert sind...
*Treggings: Eine Mischung aus Trousers und Leggings. Im Grunde sind das Leggings mit Taschen und Gürtelschlaufen. Halb Hose, halb Leggings.

Montag, 21. März 2011

Flashback

SvenjaWas ist nur los mit mir? Vor ein paar Tagen hat mich ganz unvermittelt eine so tiefe Traurig­keit überfallen, dass ich wie unter Schock stand und es mich regelrecht erschreckt hat.

Seitdem sitze ich zuhause in meiner hübschen Wohnung. Die Kaffeemaschine läuft, Kerzen brennen und im Hintergrund läuft leise Klassik­radio. Aber nicht einmal Pachelbels Kanon in D-Dur kann mich heute aufheitern.

Ich muss auf der Stelle etwas unternehmen, sonst versinke ich immer tiefer in dieser blöden Traurigkeit. Aus der Vergangenheit weiß ich, dass Hausarbeit, oder die Gesellschaft fremder Menschen mich schnell ablenken können. Heute müssen es Menschen sein und in der Vergangenheit haben sich besonders jene bewährt, die sich in Schuh­geschäften aufhalten.

Bevor ich losfahre, rufe ich Claudia an, ob sie Lust hat, mitzukommen. Ich muss sie nicht lange überzeugen und kurz darauf sind wir gemeinsam unterwegs nach Raisdorf. Claudia kennt mich schon viele Jahre und merkt sofort, dass es mir nicht gut geht. Mit einem Gefühl, als sei mein Hund gestorben, lenke ich den kleinen Seat schweigend durch den Kieler Stadtverkehr.

Wenige Minuten später stelle ich das Auto im magischen Schuhdreieck zwischen Deichmann, Shoe-for-You und dem Hess-Schuhmarkt ab und betrete zum ersten Mal ein Schuhgeschäft ohne mein breites Grinsen voller Vorfreude auf die schönste Nebensächlichkeit der Welt.

Mit Trauermine schreite ich im ZickZack an sämtlichen Schuhregalen vorbei, ohne eines auszulassen. Außer den Birkenstocks und Turnschuhen natürlich. Die gülden nicht als Schuhe und turnen will ich auch nicht. Ich bin so traurig, dass mir heute gar nichts gefallen kann und ich nicht einmal etwas anprobiere.

Im Geschäft nebenan suche ich ohne echtes Interesse nach einer dünnen Fleecejacke für meine Motorradtour im Sommer. Die Jacke soll klein genug sein, um noch in meine Gepäckrolle zu passen und pink genug, dass ich sie auch leiden mag. „Die Pinke gibt es nur noch in M“, informiert mich eine nette Verkäuferin. „Ja.“, denke ich. „Und zwar in M für Hamster.“, denn ich komme nicht einmal mit dem Unterarm in den Jackenärmel hinein. Ich ärgere mich darüber, dass ich nichts Passendes finde und das ist gut so, denn alles ist besser als diese Traurigkeit. Ärger tut gut. Er überlagert dumpfe Gedanken und frisst Traurigkeit.

Den Hess-Schuhmarkt betrete ich ohne große Erwartungen. Hier gucke ich schon seit Jahren immer wieder, aber die Schuhe waren mir meistens einen Tick zu langweilig und altbacken. "Sowas kann ich noch tragen, wenn ich 30 bin.", denke ich, aber vielleicht ergattere ich wenigstens eine hübsche Strumpfhose im Angebot.

Freudlos und ohne echtes Interesse schreite ich die endlosen Reihen von Schuhen entlang. Trotzdem sind meine Gedanken jetzt nicht mehr ganz so trübe, wie noch vor Stunden. Die Ablenkung tut mir gut. "Claudie, guck mal!", rufe ich plötzlich laut durch den Laden und bin selbst erstaunt über die Freude in meiner Stimme: "Eine ganze Abteilung mit Sonderangeboten von Akira und Buffalo Girl." Buffalos sind meine absoluten Lieblingsschuhe, aber entweder sind sie zu teuer, oder zu klein. Meistens beides. Bei Buffalo ist 41 mehr eine Idee, als eine Größenangabe.



Ohne große Hoffnung probiere ich ein paar wunderschöne Slouchstiefel aus schwarzem Wildleder an. Es ist das letzte Paar und außerdem um die Hälfte reduziert. Ich wollte zwar keine Stiefel mehr kaufen, aber dies ist ein Notfall und da kann ich mich nicht von Grundsätzen gängeln lassen. Die Stiefel passen wie angegossen und ich nehme sie.

Gerade als ich meine Beute glücklich zur Kasse tragen will, entdecke ich die schwarzen Buffalo Stiefel, die ich schon seit Monaten gesucht habe. Es sind flache Overknees aus schwarzem Wildleder mit einem Futter aus hellem Kuschelfell. Die Stiefel sind handschuhweich und wie für mich gemacht. Ich nehme sie.

Die kleine Freude hat mit einem Schlag den Kokon aus Traurigkeit, Trübsinn und Grübelei durchbrochen und innerhalb von Minuten meine Laune deutlich aufgehellt. Ich kann das Dunkle im Hinterkopf noch spüren, aber im Moment hat es keine Macht mehr über mich und glücklich tänzele ich ein paar Schritte vor dem Spiegel umher, wie ich das gerne tue, wenn ich gute Laune habe. Claudia freut sich mit mir, aber am meisten wohl darüber, dass ich endlich einmal wieder gelacht habe.



Dreimal muss ich den Weg zur Kasse proben, bis Claudia endlich das richtige Foto im Kasten hat, weil andauernd irgendwelche mies gelaunten Landeier durchs Bild wanken. Nächstes Mal nehme ich eine Rolle Absperrband mit und werde auch die Angestellten briefen, damit sie nicht so unintelligent in die Kamera glotzen, wenn wir unsere Fotosession machen.

Einem freudlos dreinblickenden Mitfünfziger, der meinetwegen kurz warten muss, schenke ich ein Lächeln, mit dem ich normalerweise Krokusse unter 10 cm Eis hervorlocken kann, aber er starrt nur stumpf zurück. "Merkwürdig.", denke ich, "Licht ist an, aber keiner zuhause." Wie kann jemand an einem so schönen Tag nur dermaßen miese Laune haben? Ich verstehe solche Typen einfach nicht.

Fazit: Mir geht es gerade nicht so gut. Ich hatte einen furchtbaren Flashback* und bin deshalb traurig und deprimiert, aber ich tue selbst etwas dafür, damit es mir bald wieder besser geht. Schuhe kaufen ist ganz sicher kein Mittel gegen tiefe Traurigkeit, aber mir hat es heute geholfen. Mit Claudia habe ich noch lange drüber diskutiert, wie es möglich ist, dass etwas Belangloses eine so starke Wirkung haben konnte. Das kann unmöglich wegen irgendwelcher Schuhe sein. Ist es vielleicht das Erfolgserlebnis? Das Gefühl, etwas gewonnen und fette Beute gemacht zu haben? Mir ist darauf keine Antwort eingefallen. Aber auch wenn so ein Flashback vielleicht schlecht für die Seele ist, für unsere Wirtschaft ist er ein Segen.



*Flashback: Das psychologische Phänomen, wenn durch einen Schlüsselreiz eine ganz starke Erinnerung ausgelöst wird und man vergangene Gefühle noch einmal intensiv neu durchlebt und durchleidet.
siehe: Wikipedia, Flashback, psychologisch

Freitag, 5. November 2010

Schuhe kaufen macht Spaß

Svenja bei Deichmann CITTI-Park Schuhe kaufen„Sag mal, wieviele Paar Schuhe willst du dir eigentlich noch kaufen? Man kann doch nicht sein ganzes Geld in Ballerinas, Pumps und Stiefel stecken.“, zickt Claudia mich von der Seite an, während wir gemeinsam durch den Kieler CITTI-Park stöckeln.

"Und wo genau steht das noch mal geschrieben?", gebe ich ebenso zickig zurück und bin auf der Stelle eingeschnappt.

„Und außerdem stecke ich keinesfalls all mein Geld in Schuhe. Oder glaubst du, dass ich meine ganzen Röcke, Kleider und Strumpfhosen geschenkt bekomme? Und die Parfums, das MakeUp und den Schmuck? Es ist eben nicht ganz billig, eine Frau zu sein. Nicht einmal die Hälfte meines Geldes  investiere ich in gutes Schuhwerk. Wenn überhaupt...“

"Gutes Schuhwerk, dass ich nicht lache.", muffelt Claudia vor sich hin und aus den Augenwinkeln sehe ich, wie sie schon wieder die Augen verdreht, obwohl sie genau weiß, wie ich das hasse: "Wenn ich nur an die pinken Korkpantoletten denke, die du unbedingt haben wolltest und dann hast du sie nur ein einziges Mal angezogen, weil du dir damit fast die Gräten gebrochen hättest. Von wegen, Gutes Schuhwerk..."

„Na und? Ist doch egal. Die waren aber total schön. Außerdem kann ich ja wohl schlecht barfuß laufen, oder?!“

„Barfuß? Nicht mal ein Tausendfüßler könnte alle deine Pumps und Stiefel, Ballerinas und Stiefeletten, Wedges, Clogs und Peeptoes auftragen. Nicht mal, wenn er hundert Jahre alt wird.“

„Nun übertreib mal nicht.“, wiegele ich sanft ab. „Wusstest du zum Beispiel, dass ich nur sechs Paar Ballerinas besitze?“

„Sechs Paar? Das ist doch eine glatte Lüge. Alleine unter dem Fenster in deinem Zimmer stehen mindestens 12 Paar davon.“ Bei Claudia setzt langsam die Schnappatmung ein.

„Nun lass mich doch mal ausreden, ich meinte doch auch sechs Paare aus schwarzem Wildleder. Sonst habe ich natürlich mehr. Und außerdem habe ich einen Ruf zu verteidigen,“, füge ich mit leiser Stimme hinzu und schlage bescheiden die Augen nieder: „Vor dir steht nämlich die Mitbgegründerin der StudiVZ Gruppe: Ich trage Ballerinas auch im Winter.“

Claudia ist beeindruckt, jedenfalls sagt sie nichts mehr und sieht mich nur bewundernd von der Seite an. Wir stöckeln weiter durch den Kieler CITTI-Park. Nächster Halt Deichmann. Ich muss unbedingt diese braunen Keilstiefel aus der Werbung anprobieren. Braune Keilstiefel habe ich nämlich noch gar keine. Jedenfalls diese nicht.

Bei Deichmann angekommen, setze ich mich auf die große Ankleidebank und probiere die wunderschönen Overknees mit Keilabsatz an. Aber was ist das? Ich krieg den Reißverschluss nicht zu, weil mein Spann einfach zu hoch ist. Mist. Dann muss ich wohl noch eine Weile mit den drei Paar braunen Keilstiefeln leben, die ich schon habe. Aber schön ist das nicht.

Um mich etwas abzulenken, frage ich Claudia ganz höflich: „Kannst du mir mal bitte die, die und die in 41 bringen? Und die Peeptoes in beiden Farben, bitte.“ und zeige dabei mit dem Finger auf verschiedene Modelle.
„Wieso ich? Ist was mit deinen Füßen?“, fragt Claudia mich verständnislos.
„Na hör mal, ich kann ja wohl schlecht auf Strumpfhosen durch den Laden rennen, oder? Was ist denn, wenn ich hier auf ein Kaugummi trete? Oder auf eine Heftzwecke? Das ist dann allein deine Schuld.“

„Ja, ja, ist schon gut, Tinky Winky. Es kann ja auch wirklich niemand von dir verlangen, dass du mal eben wieder in deine Pumps schlüpfst. Das ist ja viel zu mühevoll. Bleib bloß sitzen, ich mach das schon.“, erwidert Claudia und verschwindet kopfschüttelnd hinter dem nächsten Regal, um nach einer ganzen Weile voll beladen mit Schuhkartons wieder aufzutauchen. Ich sag ihr natürlich nicht, dass das aber ganz schön lange gedauert hat. Hat es aber.

Bei Deichmann ist heute für mich nichts dabei, außerdem habe ich die meisten sowieso schon und für Buffalos fehlt mir heute das Geld. „Ich brauche unbedingt noch Strumpfhosen.“, verkünde ich so laut, dass ein älteres Ehepaar sich irritiert nach mir umsieht. „Ich brauche Blickdichte in allen Farben, besonders in hellgrau, grau, mittelgrau, dunkelgrau und anthrazit. Grau ist nämlich das neue Schwarz.“ füge ich klugscheißerisch hinzu und ziehe dabei die Augenbrauen hoch, wie ich das immer tue, wenn ich eine elementare Wahrheit zu verkünden habe. So wie damals, als plötzlich braun das neue schwarz war und ich das als Allererste wußte.

Aber zuverlässig wie ein Uhrwerk geht das Genörgel natürlich wieder los: „Strumpfhosen? Dein Schrank ist doch voll davon und mindestens ein Dutzend hast du noch nicht mal ausgepackt.“

„Na und? Du weißt doch, dass ich niemals Hosen trage und deshalb brauche ich nunmal zu jedem Outfit die hundertprozentig passende Strumpfhose, sonst taugt der ganze Look nichts. Außerdem brauche ich die jeweils in glänzend und in matt, in glatt und in wollig und am liebsten zwei Stück von jeder Sorte.“

"Aber vorher muss ich erstmal meine Schuhe wechseln, die grauen Wildlederpumps bringen mich nämlich gerade um. Aber bevor du wieder anfängst zu meckern, nein, die sind nicht neu. Die habe ich schon letzte Woche gekauft."

Zum Glück habe ich extra ein paar Ersatzschuhe in der Handtasche. Die grauen Stiefel habe ich in endlosen Partynächten total bequem eingetanzt und außerdem sind die Absätze nur 5cm hoch. Endlich bequeme Laufschuhe.

Svenja zieht im CITTI-Park die Pumps ausIch setze mich auf eine große Ledercouch und wechsele in Ruhe meine Pumps gegen Stiefel. Trotzdem bin ich irritiert: "Was glotzen die Landeier eigentlich so? Haben die noch nie gesehen, wie eine Dame der Großstadt elegant ihre Schuhe wechselt?"

"Dame? Der Begriff wäre mir jetzt nicht dazu eingefallen, wie du hier in deinem Minikleid auf der Couch sitzt und deine große Ich-wechsel-die-Schuhe-Show abziehst. Und gewöhn dir endlich ab, jede Else anzuflirten, die zufällig in deine Nähe kommt. Die sind immer völlig irritiert."

"Na gut, du hast ja Recht. Ich bin wirklich keine Dame, denn dafür bin ich noch viel zu jung. Immerhin bin ich ja erst vierundzwanzig..."

Mittwoch, 2. Juni 2010

Der 7. Sinn mit Svenja

Svenja putzt ihre Motorradstiefel„Du machst W-A-S?“, fragt Claudia ungläubig, als ich ihr von meinem neuesten Projekt berichte.

„Ich geb denen in meinem Blog jetzt immer ganz tolle Tipps, weil die sich ja nicht so gut auskennen wie ich.“, erwidere ich und klinge dabei so be­scheiden, wie nur möglich.

„Womit kennst DU dich denn gut aus?“, fragt Claudia und denkt wahrscheinlich, dass ich den spöttischen Unterton nicht bemerke. Ich bemerke ihn aber sehr wohl.

„Na mit fast allem. Mit Motorrad­fahren und mit Auto­fahren und mit Computern und so. Und mit Kochen natürlich auch.“, schiebe ich eilig hinterher.


Und als Hochbegabte darf ich ja nicht auf die Leute runtergucken, sondern soll denen lieber was von meinem Wissen abgeben. Die können ja nichts dafür, dass sie...“
„...doof sind?“
, beendet Claudia meinen Satz.
„Nein, nicht doof. Jedenfalls nicht richtig. Die kennen sich eben nur nicht so gut aus mit allem."

„So gut wie DU, meinst du? Aber nein, natürlich nicht. Wie sollten sie auch?“, fragt Claudia und ich merke, dass sie jetzt erst verstanden hat worum es mir geht. Manchmal hat sie wirklich eine ziemlich lange Leitung.

„Das ist aber wirklich sehr großzügig von dir, Tinky Winky, die Menschheit dermaßen selbstlos an deinem ungeheuren Wissensschatz teilhaben zu lassen. Wo du dich doch mit allem so gut auskennst. Und mit Kochen natürlich.“

„Ach das ist doch selbstverständlich.“, winke ich ab. "Man hat ja auch eine Verantwortung.", füge ich hinzu und bemühe mich, meiner Stimme einen feierlichen Klang zu geben. Dennoch merke ich, wie ich ein wenig rot werde vor Stolz über dieses ehrliche Kompliment.

Fazit: In meinem ersten Beitrag zum Thema Sicherheit auf dem Motorrad, ermahne ich euch eindringlich, nur in geeigneter Schutzbekleidung aufs Motorrad zu steigen. Ich appelliere an alle Biker, nicht länger in PeepToes zu fahren. Nicht einmal dann, wenn sie aus echtem Leder sind. Die PeepToes, nicht die Biker.

Svenja tauscht die PeepToes gegen Motocross Stiefel

Donnerstag, 4. Februar 2010

Neue Overknees

Svenja im Minikleid Minirock mit Overknees und Strumpfhosen
Diesen Winter steh ich total auf Overknee Stiefel. Am liebsten mit flachen Sohlen und aus ganz weichem Wildleder. Schwarze und braune Overknees habe ich ja schon, aber an diesen graublauen Beauties kann ich einfach nicht vorbeiklicken.

Kennt ihr diese Mischung aus Jagdfieber und schlechtem Gewissen? Ihr entdeckt online einen sagenhaft tollen Artikel und ihr wisst ganz genau, gleich isser weg? Den gibts niemals wieder? Never, nie und nirgendwo? Ich schalte instinktiv sofort um auf Robot Mode. Full Automatic Shopping. Größe 41? Ist noch da. Habe ich 69 Euro übrig? Nein. Macht nichts. Gehirn ausschalten. Klick: Artikel in den Warenkorb. Klick: Bestellung abschicken. Schlechtes Gewissen? Ignorieren! Glück gehabt, jetzt ist 41 ausverkauft, auf meinen weiblichen Shopping Instinkt ist immer Verlass.

Ein paar Tage später eine SMS von Packstation 106, meine Stiefel sind da. Wow, die sehen klasse aus. Eine Mischung aus grau, blau und asphalt. Heute gebe ich im Büro die perfekte Version einer grauen Maus. Die farblich passende Strumpfhosen aus Mikrofaser hab ich letzte Woche bei ALDI ergattert. Wie gut, dass ich gleich alle Farben mitgenommen habe, die sind nämlich echt klasse. Oh, no! Gerade entdecke ich, dass es die gleichen Stiefel auch noch in taupe gibt. Und kosten nur 55 Euro. Es wird nachberichtet...

Shirt: Vero Moda, 19,90 €
Strumpfhose: ALDI, 2,59 €
Stiefel: Blink, 69 €