Montag, 30. November 2009

Svenjas Christstollen

Christstollen ohne Kohlenhydrate Svenjas Atkins Stollen KuchenDrei Monate verzichte ich jetzt schon auf Kohlenhydrate und es fehlen nur noch zwei Kilo, um endlich wieder unter die Achtzig zu kommen.

Jetzt bloß nicht sündigen, denke ich, auch wenn ich überall von Marzipan und Christstollen umgeben bin.

Doch Not macht erfinderisch und so hab
ich mir extra für die Adventszeit ein geniales Rezept für einen Christstollen ausgedacht, der garantiert ohne Kohlenhydrate auskommt. Ich glaub, den hätte sogar der alte Doc Atkins ohne Murren und Knurren gegessen.

Man nehme:
Einen Kasseler Schweinenacken, ca. 2 Kilo
Einen Backofen, ca. 85° Ober-/ Unterhitze
Dreieinhalb Stunden Geduld.

Schwupps, ist er fertig, der Niedertemperatur gegarte Adventstollen und er schmeckt heiß wie kalt gleichermaßen lecker. Was meint ihr, wie eure Lieben gucken werden, wenn ihr sie zum 2. Advent mit einem kleinen Gruß aus der Küche überrascht?

Der besondere Tipp: Noch besser als mit Butter, schmeckt dieser Stollen mit Löwensenf extra scharf. Guten Appetit.

Samstag, 28. November 2009

Kieler Opernhaus - Aida

Svenja in der Kieler Oper zu Aida„Hast du Lust auf Aida?“, fragt mich überraschend die beste Freundin von allen.

„Du meinst die Kleine hinterm Tresen aus dem TiffyClub?“, gebe ich verständnislos zurück. Mein Interesse ist geweckt.

„Nein, die meine ich natürlich nicht. Und auch nicht das große weiße Schiff, sondern die Oooper.“, belehrt Claudia mich und verdreht dabei die Augen, wie sie das immer tut, wenn sie mal einen Schritt voraus ist.

„Sag das doch gleich. Na klar hab ich Lust zu Aida." und ich merke, dass ich sogleich ins Schwärmen gerate: "Das alte Ägypten, Pyramiden, Pharaonen, traumhafte goldene Gewänder und natürlich vorher im Kieler Ratskeller die große Grünkohlplatte mit Alles.“

Zwei Monate später stehen wir im Foyer mit einem Glas Wein in der Hand an der Sektbar der Kieler Oper.

„Wir wollten Ihnen nur sagen, Sie sehen ganz wunderbar aus.“, sprechen uns zwei elegant gekleidete Damen freundlich an. „Oh, danke schön. Sie beide aber auch.“, gebe ich das Kompliment ehrlich zurück. Der Abend fängt wirklich super an. Zuerst bekommen wir im Ratskeller einen Sekt ausgegeben und jetzt auch noch so ein nettes Kompliment.

Als die ersten zarten Klänge der Streicher einsetzen, schießen mir sofort Tränen in die Augen. Diese wunderbare Atmosphäre im Opernhaus, die Sänger, die Musiker im Orchestergraben, die festlich gekleideten Menschen. Und zu allem Überfluss auch noch die doofe Vorweihnachtszeit. Claudia sieht mich erstaunt von der Seite an, aber ich brumme leise: „Ich hab bloß was im Auge!“ Im Stillen denke ich: „Blöde Sentimentalität, doofe weibliche Hormone.“

Als Prinzessin Aida die Bühne betritt, wird mir schlagartig klar, wie wenig Kunstverständnis ich habe. Aida trägt einen Minirock, dazu rote HighHeels aus Lack und einen pinken Cowboyhut. Irgendwie sieht sie wie eine nuttige Ausgabe von Dolly Parton aus. Im Zuschauerraum sehe ich vereinzeltes Kopfschütteln und höre sogar ein paar ungewollte Lacher.

Der ägyptische Pharao König Ramses trägt einen Cowboyhut und erscheint wie eine Persiflage auf George Bush, während der sagenhafte ägyptische Feldherr Radames die Uniform der amerikanischen Marines trägt. Fast überflüssig zu erwähnen, dass der ägyptische Hohepriester aussieht, wie ein Mitglied der Soprano Mafia Familie, türkische Sektion.

Was soll sowas? Will der Regisseur mir zeigen, wie blöd ich bin? Dass mein Kunstverständnis nicht ausreicht? Keine Ahnung, ich bin wirklich zu doof.

Ich erinnere mich, wie ich hier vor einem Jahr etwas Ähnliches erlebt habe, als der chinesische Kaiser in der Oper Turandot eine Polaroidkamera zieht und anfängt zu fotografieren. Turandot spielt übrigens im Jahr 1200.

Verantwortlich für den Schock ist vermutlich der Regisseur des Stücks, Uwe Schwarz. Er scheint unter dem inneren Zwang zu stehen, jedes klassische Stück auf Biegen und Brechen in die Neuzeit transponieren zu müssen. Unterstützt wird er dabei von seinem Mittäter Daniel Karasek, dem Kieler Generalintendanten.

Wie gut, dass er nicht Museumsdirektor geworden ist. Er wäre im Stande, der Mona Lisa ein Piercing zu malen, damit sie zeitgemäßer aussieht und für das jüngeren Publikum leichter zu kapieren ist.

Nach kurzer Zeit aber habe ich mich an die Moderne gewöhnt und bin schließlich doch total begeistert von Verdis märchenhafter Oper am Nil. Besonders die Aida, gesungen von Gweneth-Ann Jeffers, ist ungeheuer stark und sogar ich merke, dass hier gerade ein Weltstar singt.

Am Ende hat es uns so gut gefallen, dass wir weich werden und dem Regisseur sogar die Filmausschnitte aus dem Golfkrieg und den alten grünen Jeep auf der Bühne verzeihen. Schwamm drüber, Uwe.

Fazit: Die Aida der Kieler Oper ist gewöhnungsbedürftig und es braucht etwas guten Willen, um sich von der modernen Inszenierung nicht abschrecken zu lassen. Wenn man das hinkriegt, dann erwartet einen wunderbarer Gesang und die Musik, eine aufwendige Bühnenshow und die tolle Beleuchtung, für die Kiel inzwischen so bekannt ist. Und auch der Pinot Grigio an der Sektbar ist durchaus einen Besuch wert.

Sonntag, 22. November 2009

Wer ist Svenja Svendura?

Wenn ich bei Google nach dem Stichwort Endurowandern suche, dann erhalte ich schon seit Jahren immer denselben Toptreffer, Svendura.de.
Wer oder was Svendura ist? Na, das bin ich, oder zumindest war ich das einmal. Gestartet habe ich die Website vor Jahren als Sven Svenduro. Das ist meine eigene Wortschöpfung aus Sven, meinem ExMann, und Enduro, einem Geländemotorrad. Und so wie aus Sven allmählich Svenja wurde, wurde aus Svenduro schließlich Svendura.

Meine Art, Motorrad zu fahren, ist eine ganz Besondere. Ich hab nur wenig Spaß an den üblichen Sonntagstouren zu den immer selben Treffpunkten. Kaffee, Bratwurst, angeben und dann wie eine Irre nach Hause heizen. Nein, ich liebe das Endurowandern. Dazu brauche ich eine Enduro, ein Zelt und einen Schlafsack. Dieses Gefühl, mit der Enduro durch Schweden und Norwegen zu fahren und abends, irgendwo im Wald, meinen Schlafsack auszurollen, ist geradezu unglaublich. Unglaublich schön, unglaublich frei und manchmal trotz Lagerfeuer auch unglaublich kalt und hart.

Wenn ich heute das alte Foto meiner letzten Tour betrachte, dann erkenne ich darauf schon ein wenig die Frau in mir, aber ich sehe auch noch ziemlich viel Männliches. Was fragt mich auf dieser Tour die Zimmerwirtin in Titisee: "Sind Sie ein Indianer?" Seitdem haben die Hormone mich verändert, mir ist ein Busen gewachsen und auch meine Arme sind viel dünner geworden.

Im November 2008 habe ich meine schöne KTM verkauft. Ein Motorrad kann ich mir nicht mehr leisten und fahren mag ich auch nicht mehr. Natürlich weiß ich, dass auch Frauen Motorrad fahren. Das ist heute nichts Besonderes mehr. Trotzdem, vom Radwechsel bis zum Feuermachen weckt das ganze Drumherum nur männliche Erinnerungen in mir. Es sind Dinge, die ich damit verbinde, Sven zu sein, ein Er zu sein.

Svenja Svendura Endurowandern

Dennoch vergeht kein Tag, an dem ich nicht an eine neue Enduro denke. An neue Reisen, neue Abenteuer und natürlich an neuen Stoff für meine Website. Die Svendura Website ist inzwischen zu einer kleinen Institution in Sachen Endurowandern, Zelten und Ausrüstung geworden. Es vergeht kein Monat, in dem nicht ein Anbieter von Enduroreisen bei mir werben möchte. Aber das will ich nicht.

Heute glaube ich, dass ich endlich wieder soweit bin, auch als Svenja Svendura ganz selbstbewusst auf neue Abenteuertouren zu gehen. Vielleicht sogar mit neuen BikerBuddies, männlich oder weiblich, die Spaß daran haben, mit mir zusammen auf Tour zu gehen und tolle Reisen zu erleben. Inzwischen kann ich es kaum noch erwarten, dass es endlich wieder losgeht. Leider teilt die Sparkasse meinen Enthusiasmus nicht und deshalb wird es noch viele Jahre dauern, bis ich meinen Traum erfüllen kann. Aber auch ohne Motorrad bleibe ich Svenja Svendura. Selbst wenn ich bis dahin zu Fuß gehen muss...

Fazit: Ein Motorrad kann ich mir nicht leisten, aber in der Zwischenzeit suche ich alle Kieler Motorradhändler heim und stelle die immer selbe Frage: "Darf ich mich da mal raufsetzen?" Ich darf. Ich muss mir bloß endlich abgewöhnen, mit verklärtem Gesicht und geschlossenen Augen auf den Neumaschinen zu sitzen und dabei leise die Motorengeräusche zu imitieren...


Samstag, 14. November 2009

Svenja im AppleStore

Svenjas neuer Apple iMacEine solche Anmache hab selbst ich noch nicht erlebt. Was hatte der junge Verkäufer im Kieler Apple Shop gerade mit frechem Grinsen zu mir gesagt? "Das Basismodell hab ich nicht mehr da, aber ich lass Ihnen das Aufsteigermodell mit der besserer Grafikkarte und 1TB Harddisk fast für den selben Preis."

"Wow", denke ich. "Dieser Typ weiß wirklich, wie man ein Mädchen rumkriegt." und überlege keine Millisekunde, bevor ich mit zitternden Fingern die Kohle aus meinem BH fummele.

Nur zwei Minuten später bin ich die stolze Besitzerin eines nagelneuen Apple iMac mit diesem unglaublich guten LED Screen und natürlich mit aller Software, die ich so für meine tägliche Arbeit im Internet brauche. Ich bin so aufgeregt, endlich nach Hause zu kommen, dass ich auf dem Rückweg in der Fußgängerzone nur eine einzige Bratwurst esse. Sogar der indische Wurstverkäufer ist ein bisschen verblüfft, lautet doch sonst die Frage nur: "Zwei, oder drei heute?"

Svenja kauft Apple iMac in Kiel
Fast hatte ich es vergessen, dieses unglaublich schöne euphorische Gefühl, wenn man sich etwas tolles Neues kauft, das man sich schon sooo lange gewünscht hat. Die letzte echte Neuanschaffung liegt schon viele Jahre zurück. Damals hatte mein ExMann Sven mir eine nagelneue KTM Adventure vor die Tür gestellt. Na gut, eine echte Überraschung war das nicht, denn schließlich war ich das ja irgendwie selber, mein ExMann, Sven. Ein ziemlich netter und großzügiger Bursche, übrigens.

Aber das ist lange her und mein Leben gewinnt in letzer Zeit zunehmend an Normalität. Meine Gedanken kreisen schon seit einer ganzen Weile nicht mehr ununterbrochen um Trans, sondern um meinen ganz gewöhnlichen Alltag.

Krieg ich etwa langsam mein normales Leben zurück? Doch wieder MediaMarkt statt Douglas...?
Darüber will ich mehr lesen...

Dienstag, 10. November 2009

Frauentypen - Die brave Büroelse

58% meiner Leser denken, ich sei genau die Tussi aus dem Beitrag Der Tussi Schnelltest.
24% denken, ich sei ohnehin ein Fake und trüge lediglich für die Kamera ab und zu heimlich die Sachen meiner Mutter.
13% wissen sowieso nie, was sie denken sollen und die restlichen 5% kennen mich persönlich und wissen, dass ich noch wesentlich schlimmer bin, als es mein Blog erahnen lässt.

In jedem Fall stelle ich euch heute in meinem zweiten Teil der Serie Frauentypen Svenja die Büroelse, oder auch Tusnelda Bürokratix Svenja, vor.

Nur die verwegene Brille Marke Verliebt in Berlin ist wirklich bloß ein Gag fürs Foto. Und wer glaubt, ich besäße tatsächlich bequeme Ecco Schuhe, der hat aber auch gar nichts verstanden und muss zur Strafe noch mal den ganzen Blog von Anfang an lesen :-)

Der Rest gehört so, oder so ähnlich sehr wohl zu meinem täglichen Outfit. Natürlich mit Ausnahme dieses leicht(?) irren Gesichtsaudrucks und der Körperhaltung John Wayne's unmittelbar bevor er seinen Colt zieht.


Transgender Büroelse

Fazit: Frauentypen gibt es viel. Ungefähr ebenso viele, wie es Vorurteile und Schubladen gibt. Deshalb ist es nicht immer klug, einen Menschen, Transgender oder nicht, zu schnell in eine Schublade einzusortieren. Wenn die Biester da erstmal drinstecken, kriegt man sie nur schwer wieder raus und vielleicht tut man einem anderen Menschen damit mächtig Unrecht.

Samstag, 7. November 2009

Vier Jahre Laserepilation

Transgender Epilation Rasur Bartschatten"Das Foto ist doch ein Fake! Erstens hast du in deinem ganzen Leben noch nie geraucht und zweitens hast du mir gestern erst erzählt, dass du dich überhaupt nicht mehr zu rasieren brauchst."
Mit meinem besten Hello Kitty Augenaufschlag gestehe ich scheu: "Ich hab dich angelogen. Damals hinterm Pferdestall mit 13 hab ich doch schon mal eine geraucht. Und von Zeit zu Zeit brauch ich auch heute noch eine kleine Rasur, wenn die letzten paar Härchen mal wieder vorwitzig durchs MakeUp schauen."

Mein erstes Date mit Alex liegt bereits vier Jahre zurück und ich weiß noch heute, wie aufgeregt und ängstlich ich damals war, denn Alex ist nicht etwa die süße blonde Sprechstundenhilfe beim LaserDoc, sondern ein fieser zigtausend Watt Alexandritlaser, der jeden Schuss mit flüssigem Kryogengas kühlen muss, um einem nicht die Haut abzuziehen.

Noch 2007 habe ich mich jeden Morgen mit der scharfen Dreifach Klinge gegen den Strich rasiert, nur um gegen Mittag doch wieder auszusehen wie Tony Soprano morgens nach seiner Pokerrunde. Und für ein überzeugendes Passing ist nichts tödlicher, als ein sorgfältig überschminkter Bartschatten. Selbst zwei Schichten Camouflage lassen die Haut noch nicht ganz natürlich aussehen. Die Struktur stimmt einfach nicht, weil die 4mm langen Bartstoppeln unter der Haut kleine Beulen machen.

Seit ungefähr einem Jahr aber bleibt der Gillette morgens im Schrank und die kleinen Töpfchen mit der Kryolanschminke bleiben zu, denn mein Bartschatten ist endlich weg. Vier Jahre Laserbehandlung und schwupps, ist die Oberlippe glatt. Ich könnte sogar ungeschminkt aus dem Haus gehen, doch andererseits, warum sollte ich so etwas tun...?

Fazit: Meine letzte Sitzung unterm RubyLaser liegt jetzt schon ein halbes Jahr zurück und die Abstände werden jedesmal länger. Im Januar 2010 werde ich mich hoffentlich ein letztes Mal unters Laserschwert legen und bin dann endlich fertig. Die Brüste brauchten übrigens nur drei Lasertermine, um endlich haarlos zu sein, was nach meiner Meinung für jedes Dekollete eine deutliche Verbesserung darstellt. Optisch jedenfalls...

Meine Lasergeschichte:
Dezember 2005 - Erste Sitzung bei Alex zum Artikel...
November 2006 - Wechsel zum Rubylaser zum Artikel...
Januar 2009 - Epilation der Brust Foto...
Mai 2009 - Ein Termin unterm Rubinlaser zum Artikel...

Donnerstag, 5. November 2009

Strumpfhosen

Svenja zieht sich die Strumpfhose hochWie machen BioFrauen das? Rutschen denen nie die Strumpfhosen? Können sich die Biester an Cellulose vielleicht doch besser festkrallen, als an behaarten Beinen? Oder ziehen sie ihre Nur-Die niemals hoch, solange jemand dabei zusehen kann?

Wenn ich durch die Fußgängerzone stöckele, dann merke ich jedenfalls, wie mir langsam aber sicher der Zwickel in Richtung Kniescheibe rutscht. Ich suche mir schnell einen Hauseingang und bringe das unauffällig wieder in Ordnung. Ich bin ja lernfähig. Noch vor zwei Jahren hab ich den Zwickel genau dort wieder hochgezogen, wo immer er gerade ins Rutschen kam.

Es ist das erste, das meine neue Freundin mir damals beibringt. Sie: "Wir ziehen uns niemals die Strumpfhosen hoch, wenn andere dabei zugucken können. Never. Außer sie bezahlen was dafür."

Ich, schon mit leicht bockigem Gesicht: "Aber wieso denn nicht? Die sind mir doch auch hier gerutscht und das hat schließlich auch keinen gestört?" Sie, mit leichter Resignation in der Stimme: "seufz..."

Fazit: Als neue Frau muss man vieles erst lernen. Deshalb darf ich heute die Ermahnung meiner ExFreundin weitergeben: "Wir ziehen uns niemals die Strumpfhosen hoch, wenn andere dabei zugucken können."
Und wie halten erfahrene BioFrauen das heute...?

Mittwoch, 4. November 2009

Theater Kiel: Der Kirschgarten

Svenja Kirschgarten Tschechow Schauspielhaus Kiel"Abonnenten, alles Abonnenten!" klärte mich ein Schauspieler des Kieler Ensembles mit Grabesstimme auf, als er mein entsetztes Gesicht sieht.

Es ist absolut erstaunlich, wie wenige Menschen noch Spaß daran haben, sich für einen Theaterabend ein bisschen aufzubrezeln. Vielleicht hängt die Klamotte auch vom Festlichkeitsfaktor des Stücks ab, denn heute abend zu Anton Tschechows Kirschgarten ist es besonders gruselig.

Wir sehen nur vier Frauen, die sich auch in ein kleines Schwarzes geworfen haben. Der Rest kommt wie gewohnt in ausgebeulten Jeanshosen, die Taschen vollgestopft, in verwaschenen Polohemden, Fjällräven Hosen, im Jeansrock und in bequemen Latschen. "Na bravo!", hätte Hans Moser jetzt gesagt.

Claudia und ich stehen wie immer bereits eine Stunde vorm ersten Aufzug mit einem Glas Wein im Foyer und schauen zu, wie das Publikum langsam eintrifft.

Aus so einem Theaterabend machen wir jedesmal ein Riesen Event. Tage vorher gehts schon los: "Was zieh ich an?", "Was ziehst du denn an?", um dann am Ende doch wieder klassisch im kleinen Schwarzen mit schlichten Lederpumps loszustöckeln.

Wir sind wie immer eine Stunde zu früh im Schauspielhaus und trinken in der Künstlerkantine noch ein Glas Wein bevor es losgeht. Dort treffen wir auch Zacharias Preen, der schon sein Kostüm für die Rolle des Jepichodow trägt und gleich auf die Bühne muss. Er nimmt sich trotzdem Zeit für einen kleinen Smalltalk und wünscht uns zum Abschied "Viel Spaß!" bevor er eilig in die Garderobe entschwindet. "Zach, du bist wirklich total dünn geworden!"

Als die Vorstellung beginnt, haben Claudia und ich schon einen richtig netten Abend gehabt und uns bereits eine Stunde lang bestens unterhalten. Wer erst in letzter Minute ins Theater hetzt, lässt sich wirklich was entgehen.

Anton Tschechows Stück, Der Kirschgarten, ist an diesem Abend keine leichte Kost. Das Stück spielt um 1900 im zerfallenden Russland, als die Großgrundbesitzer ihr Geld bereits in Paris ausgeben und dabei nicht merken, wie ihre Güter und mit ihnen die alte russische Gesellschaftsordnung unaufhaltsam zerfallen.

Es macht trotzdem unglaublich viel Spaß, die Künstler spielen zu sehen, zumal die Handlung keine zwei Meter vor meiner Nase stattfindet. Schon deshalb ist das Theater etwas Besonderes und mit dem Film überhaupt nicht zu vergleichen. Hier ist alles echt und ich bin live dabei. Besonders Eva Krautwig als Großgrundbesitzerin und Mario Geppert als Bauer Lopachin begeistern mich in ihren Rollen.

Dann fällt der erste Vorhang und über 400 Leute strömen aus dem Saal zur Pause. Dabei stehen nur drei Kellner hinterm Tresen in der Sektbar. Jetzt gilt es Profi zu sein: ohne Hast, aber zielstrebig und mit begrenztem Einsatz meiner Ellenbogen arbeite ich mich ins Foyer vor. Die ersten Amateure sondern sich schon an der Klotür aus. Wer jetzt zum Pinkeln geht, kriegt mit Sicherheit in dieser Pause nichts mehr zu trinken. Profis gehen nach dem zweiten Gong zum Lokus, dann sind die Toiletten frei und anschließend darf die ganze Reihe noch einmal aufstehen, wenn ich unter blumenreichen Entschuldigungen zu meinem Platz stöckele. Übrigens dreht man den Leuten dabei das Gesicht zu und nicht den Dubs.
Ein paar Meter weiter verlieren die Raucher das Rennen um ein Glas Wein in der Pause, indem sie ohne Umwege direkt nach draußen verschwinden um dort zu rauchen und sich in der Kälte den Tod zu holen. Arme Loser. Profis haben Kautabak in der Handtasche!

Obwohl ich zu Beginn der Pause einen ganz schlechten Start aus der 2.Reihe habe, bin ich doch die fünfte am Tresen und brülle schon aus drei Metern Entfernung im besten Kasernenton: "2 Grauburgunder!" Meine Bestellung kommt sofort, allerdings ernte ich ein paar erstaunte Blicke. Sorry, denke ich, aber in dieser Stimmlage haben wir in Eutin die Hundertschaft antreten lassen und auch die Wasserwerfer geführt. Und ich wusste schon damals, dass das noch mal für irgendwas gut sein würde.

Während ich den Wein besorgt habe, hat Claudia bereits einen von nur fünf Stehtischen im Foyer organisiert. Von hier aus sehen wir in Ruhe den Rauchern beim Frieren und den Wartenden beim Fluchen zu. Oh, ich liebe das Theater.

Nach der Pause wird der Kirschgarten schneller und abwechselungsreicher. Ich bin richtig hingerissen, was aber auch zu einem guten Stück an der sagenhaften Ausstrahlung von Eva Krautwig liegt. Sie ist eine solche Göttin auf der Bühne, unglaublich! Und wenn ich sie dann in der Holtenauer Strasse beim Einkaufen treffe, ist sie ganz normal und freundlich wie immer.

Am Schluss der Vorstellung bedaure ich, nur ein Paar Hände zu haben, die ich mir knallrot und aua weh klatschen kann. Das Stück ist zwar zu Ende, der Abend aber noch lange nicht. Jetzt ist es Zeit für Plan B und damit ein weiterer Grund, sich fürs Theater ein bisschen out-going anzuziehen. Wir gehen jetzt völlig overdressed entweder in die noble Maritimbar, oder in irgendeine schraddelige Kaschemme, wo der Kontrast noch größer ist. Heute abend fällt unsere Wahl auf den alten Club 68 in der Ringstraße. Unter den ganzen Hippies fallen wir an diesem Abend auf wie 'n Skinhead auf einer türkischen Hochzeit, nur in angenehm. Wir kommen sofort ganz nett ins Gespräch mit einem Typen, der den Kieler Poetry Slam gewonnen hat. Ich will natürlich alles wissen. Später ergattern wir sogar noch einen Teller Rübenmus mit Kochwurst, obwohl die Küche längst geschlossen hat, yippieh!

Als ich gegen drei Uhr endlich zuhause bin, hat mein Theaterabend inklusive Anziehen, schminken und Styling volle zehn Stunden gedauert.

Fazit: Leute, geht ins Theater und macht einen richtig tollen Event daraus! Zieht euch erstklassig an, geht vorher schick Essen und seid anschließend eine fette Stunde zu früh im Schauspielhaus, um noch in Ruhe ein bisschen Wein zu trinken. Anschließend nutzt ihr euer tolles Outfit, die gute Stimmung und die hoffentlich nette Gesellschaft für einen Ausflug in die Nacht.

Theaterkarten beste Plätze 2.Reihe: Schauspielhaus 25,10 €
Zwei Glas Wein: Grauburgunder 7,00 €
Kleines Schwarzes: Vero Moda 19,90 €
Echtleder Pumps: Deichmann, 39,90 €
Fishnet Strumpfhose: eBay 4,90 €
Cheerleader Strumpfhose zum Drunterziehen gegen den RollbratenEffekt: eBay 6,90 €
Im Club 68: Rübenmus 8,90 €, viele Glas Wein hab ich vergessen...
Acht Stunden Spaß haben zusammen mit der besten Freundin: Einfach unbezahlbar!

Dienstag, 27. Oktober 2009

Svenja empfiehlt Winterreifen

"Weißt du noch, als wir im Nightfever auf dieser verrücketen Ü30 waren? Mit den ganzen russischen Tussis? Und wo du dann nicht tanzen konntest, weil du deine pinken Stilettos anhattest und der Dancefloor aus Metall war? Und was du danach für eine scheiß Laune hattest und du auf dem Klo der einen Tussi..."

"Ich bin ja nicht blöd", unterbreche ich sie. Man muß es mir nur richtig erklären, dann versteh ich auch, wozu Winterreifen gut sind. Und laut sage ich: "Ok, ich mach das. Aber ich zieh keine Hosen an, das sag ich dir gleich. Never! Das ist Jungskram." Vorsichtshalber ziehe ich dabei die Mundwinkel leicht nach unten, so wie ich das immer tue, wenn Jungskram in Aussicht steht.

Andererseits gehe ich als Polizeibeamtin und als ExFreundin einer PROVINZIAL Versicherungsvertreterin selbstverständlich mit gutem Beispiel voran. Winterreifen müssen sein. In der kalten Jahreszeit, bla, der Bremsweg, laber, bla, Unfall, Schuld, Polizei, fasel, schwätz, salbader, Versicherung, fasel, laber, Anzeige, bla, Mitschuld, schwadronier, Gefängnis, Tod!

"... aber ich zieh keine Hosen an!" schmoll...

Svenja Reifenwechsel auf Winterräder Die Polizei empfiehlt

Sonntag, 25. Oktober 2009

Svenjas Tussi Schnelltest

Bei vier übereinstimmenden Merkmalen wurde ich unruhig und bei sechs Treffern war ich so gut wie willenlos. Was für Merkmale das sind? Tussi Merkmale natürlich.

Ich habe jetzt eigens einen ganz speziellen Tussi Schnelltest entwickelt, mit dessen Hilfe auch ihr jede Tussi sofort erkennen könnt. Mir selbst fällt das leicht, ich gucke morgens nach dem Stylen einfach kurz in den Spiegel :-)


Zehn sichere Zeichen sind es, an denen ihr Femina Tusnelda Vulgaris, die gemeine Tussi, mit hoher Sicherheit erkennen könnt. Aber Vorsicht: Tusnelda ist leicht zu verwechseln mit Muscula Ludia Vulgaris, der gewöhnlichen DiscoTanzMaus, die zwar recht ähnlich aussieht, hingegen aber völlig harmlos ist.

In meinen ersten zwei Jahre als Svenja habe ich unbeirrbar und ganz selbstverständlich genau dem Typ Frau nachgeeifert, den ich selbst so vergöttert habe. Alles mußte rosa glitter girly teeny weeny sein. Meine damalige Freundin, Conny, könnte ein Lied davon singen. Sogar meine Haare habe ich mir blond färben lassen, was dann wirklich spooky ausgesehen hat.

Tussi im Minirock

Fazit: Tussis sind nichts für Weicheier. Ich habe zum Glück inzwischen meinen eigenen Stil gefunden und gehe nur noch ganz selten als
Tussi Extreme in die Disco, um dann am nächsten Morgen wieder die brave BüroElse zu geben. Doch zu diesem, keinesfalls zu unterschätzenden Typ Frau, kommen wir im zweiten Teil unserer Serie: Frauentypen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Ist Transe ein Schimpfwort?

Svenja Transgender in rosa OverkneesHeute habe ich mich ziemlich sexy angezogen und stöckele spät abends durch den miesesten Stadtteil der ganzen Gegend. An der Bushaltestelle im Ostring hängt eine Gruppe von jungen Typen ab. Die meisten sind Schwarzafrikaner. Einer spielt mit seinem Butterfly Messer, während ein anderer mit einem ausgelutschten Edding 800 ein Marihuanablatt aufs Wartehäuschen malt. Für mich siehts aus wie ein verkümmertes Kastanienblatt. Die Jungs haben mich noch nicht bemerkt, sie sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Ein großer, dünner Schwarzer kommt auf einem uralten Damenrad mit einer mächtigen Acht im Hinterrad angefahren. Als seine Leute ihn sehen, gröhlen sie schon von weitem: "Ey, was geht ab, Nigger?" 

Mensch, denke ich, die sind ja gut drauf. Das versuchste jetzt auch mal und launig brülle ich von der anderen Straßenseite hinüber: "Ey, you! Was geht ab, ihr Nigger?"

Der Rest dieser fiktiven Geschichte ist nicht überliefert, ihr dürft euch das Ende selbst ausdenken. Vielleicht hätten die Jungs sogar ein wenig verstimmt reagiert? Merkwürdig, dabei habe ich doch nichts anderes gesagt, als sie selbst auch?

Ja, schon, aber ich gehöre nicht dazu. Die Regel ist ganz einfach: Nur Nigger dürfen Nigger sagen und nur Transen dürfen Transe sagen. Dasselbe gilt analog für Schwule, Kanaken und Behinderte. Ich war einmal dabei, als ein Behinderter einen anderen mit "Na Spasti." begrüßt hat und dann haben beide gelacht. Das war vor der Reha-Klinik in Bad Segeberg und ich war zuerst ziemlich geschockt, bis ich gemerkt habe, dass es ein InsiderJoke war. Das ist nicht rassistisch, nicht herabwürdigend und kein bisschen beleidigend gemeint. Aber was, wenn ein Außenstehender das sagen würde: "Na Spasti?"

Angehörige einer Gruppe können mit solchen ExtremBezeichnungen untereinander ihre Zusammengehörigkeit ausdrücken, eine Gleichheit, ein Wohlwollen und einen grundsätzlichen Konsens, aber Außenseitern steht das nicht zu.

Meine Freundinnen und ich bezeichnen uns gegenseitig kaum jemals als Transen. Wenn wir das ausdrücken wollen, dann sagen wir jemand sei "auch trans" und wenn wir uns bei einer Frau nicht ganz sicher sind, fragen wir: "Ist die Bio oder trans?"

Richtig ätzend ist es, wenn ich auf der Straße so angesprochen werde: "Ey, guck mal, ne Transe!" Und ein paarmal haben mir Leute auf der Straße nachgerufen: "Scheiß Transe!" Wobei das bisher immer männliche Jugendliche waren. Jenseits der 20 scheint der Verstand bei Jungs dann doch noch einmal ein Stückchen weiter zu wachsen.

Deshalb ist auch ein gutes Passing so wichtig, denn es beendet das tägliche Spießrutenlaufen. Jetzt ist es mir schon über ein Jahr lang nicht passiert, dass ich unverhofft geoutet wurde. Das gibt mir Sicherheit und Gelassenheit, aber der Anfang war nicht immer witzig.

Fazit: Man hilft nicht nur den Betroffenen, sondern auch sich selbst
ein ganzes Stück weiter, wenn es einem gelingt, Transsexuelle ganz einfach als Angehörige ihres neuen Geschlechts zu akzeptieren. Sowie ihr es schafft, uns als Frauen zu sehen, gibt es keine gedanklichen und sprachlichen Verwicklungen mehr und auch keine peinlichen ER-Versprecher, die ich immer sehr verletzend finde.

Wir sind vielleicht etwas ungewöhnliche Frauen, aber wir sind Frauen. Bitte macht es uns und euch selbst ein wenig einfacher und akzeptiert uns einfach als das, was wir sind: Als Frauen.


Disclaimer: Ich hoffe, dass niemand an meiner krassen Wortwahl Anstoß nimmt. Es ist bekannt, dass Gruppen untereinander diese Worte gebrauchen. Ich will in keiner Weise irgend jemanden beleidigen, oder herabwürdigen. Ich selbst benutze diese Worte nicht.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

3 Jahre ohne Fernseher

Svenja liest
"Wann habe ich eigentlich das letzte Mal was im Fernsehen gesehen?" frage ich mich und starre nachdenklich auf das Holly Golightly Poster über meinem Bett. Das ist bestimmt schon drei Jahre her. Ich weiß noch, dass ich meinen Fernseher direkt nach der Fußball Weltmeisterschaft 2006 an einen Kollegen verschenkt habe.

"Wenn ich mir nicht einmal das Endspiel im Fernsehen ansehe und seit Monaten schon kein Stecker mehr in der Wand steckt, dann ist die Glotze wohl endgültig over", habe ich mir damals gesagt.

Ich bin regelrecht erleichtert, als ein Kollege den schweren 80cm Röhrenfernseher abholt und schwitzend aus der Wohnung schleppt. Endlich ist der blöde Staubfänger weg. (Der Fernseher, nicht der Kollege)

Seitdem lese ich wieder. Ich habe mir einen Leseausweis für die Stadtbücherei besorgt, leihe Bücher, zahle Nachgebühren und liebe die schönen Antiquariate im Knooper Weg. Natürlich lese ich nicht irgendeinen Schund, sondern ich beschäftige mich fast ausschließlich mit hochkomplexer Fachliteratur zu allen möglichen Themen des Lebens. (siehe Abb.1)

Ganz selten schaue ich noch in die umsonstene Fernsehzeitung, um zu sehen, was mir möglicherweise entgeht. Es gibt tolle Ratespiele, bei denen man richtig viel Geld gewinnen kann, oder je nach Neigung sogar eine Frau, einen Bauern oder einen Grafen. Es gibt spektakuläre Gerichtssendungen und außerdem Talkshows, bei denen endlich mal die kleinen Leute zu Wort kommen und sagen können, was ihnen auf dem Herzen liegt. Selbst wenn sie gerade mal keine Zähne haben.

Fazit: Anstatt fernzusehen sitze ich heute viel lieber mit einem Buch in meinem fetten Ohrensessel unter einer kuscheligen Decke und genieße die Ruhe in meinem Apartment. Ich habe noch nie eine Folge "CSI" gesehen, keine Folge von "Wer wird Millionär" und ganz sicher keine Sekunde lang "Schlag den Raab". Und wenn alles richtig gut läuft, dann bleibt es auch dabei :-)

PS: Außerdem spare ich ungefähr 150€ Rundfunkgebühren im Jahr, weil ich nur noch für das Radio zahlen muß. Und das sind immerhin fette 50 Flaschen Blanchet*.

*Blanchet: Eine Währung, die unter T-Girls üblich und weithin akzeptiert ist. Es handelt sich dabei um einen trockenen, französischen Weißwein. 1 Fl. Blanchet entspricht ca. 3€. Der Blanchet-Kurs ist unabhängig vom Ölpreis und nicht an den Leitzins der Weltwährungsbank gekoppelt. Er gilt von daher als besonders krisensicher.

Montag, 5. Oktober 2009

Atkins Diät Monat 1

Der gute alte Doc Atkins verblüfft mich immer wieder. Seit vier Wochen verzichte ich auf Kohlenhydrate, und schon habe ich ebenso viele Kilo abgenommen. Vier Kilo in vier Wochen? Das kommt mir fast ein wenig zu schnell vor. Aber sicher wird das schon bald wesentlich langsamer gehen. Jetzt hab ich 85,3 kg.

Dabei esse ich soviel ich nur will. Nur eben keine Kohlenhydrate mehr. Kein Brot, keine Nudeln, keine Kartoffeln und vor allem NULL Zucker. Wobei man sich wundert, wo überall Zucker drin ist. Z.B. in Ketchup und zwar jede Menge.

Bis ich mein altes Gewicht von 78 kg wieder erreicht habe, wird es aber sicher noch ein paar Monate dauern. Solange schaufele ich weiterhin Steaks und Koteletts, Bauchfleisch und Würstchen, Speck und Eier und natürlich jede Menge Fisch und Krabben in mich hinein. Wenn meine geliebten T-Bone Steaks nicht so teuer wären, würde ich die Biester jeden Tag essen. Die Atkins Diät funktioniert bei mir so gut, weil ich soviel Fleisch essen darf, wie ich nur mag und niemals hungern muss. Das eine kann ich nämlich sehr gut und das andere überhaupt nicht.

Wenn ich endlich wieder unter 80 Kilo bin, dann belohne ich mich selbst mit einer großen Fotosession und trage dazu die acht Kleider, elf Röcke und sieben Hosen, die ich noch nie angehabt habe.
Doch bis es soweit ist, dürften noch Monate vergehen. Soifz.

Samstag, 3. Oktober 2009

Transsexuell ist nicht sexuell

Transsexuell ist nicht sexuell"Wie? Du stehst nicht auf Kerle? Das versteh ich nicht. Ich denke du bist jetzt eine Frau, da mußt du doch auf Männer stehen?" sagt der Typ am Tresen neben mir und sieht mich dabei aus glasigen Augen verständnislos an.

"Oh, Mann", denke ich. Nicht nur BILD-Leser halten Transsexuelle noch immer für einen Haufen bunter Schwuler in Frauenkleidern. Welch ein Unsinn. Transsexualität beschreibt die Identität eines Menschen und nicht seine Sexualität.

Das deutsche Wort Transsexualität führt thematisch in die Irre. Der Begriff beruht letztlich auf einem ärgerlichen Übersetzungsfehler des englischen Wortes transsexual. Im Englischen steht das Wort Sex für Geschlecht, männlich oder weiblich und damit gerät alles durcheinander, denn Sexualität ist hier nicht gemeint. Deshalb setzt sich der Begriff Transgender immer mehr durch. Gender beschreibt das soziale, das gelebte Geschlecht eines Menschen.

In einem Kommentar auf ein früheres Posting hat mir ein Ralf geschrieben, er könne mich nicht ernstnehmen, weil ich auch weiterhin auf Frauen stünde. Und transsexuell UND lesbisch sei ja wohl ein bisschen sehr unwahrscheinlich, oder?!

Das ganze Schubladendenken aus lesbisch und schwul führt bei Transgendern völlig in die Irre. Manchmal komme ich selbst durcheinander. In meinem früheren Leben als Mann, Ehemann und Vater war ich rein heterosexuell und auch heute als Frau stehe ich ausschließlich auf Frauen. Wie kann ich lesbisch geworden sein, ohne dass sich meine sexuelle Orientierung verändert hat? Das geht doch gar nicht.

Ihr seht schon wohin das führt. Die üblichen Schubladen funktionieren nicht mehr und die Begriffe widersprechen sich teilweise gegenseitig. Man kann nur fragen: "Stehst du auf Männer, oder stehst du auf Frauen? Oder sind dir beide Recht?"

Die Wissenschaft unterscheidet zwischen gynophilen (mag Frauen) und androphilen Transsexuellen (mag Männer). Leider habe ich keine verlässlichen Zahlen über die Häufigkeiten gefunden. (Über Hinweise auf statistische Erhebungen zur Verteilung Gynophiler und Androphiler würde ich mich sehr freuen. Bitte mit Quellenangabe.)

Fazit: Transsexuelle können als Sexualpartner sowohl Männer als auch Frauen bevorzugen, wobei manche überhaupt keine sexuelle Präferenz haben. Am ehesten gerecht wird man Transgendern, wenn man ihre Andersartigkeit nicht auf den sexuellen Aspekt reduziert. Das ist nämlich mit Sicherheit falsch.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Frauenwahlrecht für Transsexuelle - Teil 2, Die Wahlparty

Ohne Worte ...
Hier geht es zu Teil 1

SPD Wahldesaster 2009 Die Wahlparty in Kiel